Warum der Klimawandel der Schluessel zum Weltfrieden sein muss

Warum der Klimawandel der Schluessel zum Weltfrieden sein muss

In Sciencefiction-Filmen wie Independence Day oder 2012 steht die Menschheit einer großen Bedrohung gegenüber und löst diese Bedrohung, indem sie als gesamte Menschheit zusammenhält. Alle Menschen, gleich welcher Nationalität, welcher Religion, welcher „Rasse“ müssen zusammenhalten, denn wir alle werden von etwas bedroht, das viel mächtiger ist, als doofe CGI-Aliens. Der Klimawandel betrifft uns alle und ist der Feind.

Das Kernproblem beim Klimawandel ist, dass es kein greifbarer Feind ist. Es ist kein Xenomorph aus „Alien“ und es ist auch nicht so, dass irgendwo urplötzlich ein Weltuntergangsszenario ausbricht. Der Prozess ist über die letzten 150 Jahre stetig angewachsen und hat mittlerweile fast exponentielle Züge erreicht. Wir merken das nur nicht, weil wir in unserer Region ja eher endlich mal schönes Wetter haben und es ja fast genießen, „wann wird es wieder richtig Sommer“ als schmissigen Oldie zu hören.

Doch der Klimawandel ist mittlerweile eine ausgewachsene Katastrophe. Der Wasserdruck wird von den Kommunen verringert, damit wir weniger Wasser verbrauchen. Die Hummeln und Bienen kratzen zu Tausenden ab. Wenn du heute mit dem Auto über eine Autobahn fährst, sieht der Wagen nicht mehr aus, wie ein Insektengrab. Es gibt Dürreperioden und Regierungen machen Geld für Landwirte locker, damit diese überhaupt noch Nahrung anbauen können. Brache-Flächen dürfen bewirtschaftet werden, was die ganze Geschichte tatsächlich noch mehr beschleunigt. Das sind schon keine Warnsignale mehr. Wir sind quasi direkt in der Schlacht gegen E.T. und befinden uns im Schützengraben, brackwassersaufend und ohne Chance auf Nachschub.

Kritiker der Klimapolitik, von E-Autos und von Dieselmotoren werfen immer wieder das Argument ein, dass ja nur Deutschland was tut. Unsere Diesel fahren in Afrika weiter. E-Autos produzieren Kinderarbeit. Diese ganzen, üblichen Argumente werden vorgeschoben. Das ist so dämlich wie: „Mein Bruder hat ein Eis gehabt, jetzt will ich auch eines!“ - auch wenn man dafür ja vorher schon Gummibärchen gehabt hat. Wir dürfen nicht auf Länderebene denken. Wir müssen aufhören, so zu tun, als würden unsere Bemühungen nichts bringen. Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass wir alle auf diesem Planeten mitmachen. Äthiopien hat ein Baumpflanzprogramm ins Leben gerufen. Auch Indien macht jetzt was. Doch Deutschland querfinanziert die Abholzung für Braunkohleabbau. Gleichzeitig wird jede Menge Soja in Brasilien angepflanzt, damit wir billiges Fleisch haben. Das man für diesen Sojaanbau nochmal wieder Bäume wegholzt, wird zur Kenntnis genommen. In „Dorfgruppen“ bei Facebook wird ernsthaft darüber diskutiert, dass es ja albern wäre, Blumenwiesen auf Bushaltestellen zu pflanzen, weil „ja keiner dafür verantwortlich sein will, diese Blumenwiesen zu gießen“ und so weiter und so fort.

Unser größter Gegner sind wir selbst. Wir sind nicht in der Lage, das große ganze zu erfassen. Wir führen Kriege um „fruchtbare“ Landstriche. Von diesen Landstrichen gibt es immer weniger und weniger. Wir kippen Mikroplastik ins Meer und zerstören damit nicht nur den Lebensraum von irgendwelchen Fischen, sondern durch die Veränderung der Ströme wird der ganze Kühlprozess der Welt komplett durcheinander gebracht.

Wir sind über sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Sieben Milliarden Lebewesen mit einem Gehirn, einem Überlebenswillen und oft sogar guten Ideen. Wenn nur jeder 10. von uns die Vorurteile gegenüber der Nachbarn ignorieren würde und gemeinsam miteinander forscht, Bäume pflanzt und sich wirklich mal anstrengt, können wir wirklich etwas erreichen.

Du musst sagen: „ich habe ein paar Pflanzensamen in die Natur geschmissen und ich mache das jetzt jede Woche“ und das auch tun. Du musst nicht akzeptieren, dass das nichts bringt: Bevor die die Pflanzensamen in die Natur geschmissen hast, hat es keiner gemacht. Die Erde funktioniert doch so. Du musst nur immer wieder das richtige tun, die Masse wird das schon regeln, aber wir müssen jetzt damit anfangen. Gemeinsam.

Menschen sind Meister darin, alles schlecht zu reden. „Das bringt doch nichts“ wird häufiger gesagt, als „ich liebe dich“ und das ist doch eigentlich ziemlich traurig, oder etwa nicht? Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass irgend jemand etwas für uns tut. Wir müssen selbst handeln. Wir müssen auf Dinge verzichten, die moralisch verwerflich sind: Fleischkonsum ist ja in Ordnung, aber müssen die Viecher so leiden?

Ist es wirklich notwendig, so verdammt viel Fleisch zu produzieren, dass man 20 Millionen Schweine pro Jahr einfach so in die Tonne kloppt? (und das nur in Deutschland) Von 3 gefütterten, aufgezogenen Schweinen, wird eines tatsächlich gefüttert und dann getötet, nur um weder irgendwen zu sättigen, noch sonst irgendwie einen Zweck gehabt zu haben. Wir reden von 59 Millionen Schweinen im Jahr. Deutschland hat 80 Millionen Einwohner. Von denen essen viele nicht mal Schweinefleisch. Ist das logisch zu erklären? Wir sind alle so stolz auf unsere Industrierevolutionen und „just-in-time“-Lieferungen. Warum muss so ein Tier auf Vorrat getötet werden? Da würde man nicht mal seine Komfortzone verlassen. Fleisch würde nicht mal teurer werden, weil ja jeder wirklich nachrechnen kann, dass man die Produktion runterschrauben könnte.

Ich kann keine Lösungen anbieten, ich kann nur sagen, dass wir alle zusammen was erreichen müssen. Die Uhr tickt und ich glaube nicht, dass ich mit 45 (in 4 Jahren) in einer Mad-Max-Wüste herumlaufen möchte.

Image by David Mark from Pixabay

Tags: klima politik menschheit

Kategorie: Politik
Datum: 02.08.2019 Autor: Marcel Schindler

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