Ich habe mich gerade gefragt, ob es sich lohnt, der GEMA beizutreten: Dazu musste ich erst einmal rausfinden, was die GEMA eigentlich ist, was die Aufgabe der GEMA ist und warum man da beitreten soll (oder eben auch nicht). Dabei hab ich gemerkt: Das Thema ist kompliziert, verwirrend und im Grunde dann doch wieder ganz einfach - und deshalb doch wieder saukompliziert.
Zuerst mal: Mit dem Urheberrecht hat die GEMA so erstmal nichts zu tun. Jeder Komponist oder Texter hat automatisch und gesetzlich das Urheberrecht auf seiner Seite. Sobald du also einen Song erstellst, gehört er urheberrechtlich dir und nur dir allein. Eine Band kann den Song spielen, der Urheber des Songs bleibt aber derjenige, der den Song geschrieben hat. Bei mehreren Autoren wird das Urheberrecht aufgeteilt. Änderungen oder gar das Abtreten des Ursprungsmaterials muss mit allen Miturhebern abgesprochen werden und alle Urheber müssen der Änderung zustimmen.
Das heißt: Das Urheberrecht ist immer da, völlig unabhängig von der GEMA. Das heißt ausserdem: Was Ihr mit EURER Musik macht ist so erstmal eure Sache. Ich biete meine Musik kostenlos an, weil ich das darf. Es ist schließlich MEINE Musik und deshalb erlaube ich fast jede mögliche Verwertung des Materials.
Das heisst ausserdem: Ich darf meine Musik auf CD veröffentlichen. Ich darf die auch auf Platte veröffentlichen, selbst digitaler Verkauf ist möglich. Auch hierzu benötige ich die GEMA nicht. Genaugenommen wäre die GEMA sogar hinderlich aber dazu später mehr.
Die GEMA-Mitgliedschaft ist theoretisch also völlig unnötig, praktisch ist es aber leider so, dass die Mitgliedschaft durchaus Sinn machen kann. Die GEMA hat nämlich eine wichtige Funktion: Die GEMA sorgt dafür, dass du als Künstler tatsächlich Geld mit deiner Musik verdienen kannst.
Das Urheberrecht ist in Deutschland nicht übertragbar. Die GEMA hat die Aufgabe, zu "überwachen", wer deine Musik verwendet und wo sie gespielt wurde. Für die Wiedergabe deines Songs muss an die GEMA gezahlt werden. Das Geld wird gesammelt. Durch ein kompliziertes Punktesystem wird die Kohle nun an die einzelnen Urheber aufgeteilt. Dabei spielt die Art der Musik eine Rolle, dann natürlich - wie häufig wurde der Song gespielt, wieviele Releases sind bei der GEMA angemeldet und diverser anderer Kleinkram, der in die Punkte mit einfließt. Dafür kriegst du also tatsächlich Geld.
Allerdings bedeutet das auch folgendes: Wenn du deine Musik kostenlos zum Download anbietest und das Werk bei der GEMA angemeldet ist, MUSS auch dafür Geld gezahlt werden. In diesem Fall zahlst du also quasi deine eigenen Tantiemen. Ausnahmeregelungen gibt es allerdings auch: Als Stream ist es für die GEMA i.O., wenn nachgewiesen werden kann, dass du als Urheber auch wirklich auch für den Stream verantwortlich bist.
Kurz gesagt: Nein! -
Ausführlich gesagt: Die GEMA soll dich unterstützen. Sie soll dafür sorgen, dass du als Künstler dein Geld kriegst. Du kannst das aber genau so gut selbst machen: Bestimmte eindeutig, was mit deinem Song gemacht werden darf und was nicht. Lege zum Beispiel fest, dass es erlaubt ist, remixes anzufertigen. Lege fest, dass die Wiedergabe im WWW oder im Radio kostenlos erlaubt ist. Du kannst auch festlegen, dass jedesmal abspielen das Radio nen Euro kostet, das ist dein gutes Recht.
Wenn sich jemand daran nicht hält und du das mitkriegst, kannst du deine Rechte wahren und z.B. gerichtlich dagegen angehen.
Die Creative-Commons-Lizenzen sind "vorgefertigte" Lizenzen, die deinen Hörern klar und deutlich mitteilen, was mit deinen Songs passieren darf und was nicht. Die CC vertritt dich allerdings nicht vor Gericht oder so: Du hast lediglich schriftlich deinem Kunden klargemacht, woran er nun ist. Im Grunde kannst du die CC-Lizenz also als Vordruck betrachten.
Ich habe ja eine gewisse Affinität zu den Niederlanden. Ich finde die Leute da extrem entspannt, ich mag VLA und finde, das "Go Fast" so ziemlich das beste Gesöff der Welt ist. Nicht zuletzt feiern die Holländer mit Defqon und Mysteryland die fettesten Openair-Raves ever.
Die holländische Presse hingegen ist bisher immer völlig an mir vorbei gegangen, bis mir heute ein Freund erzählt hat, was ein niederländischer Reporter eigentlich mit den Oberhoschis der Wespenkoalition angestellt hat. Und seitdem liebe ich Holland noch viel mehr.
Was war geschehen?
Merkel und ihre Spießgesellen saßen da und spielten so'n bißchen die siegessicheren Politbonzen. Alles war wie immer, die Pressefragen waren zwar hart aber doch sehr herzlich. Merkel erzählte fröhlich, das Schäuble nun also nicht mehr die innere Sicherheit gefährdet sondern nun der Oberschatzfinanzmeister von Good Ol' Germany ist. Rosa Blümchen wuchsen, der Himmel strahlte blauer als je zuvor und die Vögel sangen gar ihr friedliches Liedlein.
Doch dann verdunkelte sich der Himmel: Ein Reporter namens Rob Savelberg fragte eine einfache Frage.
Savelberg wollte wissen, wie vertrauenswürdig Schäuble ist, hat er doch immerhin 100.000 Mark einfach so verlegt. Schäuble erhielt vor ungefähr 10 Jahren eine "Spende" vom Waffenhändler Kalle Schreiber. Schäuble hat nie offengelegt, wo die Kohle hin ist. Er ist vom Parteivorsitz zurückgetreten, mittlerweile aber ja wieder ein Spitzenpolitiker.
Also: Kurz gesagt - Ein Politiker, der offensichtlich an selektiver Demenz leidet, wenn es um Geld geht, soll nun also Finanzminister werden. Wie vertrauenswürdig ist so einer?
Merkel schweigt, Westerwelle guckt geschockt und die Reporter lachen. Endlich eine Reaktion auf dem Gesicht unserer Bundesangie: "Schäuble genießt mein absolutes Vertrauen"...
Savelberg lässt nicht locker, er fragt nochmal: "Wie soll einer, der 100.000 Mark in seiner Schreibtischschublade verlegt auf die Finanzen eines ganzen Staates achten können?" - Angie schaut hilfesuchend umher: Westerwelle souffliert: "Es ist alles gesagt" - Vermutlich hat Guido das aber auch auf Englisch souffliert: "It is everything being said".
Savelberg fragt noch einmal und man sieht, wie Merkel am liebsten schreien möchte: "Halt die Fresse, du dämlicher Kääskopp. Unsere Reporter hier haben das ja auch vergessen und du blöder Oranje-Heini kommst hier mit so ollen Kamellen an. Geh zurück in deinen Wohnwagen und zieh dir nen Joint rein!"
Man kann auf jedenfall 3 Dinge festhalten:
Es ist wirklich oberpeinlich, dass erst ein Reporter aus dem Ausland kommen muss, um den absoluten Mißstand anzuklagen, dass die CDU noch immer nicht alles zur Spendengeldaffäre gesagt hat. Es ist ausserdem superpeinlich, dass bei den Anführern unseres schönen Landes eine fiese Vetternwirtschaft mit immer denselben hochrangigen Politikern durchgeführt wird. Vetternwirtschaft...