Warum es fatal ist auf Klarnamen zu bestehen

Warum es fatal ist auf Klarnamen zu bestehen

Unser aller Lieblingspartei, die CDU, wühlt mal wieder in der Kiste sinnloser Anfragen herum und schlägt vor, dass wir alle doch bitte Klarnamen benutzen mögen. Annegret Kramp-Karrenbauer ist nicht nur mit einem Klarnamen gesegnet, den wir alle abkürzen, weil wir ihn nicht aussprechen wollen. AKK will "wissen, wer hinter diesen Kommentaren steckt". Die Politikerin glaubt, dass eine De-Anonymisierung eine bessere Diskussionskultur fördert und sie glaubt, dass die Menschen ohne Pseudonym ja nicht mehr Hetze und Häme verbreiten würden. Jeder, der Ende der 80er Jahre und Anfang der 90er Jahre im Usenet und auf Mailboxen unterwegs war, weiß das Gegenteil. Wir hatten in unseren Newsgruppen strenge Netiquetten und auch wir haben diese Netiquetten weitestgehend "interpretiert", was hier tatsächlich als "ignoriert" zu verstehen ist. Die Kernfrage ist ja auch, ab wann man beleidigt und ab wann man sich beleidigt fühlt. Oft genug wurde gerade in Linux-Usergruppen nach einer Funktion gefragt und derjenige verbal hingerichtet, weil er vorher nicht die entsprechende manpage gelesen hat. RTFM kommt ja nicht von ungefähr.

Geschrieben: 12.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen