Eine superkurze Geschichte von Grand Theft Auto

Eine superkurze Geschichte von Grand Theft Auto

Wir alle warten sehnlichst auf das kommende Grand Theft Auto 6 und außerdem müssen wir uns natürlich weiter darüber streiten, ob San Andreas das beste GTA aller Zeiten ist, oder ob dieser Titel doch an GTA V gehen muss. Ausserdem müssen wir darüber diskutieren, ob GTA 4 zwar ein wunderbares Spiel ist, aber die Steuerung der Autos einfach nicht so richtig viel Spaß gemacht hat. 😏

Da GTA VI aber noch lange nicht in Sicht ist und Rockstar tatsächlich erstmal GTA 5 als Remastered-Version herausbringen wird, befassen wir uns doch einmal mit der Geschichte von GTA und Rockstar im allgemeinen.

Ich werde übrigens nicht auf die Addons oder Handheld-Versionen von GTA eingehen, sondern ausschließlich auf die Haupt-Games oder dem, was ich darunter verstehe.

Der Fehler in der Matrix

Grand Theft Auto

Grand Theft Auto begann eigentlich als simples Top-Down-Rennen (Race’n’Chase). Bereits 1995 frickelten die ehemaligen Lemmings-Macher von DMA-Design auf dem Amiga an diesem Rennspiel herum. Da der Amiga aber hier schon als zu langsam galt, wurde die Entwicklung mittendrin auf dem PC fortgeführt. Es war ursprünglich gedacht, entweder als Räuber oder als Cop durch eine fiktive Stadt Rennen zu fahren. Die “KI” der Computer-Polizisten hatte aber einen dicken Fehler: Die Polizisten verfolgten den Spieler nicht nur, sie versuchten immer wieder, den Spieler von der Straße zu schubsen und zu vernichten 😱 Letztendlich hat das aber den Entwicklern viel mehr Spaß gemacht, als das ursprüngliche Rennspiel, weswegen dieser düstere Gangster-Ansatz viel tiefgehender verfolgt wurde und letztendlich als Resultat das GTA1 ergab, was wir heute kennen und lieben.

Der Fehler wird zum richtigen Spiel

GTA 2 war letztendlich die logische Konsequenz und Fortsetzung/Perfektionierung des Gangsters. Man konnte sich den Respekt von verschiedenen Straßengangs verdienen und je nachdem, wie gut man sich mit den einzelnen Gangs verstand, wurde man in bestimmten Stadtvierteln willkürlich von anderen Gangstern gejagt oder eben nicht. Die Grafik wurde aufgrund der damaligen Möglichkeiten, die Hardware-3D bot, massiv verbessert und ich persönlich fand die Explosionen in GTA 2 unfassbar schön, aber verglichen mit zum Beispiel Unreal Tournament, sah GTA 2 ziemlich schlecht aus. Es hat aber eben auch tierisch viel Spaß gemacht. Im Vergleich zu GTA 3 fand ich GTA sogar lange Zeit viel, viel besser :)

Echtes 3D mit GTA 3

Verglichen mit GTA2 war GTA3 optisch eigentlich ein Desaster, denn auch wenn das Spiel der erste 3D-Titel der Reihe war und von nun an klar zeigte, wohin die Reise geht, war GTA3 hässlich und spielerisch nicht so richtig geil ausbalanciert. Die Autos explodierten viel zu schnell, manuelles Zielen war die Hölle und die Hauptfigur war irgendwie kein so richtiger Sympath. 😏 - Aber dank Renderware konnten wir nun endlich in einer echten 3D-Umgebung umher rennen und Autos klauen.

Vice City war für mich der Beweis, dass Rockstar sich mit den Möglichkeiten, eine Story zu erzählen, eingegrooved hat und auch wenn Vice City immer noch nicht wunderschön war, hatte dieses Spiel schon ein ganz besonderes Gefühl. Man wurde direkt in die 80er geschossen und es machte einfach total viel Spaß, zumindest bis GTA San Andreas auf den Markt kam.

San Andreas - das vielleicht beste GTA?

Covershot GTA San Andreas

Optisch unterschied sich GTA San Andreas relativ wenig von GTA 3 und GTA Vice City, wobei ich dem Spiel damit unrecht tue. Natürlich war GTA San Andreas auf seine spezielle Art viel hübscher, als die beiden Vorgänger und auch wesentlich realistischer, denn jetzt war es wichtig, die Hauptfigur CJ zu trainieren, etwas zu essen zu besorgen und für die Gang Respekt zu verdienen. Insgesamt gilt GTA San Andreas als Meilenstein, immerhin wurden fast 18 Millionen Einheiten auf der Playstation verkauft. Und hier begang Rockstar auch, die Grenzen des Machbaren auszulotsen. In keinem Spiel zuvor gab es mehr “Quatsch”, den man nebenbei machen konnte, als bei San Andreas.

  • Tanzen
  • Taximissionen
  • Gangwars
  • Konsolenspiele
  • Polizist spielen
  • Autotanzen
  • Pferderennen
  • und vieles mehr

Auch war die Story tatsächlich eine richtige Story. Interessanterweise basierte die Story ziemlich nah auf der Realität der 90er-Jahre in den Vierteln der Schwarzen in Los Angeles. Es gab die große Crackwelle, die ziemlich am Anfang des Spiels einen ehemaligen Kumpel von CJ von einem harten Kerl zu einem Klos putzenden Junkie gemacht hat. Big Bear war nur noch ein Schatten seiner selbst. Im gleichen Spiel gibt es Gang-Rivalitäten, die zum Ende hin in waschechte Aufstände in der Stadt führen und da der Cast selbst aus Typen bestand, die sich mit dem Gangsta-Millieu verbunden fühlen, hatte das Spiel einfach ein echtes Gefühl von Hood.

Spielerisch bot San Andreas neben dem Ballern und Fahren auch noch echte Rollenspiel-Elemente. Man konnte seine Fähigkeiten verbessern, wenn man zu fett wurde, konnte man weniger weit rennen und je mehr Muskelmasse man aufbaute, desto unempfindlicher wurde man gegen Angriffe. Je mehr Kondition man aufbaute, desto länger konnte man Tauchen und so weiter.

Nicht zuletzt hatte San Andreas einen umfassenden Fuhrpark, nämlich über 200 Fahrzeuge. Von Fahrrad bis Düsenjet war alles dabei, was man sich wünschen kann. Das beste dabei war, dass die Steuerung dieser Autos und Flugzeuge auch nach heutigen Standards super von der Hand ging.

GTA IV - der Relaunch vom Relaunch

GTA IV setzte nicht mehr auf Renderware auf. Rockstar hat in diesem Spiel eine komplett neue, eigene Engine erschaffen, die speziell auf die Bedürfnisse dieser Softwarebude aufgesetzt war. Dennoch empfinde ich persönlich GTA IV als den schwächsten GTA-Teil, abgesehen von “the Ballad of Gay Tony”. Die neue Engine hat dem Spiel einen unfassbaren Realitätsboost gegeben. GTA IV sah einfach toll aus. Irgendwie.

Denn mit der neuen Engine hat Rockstar meiner Meinung nach bei diesem Teil einen Fehler gemacht: Realität. Es sah einfach viel zu realistisch aus. GTA IV hat geniale Texturen, gut aussehende Spielfiguren, eine geniale Physikengine namens Euphoria und ziemlich realistische Fahreigenschaften. Aber die Realität in einer Stadt wie New York bzw. Liberty City ist nunmal dominiert von grauen, langweiligen Gebäuden.

Leider empfand ich gerade das Fahren der Autos als ziemlich schwierig. Die Autos sind unfassbar träge und brechen, falls man irgendwann eine hohe Geschwindigkeit erreicht, viel zu schnell aus. Ich fand auch die Figuren seltsam. Niko Bellic ist kein sympathischer Kerl und ganz ehrlich hat mich Roman tierisch genervt.

Das sind alles sehr subjektive Punkte. GTA 4 war bahnbrechend und tatsächlich wurde hier einem großen Publikum das Prinzip von Open World Games sehr gut vermittelt. Tatsächlich fühlt sich GTA 4 auch wie eine richtige Stadt an. Man kann in viel mehr Gebäude rein, als zum Beispiel in GTA 5 und man kann Dinge aufheben und wegwerfen. Die Addon-Games waren auch ziemlich genial.

GTA 5 - Was für ein geiles Spiel ❤️

Trevor Michael Franklin aus GTA 5
GTA5 zählt als das am dritthäufigsten verkaufte Spiel ( laut Screenrant ) der Welt, lediglich Minecraft und Tetris wurden häufiger verkauft. Aber abgesehen von den nackten Zahlen ist GTA eben auch spielerisch sehr gut, denn wenn es einfach keinen Spaß machen würde, dann hätten die Leute das Spiel schlicht und einfach nicht gekauft. Erstmals (und bisher auch einmalig) kannst du zwischen 3 Figuren im Spiel wechseln.

Der erste ist Michael, ein Verbrecher, der seine Schäfchen schon im Trockenen hat und quasi hier schon das darstellt, was man beim Gewinnen eines alten GTA-Spieles ist. Michael hat eine Villa, ein fettes Auto und vergleichsweise viel Geld.

Die nächste Figur ist Franklin, ein Gangsta und Autodieb, der Verbrechen begeht, um reich zu werden, um das Mädchen zu bekommen. Franklin ist vergleichbar mit CJ aus GTA San Andreas, lustigerweise geht Franklin sogar einmal in die Grove Street, um Kokain zu kaufen.

Der dritte im Bunde ist Trevor. Trevor steht für die Asis (positiv gemeint), die in der GTA-Welt umher rennen und alles plattmachen, was nicht schnell genug entkommen kann. Trevor verträgt jede Menge “Verletzungen” und steht auf alles, was gewalttätig ist.

Die Grafik ist die RARE-Engine, die von GTA4 bekannt ist, und hier wurde nochmal einiges an Qualität draufgelegt. Tiefenschärfe, vernünftige Gesichtsmimik, volles Motion-Capturing und verschiedene Wetterlagen laden bei GTA 5 dazu ein, einfach mal mit dem Auto an den Strand zu fahren und gar nichts zu tun. Nicht zuletzt ist GTA5 der erste Teil, der das Spielen aus der First-Person-Perspektive erlaubt. Die Grafik sieht auch heute noch supergut aus und mit theoretisch 100 Stunden Spieldauer, nur im Singleplayer-Modus, ist man auch eine ganze Weile beschäftigt.🚗

Red Dead Redemption 1 und 2

Red Dead Redemption kommt auch von Rockstar und wird hier nur der Ordnung halber erwähnt. RDR 1 ist nie für den PC erschienen, aber Red Dead Redemption 2 zählt zu den immersivsten Open-World-Erfahrungen, die man machen kann.

Fazit

Es ist faszinierend, wie ein ganzes Universum an Spielen aufgrund eines einfachen Bugs entstehen konnte. GTA und eben auch RDR2 sind Spiele, die mich über teilweise schon Jahre fesseln und die ich immer wieder spiele. Manchmal auch nur, um einfach mal abzutauchen und die Realität zu vergessen.


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Tags: gta games
Kategorie: games
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