Mein Buch - Operation Film

Mein Buch - Operation Film

Prolog

Er konnte nicht mehr. Rasselnd atmete er die kalte Luft ein und aus. Die Lunge schmerzte. Er war erledigt und er wusste das. Er hörte die Schritte seines Verfolgers und er nahm wahr, dass sich hinter ihm die Büsche teilten. Doch es ging nicht mehr. Sein gebrochenes Knie hinderte ihn einfach. Er wusste, dass er nicht mehr entkommen konnte. Es war vorbei. Dass er ausgerechnet im Eversten Holz sein Ende finden würde, war schon fast lustig.

Polizeiinspektion Oldenburg

Achim Müller, Polizeihauptkommissar blickte auf die Titelseite der Nordwest-Zeitung und nippte an seinem kalten, abgestandenen Kaffee. “Der Filmmonster-Mörder schlägt wieder zu” war die erste Überschrift auf der sonst eher wenig boulevardesken Lokalzeitung. Der Bericht der Zeitung bot ihm keine neuen Informationen. Er hatte das Opfer gestern nachmittag in dem kleinen Stadtwäldchen nach einem Anruf als erstes gesehen. Seit Monaten tauchten in Oldenburg immer wieder grotesk ermordete Menschen auf, die nicht nur Tod waren. Der Mörder hatte sich teilweise enormen Aufwand bei der Drapierung der Leichen gegeben und in diesem Fall sah das Opfer aus, wie Bela Lugosi, dem ersten großen Dracula aus dem Monster-Universum von Universal Pictures. Müller musste zugeben, dass er dieses Mal ein wenig enttäuscht war. Lugosi’s Dracula war ein vergleichsweise harmloses Konstüm. Das Opfer, Frederik LaGrange, wies keine offensichtlichen Verletzungen auf, lediglich das gebrochene Knie. Jemand hatte ihn ausgezogen und einen Frack und einen Umhang angezogen. Vor dem Gesicht, das weiß geschminkt war, hatte der Mörder den Umhang gelegt, sodass Frederik aussah, wie Lugosi in seiner skurillen, letzten Rolle in “Plan 9 from outer Space”, in dem der Hauptdarsteller ständig den Umhang im Gesicht hatte, weil das laut Ed Wood, dem Regisseur, mysteriös wirkte. Tatsächlich war dieses Opfer insofern enttäuschen, weil die “Verwandlung” zu einem Filmmonster dieses mal mit relativ unspektakulären Mitteln durchgeführt wurde. Immerhin war das letzte Opfer, Anette Günther, in Bandagen eingewickelt gewesen und das Hirn wurde ihr durch die Nase entfernt, wie man das bei Mumien nun mal macht. Das hier war ein toter Mann ohne besondere Kennzeichen in einem 30er Jahre Vampirkostüm. Entweder der Mörder hatte dieses mal keine Zeit gehabt oder der Monstermacher, wie die Presse ihn bereits nannte, war so langsam ideenlos. Achim redete sich das zu gerne ein, aber gerade er, als Filmnerd, wusste, dass allein das Universal-Universum schon weit über 10 Monster hate. Da LaGrange aber erst das 5. Opfer war, hatte der Kommissar nicht die Hoffnung, dass hier schon das Ende erreicht wäre


Dir gefällt, was du liest? Dann lass mir doch eine Spende da :) Paypal

Tags: buch
Kategorie: buch
© 2021 Marcel Schindler - Impressum