Was macht Linux besser als Windows und was macht Windows besser als Linux

Was macht Linux besser als Windows und was macht Windows besser als Linux

Aktuell bin ich Windows-Benutzer, da ich beruflich viel mit Windows zu tun habe und mich insbesondere mit Active Directory und Serveradministrationen im Bereich Office, Exchange und SQL-Server auseinandersetzen muss. Da ich mal Musikproduzent war, habe ich natürlich auch viele Jahre Windows im Studio genutzt. Für 5 Jahre hatte ich gar kein Windows mehr auf meinem PC und nutzte Ubuntu, Debian und Antergos. Ich denke also, ich kann die Vorteile des jeweiligen Betriebssystemes ziemlich gut bewerten.

Geschichtsstunde

Linux wurde 1991 als quelloffene Software veröffentlicht. Linus Torvaldts hatte Spaß daran, ein eigenes Betriebssystem zu schreiben und er stellte in einer Newsgroup seine ersten Ideen/Entwicklungsschritte vor. Interessanterweise wude sein „kleines GNU-Projekt“ ziemlich schnell und begeistert von den meisten Usern aufgenommen. Damals noch unter dem Namen „FREAX“ wurde das spätere Linux ziemlich schnell ein Geheimtipp, weil man endlich ein Unix-kompatibles System auf einem Heimcomputer vernünftig benutzen konnte. Eine „grafische“ Benutzeroberfläche gab es zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.

Microsoft Windows war in Version 3.1 ab 1992 erhältlich. Zuvor hatte Microsoft den PC-Markt ganz klar mit MS-DOS dominiert und spätestens seit Windows 95 ein relativ gutes, netzwerkfähiges Betriebssystem gebaut. Windows 95 setzte allerdings zu großen Teilen noch auf MS-DOS-Funktionen auf und ein reines, grafisches System wurde Windows erst mit Windows NT4. Seit Windows XP kann man davon sprechen, dass Microsoft ein echtes Multitasking-fähiges OS vertreibt, welches eine breite Hardwareunterstützung bot und mit dem 2009 erschienenen Windows 7 den Höhepunkt erlebte. Über Windows 8, Vista oder auch Windows ME hängen wir mal den Mantel des Schweigens und widmen uns nun einem aktuellen Linux im Vergleich mit dem 2015 erschienenen Windows 10, welches mittlerweile „das letzte Windows“ ist. Denn Windows 10 wird „nur noch“ per Updates auf dem neuesten Stand gehalten.

Windows 10
Windows 10 Screenshot

Was wird verglichen?

Windows und Linux hatten immer verschiedene Zielgruppen. Im Zeitalter von Cloudcomputing und Netzwerksystemen laufen Entwicklungen aktuell parallel zueinander, aber damals war MS-DOS bzw. Windows der klassische Desktop-Arbeitsplatz, während Linux sich an Coder, Netzwerkspezialisten und Techniker richtete. Wie gesagt, das läuft mittlerweile alles jetzt zusammen: Windows läuft mittlerweile auch auf Servern und Linux hat mittlerweile recht ansehnliche Benutzeroberflächen verpasst bekommen. Wir vergleichen also ein aktuelles Windows 10 (Build 1903) mit einem aktuellen Ubuntu Linux (18.04 LTS). Allerdings gibt es hier schon einen entscheidenden Unterschied: Bei Windows gibt's eine fertige Oberfläche. Bei Linux kannst du zwischen verschiedenen Oberflächen (Gnome, KDE, Cinnamon) wählen.

Installation

Sowohl Windows, als auch Linux lassen sich problemlos vom USB-Stick installieren. Du kannst in jedem Fall über Programme wie Rufus einen bootfähigen Stick erstellen und die Installation von Windows oder Linux direkt starten. Hier gibt's aber schon den ersten Pluspunkt für Linux. Ubuntu kannst du direkt vom Stick aus starten und du musst es gar nicht installieren, um es auszuprobieren. Der zweite Pluspunkt für Linux ist, dass du Ubuntu direkt neben dem bereits vorhandenen Betriebssystem dazu installieren kannst. Windows lässt im Standard kein weiteres Betriebssystem zu.

Die Installation selbst läuft bei beiden Systemen relativ identisch. Du legst deine Benutzerdaten fest, du partitionierst, du richtest das Netzwerk ein und die Installation startet. Lustigerweise hat Linux auch hier die Nase vorn, denn tatsächlich werden alle Updates bei der Erstinstallation schon mitgeliefert und seltsamerweise ist während der Installation auch kein Neustart notwendig. Bei Windows startet der Rechner 3-4x neu und sobald die Installation abgeschlossen wurde, zieht Windows nachträglich noch alles mögliche als Updates.

Man kann sagen: einen lauffähigen Linuxrechner hast du in maximal 30 Minuten eingerichtet. Bei Windows kann dies durchaus 1-2 Stunden länger dauern.

Nach der Installation

Seit Windows 10 hat sich, gerade im Bereich Treiber, viel getan. Unter Windows 7 ging nach der Installation der Treibermarathon los. Herstellerseiten abgrasen und nacheinander Grafikkartentreiber, Soundtreiber, Maustreiber, Boardtreiber, Tastaturtreiber und Druckertreiber installieren. Bei Windows 10 ist das nicht mehr ganz so extrem: Die von Microsoft mitgelieferten Treiber sind allesamt okay und der Rechner läuft meistens schon benutzbar. Selbst Spiele sind möglich, allerdings sind die Treiber oft eben nicht die neusten Windowsversionen.

Bei Linux sind die Opensource-Treiber installiert. In der Regel kannst du nach der Installation noch auf proprietäre Treiber umstellen. Dieser Schritt ist optional und theoretisch nur notwendig, wenn du Linux auch zum Zocken benutzen willst. Sound, Maus und angeklemmte USB-Geräte laufen meistens schon. Lediglich WLAN-Sticks und Drucker sind manchmal zickig.

Mitgelieferte Software

Windows liefert dir Windows. Eine vollständige Officelösung fehlt ebenso, wie ein wirklich gut benutzbarer Mediaplayer. Bei Linux wird im Desktopbereich immer Libreoffice mitinstalliert. Libreoffice ist eine vollständige Officelösung, die auch unter Windows perfekt funktioniert. Microsoft Office kostet im Vergleich dazu viel Geld, allerdings hat Microsoft mit MS-Office auch den Quasistandard für Bürosoftware festlegt. Libreoffice muss sich mit den Leistungen nicht hinter dem kommerziellen Bruder verstecken, aber Libreoffice ist eben nicht MS-Office und Linux ist nicht Windows. Als Mediaplayer wird „Gnome Video“ mitgegben, der sehr viele Formate direkt abspielt. Windows hat das Programm „Filme und TV“. Einigen wir uns darauf, dass man bei beiden Betriebssystemen mit VLC besser bedient ist. Windows 10 hat einen eigenen App-Store, während man bei Ubuntu den Menüpunkt „Software“ hat oder alternativ über das Terminal irgendwelche Programme nachinstallieren kann.

Softwareinstallationen durchführen

Von Windows ist man es gewohnt, beim Hersteller der Software oder halt über eine Google-Suche das entsprechende Programm zu beziehen und dann durch einen Doppelklick auf die Anwendung das Programm zu installieren. Diese Methode ist etabliert und es funktioniert ganz gut. Windows 10 fragt mittlerweile auch nach, ob die Datei tatsächlich ausgeführt werden soll, nachdem eine „Signaturprüfung“ durchgeführt wurde. Meistens klickt man auf „ja“ und erlaubt der Anwendung dadurch, wild im System herumzufuhrwerken. Klar: Wenn man den Microsoft-eigenen „Store“ nutzen würde, hätte man geprüfte Anwendungen, aber wenn das früher schon so geklappt hat, dann muss man das auch weiter so machen.

Linuxer sind es gewohnt, Programme nur aus sogenannten Paketquellen zu beziehen und/oder die Programme vielleicht sogar selbst zu kompilieren. Normalerweise fängt man sich da nix ein und die offiziellen Paketversionen sind perfekt auf dein Linux abgestimmt. Im Normalfall sind das auch nicht die neuesten Versionen, aber jede Linux-Distribution bietet dir die Möglichkeit, zusätzliche Paketquellen zu definieren. Bei Ubuntu nennt man dies PPA, bei Arch wäre das das AUR. Die Chance, sich über diese Quellen Müll einzufangen, sind relativ gering. Die Chance, eine Spyware zu beziehen, sind definitiv größer, wenn man irgend einen Windows- Installer irgendeiner Software benutzt. Nicht zuletzt kann unter Linux ausschließlich der Administrator Programme installieren. Windows ist nicht ganz so restriktiv. Beide Systeme setzen aber voraus, dass du gefälligst nicht einfach so irgendwelche Programme installieren solltest.

Softwarespektrum

Hier kann Windows ganz klar glänzen. Allein wegen des Pseudomonopoles von Microsoft, erscheinen die meisten Programme für Windows. Gerade kleinere Firmen stellen in der Regel nur Windows-Versionen ihrer Programme bereit und man darf auch nicht vergessen, dass die meisten Industrie-Betriebe auch Windows einsetzen. Diverse Programme gibt es ausschließlich für Windows. Insbesondere Spiele erscheinen zuerst für Windows, dann eventuell für den Mac und mit viel Glück auch für Linux.

Das heißt nicht, dass es für Linux keine Alternativen gibt: Natürlich gibt es GIMP, natürlich gibt es Blender, natürlich kann man dank Steam und Proton die meisten Windows-Spiele auch unter Linux spielen. Im Endbenutzer-Bereich steht man als Linuxer allerdings oft vor der Herausforderung, dass es „das eine“ Programm schlicht und ergreifend nicht gibt.

Benutzbarkeit

Wer viel Geld für die Usability von Programmen ausgibt, erhält auch Usability. Im Mac-Kosmos ist alles aufeinander abgestimmt, jedes Programm lässt sich identisch bedienen. Bei Windows wurden seltsame, nicht immer logische Konstrukte konsequent beibehalten, sodass ein erfahrener Windows-XP-Benutzer ziemlich schnell auch mit Windows 10 klar kommt. Bei Linux kamen die grafischen Oberflächen erst viel später und KDE verfolgte einen anderen Ansatz, als Gnome und nicht zuletzt gab es innerhalb der Grafik-Oberflächen und deren Teams immer mal wieder Reibungen, sodass Gnome geforked wurde und wir nun mit Cinnamon und Gnome arbeiten müssen.

Die Herausforderung für UI-Designer ist: Schreibe ich eine Anwendung für GTK oder für QT. Welches der beiden Frameworks erleichtert mir die Arbeit? Wie wird überhaupt damit gearbeitet?

Dinge, die unter Gnome „so“ gemacht werden, werden unter „KDE“ ganz anders gemacht. Das ist einer der Gründe, warum erfahrene Linux-User weiter bei der Konsole bleiben. Man kann Linux mittlerweile komplett in der GUI konfigurieren, aber nichts ist schneller, als eine auswendig gelernte Kommandozeile.

Performance

Ein Linux ist, einmal installiert, immer so schnell, wie am ersten Tag. Das ist kein Scheiss, denn Linux arbeitet zum einen schon auf Dateisystemebene anders, als Windows und es gibt eben keine Registry. Die Windows-Registry wird bei jeder Software-Installation größer und leider gibt's dort irgendwann jede Menge leerer Dateileichen. Das bremst das System aus. Programme wie CCleaner sind „Schlangenöl“, Windows gibt dir auch die Datenträgerbereinigung. Wie gesagt: Unter Linux gibt es solche Tools auch, allerdings sind diese Tools relativ sinnfrei und man braucht sie nicht. Da Linux grundsätzlich mit vorhandenen Rechnerressourcen besser umgeht, ist Linux auch viel schneller.

Sicherheit

Einer der Hauptgründe für die Sicherheit von Linux ist die einfache Tatsache, dass Linux für böse Blackhats kaum interessant ist. Das komplexe und manchmal nervige Rechtesystem ist ein weiterer Punkt. Nicht zuletzt ist Linux „sicherer“, weil es hauptsächlich von IT-affinen Menschen genutzt wird.

Fazit

Nutze das Betriebssystem, auf das du Bock hast. Installiere dir ein Windows, weil du spezielle Programme oder Games brauchst, die unter Linux nicht gehen. Oder installiere dir Linux, wenn du ein sicheres, schlankes und schnelles Betriebssystem benötigt. Linux läuft parallel und die Anforderungen sind so klein, dass du es theoretisch auch in einer VM nutzen kannst. Lustigerweise ist diese ganze Blogsoftware auch in einer VM geschrieben worden.

Geschrieben: 29.07.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Warum der Klimawandel der Schluessel zum Weltfrieden sein muss

Warum der Klimawandel der Schluessel zum Weltfrieden sein muss

In Sciencefiction-Filmen wie Independence Day oder 2012 steht die Menschheit einer großen Bedrohung gegenüber und löst diese Bedrohung, indem sie als gesamte Menschheit zusammenhält. Alle Menschen, gleich welcher Nationalität, welcher Religion, welcher „Rasse“ müssen zusammenhalten, denn wir alle werden von etwas bedroht, das viel mächtiger ist, als doofe CGI-Aliens. Der Klimawandel betrifft uns alle und ist der Feind.

Das Kernproblem beim Klimawandel ist, dass es kein greifbarer Feind ist. Es ist kein Xenomorph aus „Alien“ und es ist auch nicht so, dass irgendwo urplötzlich ein Weltuntergangsszenario ausbricht. Der Prozess ist über die letzten 150 Jahre stetig angewachsen und hat mittlerweile fast exponentielle Züge erreicht. Wir merken das nur nicht, weil wir in unserer Region ja eher endlich mal schönes Wetter haben und es ja fast genießen, „wann wird es wieder richtig Sommer“ als schmissigen Oldie zu hören.

Doch der Klimawandel ist mittlerweile eine ausgewachsene Katastrophe. Der Wasserdruck wird von den Kommunen verringert, damit wir weniger Wasser verbrauchen. Die Hummeln und Bienen kratzen zu Tausenden ab. Wenn du heute mit dem Auto über eine Autobahn fährst, sieht der Wagen nicht mehr aus, wie ein Insektengrab. Es gibt Dürreperioden und Regierungen machen Geld für Landwirte locker, damit diese überhaupt noch Nahrung anbauen können. Brache-Flächen dürfen bewirtschaftet werden, was die ganze Geschichte tatsächlich noch mehr beschleunigt. Das sind schon keine Warnsignale mehr. Wir sind quasi direkt in der Schlacht gegen E.T. und befinden uns im Schützengraben, brackwassersaufend und ohne Chance auf Nachschub.

Kritiker der Klimapolitik, von E-Autos und von Dieselmotoren werfen immer wieder das Argument ein, dass ja nur Deutschland was tut. Unsere Diesel fahren in Afrika weiter. E-Autos produzieren Kinderarbeit. Diese ganzen, üblichen Argumente werden vorgeschoben. Das ist so dämlich wie: „Mein Bruder hat ein Eis gehabt, jetzt will ich auch eines!“ - auch wenn man dafür ja vorher schon Gummibärchen gehabt hat. Wir dürfen nicht auf Länderebene denken. Wir müssen aufhören, so zu tun, als würden unsere Bemühungen nichts bringen. Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass wir alle auf diesem Planeten mitmachen. Äthiopien hat ein Baumpflanzprogramm ins Leben gerufen. Auch Indien macht jetzt was. Doch Deutschland querfinanziert die Abholzung für Braunkohleabbau. Gleichzeitig wird jede Menge Soja in Brasilien angepflanzt, damit wir billiges Fleisch haben. Das man für diesen Sojaanbau nochmal wieder Bäume wegholzt, wird zur Kenntnis genommen. In „Dorfgruppen“ bei Facebook wird ernsthaft darüber diskutiert, dass es ja albern wäre, Blumenwiesen auf Bushaltestellen zu pflanzen, weil „ja keiner dafür verantwortlich sein will, diese Blumenwiesen zu gießen“ und so weiter und so fort.

Unser größter Gegner sind wir selbst. Wir sind nicht in der Lage, das große ganze zu erfassen. Wir führen Kriege um „fruchtbare“ Landstriche. Von diesen Landstrichen gibt es immer weniger und weniger. Wir kippen Mikroplastik ins Meer und zerstören damit nicht nur den Lebensraum von irgendwelchen Fischen, sondern durch die Veränderung der Ströme wird der ganze Kühlprozess der Welt komplett durcheinander gebracht.

Wir sind über sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Sieben Milliarden Lebewesen mit einem Gehirn, einem Überlebenswillen und oft sogar guten Ideen. Wenn nur jeder 10. von uns die Vorurteile gegenüber der Nachbarn ignorieren würde und gemeinsam miteinander forscht, Bäume pflanzt und sich wirklich mal anstrengt, können wir wirklich etwas erreichen.

Du musst sagen: „ich habe ein paar Pflanzensamen in die Natur geschmissen und ich mache das jetzt jede Woche“ und das auch tun. Du musst nicht akzeptieren, dass das nichts bringt: Bevor die die Pflanzensamen in die Natur geschmissen hast, hat es keiner gemacht. Die Erde funktioniert doch so. Du musst nur immer wieder das richtige tun, die Masse wird das schon regeln, aber wir müssen jetzt damit anfangen. Gemeinsam.

Menschen sind Meister darin, alles schlecht zu reden. „Das bringt doch nichts“ wird häufiger gesagt, als „ich liebe dich“ und das ist doch eigentlich ziemlich traurig, oder etwa nicht? Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass irgend jemand etwas für uns tut. Wir müssen selbst handeln. Wir müssen auf Dinge verzichten, die moralisch verwerflich sind: Fleischkonsum ist ja in Ordnung, aber müssen die Viecher so leiden?

Ist es wirklich notwendig, so verdammt viel Fleisch zu produzieren, dass man 20 Millionen Schweine pro Jahr einfach so in die Tonne kloppt? (und das nur in Deutschland) Von 3 gefütterten, aufgezogenen Schweinen, wird eines tatsächlich gefüttert und dann getötet, nur um weder irgendwen zu sättigen, noch sonst irgendwie einen Zweck gehabt zu haben. Wir reden von 59 Millionen Schweinen im Jahr. Deutschland hat 80 Millionen Einwohner. Von denen essen viele nicht mal Schweinefleisch. Ist das logisch zu erklären? Wir sind alle so stolz auf unsere Industrierevolutionen und „just-in-time“-Lieferungen. Warum muss so ein Tier auf Vorrat getötet werden? Da würde man nicht mal seine Komfortzone verlassen. Fleisch würde nicht mal teurer werden, weil ja jeder wirklich nachrechnen kann, dass man die Produktion runterschrauben könnte.

Ich kann keine Lösungen anbieten, ich kann nur sagen, dass wir alle zusammen was erreichen müssen. Die Uhr tickt und ich glaube nicht, dass ich mit 45 (in 4 Jahren) in einer Mad-Max-Wüste herumlaufen möchte.

Image by David Mark from Pixabay

Geschrieben: 02.08.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

How to produce music in linux

How to produce music in linux

I don't have to tell you about the advantages of linux compared to other operating systems. Linux is extremely stable and the performance is usually really good. But your intention is to make music and music-software is special software. There just are no huge manufacturers of music software and 99 % of the created software appears for windows or mac. The professional and commercial segment of linux DAWs is currently just one single program called BitWig. Users of protools, logic, Ableton or sonar are not able to use those tools, because they are not available for this operation system.

But why use linux anyway?

I have an electronic music background while this is not EDM or dance anymore. Thanks to softwaresynths you are able to create a movie soundtrack. For example, the soundtrack of „Game of Thrones“ was done without an orchestra, but with a nice DAW and some huge sample-libraries. I created music with windows 7 and I was really happy with this operating system but suddenly windows refused to start and so I decided to try out something else.

Problems

In Windows, you can install your DAW (setup.exe), install an asio-driver (asio4all) and start making music. In general, music programs on windows are well integrated and usually start without any configuration marathon. In this case we have a real plug and play scenario.

In Linux you first have to find the DAW that matches your skills. Windows-musicians usually learn those tools by other windows-musicians. In Linux it's even hard to find other regular linuxers. Finding those, who are able to use a DAW is just another task.

What are we talking about?

HDD-Recording

HDD-Recording is - like the name says nothing more than recording every instrument to a harddrive. Usually HDD-recording-Software is able to play a channel while recording another one. In the early days of music, everyone of the band was sitting in the studio and everything was recorded while it was played. But producers realized quite early that this process creates music which does not sound good enough. So every artist was recorded in a single session and the whole track was put together afterwards. In those glory old days, they used tapedecks to play the recorded drum track and record the guitar track afterwards. Then the new combination was played and the singer was recorded.

As tapes are some sort of dead, the industry used computers. With programs like audacity you can record every musician after the other.

Sequencer

When MIDI was a thing, it was possible to play some notes on a keyboard and record the information about which key was pressed for how long to a program called sequencer. The concept was similar to that with HDD-recording, although you do not record the analog data and digitize it, but you record the meta-data and play it afterwards. Programs like cubase allowed us to play a melody slow, edit it and speed it up so that it appeared we are the best musicians in the world

DAW

Digital audio workstations combine the digital recording and the sequencer. The DAW is a studio in a box. Modern DAWs work as multitrack recorders and sequencers. They have their own effect-chains, their own instruments and even there own sample libraries. DAWs can communicate with other DAWs through standards like Jack or Rewire and even allow the control of external devices through MIDI. Popular DAWs are Logic (Mac), Cubase (Windows), Ableton (Mac/Windows), Renoise (Mac, Win, Lin) or Bitwig (Mac, Win, Lin).

Now we are talking

All of those tools DO exists in the linux universe but as I mentioned before: The market is quite small. Usually musicians use Windows or Macs and there are not too much signs pointing in another direction. Although a huge load of features speaks for Linux in a studio. Linux is stable, linux has some of the fastest filesystems on the market and linux is really good in memory management. But linux lacks in popular standards like VST or ASIO. Now: there IS VST available in Linux but most publishers do not code their stuff for linux.

WINE

Wine is a library which fakes a windows-environment. Windowsprograms "believe" they are running in Windows and so they work with windows. This Wine-thing is really nice, many programs and even games do work in Wine and the performance is great. But it fails, if the coders use routines which were not documented. Wine will crash and so the program itself will crash, too. I think it's safe to say that at least 70 % of windows-programs work well with wine. But that makes 30 % of apps not working properly in wine.

But Wine is the only way to use a decent load of VST-Plugins. In this case you have two options: You can try to install your DAW in a Wine-Environment. While some programs like Renoise work really good in Wine, some others like Cubase won't work at all. And we use Linux, so let's use a linux DAW.

Windows-VST in Linux Apps

You came here to run Windows-VST in Linux apps. I see it in your dirty smile. Guess what. It is really easy to run Windows-VST in Linux. All you need are some programs which I will present to you.

DSSI-VST

DSSI-VST is the oldest „windows-vst-player“ on the market. DSSI-VST  is usually available in the packages of your distribution. So you install DSSI-VST with your usual install routine (apt-get install dssi-vst) and then you install your VST in your home-directory/vst. DSSI will discover your plugin for you and there you go. It does its job and it is really stable. But DSSI does not support midi-triggering and midi-speed by your daw. So if your VST has delays and echos you will have to setup the delays by hand because DSSI does not „know“ how much BPM the track really has.

AIRWAVE

Airwave is supercool. I love this program and I don't use anything else anymore because it's really capable of running the most known VSTs. How does it work? You just install your VST with setup.exe (or whatever your WINE-VST needs) and after that, you open Airwave and create a link to your VST.

  1. Run the airwave-manager
  2. Press the "Create link" button on the toolbar.
  3. Select desired wine loader and wine prefix in the appropriate combo boxes.
  4. Enter a path to VST plugin DLL file in the "VST plugin" field (you can use the "Browse" button for convenience). Note, that the path is relative to the selected wine prefix.
  5. Enter a "Link location" path (the directory, where your VST host looks for the plugins).
  6. Enter a link name, if you don't like the auto-suggested one.
  7. Select a desired log level for this link. The higher the log level, the more messages you'll receive. The 'default' log level is a special value. It corresponds to the 'Default log level' value from the settings dialog. In most cases, the 'default' log level is the right choice. For maximum performance do not use a higher level than 'trace'.
  8. Press the "OK" button. At this point, your VST host should be able to find a new plugin inside of the "Link location" directory.

Carla

Carla is an audio plugin host, with support for many audio drivers and plugin formats. It has some nice features like automation of parameters via MIDI CC (and send output back as MIDI too) and full OSC control.

Carla currently supports LADSPA (including LRDF), DSSI, LV2, VST2/3 and AU plugin formats, plus GIG, SF2 and SFZ file support. It uses JACK as the default and preferred audio driver but also supports native drivers like ALSA, DirectSound or CoreAudio.

So - basically you can run several types of Plugins from several OSes in Linux. You can also use it as a sampler. You might want to download the .deb if you're running on Ubuntu but I'd download the prebuilt binarys or even compile it myself, because in really new ubuntu-versions I had some Wine-Issues with Carla. If you have gazillions of VST-Plugins you might want to try out Carla.

DAW to choose from

There are many, many DAWs to choose from. Here's just a short list and I have to be honest: This list if far away from being complete.

Renoise

I use Renoise since its beginning. I come from the Amiga and there we only had programs called „trackers“ to work with. So when Renoise popped up on Windows I finally had the chance to leave Fasttracker II aside and turn to VSTi and huge effects. But I started to have serious problems with Windows (nothing with Renoise) and so I switched to linux. And I took Renoise with me. I love the way you create stuff in Renoise. The shareware is just a little bit limited (no Wave export, no Rewire, No Jack) but you can create music limitless.

Bitwig

Funny about Renoise and Bitwig is the fact that some of the renoise-devs and some of the bitwig devs come from Ableton. I must admit, I don't have much practice with neither Ableton nor Bitwig, but this program looks very promising. If you come from ableton, you should give this a try.

Geschrieben: 30.07.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Simon V - Sexy German Accent

Simon V - Sexy German Accent

Ich verfolge die Karriere von Simon V schon eine ganze Weile. Über seinen damaligen Künstlernamen "Vivid" habe ich unter X-Tracker diverse, geile Trance-Tracks gefunden und ich wurde dann irgendwie ein Fan. Allerdings ging mein Interesse in Richtung Hardstyle über und dann verlor ich das Werk von Simon V aus den Augen. Bis ich ihn irgendwann bei Facebook als Freundschaftsvorschlag angezeigt bekam und immer wieder überlegte, dass ich den Namen doch mal gehört habe. Kurzerhand mal gegoogled, dann mal die alten DOS-Festplatten ausgekramt und tatsächlich schlug mein Fanboy-Herz wieder höher. Nachdem mein Puls wieder ruhiger wurde, merkte ich, dass sich Simon V in den letzten Jahren einen Namen als richtig guter Drum'n'Bass-Produzent gemacht hat. Aber sein Schaffen reicht noch weit darüber hinaus.

Neue EP - Sexy German Accent am Freitag, 26.07.2019

Diesen Freitag erscheint die EP "Sexy German Accent" auf den üblichen Portalen zum streamen und kaufen. Der Song ist kein Drum-and-Bass, sondern eine poppige Elektronummer. Höchst selbstironisch präsentiert Simon V auf englischsprachigen Vocals einen fiesen deutschen Akzent. Das passende Musikvideo wird auch noch erscheinen und in genialer 8-bit-Optik präsentiert.

Das Album erscheint am 6. September.

Meine Meinung

Wie erfolgreich man mit gerolltem R und Worten wie Autobahn oder Feuer sein kann, beweisen Kraftwerk und Rammstein schon seit Jahren. Insofern bin ich mir fast sicher, dass dieser Track Chancen hat, bei Youtube ordentlich Clicks zu generieren und eventuell sogar in den Radioplays laufen wird. Der Song produziert sofort gute Laune und ich persönlich liebe Selbstironie. Da Simon V ein begnadeter Künstler auch am Mischpult ist, ist das Ding natürlich auch exquisit produziert und klingt großartig.

Ich bin jedenfalls begeistert und freue mich auf mehr Tracks.

 

Geschrieben: 22.07.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Patreon und Steady und Paypal

Patreon und Steady und Paypal

Bloggen ist zeitaufwändig. Der eigene Webspace kostet viel Geld und nicht zuletzt hat mich die Entwicklung dieser Blogsoftware viel Zeit gekostet. Ich habe natürlich längst nicht die Zugriffszahlen anderer Blogs, aber ich versuche euch, mit gutem Content zu versorgen. Daher gilt: Das hier bleibt werbefrei und ich gedenke auch, es dabei zu belassen. Dennoch wäre es super, wenn ihr meinen Blog honorieren würdet. Dafür habt ihr mehrere Möglichkeiten:

Paypal

Paypal ist das einfachste. Du kannst direkt auf diesen lustigen Knopf klicken und mir 5 Euro spenden. Das hilft mir direkt und mein Hosting wäre zumindest für diesen Monat bezahlt. Über diesen Button konnte ich im letzten Jahr immerhin 69,60 € einnehmen und konnte mir dafür dann eine SSD für meinen Laptop kaufen. War super.

Patreon

Patreon kennt ihr vielleicht schon von Youtube. Ihr könnt hier einmalig oder auch regelmässig Geld spenden. Ich habe bisher nur eine Patronin, aber ich danke ihr für jede Spende. Ich überlege noch, exklusiven Content für Patrone zu gestalten. Mal gucken. Settings für VST-Plugins oder so vielleicht.

Steady

Steady ist Patreon relativ ähnlich. Auch hier könnt ihr einmalig oder regelmässig Spenden an mich überweisen. Auf meiner Steady-Seite steht da noch viel mehr zur Info.

Bild von kalhh auf Pixabay

Geschrieben: 23.07.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Es könnte alles so einfach sein

Es könnte alles so einfach sein

Die Politiker in Deutschland sind, das wissen wir nicht erst seit Rezo, ziemlich weit weg vom Volk. Ich glaube nicht einmal, dass die Politik diese Vergehen mit Absicht vollbringt oder dass die Politiker irgendwie dumm sind. Sie sind nur halt Politiker und versuchen überall und jederzeit irgendwie einen Konsens zu finden und dabei am Job als Minister festzuhalten. Grundsätzlich finde ich das nicht verwerflich, doch leider ist Politik aufgrund dieser Tatsachen leider total vom "Reallife" weg.

Dabei könnte Politik und die Lösung von Problemen total einfach sein, wenn man einfach mal logisch handeln würde. Ach ja: Es gibt hier keine Kommentarfunktion, weil ich hier einfach nur meine Ideen niederschreibe, die vielleicht sogar Quatsch sind. Aber das ist mir total egal 😉

Klimawandel

Der Klimawandel ist da und geht auch nicht mehr weg. Der Klimawandel hat auch nicht vor, sich mit Geld aus einer CO2-Steuer bezahlen zu lassen und dann zu gehen. Das Geld ist dem Klima total egal, also ist eine CO2-Steuer total sinnlos. Was allerdings funktionieren könnte, wäre eine komplett zweckgebundene Steuer, die dafür verwendet wird, jede Menge Freifläche zu kaufen und dort Bäume zu pflanzen. In den Innenstädten könnte man auf Hausdächern Beete anlegen, Bushaltestellen könnten bepflanzt werden und jeder beschissene Park könnte mit vielen Bepflanzugen aufgewertet werden. Pflanzt Bäume und Blumen auf Schulhöfen und kauft von dem restlichen Geld Parzellen im Amazonasgebiet oder aber verhindert mit dem Geld weitere Rodungen. Dafür kann man Forschungen bezahlen, sodass Papa auch weiterhin seinen SUV fahren kann. Das Geld könnte man auch zur Vernichtung von Plastik verwenden, aber was weiß ich schon?

Europa

Europa hat ein Transparenzproblem. Von der Leyen ist jetzt irgendwas total wichtiges, weil sie eine beknackte Rede gehalten hat, die viele Themen angerissen hat, aber keine Lösungen bot. In einer geheimen Wahl wurden Ursula nun viele Stimmen gegeben und die Leute, die zum Beispiel die PARTEI gewählt haben, fragen sich zurecht, warum die verdammte CDU noch immer so viel zu sagen hat. Was ist da eigentlich los?

Aus dem EU-Parlament hört man immer nur Schrott. Die DSGVO ist an und für sich eine gute Sache, aber an wichtigen Details hakt es immer wieder und irgendwie versteht man "im Vorbeigehen" nicht, was das mit der EU eigentlich alles soll. Klar ist, dass die EU als Friedenssicherer unabdingbar ist. Man greift seine Parlamentsfreunde nicht an, daher darf die EU niemals verschwinden. Ich würde mir wünschen, dass die EU tatsächlich so eine Art "Staat" wird. Die vereinigten Staaten von Europa. Dann aber eben ohne den Rassismus aus Polen, Italien und aktuell ja auch Deutschland.

Wo könnte die EU einfacher sein? Sagt den Leuten doch, was ihr da eigentlich den ganzen Tag macht. Das würde mir und den anderen Wählern helfen. Was so ein Kommissionspräsident, bzw jetzt eine Kommissionspräsidentin so macht, versteht doch kein normaler Mensch.

Auf das Wesentliche konzentrieren

Gewisse Parteien bekommen noch immer viel zu viel Redezeit in TV-Sendungen. Dabei geht es immer wieder z.B. um Flüchtlinge. Das Problem ist nur, dass wir gar nicht immer mehr Flüchtlinge kriegen. Die Zahlen sind seit Jahren rückläufig. Also sollte man lieber über die Themen reden, die wirklich relevant sind. Wieso ist es so schwer, Menschen vor Küsten zu retten? Wenn man verhindert, dass die Boote irgendwo anlegen, ist das ja keine Lösung. Es wäre doch viel einfacher, wenn die Länder, die nicht direkt von der Einwanderung betroffen sind, Direkthilfe anbieten und die typischen Einwanderungsländer mit Personal unterstützen. Tatsächlich denke ich, dass hier sogar jede Menge Jobs zu erschaffen wären.

Statistik: Anzahl der Asylanträge (insgesamt) in Deutschland von 1995 bis 2019 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Einfach mal entspannter sein und dabei Spaß haben

Toleranz ist keine Einbahnstraße. Ich muss nicht alles gut finden, was meine Mitmenschen so machen. So lange es mein persönliches Umfeld allerdings nicht direkt belastet, muss ich keine Energie damit verschwenden, empört zu sein. Wenn ich Dinge sehe, die ich gut finde, kann meine Toleranz in Empathie umschwenken und ich kann meine Hilfe anbieten. Dabei bin ich dann maßgeblich am Erfolg eines Konzeptes beteiligt und habe dabei auch noch Spaß.

Seht doch alles mal ein wenig entspannter.

Geschrieben: 17.07.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Warum Blogger noch immer die besseren Influencer sind

Warum Blogger noch immer die besseren Influencer sind

Influencer kriegen immer weniger Klickzahlen, meldet zum Beispiel die Gründerszene. Trotz jeder Menge Hashtags gibt es bei Instagram stagnierende Klickzahlen. Das liegt nicht daran, dass Instagram weniger User hätte als früher. Es liegt vielleicht eher daran, dass es immer mehr User gibt. Außerdem gibt's bei Instagram Planungen darüber, die Likes zukünftig komplett auszublenden. Abgesehen davon, dass Instagram lediglich ein Foto oder ein kurzes Video beinhaltet, möchte ich dir hier zeigen, warum ein Blogger noch immer der bessere Influencer ist.

Instagram, Facebook oder Snapchat haben den Bloggern ziemlich viele "Sponsoren" weggenommen. Hübsche Menschen ließen sich mit netten Gadgets oder in schicken Klamotten an noch schickeren Locations fotografieren und viele Unternehmen waren nur allzusehr bereit, im Hashtag des braungebrannten Supermodels genannt zu werden. Wie sexy ist denn auch bitte eine Blondine, die mit #Sannheiserkopfhörer am #Karibikstrand ihre #Vacation feiert und #instabitch-mässig geil aussieht? Die niedrigsten Instinkte, halt alles aus der Werbung, werden mit solchen Motiven angesprochen. Da die Blondine oder halt auch der geile Sixpack-Typ das selbst und freiwillig macht, hat man billig und schnell den Archetyp einer 80er Jahre Werbeanzeige.

Denn sexy Menschen haben schon immer gut funktioniert, werden in der "normalen" Werbung aber kaum noch so offensichtlich verwendet, weil das Thema sich ausgelutscht hat. Bei Instagram erreichen wir aktuell dasselbe, da dieses soziale Netzwerk pro Sekunde mit hunderten von Bildern mit eben solchen Models oder weniger attraktiven Menschen, aber immer mit dem geile Kopfhörer oder Gadget gepostet werden. Dass so ein Foto letztendlich nur so lange interessant ist, wie es bei den Followern im Stream auftaucht, ist vermutlich einer der Gründe, warum die Klickzahlen einbrechen. Es sind heute viel zu viele Leute, denen man bei Instagram folgen könnte. Die Quote derer, denen man folgt und die zurück folgen, ist auch irgendwie ungleich.

Blogger hingegen haben als Influencer noch immer die harten Fakten auf ihrer Seite: Blogs sind nicht so "endlich" wie Instagram-Posts. Ein Blogeintrag bleibt in der Regel für immer online. Ein Blogeintrag kann jederzeit gelesen werden und zwar ohne eine notwendige Registrierung. Blogs sind unabhängig von Suchmaschinen und werden sowohl von Google, als auch von DuckduckGo, Yandex oder Bing gefunden. Es gibt keine "Kontrolle" darüber, ob ein Blogposts irgendwelchen Communitystandards entspricht.

Nicht zuletzt haben Blogs einen journalistischen Touch. Das besprochene Produkt wird in der Regel auf Herz und Nieren geprüft und dem Blogleser wird verdeutlicht, warum der Blogger selbst dieses Produkt tatsächlich gut oder weniger gut findet. Im Blog kann man jederzeit auf fundierte Fakten verlinken, die die Meinung des Bloggers noch unterstützen, was für eine zusätzliche Seriösität sprechen kann. Blogs sind einfach toller.

Henning Uhle hat sich zu dem Thema auch mal so seine Gedanken gemacht, die ich restlos unterschreibe :)

Bild von Khusen Rustamov auf Pixabay

Geschrieben: 16.07.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Der Zweck der Existenz

Der Zweck der Existenz

Über den Zweck der Existenz habe ich dank meines Freundes Shadowelf ja bereits einmal geschrieben. Damals war ich in einer depressiven Phase. Ich weiß nicht, ob diese Phase noch immer anhält. Aber ich habe noch einmal lange über meinen ZDE nachgedacht. Der Zweck der Existenz basiert auf den Büchern von John Strelecky. In diesen „Lebenshilfe-Beratern“ wird darüber gesprochen, wie man sich die Fragen nach dem „Warum bin ich hier“ beantwortet.

Der Zweck der Existenz ist die fundamentale Idee, einen Sinn in seinem Leben zu haben. Der Sinn des Lebens ist für Künstler, Gemälde zu schaffen. Das machen die nicht, weil sie es müssen. Sie machen es, weil ihr ganzes Dasein darauf abzielt, dieses Ziel zu erreichen. Ihre Motivation ist ansteckend und jeder versucht, ihnen zu helfen. Doch der Zweck der Existenz ist eben nicht nur ein einziges Ziel. Der Zweck der Existenz besteht aus den sogenannten „Big Five For Life“.

Damals habe ich, wie gesagt, irgendwie eine Krise gehabt. Mein Zweck der Existenz und meine Big Five haben sich damals irgendwie dann doch verschoben und leider nicht zum Besseren. Während dieser Krise empfand ich meine Existenz an sich schon als Belastung.

Ich war tatsächlich so richtig depressiv. Ich sah keinen Sinn mehr. Trotz toller Frau, tollen Kindern fühlte ich mich leer.

Mittlerweile hat sich das geändert. Ich habe noch immer meine depressiven Phasen, allerdings kann ich mit Sicherheit sagen, dass diese Phasen nur kurz andauern und ihren Ursprung im verpeilten Hormonhaushalt haben. Vor einem Jahr allerdings habe ich manchmal wirklich das Gefühl gehabt, ein unendlich trauriger Mensch zu sein. Das ist nun aber vorbei.

Diese 5 Dinge will ich im Leben noch tun.

M - Musik machen

Musik war bis vor 10 Jahren das allerwichtigste in meinem Leben. Ich machte jeden Tag einen Song, oder ich sinnierte darüber, wie man aus Plugins wie Vanguard oder Synth1 die besten Sounds herausholen konnte. Ich hatte gerade meine Hardstyle-Phase hinter mir gelassen und wollte wieder mehr Trance machen und irgendwie schwebte mir auch immer vor, mal was klassisches zu versuchen. Die Musik sollte in Richtung Alexandre Desplat gehen, wobei ich natürlich weder das Equipment, noch das Talent eines Desplat habe. Aber ich habe wirklich Spaß an der Musik und durch viele Übungen kann man ja erfahrungsgemäß immer besser werden.

Doch irgendwie ist die Musik an mir so langsam aber sicher vorbei gegangen. Ich liebe es, im Auto Musik zu hören. Die Mitgliedschaft bei Spotify ist pures Gold für mich und ich habe einige Playlists zusammengestellt, die meine jeweilige Tagesstimmung perfekt reflektieren.

A - Mein Buchabenteuer

Ich schreibe an einem Horror-Roman über einen Serienmörder, der an Oldenburger Sehenswürdigkeiten seine Opfer „malerisch“ drapiert. Jedes Opfer steht für einen Schriftsteller und daher imitiert meine Figur die brutalsten Tötungsarten aus Büchern von King, Sigler und anderen Autoren. Ich habe da im Moment eine Blockade, weil mein „Guter“ in dem Film mir - ehrlich gesagt - auf den Sack geht ?

G - Ganz neue Sprache lernen

Ich spreche fließend englisch. Meine Französischkenntnisse sind leider eingerostet, aber ich kann tatsächlich einen Film auf französisch gucken und verstehe zumindest ansatzweise, um was es geht. Ich werde eine Sprache lernen, die ich bisher noch nicht kann. Chinesisch.

I - International verreisen

Mal vom Geld abgesehen, gibt es nicht so wirklich viel, was einen davon abhält, zu verreisen. Ein Flug nach London kostet irgendwas um 100 € und sogar die Jugendherberge ist für ein Wochenende nicht so richtig teuer. Ich habe da eigentlich nie wirklich drüber nachgedacht, aber aktuell ist verreisen wirklich sehr, sehr günstig.

Die Herausforderung bei mir ist eher, dass ich auch mit 2 Unterhosen, nem T-Shirt und ner Zahnbürste verreisen kann, während meine Frau und meine Kinder halt wirklich viele Klamotten brauchen. Ist irgendwie nicht meine Welt. Ich brauch nichts für unterwegs

E - Ein Boot fahren, ein Flugzeug fliegen

Ich liebe das Meer. Ich betrachte Dangast als mein zweites Wohnzimmer. Ich versuche jede freie Minute in diesem romantischen Kaff zu verbringen. Doch ein Sonnenuntergang von der Mitte des Meers aus ist doch eigentlich viel cooler. Dafür muss ich Bootfahren lernen. Oder halt der Sonne entgegen fliegen. Ich möchte auf jedenfall eine Hochseelizenz oder einen Pilotenschein haben. Ich möchte mich in ein Flugzeug setzen können und dieses selbst fliegen können.

Hier ist die allergrößte Herausforderung, dass sowohl ein Bootsführerschein, als auch ein Pilotenschein alles andere als billig ist. Aber diesen Traum werde ich mir erfüllen. Ganz klar. Ganz sicher und ich werde alles dafür tun, bald eine Grand Caravan zu fliegen.

Und du?

Was sind deine Big Five For Life? Lass es mich wissen.

Geschrieben: 20.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Es gibt bereits eine Realverfilmung von Mulan und die sieht saugut aus

Es gibt bereits eine Realverfilmung von Mulan und die sieht saugut aus

Disney hat ja bereits 1998 die Legende der Kriegerin Mulan verfilmt. Fa Mulan's Vater wird zum Krieg einberufen, da der Mann aber zu schwach für den Krieg ist, gibt sich Mulan als er aus und kämpft an der Seite der chinesischen Männer als starke Frau gegen den Feind. Angeblich ballert Disney für die kommende Neuverfilmung 300 Mio. Dollar raus und ich bin froh, dass Disney kein Whitewhashing betrieben hat. Neben Mulan-Darstellerin Crystal Liu treten Kampfsport-Film-Legenden Jet Li und Donnie Yen auf.

Was ich aber bisher gar nicht wusste: Es gibt schon seit 2009 eine sehr opulente Realverfilmung. Mulan - Legende einer Kriegerin.

Den werde ich mir besorgen. Ganz sicher sogar

Geschrieben: 28.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Dein Hund ist aber dominant

Dein Hund ist aber dominant

"Dein Hund ist aber dominant!", "Der darf aber nicht knurren!" und "Du musst deinem Hund zeigen, wer der Chef ist!" sind nur einige der Sätze, die man als Hundebesitzer hört. Dabei geht's oft darum, dass der Hund ein Verhalten an den Tag legt, das andere als störend empfinden. Manchmal empfindet man das Verhalten sogar selbst als störend. Doch was ihr Dominanz nennt, nenne ich normales Verhalten.

Der knurrende und deshalb dominante Hund

Wenn dein Hund knurrt, hat das viele Gründe. Doch Machtverhalten oder gar Unterdrückung gehört nie dazu. Ein knurrender Hund warnt dich, weil er sich in einer Situation befindet, die er als auswegslos empfindet, der Hund hat Angst oder Schmerzen. Der Hund denkt, dass du ihm sein Fressen wegnehmen willst oder der Hund beschützt etwas oder jemanden. Wenn dein Hund also z.B. deine Kinder anknurrt, möchte er sagen: "Das, was du da vorhast, verstehe ich nicht. Bitte höre damit auf, weil ich sonst nicht weiß, wie ich mich verhalten soll."

Hunde sind wahnsinnig lernfähig und du kannst Ihnen ihr artgerechtes Verhalten abgewöhnen. Deshalb scheisst dein Hund dir nicht in die Wohnung. Das ist auch der Grund, warum dein Hund nicht sinnlos Radfahrer jagt oder warum dein Hund an der Leine läuft. Du kannst einem Hund sogar das Knurren abtrainieren, indem du ihn anmeckerst oder sogar  bestrafst. Das solltest du aber niemals tun, denn Knurren ist eine unmissverständliche Warnung. Wenn du deinem Hund das Knurren abgewöhnst, hat dies lediglich den Effekt, dass dich keiner mehr warnt. Ziemlich dämlich, würde ich sagen.

Knurren ist also keinesfalls als Dominanz zu verstehen, sondern eindeutig als Warnsignal.

Du musst dich wie ein Wolf verhalten

"Dein Hund muss wissen, dass er erst fressen bekommt, wenn du fertig bist" und "wenn ihr kämpft, musst du immer gewinnen". Ich habe selbst an diese Statements geglaubt, denn ich dachte, ich müsste das Verhalten meines Hundes imitieren und quasi wie im Rudel agieren. Tatsächlich ist das aber Quatsch, denn dein Hund weiß ganz genau, dass du kein Artgenosse bist. Dein Hund ist eher verunsichert, wenn du auf einmal versuchst, seine Sprache zu sprechen. Nichts ist peinlicher, als der Tourist, der gebrochenes italienisch im Restaurant spricht. So ähnlich geht es deinem Hund. Der denkt, dass du doch nicht alle Latten am Zaun hast.

Tatsächlich ist dieses "Gewinnverhalten" oder die Unterdrückung deines Hundes auf Rudelart gar nicht typisch für Hunde. Erstens sind Hunde und Wölfe zwar miteinander verwandt, aber tatsächlich ist das eher so, als würdest du mit einem Neandertaler agieren müssen. Im Grundsatz sind Homo Sapiens und Neandertaler zwar gleich, dennoch sind sie grundverschieden. Beim Hund und Wolf ist es genau so. Hunde haben zwar auch ein gewisses Rangverhalten, allerdings ist dies längst nicht so ausgeprägt, wie beim Wolf. Hunde leben eher "gechillt" in einer Familie und mogeln sich irgendwie so durch. Dabei gibt's Fragen bezüglich des Rangs eigentlich nur, wenn ein Hund von einem anderen Hund "erwischt" wird. Wölfe leben in einer "qualifizierten Demokratie" (vgl. auch hier)

Byorn, mein Hund
Byorn, mein Hund

Leinenrambo - der Hund will andere dominieren

Hier liegt übrigens in 9 von 10 Fällen gar kein Dominanzgehabe vor. Wenn dein Hund an der Leine andere Hunde angeht oder sogar auf Radfahrer loswill, ist das kein angeben oder "mächtigspielen". Leinenrambos haben Stress und im schlimmsten Fall sogar wirklich Angst und wollen die Gefahr verbellen. Leider muss ich sagen, dass hier wenig Vertrauen in Richtung Besitzer*in vorliegt. Dein Hund fühlt sich bei dir nicht sicher und verfügt nicht über die Stärke, die notwendig wäre, diese Begegnung ohne Streß zu umgehen.

Wie man das dem Hund abtrainiert, kann ich aktuell nicht sagen, weil Leinenrambo-Verhalten viele unterschiedliche Ursachen haben kann. Es gibt diverse Möglichkeiten, dieses Verhalten abzutrainieren, allerdings läuft das meiste tatsächlich darauf hinaus, dass dein Hund sich auf dich als Führer verlassen kann.

Der Hund verteidigt seinen Platz, sein Fressen o.ä.

Du ahnst es schon: Auch hier liegt kein Dominanzverhalten im klassischen Sinn vor. Dein Hund hat noch nicht gelernt, dass seine Ressourcen in Ruhe gelassen werden und er sein Fressen gar nicht erst verteidigen muss.

Dein Hund braucht Ruhe zum Fressen. Am besten ist sein Napf dort, wo sonst keiner hin geht und er weiß, dass hier lediglich mal einer was macht, um NEUES Fressen reinzutun. Ein Hund - so sehr er auch ein Familienwesen ist - muss nicht in der Küche fressen, wo die ganze Familie laut ist und womöglich noch ständig am Hund vorbei läuft.

Ein weiterer Klassiker ist das Sofa. Manche Hunde akzeptieren nicht, dass Frauchen und Herrchen genau auf "seinem Platz" sitzen wollen. Typischerweise nehmen wir dem Hund das Bällchen einfach weg oder wir rufen ihn und setzen uns dann schnell selbst hin. Dass dies falsch ist, vermutest du verdammt richtig. Der Hund muss lernen, dass Ressourcen nie knapp sind. Wenn er den Platz freigibt, muss er dafür etwas bekommen. Falls ihr (du und Hundi) sowieso gemeinsam vor der Glotze hängt, kannst du deinen Hund streicheln. Der Hund entspannt dann und das Gemeinschaftsgefühl wird verstärkt. Wenn du gar nicht willst, dass der Hund die Couch benutzt, musst du dem Hund etwas besseres bieten. Wann immer er auf seinen zugewiesenen Platz geht, musst du vor Freude ausflippen und den Hund loben.

Dein Hund ist dominant, weil er nicht hört

Byorn, mein Hund
Byorn, mein Hund

Wenn dein Hund nicht hört, können die Ursachen vielfältig sein. Das offensichtlichste nenne ich dabei mal zuerst: Dein Hund hört nicht, weil er dich nicht gehört hat. Der Grund kann sein, dass du vielleicht nicht laut genug gerufen hast, denn gerade in unseren Städten ist Krach allgegenwärtig.

Es gibt auch ein biologisches Problem, wenn dein Hund nicht hört. Es kann zum Beispiel sein, dass der Hund komplett im Jagdmodus ist. Dabei geht's dem Hund gar nicht um das Erlegen der Beute. Sobald der Hund jagen will, wird im Gehirn Dopamin ausgeschüttet. Dein Hund ist komplett high und zugedröhnt, wie Jack Nicholson zu seinen Kokain-Zeiten. Guck dir deinen Hund nach einer Jagdt mal an. Die Zunge hängt raus und der Hund guckt irgendwie "dämlich". Das kann man wirklich mit einem Junky vergleichen, dem man ja auch nicht gut zureden kann. Dein Hund hat in diesem Moment kaum eine Chance. Da der Hund erblich bedingt schon immer ein Jäger war, ist es auch ziemlich unmöglich, den Jagdtrieb auszublenden. Das einzige, was du dann noch machen kannst, ist geduldig sein und 10-15 Sekunden warten. In der Zeit fährt er runter.

Und zuletzt noch die Frage: "Bist du dir sicher, dass dein Hund dich verstanden hat?" Vielleicht würde dein Hund ja deinem Befehl gehorchen, wenn er nur wüßte, was du eigentlich von ihm willst. Auch nach Jahren kann es immer mal wieder passieren, dass der Hund einfach vergisst, was "Platz" bedeutet. Das ist so, wie das Passwort, das man immer gewusst hat und das nun plötzlich weg ist. So etwas passiert. Ist ja nicht weiter dramatisch.

Wie kriege ich Dominanz denn nun weg?

Also: Nachdem wir jetzt wissen, dass der Hund eigentlich nie wirklich dominant ist, sondern sich lediglich ins Familiengefüge einpflegt, wissen wir auch, dass nur Grenzen ausprobiert werden. Ich persönlich lebe ja nach der Philosophie, dass ein Hund geistig ungefähr auf dem Niveau eines 3-jährigen Kindes ist, also dass man ihm Grenzen aufzeigen muss. Das geht nicht mit Anschreien oder Gewalt, sondern mit positiver Bestärkung. Und ja, auch mit Leckerchen. (Was ist falsch daran, wenn mein Hund weiß, bei Herrchen ist es immer gut?) Dein Hund muss merken, dass du immer versuchst, ihm ein Sicherheitsnetz zur Verfügung zu stellen. Hunde sind so ein bißchen wie Monk aus der TV Serie. Schon mal einem Hund, der IMMER ein Halsband hatte, das Halsband entfernt? Beobachte das mal. Das sieht seltsam aus. 

Akzeptiere auch, dass du ein Lebewesen betreust, und keinen Roboter!

Geschrieben: 24.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Kann Linux dein Windows komplett ersetzen

Kann Linux dein Windows komplett ersetzen

Immer wieder taucht die Frage auf, ob Linux ein Windows ersetzen könnte und immer wieder sind begeisterte Linuxenthusiasten vorne mit dabei, wenn es darum geht, das zu bestätigen. Die Argumente für die Hardcore-Linuxfans sind immer die selben: Linux hat mittlerweile eine gute GUI, Linux ist viel stabiler als Windows und Linux kann alles, was dein doofes Windows auch kann. Der Linux-Fanboy in mir möchte dies alles bestätigen, doch ich werde in diesem Post versuchen, möglichst objektiv zu sein und leider werde ich ein paar Legenden entzaubern müssen.

Linux ist ein geniales Desktop-System

Auf dem Desktop ist Linux ein wunderbares Betriebssystem. Ich bin Fan des Gnome-Desktops, manch anderer schwört auf KDE und wieder andere finden XFCE als Desktop-Oberfläche großartig. Linuxdistributionen erlauben uns, unseren Desktop frei zu wählen und wir können unsere Oberflächen so umbauen, wie wir möchten. Wir haben wahnsinnig viele Freiheiten, wir haben viele Top-Anwendungen und wir haben als Linuxbenutzer eine grundsolide Basis. Ein Linux-Rechner ist stabil, schnell und vergleichsweise sicher.

Linux auf dem Desktop hat eine Menge Vorteile: Es gibt ein paar hervorragende Office-Lösungen. Es gibt professionelle Bildbearbeitungsprogramme und tatsächlich ist Blender seit Version 2.8 (noch beta, aber egal) vermutlich das beste Multimediawerkzeug aller Zeiten. Doch reicht das?

Gamer können dank Steam, Vulkan und Wine viele Windows-Spiele spielen, darunter auch High-End-Games wie GTA5. Studios wie Feral Games sind drauf spezialisiert, extrem gute Portierungen von Windows-Spielen auf den Linux-Rechner zu zaubern. Viele Publisher geben eh direkt Linuxversionen der Games raus. So geschehen bei Team Fortress, DOTA, No more Room in Hell oder auch Day of the Tentacle. Man kann super unter Linux spielen.

Wenn das alles so toll ist, woran hakt es dann? ist eine berechtigte Frage, die ich gerne beantworte. Die offenen Desktops und die Techniken, die hinter den grafischen Oberflächen stecken, sind ein Problem. Tools wie Firefox oder Chrome sehen unter Gnome besser aus, als unter KDE. KDE-Programme werden anders genutzt, als Gnome-basierte Lösungen. Die Einheitlichkeit fehlt ein bisschen.

Es liegt auch viel an den Benutzern: Wenn man z.B. Iphone und Android vergleicht, kann ein Apple-Jünger damit leben, dass bestimmte Dinge unter Android anders gelöst werden, als unter iOS. Mac-Computerbesitzer arbeiten mit ihrem System auch anders, als Windows-User. Wenn man aber denselben PC mit Linux ausstattet, muss dieselbe Hardware auf einmal anders genutzt werden, als vorher.

Fazit: Ich bin sicher, dass nach einer kurzen Einarbeitungsphase jeder Mensch mit einem Linuxrechner umgehen kann, völlig unabhängig vom eigenen Kenntnisstand. Ich glaube sogar, wenn man nicht durch Windows vorbelastet ist, sind die Hürden zur Nutzung eines Linux-PCs wesentlich geringer, vorausgesetzt der PC ist ordentlich installiert.

Aber: Windows wird leider gerade von kleineren Softwarehäusern besser unterstützt und es sieht eben auch nicht so aus, als ob Adobe mit der Creative Cloud irgendwann auf Linux gehen wird. Spezialprogramme wird es weiterhin in der Regel schneller für Mac oder Windows-PC geben.

Geschrieben: 17.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Arch installieren in supereinfach

Arch installieren in supereinfach

Hinweis: Die hier beschriebene Installationsmethode ballert dir ein Arch auf deinen Rechner und löscht ALLE vorher vorhandenen Betriebssysteme.

  • ISO herunterladen
  • ISO auf USB-Stick schreiben
    • Für Windows kannst du evtl. rufus verwenden. Unter Linux kannst Du dd verwenden
  • Boot Arch-Linux X86_64 auswählen

Tastaturlayout festlegen

  • Optional: loadkeys de eingeben, damit man eine deutsche Tastatur hat. Es geht auch ohne, aber mit deutscher Tastatur geht es einfacher. Y entspricht dem Z also musst du loadkezs schreiben.

Partitionieren

Festplatten unter Linux heißen nicht C:, D: oder E: sondern /dev/sda, /dev/sdb/ usw.

Festplatte partitionieren. Ich selbst nutze cfdisk, aber Du kannst auch jedes andere Partitionierungstool benutzen.

  • Erstelle eine Primäre DOS-Partition und nutze soviel Platz wie möglich. (Wähle dos aus)
  • Erstelle eine weitere Primäre DOS-Partition in der Größe deines RAM, besser noch in der Größe deines RAM erhöht um den Faktor 1,3. Das wird deine SWAP-Partition
  • Hinweis: Sobald du deine Partitionsdaten schreibst, sind die Daten auf deiner Festplatte weg.
  • Wähle write und erfreue dich, denn cfdisk schreibt nun deine Partition

Formatieren

Die meisten Linuxer nutzen mittlerweile das ext4-Filesystem. Das System hat sich in der Vergangenheit als schnell, stabil und sicher erwiesen. Also lass uns dieses System auch für unsere Zwecke nutzen.

mkfs.ext4 /dev/sda1 -L MyArch formatiert unsere erste Partition und gibt dem Ding den Namen MyArch.

Jetzt formatieren wir noch unsere Swap-Partition:

mkswap /dev/sda2 -L MySwap

Einbinden der Partitionen

Nachdem wir jetzt ja Plattenplatz haben, können wir diesen auch nutzen. Unter Linux muss man Datenträger mounten. Bei graphischen Oberflächen passiert so etwas automatisch, bei einer Installation so erstmal noch nicht.

mount -L MyArch /mnt

Grundsätzliche Verzeichnisse erstellen

mkdir /mnt/boot
mkdir /mnt/home

Die Swap-Partition einschalten

swapon -L MySwap

Netzwerkverbindung einrichten

Kabel am Router

Jetzt müssen wir prüfen, ob wir eine Internetverbindung haben. Ich persönlich bevorzuge Kabelverbindungen, weil die normalerweise out of the Box problemlos laufen. Du kannst das prüfen, indem du einfach ping -c2 trancefish.de eingibst. Falls Du ein Kabel angeschlossen hast, es aber keine Verbindung gibt, könntest du mit dhcpcd eine neue IP-Adresse beziehen.

WLAN

Mit dem Befehl wifi-menu kannst du komfortabel deine WLAN-Verbindung einrichten.

Proxyserver konfigurieren

Falls du über einen Proxyserver mit dem Internet verbunden bist (sind die meisten Privatleute fast nie), kannst Du arch mitteilen, dass es doch bitte den Proxyserver benutzen möge:

export http_proxy="http://<servername>:<port>"
export ftp_proxy="ftp://<servername>:<port>"

Spiegelserver wählen

Die Installationsdateien von Arch werden auf vielen, vielen Servern in der ganzen Welt gespiegelt. Das heißt, dass man immer die Server nutzen kann, die am allerdichtesten am eigenen Wohnort vorliegen. Es macht nicht viel Spaß, die Arch-Installationspakete von einem Server in Neuseeland zu beziehen. Daher legen wir fest, dass wir am liebsten die Server aus Deutschland nutzen möchten.

Die Liste der Spiegelserver befindet sich in der Datei /etc/pacman.d/mirrorlist und da wir diese Datei nun überarbeiten wollen, erstellen wir eine Sicherheitskopie dieser Datei.

cp /etc/pacman.d/mirrorlist /etc/pacman.d/mirrorlist.bak

Jetzt können wir ohne Stress diese Datei mit vi oder nano bearbeiten. Wir können sogar mcedit verwenden, falls du möchtest.

nano /etc/pacman.d/mirrorlist

Wir löschen jede Zeile, die auf Server verweist, die sich nicht in Deutschland befinden. Bei nano macht man das mit strg+k und bei mcedit mit F8. Wie gesagt, das kannst Du machen, wie du willst.

Das Basissystem installieren

pacstrap /mnt base base-devel intel-ucode dialog wpa_supplicant

Wir installieren das base-Basissystem. Basiscodes für Entwickler (um später Sachen aus dem AUR zu nutzen), die Bash-Autovervollständigung (weil wir faul sind), wpa_supplicant (wegen WLAN) und dialog wegen wifi-menu. Denn nach dem Neustart müssen wir das WLAN erneut einrichten. Falls dir Pacstrap um dir Ohren fliegt, kannst du das Ext-Filesystem noch einmal schreiben und noch einmal versuchen, die Dateien zu übertragen.

Dateisystemtabelle erzeugen

Arch Linux wurde nun erfolgreich installiert, allerdings weiß dein fertiges System noch nicht, wo sich die Laufwerke und damit die Systemdateien befinden. Wir schreiben nun also unsere sogenannte fstab. Da wir von Anfang an mit Labels gearbeitet haben, können wir also schreiben:

genfstab -Lp /mnt > /mnt/etc/fstab

Das System konfigurieren

Installationsmedium verlassen

arch-chroot /mnt/

Wir wechseln nun in unser frisch installiertes Arch und stellen ein paar wichtige Dinge ein, die nach dem Neustart funktionieren sollen. Zuerst legen wir fest, welchen Namen unser Rechner im Netzwerk haben soll. Dazu wechseln wir jetzt direkt ins System

echo rechner > /etc/hostname

Dieser Befehl öffnet die Datei hostname und schreibt einfach rechner in diese Datei. Du kannst den Rechner nennen, wie du willst.

Wir stellen die Sprache unseres Livesystems auch noch eben schnell ein:

echo LANG=de_DE.UTF-8 > /etc/locale.conf

Wir öffnen nun mit nano die Datei locale.gen und passen diese an.

nano /etc/locale.gen

Wir entfernen das #-Zeichen vor folgenden Zeilen:

#de_DE.UTF-8 UTF-8
#de_DE ISO-8859-1
#de_DE@euro ISO-8859-15
#en_US.UTF-8

Die Raute vor en_US entfernen wir, weil nicht jedes Programm auf Deutsch übersetzt wurde und wir so sichergehen können, dass Meldungen dieser Programme vernünftig ohne fiese Unicode-Fehler dargestellt werden.

Wir generieren nun die locales neu und starten locale-gen

Tastatur auf Deutsch stellen

Nach dem Reboot wäre die Tastatur wieder englisch. Das nervt natürlich, also legen wir Deutsch als Tastaturlayout fest

echo KEYMAP=de-latin1 > /etc/vconsole.conf

Zeitzone festlegen

Wir befinden uns in Deutschland, also legen wir eine deutsche Zeitzone fest.

ln -sf /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime

Dies erstellt einen Link namens /etc/localtime, welcher auf die Zoneninformationen aus Europa und dort eben auf Berlin verweist. Es gibt diverse Zeitzonen, die sich in dem Ordner /usr/share/zoneinfo befinden.

Initramfs generieren

initamfs steht für initial ram filesystem und bezeichnet ein Archiv, welches Dateien beinhaltet, die für den Systemstart notwendig sind. Diese Datei muss nun generiert werden.

mkinitcpio -p linux

Root-Passwort festlegen

Wir legen nun fest, welches Passwort unser Rootbenutzer (der Administrator unseres Systems) hat.

passwd

Linux fragt uns nun zweimal nach dem Passwort unseres Hauptbenutzers.

Bootloader installieren

pacman -S grub

Jetzt hast Du mehrere Optionen. Falls Du UEFI nutzen willst, musst du dies hier eingeben:

grub-install --target=x86_64-efi --efi-directory=/boot --bootloader-id=grub

Falls du lediglich über ein normales BIOS booten möchtest, reicht auch einfach:


grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg.
grub-install /dev/sda

Das neue Linux booten

Wir beenden unserere chroot-Session, umounten das Laufwerk und starten den Rechner nun neu

exit
umount /dev/sda1
reboot

Dein USB-Stick mit dem ISO ist vermutlich noch drin, wähle also boot existing OS jetzt aus. Den Stick kannst du jetzt rausnehmen. Wenn alles geklappt hat, fragt dich dein Rechner mit dem Namen "rechner" nun nach dem Login. Das wäre in diesem Fall "root" mit deinem gewählten Passwort.

Zuerst mal müssen wir die Verbindung mit dem Internet wieder herstellen. Beim Kabel ist es wieder relativ simpel: dhcpcd eingeben und die Verbindung ist da. Du kannst diesen Daemon auch direkt beim Booten starten

systemctl enable dhcpcd

Einen Benutzer erstellen

Wir wollen natürlich NICHT mit dem Root-User arbeiten. Daher erstellen wir uns jetzt einen Standard-Benutzer:

useradd -m -g users -s /bin/bash marcel

Anschließend geben wir dem User noch ein Passwort

passwd marcel

Fertig

Dein Arch-Linux ist nun erfolgreich installiert und du kannst von hier aus über pacman viele weitere Programme installieren.

Geschrieben: 05.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Warum es fatal ist auf Klarnamen zu bestehen

Warum es fatal ist auf Klarnamen zu bestehen

Unser aller Lieblingspartei, die CDU, wühlt mal wieder in der Kiste sinnloser Anfragen herum und schlägt vor, dass wir alle doch bitte Klarnamen benutzen mögen. Annegret Kramp-Karrenbauer ist nicht nur mit einem Klarnamen gesegnet, den wir alle abkürzen, weil wir ihn nicht aussprechen wollen. AKK will "wissen, wer hinter diesen Kommentaren steckt". Die Politikerin glaubt, dass eine De-Anonymisierung eine bessere Diskussionskultur fördert und sie glaubt, dass die Menschen ohne Pseudonym ja nicht mehr Hetze und Häme verbreiten würden. Jeder, der Ende der 80er Jahre und Anfang der 90er Jahre im Usenet und auf Mailboxen unterwegs war, weiß das Gegenteil. Wir hatten in unseren Newsgruppen strenge Netiquetten und auch wir haben diese Netiquetten weitestgehend "interpretiert", was hier tatsächlich als "ignoriert" zu verstehen ist. Die Kernfrage ist ja auch, ab wann man beleidigt und ab wann man sich beleidigt fühlt. Oft genug wurde gerade in Linux-Usergruppen nach einer Funktion gefragt und derjenige verbal hingerichtet, weil er vorher nicht die entsprechende manpage gelesen hat. RTFM kommt ja nicht von ungefähr.

Daher ist es wichtig, zu wissen, wofür diese Pseudonyme gut sind. Gerade DJs und Künstler aus der elektronischen Tanzmusik arbeiten mit Künstlernamen. Westbam, Daft Punk, Dune, Deadmau5 und Special D sind nur einige Namen, von denen man die "Realnamen" vielleicht gar nicht unbedingt weiß. Oft werden verschiedene Genres auch mit verschiedenen "Nicknames" ausgetestet. So hat ATB (André Tanneberger) unter dem Handle SQ1 durchaus härtere Sachen produziert.

Künstler nutzen Nicknames allgemein ziemlich häufig: Klebekünstlerin Barbara zum Beispiel könnte ihre politischen Statements gar nicht veröffentlichen, wenn jemand wüsste, wer sie ist. Ähnlich verhält es sich mit Banksy, von dem auch keiner sicher weiss, wer er oder sie ist. Die Anonymität dieser Menschen ist Teil ihrer Kunst und die Anonymität dieser Menschen stellt sicher, dass sie mehr oder weniger frei agieren können.

Die meisten Foren arbeiten mit Nicknames. Die meisten Webforen sind absichtlich relativ anonym gehalten. Wenn Du beispielsweise einen Ausschlag an einer peinlichen Stelle hast und einfach nur mal fragen willst, was das ist, willst du natürlich nicht sofort "entdeckt" werden. Medizinische Fragen mit völlig fremden Menschen zu diskutieren ist einerseits natürlich fatal, weil die Anonymität dieser Menschen dir ja auch nicht garantiert, dass sie dir keinen Murks erzählen. Andererseits hat es mir damals, vor der Vasektomie, geholfen, mich über diesen Eingriff zu erkundigen.

Im Netz kannst und darfst du jemand sein, der du im wirklichen Leben nicht bist. Oder du kannst aufgrund deines Pseudonyms zu jemandem werden, der du immer sein wolltest. Als ich mich mal mit einigen Bloggern, die als #Lifestyleblogger bekannt waren, getroffen habe, war ich erstaunt, wie wenig diese Menschen im echten Leben mit Worten umgehen konnten. Das Blog und das Autor-Dasein gibt diesen Leuten Sicherheit. Sowieso: Running Man mit Arnold Schwarzenegger wurde unter dem Pseudonym Richard Bachman geschrieben. Das Buch stammt nämlich von Stephen King, der wiederum als Science-Fiction-Autor nicht unbedingt einen großen Namen hatte.

Fatal ist es sowieso, wenn du irgendwie "anders" bist. Wenn du nicht der Norm einer AKK entsprichst und eine lesbische Frau in einem 1000-Seelendorf bist, hast Du verkackt. Denn wie und ob überhaupt Du ein Coming Out machst, ist allein deine Sache. Als Homosexuelle oder gar Transsexuelle wächst Du ständig mit dem schlechten Gewissen auf, etwas falsches zu tun. Wenn du wenigstens im Netz deine Anonymität ausleben kannst, ist die Anonymität deine echte Persönlichkeit und das "Reallife" die Maske, hinter der Du dich verstecken musst.

Wie oft demonstrieren wir? Ich habe bisher nur wenige Demos mitgemacht und die meisten Themen waren extrem lokalpolitisch, denn ich halte nicht wirklich viel von Demonstrationen. Ich bin eher der Meinung, dass man durch Wahlen und vor allem Abwahlen bestimmter Menschen mehr erreicht, als durch die Tätigkeit, auf Straßen zu laufen. Aber es wäre für mich ein Albtraum, wenn jeder sofort wüsste, wogegen oder wofür ich demonstriere.

(Bildquelle)

Geschrieben: 12.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Ein Hund veraendert dein Leben

Ein Hund veraendert dein Leben

Irgendwann letztes Jahr zeigte mir meine Frau ein Video auf Facebook. Zu sehen war ein völlig überdrehtes, beklopptes, haariges Wesen. Ein Hund. Ein stinkendes, bellendes Monster. Ein schwarzer, gruselig aussehender Hund. Ich hatte zu der Zeit Angst vor Hunden. Ich hatte wirklich viel Angst vor Hunden. Meine Frau saß da und schaute verliebt dieses derwischartige Wuselviech an und sagte zu mir: „Den will ich haben!“ Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber meine stumpfe Antwort war nur: „Okay, hol den doch!“ Wir waren ab diesem Moment auf einer Reise. Wir sollten Hundebesitzer werden. Ich war als Kind zwar irgendwie ein Hundebesitzer, ich habe den Hund meiner Eltern aber wirklich nur toleriert und jedesmal gehasst, wenn er gebellt hat oder wenn er mich nur angeschaut hat. Streicheleinheiten für den Hund meiner Eltern, César, gab es selten von mir. Meine Frau ist mit ihrem Jesse groß geworden und sie hat Jesse geliebt.

Es stand fest, dass wir also bald einen eigenen Hund haben würden. Dani hatte bei der Pflegestelle angerufen und gefragt, ob Byorn - so der Name - noch da wäre. Schwarze Haustiere sind wohl nicht so gut vermittelbar, jedenfalls war Byorn noch da. Ich merkte so langsam, dass es wohl doch ernst werden würde. Ich bin doch so ängstlich. Ich war mir echt noch immer nicht sicher, ob das eine gute Idee war.

Eine seriöse Pflegestelle will wissen, wo der Hund später landet. Nachdem also irgendwie klar war, dass wir Byorn wirklich haben wollten (meine Frau mehr, als ich), wurde ein Termin mit einer Mitarbeiterin vom Tierheim gemacht, damit die sich angucken kann, ob ein Hund bei uns überhaupt leben kann. Dabei wird ein Gespräch mit den zukünftigen Frauchen und Herrchen geführt. Es wird geprüft, ob ein Garten vorhanden ist oder ob die Wohnung schon ausreicht. Es wird geschaut, wie alt eventuelle Kinder sind und es wird natürlich auch darauf geachtet, dass die Leute vernünftige Argumente bringen, warum sie denn einen Hund haben wollte. Meine Antwort war übrigens: „Mich nervt es, nachts aufzustehen, weil meine Frau denkt, wir hätten Einbrecher!“

Wir erfuhren ziemlich schnell, dass die Bedingungen für den Hund mehr als nur ausreichend sind. Nachdem das also auch mit der Pflegestelle geklärt war, ging es nun darum, einen Termin zu finden, um Byorn zu holen.

Byorn kommt aus Kroatien. Er ist 2016 als Straßenhund geboren worden und lebte ca. ein Jahr ohne Familie. Er hat sich selbst versorgt und hat in dieser Zeit gelernt, dass er Menschen eigentlich nicht braucht. Er wurde irgendwann gefangen genommen und lebte in einer Pflegestelle in Kroatien. Diese Pflegestelle arbeitet mit dem Verein Hund sucht Hütte zusammen. Der Verein ist in Salzburg ansässig und hochmotivierte Menschen kümmern sich liebevoll um die Vermittlung von diesen Hunden.

Wir haben nochmal ungefähr 2-3 Monate gebraucht, um einen Termin für die Übergabe von Byorn hinzukriegen. Als wir den Termin hatten, ging es ums Kennenlernen. Dazu musste ich mit dem Auto ungefähr 10 Stunden ins allertiefste Bayern fahren, um Byorn entgegen zu nehmen. Als ich den Hund das erste mal Live sah, war ich ein wenig enttäuscht. Byorn war so klein. Ich hatte gedacht, ein kroatischer Schäferhund ist größer. Aber gut, jetzt einen Rückzieher zu machen, wäre vielleicht ziemlich ungeil, also versuchte ich von Anfang an, irgendwie eine Bindung zu diesem Hund aufzubauen. Allein schon, weil ich ja noch immer Angst vor Hunden hatte. Meine Frau klärte den Papierkram und ich ging mit Byorn das erste mal Gassi. Das war irgendwie seltsam. Er wusste überhaupt nicht, was ich mit ihm vorhabe und er hatte ja schon die Tour aus Kroatien nach Österreich hinter sich. Irgendwas ist in diesem Moment mit mir passiert. Ich mochte den Hund. Der war lustig.

Es gab auf dem Rückweg einige Herausforderungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Die erste Herausforderung war, Byorn überhaupt ins Auto zu kriegen. Er hatte die Tour aus Kroatien nach Österreich ja schon hinter sich und musste ja auch noch von Österreich nach Bayern. Logisch, dass er da nicht so richtig Bock drauf hatte. Schon wieder Auto fahren. Also musste Daniela den Hund ins Auto heben, weil ich Hunde ja nicht anfassen wollte. Wegen Angst und so. Das hat beim ersten Mal noch super geklappt. Auf dem Rückweg musste Byorn auch noch Gassi gehen. Trinken ist auch nicht verkehrt. Seine Lust, wieder ins Auto zu steigen, sank bei jedem Stopp immer mehr gegen Null. Das letzte Stück saß Byorn hinten im Auto, Dani streichelte und beruhigte den Hund so gut es ging. Als Byorn später bei uns zuhause ankam, stand bereits fest, dass Dani nur eine Woche Urlaub kriegen würde und ich aktuell gar keinen Anspruch auf Urlaub hatte. Wir mussten also zusehen, dass sich Byorn möglichst schnell eingewöhnt und unsere Bude nicht auseinander nimmt. Wir hatten also Leberwurstbälle, sogenannte Kongs, Spielzeug und Fressen besorgt, dass Byorn später während unserer Abwesenheit keinen Blödsinn machen würde.

Unsere Sorgen waren unbegründet. Byorn hat die meiste Zeit geschlafen. Da Dani eh nur in Teilzeit arbeitet, war Byorn auch gar nicht lange alleine. Das hat total unkompliziert geklappt.

Wir hatten ja Bedenken, ob das mit den Kindern funktioniert. Beim Ältesten hatten wir kaum Sorgen, der ist mit dem Hund von Oma aufgewachsen. Allerdings war ein 6- und ein 4-jähriger dabei und wir mussten echt überlegen, wie wir das anstellen würden. Wir haben vorher lang und breit mit den Kindern Verhaltensweisen durchgesprochen. „Lege dich nicht vor den Hund hin“, war eines der Statements. Ebenso die üblichen Themen, wie Ruhe gönnen und beim Fressen den Hund komplett in Frieden lassen. Am Anfang gab es noch Probleme, gerade der Jüngste hatte am Anfang das Knurren des Hundes zu ertragen. Hier übrigens ein Tipp von mir, der Gold wert ist: Wenn dein Hund knurrt, dann verbiete es dem Hund NICHT. Ein Hund, der nicht knurrt, beisst ohne Vorwarnung zu. So lernte der Jüngste, dass das, was er gerade tat, den Hund verunsichert.

In Niedersachsen brauchten wir den Hundeführerschein. Meine Frau hat Prüfungsangst, also musste ich den Hundeführerschein machen. Der Hundeführerschein gilt dazu, dass du besser lernst, deinen Hund zu verstehen. Eine gute Hundeschule erzieht nicht deinen Hund, sondern Du lernst bei der Hundeschule, die Signale des Hundes besser zu lesen. Ich habe also lernen müssen, Byorn zu verstehen. Mudis wie Byorn (Mudi = kroatischer Schäferhund) suchen sich eine konkrete Bezugsperson aus. Da ich Byorn am Anfang aus Respekt und Unsicherheit ignoriert habe, habe ich indirekt ausgelöst, dass er mir gefallen wollte und immer versucht hatte, meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Falls Du Angst vor Hunden hast, kennst du das vielleicht auch: Irgendwie kommen Hunde IMMER zu dir, obwohl du Angst hast.  Hunde riechen deine Angst übrigens nicht, Hunde wollen von Menschen beachtet werden und je mehr Angst du hast und je mehr du deshalb den Hund ignorieren willst, desto mehr wird der Hund versuchen, dir zu sagen: „Hey! Ich bin hier!“ Da ich die Hundeschule besuchte und lernte, wie man den Hund ins Sitz, Platz, Bleib, Fuß und Hierher bringt, rannte ich nun mit vielen Hunden und deren Besitzern auf dem Hundeplatz rum. Man besiegt Ängste nur, wenn man sich den Ängsten stellt. Ich habe keine Angst mehr vor Hunden. Das kann ich nun mit Sicherheit sagen.

Byorn wohnt im November nun länger bei uns, als in der Pflegestelle und er wohnt ab dann auch länger bei uns, als in „Freiheit“ auf der Straße. Wirklich geändert hat sich übrigens nur, dass man bei Wind und Wetter nach draußen geht. Weite Autotouren sind möglich, allerdings brauchen wir natürlich auch viel mehr Pausen. Überall liegen Hundehaare rum, weil der Hund entweder sein Sommerfell oder sein Winterfell kriegt. Manchmal sitzt du vorm Fernseher und kriegst eine Herzattacke, weil der Hund „grundlos“ drauflos bellt. Hunde sind Instinktwesen, ob die Liebe empfinden können, weiß ich nicht. Allerdings kommt Byorn immer wieder bei mir an und will kuscheln. Oder kämpfen. Oder kämpfen und kuscheln. Das Kämpfen ist bei uns relativ heftig. Er und ich machen Tauziehen und als Rudelführer verliere ich natürlich nie. Byorn gibt aber auch nicht auf. Ich betrachte Hundebesitzer jetzt mit ganz anderen Augen. Diese Menschen, die „Tutnixe“ besitzen, sind auf meiner Hass-Skala ganz oben. Den  eigenen Hund nicht anzuleinen, obwohl er bei Zuruf nicht zurück kommt, halte ich für unverantwortlich. Es gibt auch immer wieder Fälle, bei denen diese Tutnixe die angeleinten Hunde anfallen. Es ist auch Quatsch, einen Hund zu bestrafen. Hunde haben kein Gewissen. Hunde wissen nicht, was richtig und falsch ist. Sie wollen dem Rudel immer nur gefallen. Angenommen, dein Hund haut wirklich ab und kommt dann glücklich wieder: Schrei ihn an und er wird das nächste Mal nicht so schnell wieder kommen. Wenn dein Hund gewünschtes Verhalten an den Tag legt, lobe ihn wie bescheuert dafür. Wenn der Hund Mist baut, lob ihn nicht, ignoriere ihn.

Ich werde euch natürlich weiter auf Stand halten ?

Geschrieben: 07.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen