Die Diskothek ist nun 50 Jahre alt. Dazu erstmal herzlichen Glückwunsch.
Wer nun meint Diskotheken seien eine Erfindung der USA oder der Briten, die ja sonst alles erfunden haben, irrt sich gewaltig. Die erste Diskothek gab es in Europa aufm Festland. In einem Land, dass weltweit eher als Biernation oder Oktoberfest-Land bekannt ist: Deutschland.
Die erste Diskothek gab es aber nicht in München, nicht in Hamburg, nicht in Berlin und schon gar nicht in Bremen. Die erste Diskothek war der Scotch Club in Aachen. Dieser Laden war vorher ein mässig laufendes Restaurant und der Betreiber hatte die Idee aus dem Laden ein Tanzlokal zu machen. Tanzlokale gab es natürlich schon, allerdings waren da immer Tanzkapellen. Das Konzept war nun aber so einfach wie genial: Die Leute hörten damals ihre Hitparade im Radio, warum sollte man den Musikbegeisterten also nicht genau DIESE Songs und vielleicht sogar die Maxi-Versionen oder B-Seiten nicht direkt in voller Lautstärke vorspielen? Nebenbei wird ein wenig moderiert, weil das im Radio dank Leuten wie Chris Howland auch immer gut ankam.
Relativ gelangweilt wurden Platten heruntergespielt, da irgendwie nicht wirklich klar war wie Musik ohne Band überhaupt vernünftig präsentiert werden soll. Klaus Quirini, damals 19 Jahre alt, fand das total öde und machte seinem Unmut auch deutlich Luft. Er sagte, dass er das wesentlich besser kann und musste das dann auch prompt unter Beweis stellen. Witzige Moderationen und teilweise sogar kleine Spiele sorgten dafür, dass die Leute aus der Reserve gelockt wurden und nun die Hüften schwingen mussten. Quirini hat damals bestimmt nicht geahnt, dass er damit ein völlig neues Berufsbild erschaffen hat. Den DJ. Auch der Begriff Diskothek war vorher lediglich als "Plattensammlung" bekannt, von Tanzlokal oder gar Erlebnistempel war überhaupt nie nicht die Rede.
Laut djlist.com gibt es mittlerweile weltweit 218804 DJs. Ich denke mal, diese Zahl kann man getrost mindestens verdoppeln, da viele DJs da gar nicht eingetragen sind. Ich selbst stehe zwar drin, bin aber eher unter den letzten paar hundert. Eine einzige kommerzielle Singleveröffentlichung reicht da wohl nicht aus ;)
DJs sind heutzutage in Verbänden organisiert, es gibt den DJ-Führerschein, der insofern wichtig ist, damit man seinem Publikum nicht das Hirn wegschmort. Auf Events wie der Defqon oder der Loveparade treten DJs als Künstler auf und DJs wie ATB oder Tïesto sind absolute Weltstars und treten absolut überall auf.
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