Warum ich es doof finde wenn Kinder programmieren

Warum ich es doof finde wenn Kinder programmieren

„Computerkurse für Kinder. Tablets überall. Kinder sollen lernen, mit dem Computer umzugehen. Soziale Medien und Medienkompetenz sollen vermittelt werden. Kinder sollen wissen, wie das Netz funktioniert. Kinder wachsen mit IT auf, also müssen sie das beherrschen!“

Überall wird man mit solchen Aussagen geflutet. Auf Elternabenden beschweren sich Eltern über die veraltete IT in den Schulen und gerade in Deutschland haben wir alle immer das Problem, dass die Leitungen alle zu langsam sind und wir in Deutschland quasi ein Entwicklungsland darstellen. Dennoch verlangen viele Eltern, dass ihre Kinder den Umgang mit Computern lernen und einfache Programmiersprachen erlernen sollen. Ich bin Programmierer und ich halte das für eine der größten Schwachsinnsideen der letzten 20 Jahre und natürlich sollt ihr alle auch erfahren, warum das Blödsinn ist.

Muss man zukünftig überhaupt noch programmieren?

Screenshot GDevelope
GDevelop

Ich habe in der Ausbildung Pascal und C gelernt. Pascal ist, zumindest in meinem direkten Umfeld, kaum noch ein Thema und reines C muss ich auch eher selten programmieren. Mir hat aber die Syntax von C geholfen, die Welt der Computer heute zu verstehen. Ich weiß, wozu geschwungene Klammern sind und wann man ein Semikolon setzt. Allerdings wusste ich das schon vor meiner Ausbildung, weil mich Computer als Hobby interessiert haben. Im PC-Unterricht haben die meisten meiner Mitschüler gar nicht erst zugehört und diejenigen von uns, die mit dem Computer umgehen konnten, lösten die Aufgabe in 10 Minuten und daddelten dann herum. Ich habe noch Assemblercode in meinem C64 gehackt. Ich habe Listings aus dem C64er Magazin abgetippt und wusste vorher nie, ob das Programm tatsächlich funktioniert oder nicht und selbst wenn es funktionierte, wusste ich nicht, ob es das bis zum Ende tat. BASIC schrieb ich auch einmal, BASIC ist im Grunde jetzt tot.

Wenn man heute eine schlaue IDE verwendet, sagt diese IDE einem schon beim Tippen, dass man unsauberen Code schreibt oder das der Code gar nicht erst funktionieren wird. Das ist der Stand von heute. Du kannst als Programmierer heute für jede Herausforderung entweder eine fertige Library finden oder jemand hat eine entsprechende Frage bei Stackoverflow oder anderen Knowlegde-Bases gestellt. Die Programmierung heute ist nicht vergleichbar mit dem, was in 5 Jahren kommt. Richtig deutlich sieht man das bei der Spieleentwicklung: Wenn du mit Unreal und/oder Unity arbeitest, verwendest du die Engines eher wie eine Videoschnittsoftware und einen Legobaukasten und erstellst dein Spiel, fast ohne Code. Tools, wie Gdevelop werben direkt damit, dass du keine Zeile Code mehr schreiben musst.

Aktuell sind wir noch nicht ganz vom programmieren weg, dafür sind Computer noch immer zu doof, aber die Cloud und die Millionen von fertigen Packages beweisen, dass man heute ganz anders Programme schreibt, als noch vor 10 Jahren. Auch abseits von der Spieleprogrammierung gibt es viele Beispiele. Die meisten Editoren nutzen bereits fertige Syntax-Highlight-Bibliotheken. Viele Programmierwerkzeuge wie VSCode, Brackets oder Atom nutzen identische Grundlagen. Browser wie Chrome, Safari, Opera und auch Edge nutzen zum Rendern von HTML dieselbe Engine. Alles wird irgendwie einfacher.

One-Man-Shows gibt es nicht mehr - das Team ist alles - Kommunikation ist alles

Eine Zeit lang war Programmierung eine One-man-show und alte Anwendungen und Spiele wurden tatsächlich von einer einzigen Person kreiert. Natürlich wuchsen die Anwendungen und hinter Programmen wie Photoshop stecken heute hunderte von Programmierern und Designern. Und darauf will ich hinaus: Die Anwendungen haben sich verlagert. Das Programm selbst hat bestimmte Funktionen, doch um bestimmte Dinge durchzuführen, reicht heute ein Klick. Dies ist der Verdienst von Designern, die lange, komplexe Aufgaben in einfache Abläufe umgestalten (normalisieren) und es so erlauben, dass der Anwender nur noch auf „Zauberstab“ klicken muss, damit ein Objekt freigestellt werden kann. Alle großen Unternehmen verwenden oder erstellen Opensource. Die Schwarmintelligenz vieler Menschen fließt in ein Produkt ein und verbessert so die Nutzbarkeit. Das ist der  Grund, warum Linux mittlerweile einfach zu benutzen ist und das ist der Grund, warum Chrome unter Mac oder Windows genau gleich bedient wird.

Um seine Vision eines Programmes oder einer Anwendung folgen zu können, müssen Gamedesigner oder Produktdesigner in erster Linie ihre Vision begreifbar machen können. Wenn man, so wie ich, alleine im stillen Kämmerchen programmiert hat, kann man super mit dem PC umgehen, aber wenn mir ein Kunde nicht klarmachen kann, was er eigentlich will und wir keinen Konsens finden, wird das Programm einfach nicht gut sein. Schüler müssen also lernen, im Team zu arbeiten. Schüler müssen lernen, ihre Ideen zu visualisieren und sich im Team so zu organisieren, dass die Vision Realität wird. Dazu müssen Kids lernen, dass man nur als Gemeinschaft stark ist.

Jobs haben sich auch verändert

Lies Stellenangebote. Natürlich steht überall drin, dass man mit Computern umgehen können sollte. Aber jetzt mal ganz im Ernst: Das ist doch mittlerweile wirklich Standard. Nennt mir einen einzigen Job, bei dem man überhaupt nichts mehr mit Computern zu tun hat. Heute suchen Arbeitgeber kreative Menschen, die Impulse geben können. Damals suchten Unternehmen Leute, die analytisches Denken konnten und brutal gut programmieren können. Das ist „so“ nicht mehr. Heute sind die vertrackten Einzelkämpfer eher nicht so beliebt. Klar, es muss diese Tunnelphasen auch geben, aber die IT heute ist in erster Linie ein Teamgeschäft geworden.

Geschrieben: 28.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

IT für Kinder ist total überbewertet

IT für Kinder ist total überbewertet

Gemecker

Die Computer in den meisten Schulen sind relativ aktuelle Workstations, mit denen man mehr als nur ein wenig surfen kann. Es läuft in der Regel ein aktuelles Windows auf den Dingern. PC-Unterricht beschränkt sich in Schulen aber darauf, dass die Kids bestimmte Dinge einfach nur googeln sollen. Danach wird Microsoft Word gestartet und die gesammelten Suchergebnisse werden in einen Bericht geschrieben, der dann eventuell sogar ausgedruckt wird. Vielleicht ist meine Erfahrung auch subjektiv, aber Digital-Unterricht an Schulen sieht meiner Meinung nach genau so aus. Man macht die einfachste aller PC-Aufgaben und nennt das dann Digitalisierung.Es könnte jetzt ein wenig in die Richtung „früher war alles besser“ gehen, daher bitte ich um Nachsicht und falls du das eh nicht lesen willst, kannst du auch hier aufhören.

PC-Unterricht war zu meiner Zeit ganz anders. Als ich mit dem Computer in der Schule das erste mal in Berührung kam, lief auf den 286ern noch MS-DOS und die einzige grafische Benutzeroberfläche, die wir zur Verfügung hatten, war entweder der Norton Commander, Dosshell oder die Bedienoberfläche von Borland C. Alles lief noch auf Textbasis und wenn du deinen Computer dazu bringen wolltest, dass er überhaupt etwas tut, musstest du die Befehle cd und dir kennen. Dann musstest du wissen, was eine exe-Datei ist, bzw. du musstest auch wissen, dass man bat und com-Dateien auch ausführen kann.

Wir wissen alle, dass man heute nur noch auf das Icon klickt und der PC dann das entsprechende Programm startet. Warum das so ist, was ein Programm (neuerdings ja APP genannt) von einer Datei unterscheidet und wieso das Programm überhaupt soviel RAM belegt, wird den Kindern leider nicht mehr beigebracht. Ob man das wissen muss, ist auch wieder eine interessante Frage, die ich allerdings mit Ja beantworten würde. Denn nur, wenn man die internen Prozesse, die so ein Programmstart mit sich bringt, im Ansatz versteht, kann man sich selbst bei Fehlern durch das System wühlen, um Fehler zu beseitigen.

Ihr seht, ich hätte gerne einen IT-Unterricht, der mehr macht, als nur Click, Write and Save. Ich hätte gerne einen IT-Unterricht, bei dem den Kids ein zerschrotteter Browser vorgelegt wird und die Kinder eine Lösung finden müssen, wie man den Browser wieder fit bekommt. Ein guter IT-Unterricht wäre, dass man sich selbst aus dem Web eine Office-Lösung zieht und diese installiert. Perfekt wäre der Unterricht, wenn man auch andere Betriebssysteme wie zum Beispiel Linux mal zeigt. Vor 30 Jahren waren Computerbesicher noch die Ausnahme, da warst du schon der IT-Held, wenn du BASIC konntest:


10 print "Hallo"
20 goto 10

Tatsächlich wäre man auch heute noch der Held, wenn man wenigstens ein bisschen programmieren könnte. Ich halte es zwar auch für falsch, jedem Kind programmieren beibringen zu wollen, aber es wäre nicht verkehrt, wenn jeder Schüler eben nicht nur Anwender wäre. Ein Schüler sollte in der Lage sein, den Code da oben aufgrund von Englischkenntnissen zu verstehen.

Ideen für Experimente für richtigen IT-Unterricht

Ich kann nicht nur meckern und keine besseren Vorschläge haben. Doch die besseren Vorschläge habe ich tatsächlich: Der Computer, das Smartphone oder auch das Tablet sind mittlerweile fast idiotensicher zu bedienen. Was jedoch immer wieder auftritt, ist Mobbing aufgrund von Posts in Sozialen Netzwerken. Den Kindern und leider auch vielen Erwachsenen ist nicht klar, was es heißt, Daten bei WhatsApp oder Facebook zu posten. Facebook weist mittlerweile in der App immer mal wieder darauf hin, dass man seine Privatsphäreeinstellungen prüfen soll, tatsächlich finden sich in den Freundeslisten der Kinder aber eben nicht nur die Freunde aus der Klasse, sondern eben auch die Typen, die das eigene Kind aus der Klasse beschissen findet. Denn Likes bedeuten Belohnung. Je größer der Freundeskreis bei Facebook ist, desto größer ist die Chance, ein Like zu bekommen. Doch, wenn man dann einen Post absetzt und zum Beispiel einen wirklich dummen Rechtschreibfehler drin hat, stürzt sich der Mob auf das Opfer.

In diesem Zusammenhang sollte Schülern auch ganz klar vermittelt werden, wie man zum Beispiel Fakeprofile aufdeckt oder wie man Fakenews von echten Nachrichten unterscheiden kann.

Die Idee ist also, dass der Computer-Unterricht den Computer einfach mal Computer sein lässt. Schüler müssen Medienkompetenz lernen. Sie müssen lernen, welche Konsequenzen ein Facebook-Post oder ein Instagram-Foto haben können. Sie müssen lernen, dass Sexting über WhatsApp das Risiko birgt, dass das eigene Nacktbild irgendwie auf einmal öffentlich bei einem Bildhoster landen könnte. Experimente können helfen, wirklich mal auf die Privatsphäre zu achten. Social Engineering sollte Pflicht für alle Dozenten und Pädagogen sein. Ein Lehrer sollte seinen Schüler nach dem Handy fragen und ganz nebenbei nach dem Passwort fragen. Die Handynummer des Schülers bekommt der Lehrer, wenn er so tut, als müsste er die Zeitansage anrufen, aber sich selbst auf dem Handy (was stumm ist) aufruft. Anschließend gibt der Lehrer das Handy zurück und sagt: „Ich habe jetzt dein Passwort, deinen Google-Accountnamen und deine Telefonnummer. Ich könnte nun ein neues Passwort vergeben und dich aus deinem eigenen Smartphone aussperren.“.

Was man auch im Unterricht vermitteln sollte: Lade dein Handy nicht einfach irgendwo auf. Das Experiment könnte in etwa so aussehen: Der Lehrer stellt an die Tür einen USB-Hub mit zig Anschlüssen an den Eingang und erlaubt das Aufladen der Handys. Der Hub selbst ist mit einem Rechner verbunden. Anschließend wird normal Unterricht gemacht. Auf dem Beamer könnte man nun demonstrieren, dass man ein weiteres Handy anschließt, den Dateimanager am PC öffnet und sich durch die Fotos auf diesem Handy durchhangelt. Anschließend erläutert man, dass man in wenigen Sekunden alle Fotos kopieren könnte.

Die Risiken eines offenen WLAN sollten für die Kids auch aufgezeigt werden. Man könnte hier zum Beispiel einen Access-Point aufsetzen und am Bildschirm über Network-Monitor und Wireshark zeigen, was ohne SSL-Verschlüsselung eigentlich so im Web übertragen wird. Da jedes Smartphone über DHCP eine IP-Adresse bekommt, kann man hier die üblichen Dinge durchführen, die in einem privaten Netzwerk möglich sind. Das gleiche gilt für Bluetooth-Verbindungen. Man kann ziemlich simpel Daten von diesen Geräten herunterladen.

Fazit

Im Grunde finde ich es albern, Kids heute noch programmieren beibringen zu wollen. Die Coder, die ich beruflich und privat kenne, sind Autodidakten und konnten auch während der Schulzeit schon einigermaßen gut programmieren. Die Tragweite, die ein unbedachter Post in sozialen Netzwerken hat, ist vielen Kids heute aber gar nicht bewußt. Und da sollten Schulen definitiv eingreifen.

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Die 80er hatten einfach die besten Kinderfilme

Die 80er hatten einfach die besten Kinderfilme

Ich gehe in diesem Posting auf die besten Filme ein, die man auf jeden Fall auch mit seinen Kindern zusammen gucken sollte. Dabei beschränke ich mich auf die Zeit, als Kinder als Helden im Kino noch echten Gefahren ausgesetzt waren und man als kindlicher und jugendlicher Zuschauer noch richtig mitgefiebert hat. Wenn ihr weitere Musterbeispiele für tolle 80er-Filme für Kinder findet, lasst es mich wissen. Hinweis: Meine Kinder haben das Glück (oder Pech) mit mir als Filmgeek durchaus auch mal heftigeres Zeugs zu gucken.

Der Erfolg von Stranger Things zeigt, dass die späten achtziger Jahre einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen haben. Die Art, wie Geschichten zu dieser Zeit erzählt wurden, war sehr speziell. Ein paar der Superregisseure dieser Zeit haben sich ihren frühen Erzählungsstil bewahrt und auch bis zur Mitte der 90er Jahre Kino der 80er Jahre gedreht. Ein Beispiel dafür ist Jurassic Park, der im Grunde der letzte Spielberg-Film war, bei dem man von einem „Wunderkind“ sprechen konnte.

Hier also die Liste der besten Filme der späten 80er / frühen 90er, die man mit seinen Kindern gucken sollte

Die Goonies (1985)

Zuletzt war Sean Astin als „Bob“ in Stranger Things zu sehen. Als Astin selbst noch ein Kind war, spielte er in die Goonies die Rolle des Mike Walsh. Auf dem Dachboden finden Mike und seine Freunde Data, Chunk, Mouth, Mikes Bruder Brand, Andy und Stef die Piraten-Schatzkarte des einäugigen Willy. Die Mietshäuser, in denen sie wohnen, sollen abgerissen werden und damit müssen alle umziehen, wenn sie das Geld nicht haben, ihre Häuser zu kaufen. Der Schatz könnte also dafür sorgen, dass die Goonies in ihrer Stadt bleiben dürfen. Die Schatzsuche selbst stellt sich als einfach heraus, doch die Höhle, in der der Schatz ist, ist voller Fallen und außerdem werden die Goonies von ein paar verrückten Gangstern gejagt.

Die Goonies ist laut, wild und stellenweise sehr actionreich. Die Regie stammt von Richard Donner, den man normalerweise eher aus dem Actionbereich kennt. Dort hat er die Lethal Weapon Reihe mit Mel Gibson und Danny Glover erdacht. Bei den Goonies gibt es keine richtigen Gewaltszenen, aber es ist sehr deutlich, dass die Fallen gefährlich sind. Direkt am Anfang stolpern die Kids auch über einen verwesten Abenteurer und sehen einen erschossenen FBI-Agenten. Dennoch ist der Film ungeheuer lustig und auch die kleineren haben wirklich was zu lachen.

Stand By Me (1986)

Die Freunde Gordie, Chris, Teddy und Vern haben gehört, dass eventuell neben einer nahegelegenen Bahnstrecke ein Junge verunglückt ist. Sie wollen die Leiche finden und als Helden gefeiert werden. Dabei erzählen sie sich Geschichten und Chris erlebt, wie ihn Erwachsene betrügen. Es gibt Blutegel, es gibt miese Schlägertypen und tatsächlich finden die Jungs natürlich die Leiche.

Stand by me von Rob Reiner basiert auf der Kurzgeschichte „die Leiche“ von Stephen King und ist eine wunderbare Coming-of-Age-Geschichte mit 4 pubertierenden Jungs, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen. Der Film hat ziemlich intensive Momente („ich schwör's bei Gott, ich bring dich um“) und man kann sich an anderen Stellen fast totlachen (Riesenarsch Hogan). Interessanterweise ist der Film ab 6 Jahren freigegeben.

Der Flug des Navigators (1986)

Auf dem Weg nach Hause im Jahr 1978 verschwindet Joey spurlos. Er taucht 8 Jahre später im Jahr 1986 wieder auf. Für ihn selbst ist die Zeit allerdings gar nicht vergangen, er ist immer noch 12 Jahre alt und keinen Tag gealtert. Er will nach Hause, doch seine Eltern wohnen gar nicht mehr dort. Die Polizei greift ihn auf und natürlich haben seine Eltern gedacht, er wäre tot. Parallel dazu findet die NASA ein UFO und weil der Junge keinen Tag älter wurde und sich sein Auftreten mit dem UFO-Besuch überschneidet, nimmt die NASA den Jungen mit. Natürlich kommen UFO und Joey zusammen. Das UFO wird von einem Roboter namens Max gesteuert.

Der Flug des Navigators ist vom Grease-Regisseur Randall Kleiser. Tatsächlich ist es einer der ersten Filme, die intensiv vom Spezialeffekt „Morphing“ gebraucht gemacht haben. Das Raumschiff ist ziemlich lustig und nimmt zum Beispiel E.T. und Star Wars auf die Schippe. So will Joey unterwegs einmal telefonieren und Max sagt: „Der Junge will nach Hause telefonieren“. In der deutschen Version spricht Arne Elsholtz den Roboter. Elsholtz kennt ihr als die frühere Stammstimme von Tom Hanks und Bill Murray.

Nummer 5 lebt (1986)

Ein Militärroboter wird durch einen Blitz getroffen und entwickelt ein eigenes Bewußtsein. Er möchte nicht mehr töten, er will lesen und Freunde finden. Nummer 5 möchte außerdem nicht wieder in die Fabrik zurück und neu programmiert werden. John Badham hat hier ein wunderschönes Science-Fiction-Märchen geschaffen. Der als Killer geschaffene Roboter ist neugierig, witzig und damit fast menschlicher, als seine Gegner. Der Film macht Spaß und bietet auch einige ziemlich spannende Momente. Nummer 5 lebt hat sicherlich einige Längen und witzigerweise würde die Figur des Inders, der aber ja kein Inder ist, heute eine Diskussion über Political Correctness auslösen. Aber so waren sie, die 80er, da hat man halt das gedreht, worauf man Bock hatte.

Immerhin verdanken wir den 80ern auch so "Perlen", wie Howard the Duck...

Die unendliche Geschichte (1984)

Bastian Balthasar Bux findet ein Buch und liest die Geschichte über Atréju, einem Jungen, der das Reich Phantasien vor dem Nichts retten soll. Es gibt verrückte Gestalten, wie den Steinbeißer und einen extrem gruseligen Killer-Wolf, der die Mission von Atréju gefährden soll.

Michael Ende fand den Film von Wolfgang Petersen beschissen und wollte gar nicht mehr in den Credits genannt werden. Die meiner Meinung nach schlimmste und traurigste Szene aller Zeiten in einem Kinderfilm wurde hier gedreht, als Atréju sein treues Pferd Artax in den Sümpfen der Traurigkeit zurücklassen muss. Als Kind habe ich stundenlang deswegen fast geweint. Die unendliche Geschichte beschreibt nur einen kleinen Teil des Buches und ist ein ziemlich Special-Effects-lastiger Hollywood-Streifen.

Gremlins (1984)

Randall bekommt von seinem Vater ein süßes kleines Vieh namens Gizmo geschenkt. Gizmo darf nicht nach Mitternacht gefüttert werden und es ist extrem wichtig, ihn niemals Wasser auszusetzen. Natürlich kriegt Gizmo Wasser ab und aus seinem Körper schlüpfen weitere Gizmos, die bei weitem nicht so putzig sind. Nachdem diese Viecher auch noch nach Mitternacht gefüttert werden, bricht die Hölle aus. Denn ab sofort sind das keine Mogwais mehr, sondern fiese, brutale Monster.

Tatsächlich ist Gremlins mein persönlicher Lieblings-Weihnachtsfilm. In Amerika ist der Film lustigerweise nur mit PG bewertet worden, darf also sogar von 6 jährigen in Begleitung ihrer Eltern geguckt werden. In Deutschland ist der Film ab 16 Jahren freigegeben. Beide Bewertungen finde ich albern. Je nach Charakter kann dieser Film von Joe Dante auch durchaus von einem 10 Jahre alten Kind geguckt werden. Fun Fact: Es gibt einen 2. Teil. Der ist weniger gruselig und Joe Dante findet sein Sequel auch besser.

Explorers (1985)

Ein Junge träumt von einem Chipsatz. Zusammen mit seinem wissenschaftlich begabten Kumpel bauen sie diesen Chipsatz und merken, dass sie die Pläne für ein interstellares Raumschiff erträumt haben. Sie machen sich also daran, das Raumschiff zu bauen und reisen dann tatsächlich ins Weltall und treffen dort auf TV-begeisterte Aliens.

Ein weiterer Film von Joe Dante. Explorers ist ein absolutes Chaos verrückter Ideen und leider merkt man zum Ende des Films sehr deutlich, dass den Produzenten die Geduld und das Geld ausgingen. Die Jungs bauen ihr Raumschiff und die Aliens sind so dermaßen behämmert und lustig, dass man sich wünschen würde, der Film ginge noch mindestens 2 weitere Stunden. Lustigerweise war die Rohfassung auch 3 Stunden lang.

Geschenkt ist noch zu teuer (1986)

Ein Junges Paar, gespielt von Tom Hanks und Shelley Long kauft ein vermeintliches Schnäppchenhaus. Leider ist das Haus eine absolute Bruchbude. Einstürzende Treppen sind hier noch das harmloseste. Richard Benjamin hat in den 80ern einen Haufen wunderbarer Komödien gedreht. Jahre vor „Kevin-allein zu Haus“ hat Benjamin hier ein Haus voller tödlicher Fallen verbaut. Super geile Slapstick-Komödie. Geschenkt ist noch zu teuer lebt vom Chaos.

Ghostbusters (1984)

Parapsychologische Wissenschaftler werden aus ihrer Uni gefeuert, gründen eine Firma, die Geister jagt und kreuzen die Ströme zuerst nicht. Nein, wer Ghostbusters nicht kennt, muss auf einem anderen Planeten gewohnt haben. Dieser Film hat unglaublich viele geile Sprüche, insbesondere natürlich von Bill Murray. Es gibt einige ziemlich lustige Jumpscares und tatsächlich war Ghostbusters ursprünglich gar nicht so richtig für Kinder gemacht.

Die Mitwirkung von Bill Murray und auch von Dan Aykroyd sorgte aber seinerzeit dafür, dass der Film irgendwie lustiger wurde. Tatsächlich ist das Logo der Ghostbusters sogar noch bekannter, als das Logo von Apple.

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen