Corona nervt nur noch – Unvernunft hin oder her

2021 ist jetzt auch schon wieder 3 Monate alt und seit fast einem Jahr ist Corona in der Bevölkerung ein Thema. Seit fast einem Jahr sind viele Menschen, inklusive mir, im Homeoffice und ziehen da exklusiv ihr Ding durch. Seit einem Jahr haben Diskotheken und Kneipen geschlossen und seit einem Jahr wird davon geredet, dass wir möglichst schnell Gegenmittel und/oder auch Impfstoffe finden sollten.

Passiert ist herzlich wenig. Die Bemühungen von Angela Merkel, die Leute möglichst knallhart zuhause zu lassen, werden durch die Ministerpräsidenten ausgehebelt. Umgekehrt sehe ich das tatsächlich gar nicht so kritisch, denn so sehr ich einem theoretischen ZeroCovid-Lockdown zustimmen möchte, so sehr sind wir mittlerweile davon weg, das wirklich durchziehen zu können. Neuseeland hat von Anfang an eine sehr strikte Politik darin gefahren, aber Deutschland hat hier einfach zu lange gezögert. Einen ZeroCovid wird man hier nicht mehr durchziehen können. Die Leute werden ausrasten.

Deutschland hat die Krise trotzdem noch relativ gut gemeistert, versagt aktuell aber bei den Mutationen. Außerdem scheint es der Regierung immer egaler zu werden, was hier eigentlich passiert. Immerhin sind die Schulen wieder fast auf Normalbetrieb, was für das Sozialverhalten der Kids zwar super ist, gleichzeitig aber LongCovid begünstigt. Nicht zu vergessen: Die Kinder spielen auch wieder ausserhalb der Schule und eben auch außerhalb ihrer zugeteilten Gruppen miteinander.

Das ist unvernünftig, aber wir haben unseren Kindern so viel Freiraum und soziale Kontakte genommen. Das geht so nicht weiter, in diesem Fall geht's wirklich darum, dass Kinder für eine gesunde Entwicklung andere Kinder brauchen. Die Argumentationen, dass Schule so extrem wichtig sei, lass' ich aber nicht gelten. Das Lernen an und für sich, hat hier super funktioniert.

Was bleibt denn noch?

In der NWZ kommentiert Haselier:

Ehrlich gesagt, es nervt langsam. Die Streiter um mehr Freiheit sollten bei Wissenschaft und Forschung nachfragen. Einhellig und fast schon flehentlich haben die Virologen und Mediziner gefordert, die nicht nachvollziehbare Inzidenzgrenze von 50 deutlich nach unten zu korrigieren. Die meisten von ihnen halten auch die jetzt gültige Sieben-Tage-Inzidenz von 35 für immer noch viel zu hoch, um bei dieser Grenze Erleichterungen zuzulassen. „Dieses Larifari des Hier ein bisschen Homeoffice, dort ein improvisiertes Hygienekonzept, das muss aufhören“, schimpfte vor ein paar Wochen die sonst eher bedächtige Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Institut in Braunschweig.

Und ja, natürlich stimmt das. Und ja, natürlich spricht die Wissenschaft eine eindeutige Sprache. Jede Lockerung ist unvernünftig und gefährdet alle. Dennoch gibt es eine unsichtbare Gefahr, die offensichtlich keiner sieht: Den Menschen geht es einfach nicht mehr gut. Die Leute zwingen sich zur Arbeit, gehen Einkäufe erledigen, gucken Netflix, gehen schlafen, gehen dann wieder zur Arbeit (auch im Homeoffice) und diese Spirale zieht sich endlos lange, zumindest aber seit mehreren, endlosen Monaten immer weiter zu.

Diese Pandemie fordert unglaublich viele Tote, doch unabhängig davon, verblödet die Pandemie uns alle. Weil wir keinen Austausch mit anderen Menschen mehr haben. Corona nimmt uns unsere sozialen, wichtigen Kontakte. Corona macht uns alle zu Dienstleistern, die zuhause ihre Arbeit erledigen und nichts anderes mehr tun, außer sich davon zu erholen.

Es wird auch immer wieder von den Intensivbetten gesprochen und nein: Da will ich auch nicht rein.

Der Schutz der Alten muss viel höher priorisiert sein und es muss hier endlich mal was passieren.

Infografik: 89% der Corona-Toten waren im Alter 70+ | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Ganz ehrlich: Natürlich kann ich gerade die Jüngeren gut verstehen. Die Sterblichkeitsquote ist bei Leuten unter 40 nahezu bei Null und selbst, wenn man über 40 ist, sieht's doch eigentlich gar nicht so schlimm ist. Es ist natürlich unglaublich wichtig, die Alten zu schützen aber dafür müsste man die Alten tatsächlich auch ernstnehmen.

Ich lese immer wieder von aufgehobenen und verschobenen Impfterminen für alte Menschen. Ich verstehe das nicht. Wenn ich diese Statistiken richtig deute, ist es superwichtig, die Alten zu schützen. Bei den jüngeren Menschen kann Corona doch offenbar gar nicht so viel anrichten?

Fazit

Natürlich muss jeder geschützt werden. Letztendlich müssen wir uns aber nichts vormachen: So lahmarschig, wie das mit den Impfungen gerade abläuft, können wir auch abwarten, bis tatsächlich Mutationen kommen, gegen die gar nichts mehr hilft. Ich finde das alles ziemlich bescheuert und eigentlich will ich viel lieber wieder meine Freunde herzen dürfen.

Dass das natürlich utopisch ist, weiß ich auch.

Photo by Walling on Unsplash


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Tags: corona politik impfung
Kategorie: Politik