Dein Hund ist aber dominant

Dein Hund ist aber dominant

"Dein Hund ist aber dominant!", "Der darf aber nicht knurren!" und "Du musst deinem Hund zeigen, wer der Chef ist!" sind nur einige der Sätze, die man als Hundebesitzer hört. Dabei geht's oft darum, dass der Hund ein Verhalten an den Tag legt, das andere als störend empfinden. Manchmal empfindet man das Verhalten sogar selbst als störend. Doch was ihr Dominanz nennt, nenne ich normales Verhalten.

Der knurrende und deshalb dominante Hund

Wenn dein Hund knurrt, hat das viele Gründe. Doch Machtverhalten oder gar Unterdrückung gehört nie dazu. Ein knurrender Hund warnt dich, weil er sich in einer Situation befindet, die er als auswegslos empfindet, der Hund hat Angst oder Schmerzen. Der Hund denkt, dass du ihm sein Fressen wegnehmen willst oder der Hund beschützt etwas oder jemanden. Wenn dein Hund also z.B. deine Kinder anknurrt, möchte er sagen: "Das, was du da vorhast, verstehe ich nicht. Bitte höre damit auf, weil ich sonst nicht weiß, wie ich mich verhalten soll."

Hunde sind wahnsinnig lernfähig und du kannst Ihnen ihr artgerechtes Verhalten abgewöhnen. Deshalb scheisst dein Hund dir nicht in die Wohnung. Das ist auch der Grund, warum dein Hund nicht sinnlos Radfahrer jagt oder warum dein Hund an der Leine läuft. Du kannst einem Hund sogar das Knurren abtrainieren, indem du ihn anmeckerst oder sogar  bestrafst. Das solltest du aber niemals tun, denn Knurren ist eine unmissverständliche Warnung. Wenn du deinem Hund das Knurren abgewöhnst, hat dies lediglich den Effekt, dass dich keiner mehr warnt. Ziemlich dämlich, würde ich sagen.

Knurren ist also keinesfalls als Dominanz zu verstehen, sondern eindeutig als Warnsignal.

Du musst dich wie ein Wolf verhalten

"Dein Hund muss wissen, dass er erst fressen bekommt, wenn du fertig bist" und "wenn ihr kämpft, musst du immer gewinnen". Ich habe selbst an diese Statements geglaubt, denn ich dachte, ich müsste das Verhalten meines Hundes imitieren und quasi wie im Rudel agieren. Tatsächlich ist das aber Quatsch, denn dein Hund weiß ganz genau, dass du kein Artgenosse bist. Dein Hund ist eher verunsichert, wenn du auf einmal versuchst, seine Sprache zu sprechen. Nichts ist peinlicher, als der Tourist, der gebrochenes italienisch im Restaurant spricht. So ähnlich geht es deinem Hund. Der denkt, dass du doch nicht alle Latten am Zaun hast.

Tatsächlich ist dieses "Gewinnverhalten" oder die Unterdrückung deines Hundes auf Rudelart gar nicht typisch für Hunde. Erstens sind Hunde und Wölfe zwar miteinander verwandt, aber tatsächlich ist das eher so, als würdest du mit einem Neandertaler agieren müssen. Im Grundsatz sind Homo Sapiens und Neandertaler zwar gleich, dennoch sind sie grundverschieden. Beim Hund und Wolf ist es genau so. Hunde haben zwar auch ein gewisses Rangverhalten, allerdings ist dies längst nicht so ausgeprägt, wie beim Wolf. Hunde leben eher "gechillt" in einer Familie und mogeln sich irgendwie so durch. Dabei gibt's Fragen bezüglich des Rangs eigentlich nur, wenn ein Hund von einem anderen Hund "erwischt" wird. Wölfe leben in einer "qualifizierten Demokratie" (vgl. auch hier)

Byorn, mein Hund
Byorn, mein Hund

Leinenrambo - der Hund will andere dominieren

Hier liegt übrigens in 9 von 10 Fällen gar kein Dominanzgehabe vor. Wenn dein Hund an der Leine andere Hunde angeht oder sogar auf Radfahrer loswill, ist das kein angeben oder "mächtigspielen". Leinenrambos haben Stress und im schlimmsten Fall sogar wirklich Angst und wollen die Gefahr verbellen. Leider muss ich sagen, dass hier wenig Vertrauen in Richtung Besitzer*in vorliegt. Dein Hund fühlt sich bei dir nicht sicher und verfügt nicht über die Stärke, die notwendig wäre, diese Begegnung ohne Streß zu umgehen.

Wie man das dem Hund abtrainiert, kann ich aktuell nicht sagen, weil Leinenrambo-Verhalten viele unterschiedliche Ursachen haben kann. Es gibt diverse Möglichkeiten, dieses Verhalten abzutrainieren, allerdings läuft das meiste tatsächlich darauf hinaus, dass dein Hund sich auf dich als Führer verlassen kann.

Der Hund verteidigt seinen Platz, sein Fressen o.ä.

Du ahnst es schon: Auch hier liegt kein Dominanzverhalten im klassischen Sinn vor. Dein Hund hat noch nicht gelernt, dass seine Ressourcen in Ruhe gelassen werden und er sein Fressen gar nicht erst verteidigen muss.

Dein Hund braucht Ruhe zum Fressen. Am besten ist sein Napf dort, wo sonst keiner hin geht und er weiß, dass hier lediglich mal einer was macht, um NEUES Fressen reinzutun. Ein Hund - so sehr er auch ein Familienwesen ist - muss nicht in der Küche fressen, wo die ganze Familie laut ist und womöglich noch ständig am Hund vorbei läuft.

Ein weiterer Klassiker ist das Sofa. Manche Hunde akzeptieren nicht, dass Frauchen und Herrchen genau auf "seinem Platz" sitzen wollen. Typischerweise nehmen wir dem Hund das Bällchen einfach weg oder wir rufen ihn und setzen uns dann schnell selbst hin. Dass dies falsch ist, vermutest du verdammt richtig. Der Hund muss lernen, dass Ressourcen nie knapp sind. Wenn er den Platz freigibt, muss er dafür etwas bekommen. Falls ihr (du und Hundi) sowieso gemeinsam vor der Glotze hängt, kannst du deinen Hund streicheln. Der Hund entspannt dann und das Gemeinschaftsgefühl wird verstärkt. Wenn du gar nicht willst, dass der Hund die Couch benutzt, musst du dem Hund etwas besseres bieten. Wann immer er auf seinen zugewiesenen Platz geht, musst du vor Freude ausflippen und den Hund loben.

Dein Hund ist dominant, weil er nicht hört

Byorn, mein Hund
Byorn, mein Hund

Wenn dein Hund nicht hört, können die Ursachen vielfältig sein. Das offensichtlichste nenne ich dabei mal zuerst: Dein Hund hört nicht, weil er dich nicht gehört hat. Der Grund kann sein, dass du vielleicht nicht laut genug gerufen hast, denn gerade in unseren Städten ist Krach allgegenwärtig.

Es gibt auch ein biologisches Problem, wenn dein Hund nicht hört. Es kann zum Beispiel sein, dass der Hund komplett im Jagdmodus ist. Dabei geht's dem Hund gar nicht um das Erlegen der Beute. Sobald der Hund jagen will, wird im Gehirn Dopamin ausgeschüttet. Dein Hund ist komplett high und zugedröhnt, wie Jack Nicholson zu seinen Kokain-Zeiten. Guck dir deinen Hund nach einer Jagdt mal an. Die Zunge hängt raus und der Hund guckt irgendwie "dämlich". Das kann man wirklich mit einem Junky vergleichen, dem man ja auch nicht gut zureden kann. Dein Hund hat in diesem Moment kaum eine Chance. Da der Hund erblich bedingt schon immer ein Jäger war, ist es auch ziemlich unmöglich, den Jagdtrieb auszublenden. Das einzige, was du dann noch machen kannst, ist geduldig sein und 10-15 Sekunden warten. In der Zeit fährt er runter.

Und zuletzt noch die Frage: "Bist du dir sicher, dass dein Hund dich verstanden hat?" Vielleicht würde dein Hund ja deinem Befehl gehorchen, wenn er nur wüßte, was du eigentlich von ihm willst. Auch nach Jahren kann es immer mal wieder passieren, dass der Hund einfach vergisst, was "Platz" bedeutet. Das ist so, wie das Passwort, das man immer gewusst hat und das nun plötzlich weg ist. So etwas passiert. Ist ja nicht weiter dramatisch.

Wie kriege ich Dominanz denn nun weg?

Also: Nachdem wir jetzt wissen, dass der Hund eigentlich nie wirklich dominant ist, sondern sich lediglich ins Familiengefüge einpflegt, wissen wir auch, dass nur Grenzen ausprobiert werden. Ich persönlich lebe ja nach der Philosophie, dass ein Hund geistig ungefähr auf dem Niveau eines 3-jährigen Kindes ist, also dass man ihm Grenzen aufzeigen muss. Das geht nicht mit Anschreien oder Gewalt, sondern mit positiver Bestärkung. Und ja, auch mit Leckerchen. (Was ist falsch daran, wenn mein Hund weiß, bei Herrchen ist es immer gut?) Dein Hund muss merken, dass du immer versuchst, ihm ein Sicherheitsnetz zur Verfügung zu stellen. Hunde sind so ein bißchen wie Monk aus der TV Serie. Schon mal einem Hund, der IMMER ein Halsband hatte, das Halsband entfernt? Beobachte das mal. Das sieht seltsam aus. 

Akzeptiere auch, dass du ein Lebewesen betreust, und keinen Roboter!

Geschrieben: 24.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Ein Hund veraendert dein Leben

Ein Hund veraendert dein Leben

Irgendwann letztes Jahr zeigte mir meine Frau ein Video auf Facebook. Zu sehen war ein völlig überdrehtes, beklopptes, haariges Wesen. Ein Hund. Ein stinkendes, bellendes Monster. Ein schwarzer, gruselig aussehender Hund. Ich hatte zu der Zeit Angst vor Hunden. Ich hatte wirklich viel Angst vor Hunden. Meine Frau saß da und schaute verliebt dieses derwischartige Wuselviech an und sagte zu mir: „Den will ich haben!“ Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber meine stumpfe Antwort war nur: „Okay, hol den doch!“ Wir waren ab diesem Moment auf einer Reise. Wir sollten Hundebesitzer werden. Ich war als Kind zwar irgendwie ein Hundebesitzer, ich habe den Hund meiner Eltern aber wirklich nur toleriert und jedesmal gehasst, wenn er gebellt hat oder wenn er mich nur angeschaut hat. Streicheleinheiten für den Hund meiner Eltern, César, gab es selten von mir. Meine Frau ist mit ihrem Jesse groß geworden und sie hat Jesse geliebt.

Es stand fest, dass wir also bald einen eigenen Hund haben würden. Dani hatte bei der Pflegestelle angerufen und gefragt, ob Byorn - so der Name - noch da wäre. Schwarze Haustiere sind wohl nicht so gut vermittelbar, jedenfalls war Byorn noch da. Ich merkte so langsam, dass es wohl doch ernst werden würde. Ich bin doch so ängstlich. Ich war mir echt noch immer nicht sicher, ob das eine gute Idee war.

Eine seriöse Pflegestelle will wissen, wo der Hund später landet. Nachdem also irgendwie klar war, dass wir Byorn wirklich haben wollten (meine Frau mehr, als ich), wurde ein Termin mit einer Mitarbeiterin vom Tierheim gemacht, damit die sich angucken kann, ob ein Hund bei uns überhaupt leben kann. Dabei wird ein Gespräch mit den zukünftigen Frauchen und Herrchen geführt. Es wird geprüft, ob ein Garten vorhanden ist oder ob die Wohnung schon ausreicht. Es wird geschaut, wie alt eventuelle Kinder sind und es wird natürlich auch darauf geachtet, dass die Leute vernünftige Argumente bringen, warum sie denn einen Hund haben wollte. Meine Antwort war übrigens: „Mich nervt es, nachts aufzustehen, weil meine Frau denkt, wir hätten Einbrecher!“

Wir erfuhren ziemlich schnell, dass die Bedingungen für den Hund mehr als nur ausreichend sind. Nachdem das also auch mit der Pflegestelle geklärt war, ging es nun darum, einen Termin zu finden, um Byorn zu holen.

Byorn kommt aus Kroatien. Er ist 2016 als Straßenhund geboren worden und lebte ca. ein Jahr ohne Familie. Er hat sich selbst versorgt und hat in dieser Zeit gelernt, dass er Menschen eigentlich nicht braucht. Er wurde irgendwann gefangen genommen und lebte in einer Pflegestelle in Kroatien. Diese Pflegestelle arbeitet mit dem Verein Hund sucht Hütte zusammen. Der Verein ist in Salzburg ansässig und hochmotivierte Menschen kümmern sich liebevoll um die Vermittlung von diesen Hunden.

Wir haben nochmal ungefähr 2-3 Monate gebraucht, um einen Termin für die Übergabe von Byorn hinzukriegen. Als wir den Termin hatten, ging es ums Kennenlernen. Dazu musste ich mit dem Auto ungefähr 10 Stunden ins allertiefste Bayern fahren, um Byorn entgegen zu nehmen. Als ich den Hund das erste mal Live sah, war ich ein wenig enttäuscht. Byorn war so klein. Ich hatte gedacht, ein kroatischer Schäferhund ist größer. Aber gut, jetzt einen Rückzieher zu machen, wäre vielleicht ziemlich ungeil, also versuchte ich von Anfang an, irgendwie eine Bindung zu diesem Hund aufzubauen. Allein schon, weil ich ja noch immer Angst vor Hunden hatte. Meine Frau klärte den Papierkram und ich ging mit Byorn das erste mal Gassi. Das war irgendwie seltsam. Er wusste überhaupt nicht, was ich mit ihm vorhabe und er hatte ja schon die Tour aus Kroatien nach Österreich hinter sich. Irgendwas ist in diesem Moment mit mir passiert. Ich mochte den Hund. Der war lustig.

Es gab auf dem Rückweg einige Herausforderungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Die erste Herausforderung war, Byorn überhaupt ins Auto zu kriegen. Er hatte die Tour aus Kroatien nach Österreich ja schon hinter sich und musste ja auch noch von Österreich nach Bayern. Logisch, dass er da nicht so richtig Bock drauf hatte. Schon wieder Auto fahren. Also musste Daniela den Hund ins Auto heben, weil ich Hunde ja nicht anfassen wollte. Wegen Angst und so. Das hat beim ersten Mal noch super geklappt. Auf dem Rückweg musste Byorn auch noch Gassi gehen. Trinken ist auch nicht verkehrt. Seine Lust, wieder ins Auto zu steigen, sank bei jedem Stopp immer mehr gegen Null. Das letzte Stück saß Byorn hinten im Auto, Dani streichelte und beruhigte den Hund so gut es ging. Als Byorn später bei uns zuhause ankam, stand bereits fest, dass Dani nur eine Woche Urlaub kriegen würde und ich aktuell gar keinen Anspruch auf Urlaub hatte. Wir mussten also zusehen, dass sich Byorn möglichst schnell eingewöhnt und unsere Bude nicht auseinander nimmt. Wir hatten also Leberwurstbälle, sogenannte Kongs, Spielzeug und Fressen besorgt, dass Byorn später während unserer Abwesenheit keinen Blödsinn machen würde.

Unsere Sorgen waren unbegründet. Byorn hat die meiste Zeit geschlafen. Da Dani eh nur in Teilzeit arbeitet, war Byorn auch gar nicht lange alleine. Das hat total unkompliziert geklappt.

Wir hatten ja Bedenken, ob das mit den Kindern funktioniert. Beim Ältesten hatten wir kaum Sorgen, der ist mit dem Hund von Oma aufgewachsen. Allerdings war ein 6- und ein 4-jähriger dabei und wir mussten echt überlegen, wie wir das anstellen würden. Wir haben vorher lang und breit mit den Kindern Verhaltensweisen durchgesprochen. „Lege dich nicht vor den Hund hin“, war eines der Statements. Ebenso die üblichen Themen, wie Ruhe gönnen und beim Fressen den Hund komplett in Frieden lassen. Am Anfang gab es noch Probleme, gerade der Jüngste hatte am Anfang das Knurren des Hundes zu ertragen. Hier übrigens ein Tipp von mir, der Gold wert ist: Wenn dein Hund knurrt, dann verbiete es dem Hund NICHT. Ein Hund, der nicht knurrt, beisst ohne Vorwarnung zu. So lernte der Jüngste, dass das, was er gerade tat, den Hund verunsichert.

In Niedersachsen brauchten wir den Hundeführerschein. Meine Frau hat Prüfungsangst, also musste ich den Hundeführerschein machen. Der Hundeführerschein gilt dazu, dass du besser lernst, deinen Hund zu verstehen. Eine gute Hundeschule erzieht nicht deinen Hund, sondern Du lernst bei der Hundeschule, die Signale des Hundes besser zu lesen. Ich habe also lernen müssen, Byorn zu verstehen. Mudis wie Byorn (Mudi = kroatischer Schäferhund) suchen sich eine konkrete Bezugsperson aus. Da ich Byorn am Anfang aus Respekt und Unsicherheit ignoriert habe, habe ich indirekt ausgelöst, dass er mir gefallen wollte und immer versucht hatte, meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Falls Du Angst vor Hunden hast, kennst du das vielleicht auch: Irgendwie kommen Hunde IMMER zu dir, obwohl du Angst hast.  Hunde riechen deine Angst übrigens nicht, Hunde wollen von Menschen beachtet werden und je mehr Angst du hast und je mehr du deshalb den Hund ignorieren willst, desto mehr wird der Hund versuchen, dir zu sagen: „Hey! Ich bin hier!“ Da ich die Hundeschule besuchte und lernte, wie man den Hund ins Sitz, Platz, Bleib, Fuß und Hierher bringt, rannte ich nun mit vielen Hunden und deren Besitzern auf dem Hundeplatz rum. Man besiegt Ängste nur, wenn man sich den Ängsten stellt. Ich habe keine Angst mehr vor Hunden. Das kann ich nun mit Sicherheit sagen.

Byorn wohnt im November nun länger bei uns, als in der Pflegestelle und er wohnt ab dann auch länger bei uns, als in „Freiheit“ auf der Straße. Wirklich geändert hat sich übrigens nur, dass man bei Wind und Wetter nach draußen geht. Weite Autotouren sind möglich, allerdings brauchen wir natürlich auch viel mehr Pausen. Überall liegen Hundehaare rum, weil der Hund entweder sein Sommerfell oder sein Winterfell kriegt. Manchmal sitzt du vorm Fernseher und kriegst eine Herzattacke, weil der Hund „grundlos“ drauflos bellt. Hunde sind Instinktwesen, ob die Liebe empfinden können, weiß ich nicht. Allerdings kommt Byorn immer wieder bei mir an und will kuscheln. Oder kämpfen. Oder kämpfen und kuscheln. Das Kämpfen ist bei uns relativ heftig. Er und ich machen Tauziehen und als Rudelführer verliere ich natürlich nie. Byorn gibt aber auch nicht auf. Ich betrachte Hundebesitzer jetzt mit ganz anderen Augen. Diese Menschen, die „Tutnixe“ besitzen, sind auf meiner Hass-Skala ganz oben. Den  eigenen Hund nicht anzuleinen, obwohl er bei Zuruf nicht zurück kommt, halte ich für unverantwortlich. Es gibt auch immer wieder Fälle, bei denen diese Tutnixe die angeleinten Hunde anfallen. Es ist auch Quatsch, einen Hund zu bestrafen. Hunde haben kein Gewissen. Hunde wissen nicht, was richtig und falsch ist. Sie wollen dem Rudel immer nur gefallen. Angenommen, dein Hund haut wirklich ab und kommt dann glücklich wieder: Schrei ihn an und er wird das nächste Mal nicht so schnell wieder kommen. Wenn dein Hund gewünschtes Verhalten an den Tag legt, lobe ihn wie bescheuert dafür. Wenn der Hund Mist baut, lob ihn nicht, ignoriere ihn.

Ich werde euch natürlich weiter auf Stand halten ?

Geschrieben: 07.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Hund ist Hund - und Hund ist nicht Mensch

Hund ist Hund - und Hund ist nicht Mensch

Zuerst mal muss man überlegen, was dein Hund eigentlich von dir will. Ein Hund liebt gutes Essen. Für ein Leckerli setzt der Hund sich vor dich hin, obwohl er da keinen Sinn drin sieht. Für ein Leckerli läuft der Hund hinter dir her.

Irgendwann lernt der Hund, dass es irgendwann ein Leckerli gibt. Also läuft er dir auch mal gerne einen längeren Zeitraum über hinterher, weil die Chance, dass du ihm was zu fressen gibst, größer ist, als bei irgendwem anders.

Der Hund lernt schnell, dass du es total gut findest, wenn er sich bei bestimmten Geräuschen auf den Boden legt oder sich auf den Rücken rollt. Und wenn du was gut findest, gibt es was zu essen. Oder es wird gestreichelt, was ja auch mal ganz angenehm ist.

Aus Sicht des Hundes bist du die Garantie für eine gewisse Lebensqualität.

Nachdem ich jetzt das Verhältnis zwischen Mensch und Hund komplett entromantisiert habe, kann ich aber sagen, warum Menschen ihren Hund total toll finden und sogar lieb haben.

Hunde sind in der Lage, menschliche Emotionen zu verstehen. Ein Hund ist das einzige Lebewesen, dass Empathie zeigen kann. Ein Hund merkt tatsächlich, wenn du angespannt bist und der Hund will, dass du zufrieden (mit ihm) bist. Das bedeutet, der Hund legt dir zum Beispiel den Kopf auf dein Bein, wenn du traurig über Rechnungen brütest. Das macht der Hund aber nicht aus Mitleid, sondern weil er weiß, dass du ihn dann beachtest. Aber als Mensch wertest du dieses ankuscheln als Zuneigung aus.

Das sei dir auch gegönnt. Immerhin ist die Mensch-Hund-Beziehung dadurch gefestigt: Der Hund kriegt seine Beachtung und du kriegst das, was du als Liebe oder Respekt interpretierst.

Menschen neigen dazu, in den Hund so viel reinzudenken: Hunde sind aber nun mal Tiere, mit ungefähr dem geistigen Niveau eines 1 Jahr alten Kindes.

Daher fällt es Hundebesitzern auch nicht schwer, sich zwischen Mensch und Hund entscheiden zu müssen. Die Bedürfnisse des Hundes lassen sich relativ einfach befriedigen und dafür kriegst du einen Begleiter, der dich ablenkt.

Geschrieben: 31.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Es ist total wichtig mit dem Hund wie mit einem Baby zu reden

Es ist total wichtig mit dem Hund wie mit einem Baby zu reden

Es ist nun wissenschaftlich belegt, dass man mit Hunden reden muss, als wäre man irgendwie bescheuert oder als wäre der Hund ziemlich dämlich. Was wir Hundebesitzer schon längst vermutet haben, ist nun tatsächlich untersucht worden. Wenn wir „werisseingudderjunge?! DUUUbissseinguterJunge“ sagen und dabei unsere Stimme fast schon lächerlich hochpitchen, findet unser Hund das total gut. Das ergab eine Untersuchung der Universität von York, die hier nachzulesen ist.

Tatsächlich ist die „Hunde-Sprache“ am besten vergleichbar mit der „Baby-Sprache“, die man völlig automatisch bei kleinen Kindern macht. Es ist so, dass der Hund automatisch viel besser auf das Herrchen achtet, wenn dieser redet, als wäre er irgendwie bescheuert. Das gleiche gilt natürlich auch für das Frauchen. Es wurden Menschen und Hunde in einen Raum geschickt. Der Mensch sprach mit Baby Talk den Hund an und fragte, ob man vielleicht zusammen Gassi gehen will. Anschließend wurde dieser Satz völlig normal, wie bei einem Gespräch zwischen zwei Erwachsenen geführt. Es wurden auch ganz normale Sätze gesprochen.

Die Hunde haben ausnahmslos auf die Ammensprache reagiert und fanden die Baby-Sprach-Person grundsätzlich viel interessanter und spannender. Die Forschungsergebnisse wurden im Animal Cognition veröffentlicht.

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen