Wie lerne ich Keyboard spielen

Wie lerne ich Keyboard spielen

Im Tonstudio kommt man an einem Masterkeyboard nur bedingt vorbei. Natürlich kann man unter Renoise zum Beispiel die Computertastatur verwenden. Oder in Reaper kannst du das virtuelle Midi-Keyboard starten:

Wie du deutlich sehen kannst, gibt's die Möglichkeit, die Noten über die Tastatur zu spielen. Man kann in der DAW aber auch die Noten in einem Fenster, das **Pianoroll** genannt wird, reinmalen. Aber wir müssen uns nichts vormachen: Selbst spielen ist einfach geiler.

Das richtige Keyboard

Klaviere haben in der Regel 88 Tasten. Keyboards gibt es mit 25, 48, 66 oder anderen Tastenanzahlen. Die Noten auf dem Keyboard entsprechen denen von einem Klavier. Relevant für dich sind jeweils die eine Taste vor den 2 schwarzen Tasten. Diese Taste nennt man das 'C'. Die Tonleiter besteht in diesem Fall aus 12 Tönen. C, D, E, F, G, H, A, Cis, Dis, Fis, Gis, b

Der Fingersatz

Wie immer, wenn man ein neues Talent erlernen will, hat man das Problem, dass die Ausführung an sich total wichtig ist. Im Fitnessstudio bringen die meisten Crunches oder Liegestütze gar nichts, wenn man eine schlechte Ausführung hat. Beim Klavier- oder Keyboardspielen ist das nichts anderes. Die Ausführung ist das A und O. Eine schlechte Ausführung sorgt dafür, dass dein Spiel irgendwann nicht so richtig gut ist. Es ist auch richtig, sich vernünftig hinzusetzen.

Linke Hand

Der kleine Finger der Linken hat liegt auf dem G, die restlichen Finger liegen auf den weißen Tasten rechts vom G. Der Daumen liegt auf dem C. Das C erkennst du daran, dass es sich links neben der schwarzen Taste befindet, von denen hier 2 Stück nebeneinander liegen.

Rechte Hand

Hier liegt der Daumen auf dem nächsten C und die restlichen Finger rechts davon. So sind quasi auch hier die Tasten C, D, E, F, G belegt. Der Daumen ist immer auf der 1, egal welche Hand das ist. An sich also relativ einfach.

Bruder Jakob mit diesem Fingersatz

Links
kleiner Finger Ringfinger Mittelfinger Zeigefinger Daumen
5 4 3 2 1
Rechts
Daumen Zeigefinger Ringfinger Mittelfinger kleiner Finger
1 2 3 4 5

Wenn du nun also auf der rechten Hand dieses hier spielst:

1,2,3,1,1,2,3,1,3,4,5,pause,3,4,5,pause,

dann hast du im Grunde schon die ersten paar Noten von Bruder Jakob gespielt. Bereiche, bei denen du die 5 belegten Tasten verlässt, erreichst du immer mit dem kürzesten, faulsten Weg. Das A, bei "hörst du nicht die Glocken" müsstest du mit einem 6. Finger spielen, dafür gehst du einfach einen Schritt weiter nach Rechts und spielst dann das A. Bei Ding, Ding, Dong würdest du das C mit dem Daumen der Rechten spielen, das G aber mit dem Ringfinger der linken Hand.

Übung macht den Meister. Leider.

Im Grunde hast du damit alles, was du theoretisch zum Klavierspielen benötigst. Der Fingersatz ist der Einstieg und je sicherer du mit dem Fingersatz bist, desto schneller kannst du spielen. Du musst lernen, sowohl mit der linken, als auch mit der rechten Hand ohne nachzudenken, spielen zu können. Sobald du zum Beispiel "Bruder Jakob" flüssig in jedem Tempo sowohl mit links, als auch mit rechts spielen kannst, kommt die Herausforderung, mit links was ganz anderes zu spielen, als mit rechts. Der Song eignet sich auch schon deshalb zum Üben, weil du als Kanon quasi direkt ausprobieren kannst, ob und wie das "eine andere Melodie mit links als mit rechts zu spielen" funktioniert.

Ich kann den Fingersatz, was jetzt?

Du kannst dir zum Beispiel Simply Piano (Apple, Android) installieren. Die Demo läuft erstmal ein paar Tage so kostenlos und im Vergleich zum Klavierlehrer ist die App ein Schnäppchen. Je nachdem, wie ernst du deine Versuche nimmst, solltest du über einen Kauf der Software nachdenken. Diese Apps spielen dir Notenfolgen vor, zeigen dir diese Noten auch auf dem Display und vergleichen das, was du gespielt hast mit dem, wie es klingen sollte.

Benötigt man das im Studio?

Ehrlich gesagt, braucht man das in dem Maße tatsächlich gar nicht im Studio, aber ein Anfang muss gemacht werden. Und tatsächlich ist es einfach besser, wenn man seine einprogrammierte Drumspur mit ein wenig Improvisation begleiten kann. Das hilft bei der Ideenfindung. Wenn du Mitmusikern deinen Song vorspielen willst, ist dies auch eine nette Idee, weil das Klavier vielleicht besser klingt. als deine "dada, dadada"-Improvisation.


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Tags: keyboard
Kategorie: Musikproduktion
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