Wut Wut und noch mehr Wut

Kommentare sind doof

Soziale Netzwerke, das gesamte Influencer-Zeugs und die Kommentarspalten bei Beiträgen mit hoher Reichweite sind Gift und verursachen schlechte Stimmung. Ich habe hier schon mehrfach betont, dass dieser ganze Quatsch im Internet für nichts gut ist, außer für Wut und Hass und globale Verblödung.

Dabei ist es in der Corona-Zeit alles noch viel schlimmer geworden. Ich habe mich ja bereits damit arrangiert, dass unsere Diskussionskultur nur noch aus schwarzweiß besteht. Die Hürden fehlen: Jeder Vollidiot mit Handy ist in der Lage, seine strunzdummen Theorien unter wissenschaftliche Artikel zu kotzen. Verschwörungstheoretiker aller Nationen vereinigen Künstler. Leider stellt sich raus, dass Robbie Williams ein ziemlicher Idiot ist. Ein - ohnehin nicht ganz sauberer Koch - hat sich eine Schar von Jüngern vereint und gerade Berlin als angeblicher kultureller Schmelztiegel stellt sich im Moment als egoistischer Haufen von Idioten heraus. Da werden Raves und Corona-Parties gefeiert und alle denken nur an sich.

Vor ein paar Wochen im REWE rannte ein Typ ohne Maske an der Kasse vorbei und behauptete, dass er keine Maske tragen könnte, ein Attest hätte und die Verantwortung übernehmen könnte. Wenn ER mich also ansteckt, übernimmt ER die Verantwortung? Seine Kontaktdaten hat dieser Idiot mir nicht gegeben und auch im Rewe hat er seine Daten nicht hinterlassen.

Coronakrise und Mallotze

Ich habe auch geschrieben, dass unsere Kultur stirbt und hochgeschätzte Kollegen und Freunde teilen zwielichtige Artikel über Möglichkeiten, Konzerte zu veranstalten. Doch auch hier ist jede Menge halbgares pseudowissenschaftliches Zeug geschrieben. Natürlich geht den Kulturschaffenden der Arsch auf Grundeis. Die Krise ist schlimm und ohne Feiern funktioniert unsere Gesellschaft nicht.

Doch mit Feiern geht's auch nicht. Das sieht man gerade deutlich auf Malle. Da war alles auf, jetzt ist alles wieder zu. Die Betreiber auf Mallorca wollen die spanische Regierung verklagen. Daran fatal ist: In Spanien sind fast 30.000 Leute an Corona gestorben. Neben Italien war Spanien einer der Hotspots und auch hier gab es Triagen. 28000 tote Spanier stehen dämlichen Sauftouristen gegenüber, die sich einfach weigern, die Masken zu tragen.

Wut, Wut und noch mehr Wut

Die Isolation ist für uns nicht gut. Wir brauchen die Nähe zu anderen Menschen. Die Suizid-Rate in Corona fällt, was der Tatsache geschuldet ist, dass man jetzt gar nicht mehr raus muss und noch weniger Antrieb hat. Umgekehrt hat es gerade in der Kunstszene weitreichende Folgen, wenn man kein Publikum mehr hat. Eine ganze Branche steht buchstäblich vor dem Abgrund.

Natürlich tut sich da Wut auf. Wut auf die Regierung, die tatsächlich einen guten Job gemacht hat, weil man nicht mehr öffnen darf. Wut auf die Leute, die sich nicht benehmen können, wobei diese Menschen ja einfach nur Urlaub machen wollen. Freundschaften leiden, weil man sich nicht mehr treffen kann, was echt und wirklich schade ist.

Die Menschen greifen sich verbal gegenseitig an, weil die Maskenkritiker und die Maskenfans sich gegenseitig nicht verstehen können. Das ist einfach schade.

Was können wir tun?

Wir müssen lernen, mit der Pandemie zu leben. Es gibt kleine Erfolge in der Impfstoff-Forschung und es gibt kleine Erfolge in der Corona-Behandlung. Wir werden nie wieder zurück können. Das müssen wir kollektiv akzeptieren. Die Welt vor 2020 gibt es nicht mehr und diese Welt kommt auch nicht zurück. Wir müssen unsere gesamte Lebensart verändern.

Wie soll das funktionieren? Ich weiß es nicht. Ich bin 42 Jahre alt, die Hälfte meines Lebens ist um. Meine Kids wachsen ohne Clubs auf, aber mit diesen unsäglichen Sozialen Netzwerken, die mit Hass vollgekübelt werden. Zumindest dort sollten wir versuchen, uns zivilisiert zu verhalten. Corona geht nicht weg, Corona ist immer da und das müssen wir einfach akzeptieren.

Wie geht ihr mit der Krise um?

Bild von Dino KF Wong auf Pixabay
Tags: corona clubs musik
Kategorie: Politik corona