Qualitaetsmerkmale Tonstudios

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Qualitaetsmerkmale Tonstudios

Heimstudios sind dank immer leistungsfähigerer Rechner immer mächtiger. Die Herstellungskosten für Mischpulte und Effektgeräte wirken sich positiv auf den Verkaufspreis aus und auch Dämmstoffe sind mittlerweile schon recht erschwinglich.

Dennoch ist das Heimstudio kein echtes Tonstudio. Wenn man zu 100% digital arbeitet wie ich, dann geht's ja noch so einigermassen, einen sauberen, transparenten, dynamischen Sound hinzukriegen. Ich muss ja kein Gerät aufnehmen, die "Verkabelung" ist intern in der DAW geregelt und es gibt keinerlei "Verlust".

Für Bands ist der Besuch im Tonstudio allerdings unerlässlich. Mithilfe von guten Mikrofonen und der Lektüre von Blogs wie meinem oder dem Magazin Delamar lernt man schnell einige Kniffe und Tricks, wie man bestimmte Instrumente oder auch Vocals vernünftig aufnimmt. Dennoch kann kein "Heimstudio" mit einem echten Tonstudio mithalten. Das liegt daran, dass der Tonmeister in der Regel einiges an Erfahrung hat, die durch Berufserfahrung erarbeitet wurde. Am besten lässt sich das vielleicht mit sowas wie Tapezieren vergleichen: Jeder kann eine Tapete an die Wand kleben aber nur bei einem echten Maler sind die Nähte perfekt, von der Arbeitsgeschwindigkeit mal ganz abgesehen.

Echte Studios sind als Räumlichkeiten auch komplett anders ausgelegt. Das geht teilweise sogar soweit, dass Türen mit Quartzsand gefüllt sind, um den Schall komplett zu isolieren, von 60 Tonnen Sand auf dem Dach mal ganz abgesehen. Holzlamellen oder massive Plexiglasscheiben und sogar die Form des Aufnahmeraums tun ihr übriges. Es ist tatsächlich so, dass du einen Raum betrittst und deine Stimme schon OHNE EQ komplett anders klingen kann.

Die Suche nach einem Tonstudio ist problematisch und die Aufnahme in einem Studio erfordert Mut. Und Geld.

Tonstudiobesitzer lieben Musik aber man darf nicht vergessen, dass es deren Beruf (und Brötchenquelle) ist, Bands aufnehmen zu lassen. Ein guter Studioinhaber ist auch ein guter Kritiker. Ich habe schon Drummer weinen sehen, weil der Tonmeister ihm gesagt hat, dass seine Qualitäten für eine Schulfete reichen, für eine Aufnahme aber total für den Arsch sind, weil er unausgewogen spielt und im Vergleich mit dem Metronom irgendwann total hinterher hängt.

Ein gutes Studio sucht man sich aus, indem man sich selbst vorher folgendes fragt:

  • Warum will ich überhaupt aufnehmen?
  • Will ich eine CD produzieren?
  • Bin ich bereit, hohe Aufnahmekosten zu zahlen? (Immerhin hab ich ja schon viel Geld für mein Instrument ausgegeben)
  • Sind alle Mitglieder meiner Band gut?

Den Studiobesitzer sucht man sich nach folgenden Kriterien aus:

  1. Referenzprojekten: Hat er sowas ähnliches, wie unseren Sound schonmal aufgenommen?
  2. Wie kommt man mit dem Typen klar? Ist der nett, versteht der uns?
  3. Womit nimmt wird aufgenommen? Was steht da an Technik rum?
  4. Was kostet ne Session

Ja, die Frage nach dem Geld ist absichtlich am Ende gestellt worden. Ich sehe das so: Man hat als Musiker die Chance, sich voll in die Karriere reinzuknien, ein super Instrument zu kaufen und dann auch für seinen Traum wirklich was auszugeben. Natürlich muss man dem Studioheini kein Geld in den Rachen schmeissen aber man sollte sich schon darüber im klaren sein, dass der Mann das professionell macht. Im Idealfall sollte man aushandeln, was man anzahlt und was nach der Fertigstellung des Masters dann noch gezahlt werden soll. Da Musik als Kunstform nicht einfach nur "gut" oder "schlecht" ist, sollte man sich mit einfachen Worten über die Qualität der Aufnahmen unterhalten. Das ein "Smells like Teen Spirit" komplett anders klingen muss als ein "Flohwalzer" ist wohl klar.

Author / Datum:
Marc Shake • 10.12.2009 - 20:18
Categories
Musikproduktion

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