Er ist wieder da und diesmal nimmt er Werkzeug. Youtube-User Kutiman nimmt Videoschnipsel von Youtube und baut daraus Musik. Supergeil.
Ich hab von den ganzen Ereignissen auf der diesjährigen Loveparade auch nur sehr spät und auch nur durch die Social Networks wie Twitter oder eben auch Facebook erfahren. Beim letzten Blogeintrag war ich zu schockiert, um etwas wirklich zusammenhängendes zu formulieren.
So gegen 18:00 Uhr am 24.07.2010 häuften sich die Tweets, dass es wohl 10 Tote auf der Parade geben würde, die meisten davon verweisen auf N24 und viele andere Twitteruser schrieben weiterhin über die DJs und das das Gelände im Fernsehen aber ziemlich klein aussieht. Um ca. 18:01 gehen einige Twitteruser von einer Bombenexplosion aus. Es fällt auch mehr oder weniger das erstemal das Hashtag #Massenpanik.
Um ca. 18:20 Uhr gehen die ersten Tweets rein, die sowohl eine Bombe absolut nicht bestätigen und die ersten Pressemeldungen mit verifizierten Zahlen gehen auch raus. Einige User beginnen nun zu fragen, ob es der Ernst der Veranstalter ist, die Leute durch den Tunnel zu schleusen. Auch tauchen die ersten Links auf, die das Areal "Güterbahnhof" in Zusammenhang mit den viel zu vielen Menschen bringt.
Um ca. 18:52 Uhr wird die Nummer des Sorgentelefons retweetet: 0203/94000. Es wird ausserdem gemeldet, dass das Mobilfunk-Netz über Duisburg komplett zusammengebrochen ist. Nichts geht mehr. Menschen, die von den Unglücken erfahren haben, versuchen ihre Angehörigen und Freunde anzurufen. Davon mal abgesehen wird auf dem Event selbst natürlich auch immer eifrig telefoniert. Immerhin muss man ja auch fragen, wo die eigenen Leute gerade so rumrennen.
Gegen 19:00 Uhr wurden schon 250 Tweets pro Minute mit dem Hashtag #Loveparade geschrieben. Die ersten werden mit Notfallbussen aus Duisburg evakuiert. Wirklich bescheid wußte da aber wohl auch keiner. Auch DWDL hat einen Kommentar aus einer Internetseite gepostet. Dieser Kommentar beschreibt den Tunnel als "Eingangsbereich" ziemlich deutlich. Schon vor der Parade sagt der Kommentator, dass es hier vermutlich Tote geben wird. Der Mann hatte leider - wie wir ja wissen - recht.Twitpic Kommentar
In Twitter gehen ab 20:00 Uhr regelmässig "Suche [Vorname] [Nachname]"-Tweets online. Da die Handynetze immer noch arg überlastet sind, nutzen die Freunde/Angehörigen nun das Social-Network, um über das WWW vielleicht ein Feedback zu bekommen.
Bei Youtube gibt es zu dieser Zeit die ersten Videos direkt aus dem Publikum. Die meisten dieser Clips sind heute schon nicht mehr online, da es meistens zu bösartigen Kommentaren führt, die dem Uploader Sensationsgeilheit unterstellen. Die Clips zeigen in erster Linie die Enge vor dem Tunnel. Andere Clips zeigen, wie Menschen verzweifelt an Traversen hochklettern und wie die Polizei diesen Leuten über das obere Ende hilft.
Wieder andere Videos zeigen, wie ohnmächtige Menschen über das Publikum gehoben werden und ungelenk über eine Treppe nach oben verfrachtet werden. Diese Treppe ist eng, sieht auf den Videos ziemlich steil aus und nicht zuletzt werden die hochgehobenen Leute ziemlich "rabiat" an den Extremitäten gepackt. Aber, jeder versucht hier irgendwie zu helfen.
Die Party läuft auf dem Gelände, welches nachweislich nur für 250.000 Leute freigegeben wurde, ungehindert weiter. Einige der anwesenden DJs und Gäste wissen schon bescheid. Dennoch wird weitergemacht, einmal natürlich um eine weitere Panik zu verhindern und andererseits vermutlich, um eine Eskalation zu verhindern, denn es hätte bestimmt unwissende, wütende Gäste gegeben, wenn einfach so "Feierabend" gemacht worden wäre.
Bei Facebook häufen sich ab 22:00 Uhr Vorwürfe gegenüber der Polizei. Andere User argumentieren, dass diese Menschenmassen auch durch 100 Hundertschaften nicht unter Kontrolle gebracht werden können, denn diese Hundertschaften würden auch nur im Weg rumstehen. Ich oute mich hier mal an Anhänger der Im Weg stehen Seite, denn es ist einfach - simpel gesagt - kein Platz für irgend einen Menschen vor dem Tunnel.
Theorien, wie es zur Panik kommen konnte sind zu diesem Zeitpunkt reichlich vorhanden. Zuallererst natürlich muss sich der Veranstalter die Frage gefallen lassen:
Wie kann man so blöd sein und solche Menschenmassen durch einen relativ dunklen Tunnel schicken?!
Die andere Theorie ist einfachste Physik: Fließgeschwindigkeiten. Erwiesenermaßen fließen Teile schneller durch ein enges Rohr als durch ein weites. Bei Wasser oder Gas mag das kein Problem sein aber durch den Druck, der von den "hinteren Massen" auf die Leute vorne ausgelöst wurde, hatten die überhaupt keine Chance, stehenzubleiben und nicht auf irgendjemanden draufzutreten. Den "drückenden" Leuten hinten kann man deshalb nicht einmal einen Vorwurf machen: Die wollten ja nur auf das Gelände und weil der Tunnel halt relativ dunkel war und man überhaupt nicht sehen konnte, was da vorne abgeht, wurde weitergedrückt.
Der Tunnel selbst ist natürlich auch ein wichtiger Faktor: Angst vor engen Räumen hat eigentlich jeder. Der Mensch ist es nun einmal gewohnt, genug Platz für sich zu haben. Rechnet man jetzt noch die Hitze durch das gute Wetter hinzu und die zwielichtige Beleuchtung im Tunnel selbst, so muss man kein Genie sein um zu merken, dass Dunkelheit+Enge+Hitze+Luftfeuchtigkeit+Lärm dafür führen, dass auch gestandene Partygänger sich zumindest sehr unwohl gefühlt haben. Nun kommt noch hinzu, dass man knapp zwei Stunden in dem scheiss Tunnel rumstehen musste. Die Luftfeuchtigkeit und der Lärm muss enorm gewesen sein. Die brutale Enge im Tunnel hat garantiert dafür gesorgt, dass irgendwer umgefallen ist und die Freunde versucht haben, die Ohnmächtigen da - wie auch immer -rauszukriegen.
Zäune: Die Leute wollten ihren Arsch retten, die Leute wollten auch die Freunde retten. Da stand dann so'n "Bauzaun" rum, den jeder mal eben so umschmeissen kann. Das ist auch passiert. Dann wurden Wege aus dem "Hexenkessel" gesucht, eine Logik konnte man von den Menschen dort nicht mehr erwarten: Es wurden Wege genommen, die als "Wege" einfach nicht funktionierten. Instabile Treppen und viel zu steile Abhänge führten dazu, dass Leute einfach nur abstürzten und in die Menge fielen.
Holy Crap, was war das denn? Ich habe wehmütig nach Duisburg geschaut, als es hieß "Endlich wieder Loveparade". Dann wurde mir klar, dass ich schlicht und ergreifend weder die Zeit, noch die wirklich echte Lust hatte, da hinzugehen und nun häufen sich die Berichte, dass der Veranstalter und die Stadt hier nicht nur einfach scheisse gebaut haben - oh nein - sie haben auf glatter Linie versagt.
Bei Facebook sah ich nur, dass das Gelände auf dem die Parade stattfinden sollte maximal Platz für ca. 300.000 Leute böte. Na super. DIE Loveparade mit so wenig Besuchern will ich mal sehen. Der blanke Hohn war dann noch, dass es keine Loveparade war sondern vielmehr eine kleine Wanderschaft auf eben diesem Gelände. Mal ehrlich: So ein Bullshit.
Wenn ich Gast gewesen wäre, hätte ich mich schon irgendwo verarscht gefühlt. Als DJ sowieso, denn in so nem Frickel-Areal überschallt das Set eines ATB grundsätzlich mal das Set von nem Guetta. Das alles ist aber auch noch nicht tragisch...
Auf der diesjährigen Loveparade gab es irgendwie 10 oder 17 oder sogar mehr Tote und mindestens 80 Verletzte. Ich krieg hier irgendwie keine vernünftigen Zahlen...
Das macht mich insofern sprachlos, weil ich nun auch schon auf diversen großen Events war und
mich da eigentlich immer recht sicher gefühlt habe. Es macht mich aber eigentlich nur wütend:
Wie bekackt GELDGEIL kann man als Veranstalter und veranstaltende Stadt sein um auf zwingend
notwendige Sicherheitsmaßnahmen zu verzichten nicht genug zu
finanzieren?!!
Wie kann es sein, dass knapp eine Million Menschen durch EINEN (1-nen, EINS, einen!(!)!) einzigen Tunnel geführt werden soll, um auf eine Partyarea zu kommen?! Welcher strunzdoofe Praktikant / Aushilfskellner hat das eigentlich geplant. Wie kann es sein, dass die Schleuse am ENDE des Tunnels gebaut wurde? SOWAS baut man VORNE dran! VORNE!!!
Seit einigen Jahren spricht die ganze Welt von Le Parkour, einem Sport bei dem es darum geht, querfeldein ein Ziel möglichst schnell und elegant zu erreichen. Dabei kann die ganze Stadt genutzt werden, indem man von Hausdächern springt, an Wänden hochkrabbelt und sich elegant von Balkon zu Balkon schwingt.
Ich hielt das für etwas relativ neues, was total abgefahrenes und nicht zuletzt hatte ich einen riesigen Respekt vor den Leuten, die ihren Körper so unter Kontrolle haben. Nun ist bei Youtube ein Video aus den 30er Jahren aufgetaucht, das einen Typen zeigt, der mal eben so auf einen Baum "springt" und sich sowieso total irre bewegt. Dieser Mensch macht also Le Parkour noch bevor es Le Parkour überhaupt gab.
Bei dem Typen hier handelt es sich um Arnim Dahl, einen - wenn nicht sogar dem ersten - Stuntman deutscher Filme. Der Mensch hatte vor nichts Angst, so sprang er mal eben von nem Kran oder machte eben dieses Gekletter, ohne doppelten Boden oder sonst eine Sicherung.
Er war häufiger im Krankenhaus als Tim Taylor von Tooltime und starb letztendlich leider an Krebs. Weder die gebrochene Wirbelsäule, noch sonstige Frakturen machten dem Sportler zu schaffen.
Irrer Typ.
Meine herzallerliebste Ehefrau und ich haben uns nun mal
FlitterwochenTage gegönnt. Dafür waren wir im Mercure-Hotel Walsrode
und haben uns dort ordentlich verwöhnen lassen.
Am letzten Mittwoch ging es los: Wir waren um ca. 17 Uhr da und erhielten abends ein Wellness-Bad im Whirlpool. Dazu gab's Melone, Weintraube, Ananas und so weiter. Wir fütterten uns mit Früchten und schlürften dann ein oder mehr Sektchen. Da es in Walsrode zu der Zeit ca. 37°C hatte, verlegten wir die Chillout-Geschichten noch spontan in einen anderen Entspannungsraum.
Donnerstag ging's dann in den Weltvogelpark, der ja beim Hotel um die Ecke ist. Neben der schier unendlichen Menge an Vögeln gibt's dort auch jede Menge Pflanzenzeugs. Anschließend gingen wir wieder ins Hotel zurück.
Freitag war Safari im nahegelegenen Serengeti-Park in Hodenhagen.
Zum Hotel: Es gibt für eine erschwingliche Summe ein opulentes Frühstücksbuffett, wahlweise auch ins Schlafzimmer zwecks Frühstück im Bett. Die Mitarbeiter des ziemlich jungen Teams waren extrem zuvorkommend und freundlich. Immer wieder kamen die Jungs und Mädels auf uns zu, um zu fragen, was sie denn so für uns tun können. Der ein oder andere Plausch war dann auch dabei.
Das Abendessen bestand auch aus einem Buffett, so kamen wir nie in die Verlegenheit, irgendwie mal nicht satt zu werden ;) Das Essen war auch sehr gut, immerhin bekamen wir noch ein sehr romantisches Candle-Light-Dinner. Dazu erhielten wir eine Glückwunschkarte vom Hotelteam, die witzigerweise auch genau so aussah, wie unsere Hochzeitsanzeige vom letzten Jahr. Purer Zufall aber schon irgendwie cool.
Wir sind dann allerdings doch einen Tag früher als geplant abgereist: Es war halt extrem heiß und wenn man wie unsereins ziemlich nah an der Nordsee wohnt, schreit die Heimat dann doch nach uns. Schwimmen geht in der Lüneburger Heide nunmal schwer ;)
Liebe Grüße an das ganze Hotelteam: Ihr wart total super!