Blogger sind noch immer die besseren Influencer

Blogger sind noch immer die besseren Influencer

Sie sind jung, sie sind wunderschön und sie sind an den coolsten Orten der Welt. Influencer. Wenn sie nicht gerade ihre Instagram-Kanäle fluten, findet man sie in Sendungen wie „the Bachelor“ oder „Love Island“. Sie zeigen ihre Sixpacks, ihre gemachten Brüste, ihre aufgepumpten Lippen. Dabei stellen Sie irgendwelche Produkte vor, haben dann entsprechend viele „Likes“ auf die Fotos und am Ende sind diese Posts nach einem Tag aber auch schon wieder vergessen.

Nicht erst seit Oliver Pochers Bildschirmkontrolle wissen wir, dass diese Szene eine ganz eigene Szene ist. Die Hardcore-Influencer kennen sich untereinander und besuchen sich oft auch gegenseitig. In Dubai. Fotos ohne Filter gibt es nicht und selbst triviale Dinge wie Minisalamis werden in sexy Strandoutfits vermarktet

Influencer sprechen die niedrigsten Instinkte an. Da die Leute sich selbst zu 100% vermarkten, kann man nicht mal sagen, dass irgend eine Kampagne sexistisch sei, denn die Aktion geht in der Regel ja direkt von den Influencern aus. Sie dürfen also Dinge tun, die gecastete Models nicht unbedingt machen würden, weil's im Grunde genommen eigentlich total peinlich ist.

Der Zuschauer schaut leicht verdauliche Schnäppchen, die die Lust nach Reisen verstärken. Wunderschöne Menschen an wunderschönen Locations mit ach so tollen Produkten.

Ich fand Olli Pocher mal gut, dann fand ich ihn beschissen und jetzt gerade finde ich ihn wieder gut. Dank seiner Bildschirmkontrolle, in der er sehr massiv die Influencer kritisiert. Die Leute, die ihre Kinder vor die Kamera schleifen und die Leute, die sich in Dubai feiern lassen, obwohl das Corona-Virus auch dort völlig freidreht. Was sind das für Vorbilder, die auf Maskengebot scheissen? Ja, Influencer (Beeinflusser) sind Vorbilder und sollten sich auch so verhalten.

Warum arbeiten Firmen mit solchen Luftpumpen?

Nimmt diese Luftpumpen eigentlich wirklich jemand ernst? Ich rede jetzt nicht von Youtubern. Egal, was man von Bibi und Co hält, so steckt in den Clips tatsächlich doch Arbeit. Ich rede wirklich von den Influencern, die mit dem Smartphone bewaffnet, nichts anderes machen, als Fotos von sich selbst in sexy Posen zusammen mit dem Mettbrötchen vom Mittagessen.

Ich habe auch einen IG-Kanal, der aber niemanden groß interessiert. Da sind Fotos von meinem Hund drin, weil ich meinen Hund mag. Der IG-Kanal meiner Frau befasst sich mit Büchern. Wir kaufen die Bücher in der Regel allerdings selbst.

Wenn jemand ein aufwändiges Video mit Modbed, Schnitt und vernünftiger Beleuchtung macht, geht der im Algorithmus von Youtube unter. Wenn der gleiche Mensch darüber bloggt, wird er komischerweise sofort gefunden.

Blogs/Vlogs sind die besseren Influencer

Ich kann nicht oft genug wiederholen, dass das eigene Blog und der eigene Youtube-Kanal unfassbar viel besser ist, als dieses elende Moment-Aufnahmen-Knippsen. Es gibt tausende von Youtube-Kanälen mit Produktvideos/Unboxing, die man auch noch 10-15 Jahre später findet. Blogs sind immer da und selbst, obwohl Youtube theoretisch auch von einen Tag auf den anderen Tag abgeschaltet werden kann, ist der Aufwand dieser Videos einfach viel größer.

Daher würde ich als Unternehmen lieber mit richtigen Usern arbeiten, als mit Leuten, die 5 Sekunden lang arschwackelnd meine Produkte in die Kamera halten. Lest dazu auch mal: Wo sind Influencer ohne Zuckerberg?

Photo by Marcel Schindler on Unsplash


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Tags: influencer blogs socialmedia facebook youtube
Kategorie: Socialmedia
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