Welches Linux ist das richtige Linux

Welches Linux ist das richtige Linux

Es gibt MacOS oder Windows und in der Regel kannst du das System dann nutzen und das wäre es auch gewesen. Klar wird bei Windows noch zwischen Home, Professional oder Server unterschieden, aber Windows bleibt Windows und MacOS ist MacOS. Bei Linux hingegen gibt’s hunderte verschiedene Distributionen und jede dieser Distributionen ist auch noch maximal anpassbar. Gerade wenn man mit Linux anfangen will, kann einem diese Tatsache die Stimmung echt vermiesen, allerdings muss man das auch relativieren, denn irgendwo bauen alle Linux-Distributionen ihrerseits auf einer dieser fünf wirklich großen Distributionen auf:

  • Debian
  • Gentoo
  • Novell SuSe
  • Red Hat
  • Slackware

„Drauf aufbauen“ bedeutet, dass zum Beispiel Ubuntu sich bei Debian bedient hat und viele Dinge, die bei Debian funktionieren, auch bei Ubuntu greifen. Von Ubuntu aus ist es dann auch nicht weit zu Linux Mint. Bei Red Hat denken Linuxer oft automatisch an CentOS oder Fedora. Es gibt Grafiken, die detailliert aufschlüsseln, welche Distribution auf welcher Distribution basieren und wie weit verzweigt das alles ist.

Was ist eine Distribution

„Linux“ ist der Kernel. Linux ist also das reine, ursprüngliche Betriebssystem ohne Zusatzprogramme. Linux selbst steuert die Hardware des Computers. Die Distribution ist das „Linux“ plus Anwendungsprogramme. Als Anwendungsprogramme ist schon direkt zum Beispiel die Shell zu betrachten.

Wie finde ich „meine“ Distribution

Ich bin kein Fan davon, bestimmte Linuxe auf bestimmte Benutzergruppen zuzuordnen. Ubuntu oder Mint haben in den vergangenen Jahren im Bereich „Usability“ viel getan. Das Resultat ist, dass sich mittlerweile jede Linux-Distribution mehr oder weniger einfach installieren lässt. Natürlich gibt es Distributionen wie Arch oder Gentoo, deren Installation weit von „Stick rein - booten - loslegen“ entfernt sind. Diese Distributionen richten sich allerdings auch an Menschen, die genau wissen wollen, wie so ein Betriebssystem funktioniert. Außerdem ist der typische Gentoo- oder Arch-User kein PC-Anfänger.

Jede Distribution hat ihre Zielgruppe

Arch, Slackware oder Gentoo richten sich nicht speziell an den normalen Endbenutzer, denn die Hürden für die Installation sind relativ hoch. Wenn man sich darauf einlassen möchte, lernt man allerdings wahnsinnig viel über das eigene Betriebssystem, Partitionieren und GRUB-Loader sind dabei noch die kleinsten „Neuigkeiten“, die man dort lernt.

Ubuntu und insbesondere Mint versuchen mit Zugänglichkeit, Einfachheit und Windows-Vergleichbarkeit die Benutzer herüber zu holen. Letztendlich gilt aber der Grundsatz: Linux ist kein Windows und Windows ist kein Linux

Welche Distribution ist nun die richtige Distribution für mich?

Distrochooser

Distrochooser

Mit dem Distrochooser kannst du eine Vorauswahl treffen. Das Tool hat diverse Linux-Distributionen im Fundus und aufgrund deiner Antworten zu Fragen wird dir die passende Linux-Distribution vorgeschlagen.

Librehunt

Falls Du den Chooser nicht benutzen möchtest, kann dir auch Librehunt weiterhelfen. Neben den Vorteilen, die Linux gegenüber Mac oder Windows bietet, enthält diese Seite auch ein „Quiz“, um dir bei der Auswahl deiner Distribution behilflich zu sein.

LibreHunt

Vorschläge meinerseits

Probiere es aus!

Ich will dir keine Distribution aufzwingen. Wenn du Linux wirklich benutzen willst und am Anfang keine Ahnung von dem Betriebssystem hast, ist eine einsteigerfreundliche Distribution wie Ubuntu am Besten für dich. Normalerweise kannst du das ISO auf einen Stick toasten und vom Stick booten. Du musst Linux nicht einmal installieren, um es zu nutzen. Falls du Linux ernsthaft eine Chance geben willst, kannst du Linux paralell zu deinem vorhandenen Betriebssystem benutzen. Dafür erstellst du einfach eine Partition und installierst Linux auf dieser neuen Partition.

Ich selbst würde mich als fortgeschrittener Linuxer bezeichnen. Ich habe mit Ubuntu angefangen, bin dann zu Debian gewechselt, dann zu Arch, dann zu Manjaro und jetzt wieder zu Ubuntu. Meine Gründe für Ubuntu sind:

  • Installieren, es läuft ohne große weitere Konfiguration
  • Große Unterstützung seitens Drittanbieter
  • Relativ aktuelle Software
  • Große Community

Ich bin Softwareentwickler und Blogger. Natürlich habe ich Spaß daran, mein Linux durchzuoptimieren oder neue Tools auszuprobieren. Allerdings muss der PC in erster Linie einfach nur seinen Job machen und dafür ist Ubuntu nahezu perfekt. Außerdem liebe ich den Gnome-Desktop einfach.

Viele Leute installieren sich „Kali“, weil sie sich wie die großen Hacker aufspielen wollen. Kali richtet sich aber nicht an Anfänger und letztendlich sind Linux-Neulinge mit dieser Distribution völlig überfordert. Nur mal so als Tipp: man kann die krassen Hackertoolz auch unter dem viel einfacheren Ubuntu installieren ;)

Fazit

Es gibt nicht die perfekte Distribution, aber es gibt immer die Distribution, die ihren Job für deine Anforderungen richtig macht. Ich würde immer empfehlen, einen Chooser zu nutzen und Linux entweder vom Stick zu starten oder aber in einer VM zu benutzen. Sowohl Virtual Box als auch VM-Player kannst du für deine Linux-Tests benutzen.


Tags: manjaro arch debian ubuntu

Kategorie: Linux
Autor: Marcel Schindler
Datum: 09.01.2020

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