Homeoffice - Traum oder Albtraum

Eine Woche Homeoffice. Ich habe das durchaus ja mal einen Tag gemacht oder auch schon 2 Tage in der Woche. Meistens habe ich hier allerdings eher administrative Dinge gemacht. Also quasi den Tag über größere Softwaredeployments vorbereitet, damit ich diese abends ins Firmennetzwerk einspielen konnte. Oder halt Serverwartungsarbeiten. Nichts, was mit dem normalen Tagesgeschäft vergleichbar wäre. In diesen Zeiten hat sich allerdings nicht nur mein Arbeitsplatz, sondern auch der Arbeitsplatz vieler anderer Menschen massiv verändert.

Geht es nur mir so oder habt ihr als Home-Office-Neueinsteiger auch das Gefühl, viel stärker kontrolliert zu werden? Ich denke jedesmal, dass ich viel mehr machen müsste. Immerhin bin ich ja zuhause und habe meine Ruhe und so’n Quatsch.

Ich als Programmierer kann theoretisch eh überall arbeiten. Lustigerweise kann ich hier zuhause auch besser coden, weil ich dank Jetbrains stolzer Besitzer einer PHPStorm-Lizenz bin. Das Tool habe ich im Office ja nicht, aber dort werden wir das vermutlich auch beizeiten anschaffen.

Meine Homeoffice-Routine

Ich habe immer gesagt, dass ich, falls ich mal Homeoffice machen würde, ordentlich zur Arbeit gehe. Ich ziehe mich genau so an, als würde ich unter Menschen gehen. Ich fange pünktlich an, ich lasse mich möglichst nicht ablenken. Auch wenn ich könnte, bleibt Netflix, Disney+ und auch Prime aus. Ich gucke kein Youtube und auf Spotify läuft meine Concentration-Playlist. Ich trage meine Kopfhörer, die per Bluetooth mit meinem Handy verbunden sind. Meine Bürorufnummer ist auf mein Smartphone umgeleitet. Sobald also einer hier anruft, geht die Mucke aus und ich kann telefonieren. Ich bin also auf Arbeit, wenn ich im Homeoffice bin.

Workplace

Meine Arbeit mache ich über ein VPN von Sophos. Hab Zugriff per Samba auf meine “eigenen Dateien” aus dem Office. Die GIT-Repos sind auch auch einer Netzwerkfreigabe. In der Firma entwickle ich mit einer Xampp-Umgebung, weil’s zu dem Zeitpunkt einfacher war. Hier im Homeoffice verwende ich allerdings Homestead. Aktuell läuft auf meinem PC auch kein Linux, weil ich im Moment lieber zocken würde. Meine Grafikkarte kann leider kein Vulkan, daher fällt Proton im Moment für mich aus.

Homestead zur Entwicklung, Kopfhörer für den Tunnel. IDE ist PHPStorm und dann gibt’s natürlich noch die Kommunikation mit den Kollegen, die wir über diverse Channels lösen. Die klassische Email wird genutzt, ich bin mit unserem Exchange-Server verbunden und benutze dafür em Client. Da sind meine Termine drin und die üblichen Mails. Kurze Themen werden über Microsoft Teams gechattet. Voice und Videotelephone funktioniert auch super, wobei ich dank meiner Affinität zu Podcasts vermutlich auch eines der besseren Mikrophone hier stehen habe.

Kinder? Kinder!

Meine Frau arbeitet für die Regierung. Das heisst, sie muss in die Behörde. Die Kinder sind hier. Meine Kinder haben morgens ab 07:45 Uhr Schule und ich habe den Wecker auf meinem Handy analog der Schulzeiten eingestellt. Die Kids müssen Arbeitsbücher durcharbeiten und wir alle sitzen mit Kopfhörern da. Das klappt relativ gut, allerdings habe ich seitdem größten Respekt vor Lehrkräften. Es ist nicht so einfach, Kids zum Arbeiten zu bewegen. Die Kinder machen sogar Sportunterricht, wenn es sein muss. Seilspringen oder Crunches im Garten.

Fazit

Homeoffice ist nicht leichter, als der Kram, den man in der Firma macht. Ich setze mich selbst ziemlich unter Druck und versuche, ein hohes Niveau zu halten. Das ist nicht einfach und tatsächlich habe ich immer das Gefühl, nicht genug zu tun. Aber es ist machbar, wenn man sich an gewisse Standards hält. Natürlich könnte ich hier auch rumpimmeln, aber das hilft ja niemandem.

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Tags: work homeoffice
Kategorie: Arbeit