Warum Blogger noch immer die besseren Influencer sind

Warum Blogger noch immer die besseren Influencer sind

Influencer kriegen immer weniger Klickzahlen, meldet zum Beispiel die Gründerszene. Trotz jeder Menge Hashtags gibt es bei Instagram stagnierende Klickzahlen. Das liegt nicht daran, dass Instagram weniger User hätte als früher. Es liegt vielleicht eher daran, dass es immer mehr User gibt. Außerdem gibt's bei Instagram Planungen darüber, die Likes zukünftig komplett auszublenden. Abgesehen davon, dass Instagram lediglich ein Foto oder ein kurzes Video beinhaltet, möchte ich dir hier zeigen, warum ein Blogger noch immer der bessere Influencer ist.

Instagram, Facebook oder Snapchat haben den Bloggern ziemlich viele "Sponsoren" weggenommen. Hübsche Menschen ließen sich mit netten Gadgets oder in schicken Klamotten an noch schickeren Locations fotografieren und viele Unternehmen waren nur allzusehr bereit, im Hashtag des braungebrannten Supermodels genannt zu werden. Wie sexy ist denn auch bitte eine Blondine, die mit #Sannheiserkopfhörer am #Karibikstrand ihre #Vacation feiert und #instabitch-mässig geil aussieht? Die niedrigsten Instinkte, halt alles aus der Werbung, werden mit solchen Motiven angesprochen. Da die Blondine oder halt auch der geile Sixpack-Typ das selbst und freiwillig macht, hat man billig und schnell den Archetyp einer 80er Jahre Werbeanzeige.

Denn sexy Menschen haben schon immer gut funktioniert, werden in der "normalen" Werbung aber kaum noch so offensichtlich verwendet, weil das Thema sich ausgelutscht hat. Bei Instagram erreichen wir aktuell dasselbe, da dieses soziale Netzwerk pro Sekunde mit hunderten von Bildern mit eben solchen Models oder weniger attraktiven Menschen, aber immer mit dem geile Kopfhörer oder Gadget gepostet werden. Dass so ein Foto letztendlich nur so lange interessant ist, wie es bei den Followern im Stream auftaucht, ist vermutlich einer der Gründe, warum die Klickzahlen einbrechen. Es sind heute viel zu viele Leute, denen man bei Instagram folgen könnte. Die Quote derer, denen man folgt und die zurück folgen, ist auch irgendwie ungleich.

Blogger hingegen haben als Influencer noch immer die harten Fakten auf ihrer Seite: Blogs sind nicht so "endlich" wie Instagram-Posts. Ein Blogeintrag bleibt in der Regel für immer online. Ein Blogeintrag kann jederzeit gelesen werden und zwar ohne eine notwendige Registrierung. Blogs sind unabhängig von Suchmaschinen und werden sowohl von Google, als auch von DuckduckGo, Yandex oder Bing gefunden. Es gibt keine "Kontrolle" darüber, ob ein Blogposts irgendwelchen Communitystandards entspricht.

Nicht zuletzt haben Blogs einen journalistischen Touch. Das besprochene Produkt wird in der Regel auf Herz und Nieren geprüft und dem Blogleser wird verdeutlicht, warum der Blogger selbst dieses Produkt tatsächlich gut oder weniger gut findet. Im Blog kann man jederzeit auf fundierte Fakten verlinken, die die Meinung des Bloggers noch unterstützen, was für eine zusätzliche Seriösität sprechen kann. Blogs sind einfach toller.

Henning Uhle hat sich zu dem Thema auch mal so seine Gedanken gemacht, die ich restlos unterschreibe :)

Bild von Khusen Rustamov auf Pixabay

Geschrieben: 16.07.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

404 an jeder Stelle

404 an jeder Stelle

Argh! WARUM!? Ich denke, dies ist so ziemlich die Reaktion, die Du hast, wenn du meine Seite aufrufst. Wenn du von Google kommst, wunderst Du dich, warum hier absolut alles kaputt ist und überall nur Fehler sind. Überall 404-Seiten.

Tatsache ist: Ich wollte es so. Natürlich wäre es mir ein leichtes gewesen, die alte URL-Struktur (http://trancefish.de/blog/show/category/title) auf das neue Konzept umzumappen. Ich habe es nur nicht getan, weil ich diese Seite als wirklichen Neuanfang sehe und nur noch älteren Content wieder sichtbar schalte, wenn ich selbst ein berechtigtes Interesse daran habe. Ich habe so oft so viele blödsinnige Posts verpasst und so oft den Fokus dieser Seiten verloren, dass ich selbst nicht mehr verstehe, was ich hier eigentlich wollte.

Das neue "Tag"-System erleichtert mir die Arbeit. So kann ich über jede Menge Mist schreiben und das entsprechend in Kategorien und Tags verpacken. Wenn ich also über PHP und Coding schreibe, dann ist das in der Coding-Kategorie oder im Coding-Tag. Wie auch immer. Der Sinn ist, dass ich das hier alles jederzeit überdenke und immer mal wieder überschreibe. Mir geht's auch viel mehr um das Programm, als um das Blog. Das Blog habe ich, weil ich gerne schreibe. Dabei geht es primär um das Schreiben an sich, nicht um die Inhalte.

Also - finde dich mit den 404 ab. Die bleiben erstmal so.

Photo by Markus Spiske on Unsplash

Geschrieben: 03.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Erfolgreich bloggen - nervt mich nicht

Erfolgreich bloggen - nervt mich nicht

Wenn man die üblichen Google-Suchläufe durchführt und nach „bloggen“ oder sogar „erfolgreich bloggen“ sucht, landet man immer wieder auf Blogs von irgendwelchen Motivations-Trainern, die einem irgendwelche Successfull-Blogging-Roadmap-Pläne oder SEO-Strategien um die Ohren hauen wollen. Die esoterischen Blogger schwafeln dir etwas von „die Leser beglücken“ vor und wieder andere Blog erzählen dir, dass man sich selbst komplett aufgeben sollte und nur noch über, beispielsweise, Beautyprodukte schreiben soll.

Ich hasse solche Blogs. Wenn man heute nach „erfolgreich bloggen“ sucht, sollte man Blogs aufgezeigt kriegen, die wirklich erfolgreich sind und ihr Ding durchziehen. Man sollte Blogs aufgelistet bekommen, die eben nicht darüber schreiben, wie man erfolgreich wird, sondern Blogs, bei denen in den Comments auch wirklich die Hölle losgeht. Ist euch mal aufgefallen, dass die ganzen „in-5-Stufen-zum-Superblog“-Blogger nicht einen einzigen Blogkommentar haben? Ich blogge seit fast 20 Jahren und die Anzahl der Comments, die Trancefish.de hat liegt im knapp zweistelligen Bereich. Ich weiß, mein Content ist nicht so scheisse, es wissen im Moment halt nicht so viele Leute oder mein Artikel ist tatsächlich so gut, dass dem Geschriebenen nichts mehr hinzuzufügen ist. Auch so etwas gibt es.

Content is King but you do not have to have your own Content

Jeder will dir erzählen, dass die Inhalte massiv wichtig für den Erfolg eines Blogs sind. Das ist so nicht ganz richtig. Du kannst auch wenig Inhalte haben und trotzdem wahnsinnig erfolgreich sein. Du musst nicht einmal deinen eigenen Content kreieren, sondern du bedienst dich einfach bei allen möglichen Newsquellen und nennst dieses Ding dann „Viralblog“. Es gibt tausende dieser Klickbait-Fallen. 99% aller geteilten Inhalte stammen von Seiten, die nichts eigenes machen, sondern irgendwelche Blogs „plündern“ und darüber eine tolle Headline basteln. Die „abgefahrendsten Tweets zur Marslandung“ aufgeführt in einer Liste wird bei Facebook garantiert häufiger geteilt, als die Tweets selbst. Das heißt jetzt nicht, dass du so eine Klickbait-Falle bauen sollst, um erfolgreich zu werden. Es heißt lediglich, dass dieses Konzept durchaus funktionieren kann. Deinen eigenen Stil kannst du bei so etwas natürlich vergessen.

Es heißt bei „Content is King“ aber eben auch, dass gute, originelle Inhalte auch geteilt werden. Wenn sie richtig gut sind, landen sie bei einer dieser Viralverwurster. Da diese in sozialen Medien gut vernetzt sind, steigt auch automatisch die Relevanz deines Artikels in den gängigen Suchmaschinen. Ob das erstrebenswert ist? Für mich selbst ist das die Hölle. Es gibt in meinem Feedreader (auch so'n Oldschool-Ding) maximal einen einzigen Blog zu diesem Thema.

Content is King

Ich habe mal eine gemeckerte Kritik online gehabt. Einen Rant. Dort beschwerte ich mich darüber, das die wirklich guten Inhalte gar nicht mehr gefunden werden. Suchergebnisse von Google, Bing und anderen kommerziellen Suchmaschinen sind manipuliert. Jemand, der noch nie Google benutzt hat und „Chips“ sucht, bekommt ganz andere Suchergebnisse, als jemand, der vorher mal „CPUs“ oder „RAM“ als Suchbegriffe verwendete. Das heißt eben auch, dass deine Keywords längst nicht soviel wert sind, wie du es gerne hättest. Trotzdem musst du so schreiben, dass jeder weiß, dass du von Kartoffelchips redest und nicht von RAM-Bauteilen. Es ist alles nicht so einfach

Soziale Medien

Unseriöse Anbieter sagen, dass du deine gesamte Vermarktung auf Facebook konzentrieren sollst. Aktuell ist es eher so, dass das gar nichts bringt. Die Reichweite von Facebook-Seiten tendiert ohne finanzielle Mittel immer mehr gen Null. Wichtiger ist es, die Beiträge so zu streuen, dass richtig Mehrwehrt entsteht. Blogs bei Facebook funktionieren nur, wenn du als Blogger 'ne Type bist. Du teilst deine Beiträge als der Mensch hinter dem Blog

Geschrieben: 31.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Was bedeutet Artikel 13 eigentlich für Blogger

Was bedeutet Artikel 13 eigentlich für Blogger

Das EU-Parlament macht ja häufiger nur Quatsch. Meine persönliche Theorie ist ja auch, dass in das EU-Parlament die Leute aus den Länderparteien verfrachtet werden, damit sie keinen Quatsch in Deutschland und Co aushecken. Aber jetzt läuft es ja darauf hinaus, dass die Entscheidungen des EU-Parlamentes wichtiger werden. So ist es mit der albernen DSGVO geschehen und so wird es auch mit Artikel 11 und Artikel 13 bzgl. des Urheberrechtes geschehen.

Leider werden die Debatten zu den beiden Artikeln immer extrem emotional geführt. Einerseits gibt es die Konzerne, wie Facebook oder insbesondere YouTube. Diese Firmen leben davon, dass User irgendwelche Sachen als Memes (lustige Bilder mit lustigen Texten) oder eben auch Videos hochladen. Ein strengeres Urheberrecht soll sicherstellen, dass die User nicht einfach einen Filmausschnitt von ihren DVDs kopieren und dann irgendwo hochladen. Im Grundsatz ist das auch illegal und muss irgendwie unterbunden werden. Jetzt ist es aber so, dass bei Youtube jeden Tag Videos hochgeladen werden. Pro Minute 400 Stunden Video. Ein Mensch, selbst eine große Mengen von Menschen, kann das unmöglich kontrollieren.

In den Artikeln stehen dann sinngemäß solche Absätze

Kommerzielle Webseiten und Apps, wo Nutzer*innen Beiträge veröffentlichen können, müssen „bestmögliche Anstrengungen“ unternehmen, vorab Lizenzen zu erwerben für alles, was ihre Nutzer*innen möglicherweise posten könnten – also: alle Inhalte der Welt, die unter das Urheberrecht fallen.

„Bestmögliche Anstrengungen“ ist nicht einmal genau definiert. Gehen wir mal davon aus, dass Firmen wie Facebook und Google unendlich finanzielle Ressourcen haben. Die könnten also ganze Städte einstellen, damit die 20.000 Einwohner dieser Städte diese Daten sichten. Praktisch wissen wir, wird nie passieren.

Viel spannender für Blogger ist aber, dass wir zukünftig Schwierigkeiten bekommen werden, wenn wir etwas zitieren möchten. Ich zitiere hier das hier:

Die Wiedergabe von mehr als „einzelnen Worten oder sehr kurzen Textausschnitten“ von Nachrichten wird eine Lizenz erfordern. Darunter fallen wahrscheinlich viele jener Anreißer, die heute üblicherweise als Teil eines Links angezeigt werden, um darzustellen, wohin dieser führt. Gerichte werden letztendlich interpretieren müssen, was „sehr kurz“ in der Praxis heißt – bis dahin wird beim Setzen von Links (mit Anreißern) große Unsicherheit herrschen.

Keine Ausnahmen selbst für Dienste, die von Einzelpersonen oder Kleinunternehmen betrieben werden – darunter fallen wahrscheinlich auch Blogs und Webseiten, die auf irgendeine Weise monetarisiert werden (also Werbung enthalten o.Ä.).

Konkret bedeutet das, wenn ich einen Link auf eine externe Webseite setze, Zum Beispiel auf einen Artikel über das Urheberrecht, würde ich ja nicht nur LINK schreiben, sondern vermutlich mindestens den Titel des Links verwenden. Wenn ich also auf die Headline: „Dackelzuchtverein züchtet Riesenpfirsisch“ einer sehr urheberrechtsgeilen Zeitung verlinke, riskiere ich zukünftig einen Urheberrechtsverstoß.

Blogs leben davon, dass man Links setzt. Früher war die Pingback-Technologie von verbreitet. Wenn ich also auf einen Blog von jemand anders verlinkt habe, wurde von dessen Blog ein Link zu mir gesetzt. Das wäre nach dieser Definition mindestens problematisch, wenn nicht sogar illegal.

Als Musiker muss ich vermutlich zukünftig jedesmal beweisen, dass ich der Urheber meiner eigenen Songs bin. Das ist ein ziemlich nerviger Prozess, auf den ich keine Lust habe. Die Remixkultur wird unter den Upload-Filtern massive Probleme kriegen. Selbst wenn der Remix von Song XYZ erlaubt ist, muss eine künstliche Intelligenz das Ding als legalen Remix erkennen können. Oft sind Remixes sogar bekannter, als die originalen Versionen.

Wenn man guckt, WER tatsächlich vom Artikel 13 und vom Artikel 11 profitiert, weiß man auch, woher der Wind weht. Tipp: Hinter den strengen Zitatrechten steckt eine Firma, die dafür bekannt ist, immer wieder zu versuchen, ein „Leistungsschutzrecht“ durchzuboxen. Diese Firma hat damals übrigens auch durch Meinungsmache Streetview in Deutschland vernichtet. Ja: Springer Verlag, ich rede mit DIR.

Das EU-Recht ballert Europa und Europas Bloggerszene auf direkten Weg ins Mittelalter zurück. Ganz bescheuert.

Geht auf die Straße, demonstriert und wählt vor allem Parteien, die sich mit dem Internet auskennen. Das sind in der Regel übrigens NIEMALS konservative Parteien oder auch Koalitionspartner von Konservativen. (die AfD werte ich hier mal als erzkonservativ)

(Zitatblöcke von Julia Reda)

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen