Kann Linux dein Windows komplett ersetzen

Kann Linux dein Windows komplett ersetzen

Immer wieder taucht die Frage auf, ob Linux ein Windows ersetzen könnte und immer wieder sind begeisterte Linuxenthusiasten vorne mit dabei, wenn es darum geht, das zu bestätigen. Die Argumente für die Hardcore-Linuxfans sind immer die selben: Linux hat mittlerweile eine gute GUI, Linux ist viel stabiler als Windows und Linux kann alles, was dein doofes Windows auch kann. Der Linux-Fanboy in mir möchte dies alles bestätigen, doch ich werde in diesem Post versuchen, möglichst objektiv zu sein und leider werde ich ein paar Legenden entzaubern müssen.

Linux ist ein geniales Desktop-System

Auf dem Desktop ist Linux ein wunderbares Betriebssystem. Ich bin Fan des Gnome-Desktops, manch anderer schwört auf KDE und wieder andere finden XFCE als Desktop-Oberfläche großartig. Linuxdistributionen erlauben uns, unseren Desktop frei zu wählen und wir können unsere Oberflächen so umbauen, wie wir möchten. Wir haben wahnsinnig viele Freiheiten, wir haben viele Top-Anwendungen und wir haben als Linuxbenutzer eine grundsolide Basis. Ein Linux-Rechner ist stabil, schnell und vergleichsweise sicher.

Linux auf dem Desktop hat eine Menge Vorteile: Es gibt ein paar hervorragende Office-Lösungen. Es gibt professionelle Bildbearbeitungsprogramme und tatsächlich ist Blender seit Version 2.8 (noch beta, aber egal) vermutlich das beste Multimediawerkzeug aller Zeiten. Doch reicht das?

Gamer können dank Steam, Vulkan und Wine viele Windows-Spiele spielen, darunter auch High-End-Games wie GTA5. Studios wie Feral Games sind drauf spezialisiert, extrem gute Portierungen von Windows-Spielen auf den Linux-Rechner zu zaubern. Viele Publisher geben eh direkt Linuxversionen der Games raus. So geschehen bei Team Fortress, DOTA, No more Room in Hell oder auch Day of the Tentacle. Man kann super unter Linux spielen.

Wenn das alles so toll ist, woran hakt es dann? ist eine berechtigte Frage, die ich gerne beantworte. Die offenen Desktops und die Techniken, die hinter den grafischen Oberflächen stecken, sind ein Problem. Tools wie Firefox oder Chrome sehen unter Gnome besser aus, als unter KDE. KDE-Programme werden anders genutzt, als Gnome-basierte Lösungen. Die Einheitlichkeit fehlt ein bisschen.

Es liegt auch viel an den Benutzern: Wenn man z.B. Iphone und Android vergleicht, kann ein Apple-Jünger damit leben, dass bestimmte Dinge unter Android anders gelöst werden, als unter iOS. Mac-Computerbesitzer arbeiten mit ihrem System auch anders, als Windows-User. Wenn man aber denselben PC mit Linux ausstattet, muss dieselbe Hardware auf einmal anders genutzt werden, als vorher.

Fazit: Ich bin sicher, dass nach einer kurzen Einarbeitungsphase jeder Mensch mit einem Linuxrechner umgehen kann, völlig unabhängig vom eigenen Kenntnisstand. Ich glaube sogar, wenn man nicht durch Windows vorbelastet ist, sind die Hürden zur Nutzung eines Linux-PCs wesentlich geringer, vorausgesetzt der PC ist ordentlich installiert.

Aber: Windows wird leider gerade von kleineren Softwarehäusern besser unterstützt und es sieht eben auch nicht so aus, als ob Adobe mit der Creative Cloud irgendwann auf Linux gehen wird. Spezialprogramme wird es weiterhin in der Regel schneller für Mac oder Windows-PC geben.

Tags: linux windows desktop

Kategorie: Linux
Datum: 17.06.2019 Autor: Marcel Schindler

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