Laravel - das einfachste Tutorial der Welt - Teil 1

Laravel - das einfachste Tutorial der Welt - Teil 1

Laravel ist der heiße Scheiss in der PHP-Webentwicklung. Man kann mit diesem MVC-Framework innerhalb von Stunden eine komplette, hübsche, sichere, funktionale Website aufsetzen und muss sich nicht mehr um Logins, SQL, Javascript-Minimierung und den ganzen anderen Kleinkram bei der Webentwicklung kümmern. Laravel als Framework nimmt einem jede Menge unangenehmer Arbeiten ab. Dieses kleine Tutorial zeigt dir, wie du in Laravel einen einfachen Terminkalender erstellst.

Vorraussetzungen

Laravel setzt ein paar Dinge voraus. Du solltest bereits PHP in einer aktuellen Version (7.x) installiert haben. Außerdem benötigst du den Composer, sowie auch nodejs. Falls Du mit MySQL/MariaDB arbeiten möchtest, brauchst du einen MariaDB-Datenbankserver. Du kannst auch eine SQLite-Datenbank nutzen, die SQLite-Erweiterung von PHP muss dafür installiert sein.

Projekt aufsetzen

Öffne ein Terminal und wechsel in das Verzeichnis, wo du normalerweise deine Webprojekte ablegst. Unter Windows wäre das vielleicht c:\xampp\htdocs und bei Linux vielleicht /var/www/htdocs/. Ich entwickele gerne in meinem Heimatverzeichnis ~/www/, aber das muss jeder selbst wissen.

Sobald Du in deinem Projektverzeichnis bist, kannst Du dein Laravel-Projekt mit folgendem Befehl erstellen:

composer create-project laravel/laravel terminkalender

composer erstellt das verzeichnis terminkalender und zieht laravel und die benötigten Abhängigkeiten.

Du kannst dir dein Projekt jetzt bereits anschauen. Wechsel in das Verzeichnis terminkalender und starte den Laravel-Webserver mit dem Befehl php artisan serve

Wenn Du jetzt im Browser die Adresse http://localhost:8000 aufrufst, siehst du diese Website:

Laravel Startseite

Datenbank konfigurieren

Bei der Datenbank fangen wir ganz einfach an. Wir wollen einfach nur eine MariaDB-Datenbank namens terminkalender haben. Unser MariaDB-Server läuft und wir erstellen jetzt in phpmyadmin oder in der mysql-shell diese Datenbank: create database terminkalender

Damit Laravel weiß, dass es sich mit dem lokalen Datenbankserver verbinden soll und die Datenbank terminkalender benutzen soll, müssen wir die Konfiguration unserer Anwendung öffnen. Laravel speichert die grundsätzlichen Konfigurationsdaten in einer Datei namens .env, die wir nun öffnen.

DB_CONNECTION=mysql
DB_HOST=127.0.0.1
DB_PORT=3306
DB_DATABASE=terminkalender
DB_USERNAME=meinBenutzerName
DB_PASSWORD=meinSuperPasswort

Ziemlich simpel, oder? Falls deine .env nicht existiert, kannst du gerne die .env.example nach .env kopieren. Allerdings musst du dann auch einen Applikations-Schlüssel mit php artisan key:generate erstellen.

Unser erster Controller

Wir gehen wieder in die Shell und schreiben folgende Befehlszeile

php artisan make:controller CalendarController --resource

Artisan hat nun app\Http\Controllers\CalendarController.php erstellt. Eine ziemlich große PHP-Klasse, die aus sieben Methoden besteht:

  • index
  • create
  • destroy
  • edit
  • store
  • update
  • show

Der --resource-Parameter sorgt dafür, dass der Controller schon mit Methoden gefüllt wird. Hier hat das Laravel-Team ein sogenanntes Scaffolding für die üblichen Funktionen, die man so braucht, erstellt. Die Aufgabe von Controllern ist in der Regel die Ein- und Ausgabe von Daten. Unser Controller soll bei den oben genannten Methoden bestimmte Dinge tun.

Ohne --resource würden alle Methoden fehlen und man müsste sich die selbst erstellen. Oft braucht man ja auch nicht alle Methoden. Ich bin aber stinkend faul, daher lass ich das Framework meinen Code schreiben.

Index

Die Index-Methode soll unsere Termine anzeigen. Alle.

Create

Create soll uns ein Formular anzeigen, in dem wir einen Termin hinterlegen können

destroy

Destroy soll unseren Termin löschen.

edit

Einen vorhandenen Termin in einem Formular anhigen

store

Den neuen Termin speichern.

update

Den vorhandenen Termin aktualisieren

show

einen bestimmten Termin anzeigen lassen.

Unser erster Aufruf

Wir wollen, dass beim Aufruf von http://localhost:8000/termine unser Programm alle Termine darstellt. Laravel arbeitet zur Verarbeitung von URLs mit sogenannten Routen. Diese Routen legen fest, was unsere Applikation bei bestimmten URLs eigentlich machen soll. Wenn ich den Link einfach so aufrufe, kommt eine Fehlerseite. Laravel sagt: Route kenn ich nicht, also Fehler.

Routen bei Laravel

Wir öffnen die Datei /routes/web.php. Dort steht aktuell nur folgendes drin:

Route::get('/', function () {
    return view('welcome');
});

Ignorieren wir erst einmal. Wir wollen, dass unser Controller geladen wird und dass die Index-Methode aufgerufen wird. Wir teilen dem Framework also unseren förmlichen Wunsch mit, das bitte auch so zu machen.

Route::get('/termine', 'CalendarController@index');

/termine ist der Pfad und nach dem Komma steht, welche Klasse Laravel mit welcher Methode aufrufen soll. Wenn wir die URL http://localhost:8000/termine jetzt aufrufen, haben wir eine weiße Seite. Da die Methode im Moment noch nichts macht, ist unser Skript total gut und fehlerlos. Aber wir wollen, dass er zumindest irgendwas mal ausgibt.

Wir spielen das mal durch: Wir öffnen unseren CalendarController noch einmal und schreiben die index-Methode mal um:

class CalendarController extends Controller
{
    /**
    * Display a listing of the resource.
    *
    * @return \Illuminate\Http\Response
    */
    public function index()
    {
        echo 'Hallo';
    }

Nun rufen wir ein weiteres mal http://localhost:8000/termine auf und sehen ein schönes, einfaches Hallo auf unserer Seite.

Öffnen wir nun noch mal die web.php und schreiben folgende Zeile dazu

Route::get('/termine/wurstbrot', 'CalendarController@create');

Ausserdrem schreiben wir nun noch die create()-Methode im Controller um:

public function create()
{
    echo 'Ciao';
}

Du siehst nun bei einem Aufruf von http://localhost:8000/termine/wurstbrot eine weiße Seite, auf der Ciao steht.

Fazit: Es ist also egal, wie du deine URLs nennst, du musst lediglich ein entsprechendes Skript oder einen Controller dahinter schreiben, sodass Laravel weiß, was es wann machen soll. Unbekannte Routen führen erstmal immer zu Fehlern.

Views

Öffne noch einmal die web.php- die erste Route legt fest, dass bei einem Aufruf von / ein view namens welcome zurück gegeben wird. Was zur Hölle ist das schon wieder.

Views sind der Bereich deiner Website, die deine Kunden sehen. Ein View ist eine Startseite und ein View ist eine Unterseite und so weiter und sofort. Views speichert Laravel normalerweise im Ordner /resources/views und wenn du dort nachschaust, findest Du eine Datei namens welcome.blade.php.

In web.php steht also drin, dass welcome zurück gegeben werden soll. Laravel hängt “blade.php” selbst hinten dran. Wenn du also diese Zeile änderst und so umbaust:

Route::get('/', function () {
    return view('calendar');
});

Ein Aufruf von http://localhost:8000/ wird nun eine Fehlerseite ausgeben. Laravel kennt die Datei calendar.blade.php nicht.

Erstellen wir einen View

Da es die Datei calendar.blade.php noch nicht gibt, erstellen wir diese Datei im Ordner /resources/views/

<!DOCTYPE html>
<html>

<head>
    <meta charset="UTF-8">
    <meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
    <meta http-equiv="X-UA-Compatible" content="ie=edge">
    <title>Calendar</title>
</head>

<body>
    <h1>Kalenderübersicht</h1>
    <div>
        <h2>Anstehende Termine für Heute</h2>
        <ul>
            <li>1.1.2019 - Neujahr feiern</li>
            <li>5.2.2019 - Geburtstag feiern</li>
        </ul>
    </div>
</body>

</html>

Wenn wir die Seite nun aktualisieren, sehen wir eine Website, die in etwa so aussieht:

Laravel Kalenderding

An dieser Stelle können Webdesigner loslegen und mit CSS, HTML und Bildern schon einmal einen sehr hübschen View zusammen basteln. In den Agenturen, in denen ich bereits gearbeitet habe, wurde dem Kunden zuerst mal ein Clickdummy gebaut und der Kunde konnte sehen, wie sich die Seite nachher verhält.

Wir fangen erst mal einfach an und legen CSS-Daten im Ordner public\css ab. Unsere Bilder finden wir in public\images\und so weiter. Angenommen, wir wollen unsere Styles-Daten laden, so schreiben wir in die calendar.blade.php noch rein, dass er zum Beispiel noch styles.css mit laden soll:

<link rel="stylesheet" href="{{asset('css/styles.css')}}">

Im Ordner public/css/ muss die Datei natürlich existieren

Du siehst {{asset('css/styles.css')}} und das bedeutet, dass Laravel diesen Helper dazu benutzt, hier auch wirklich den richtigen Pfad zu hinterlegen. Die Styles werden nun automatisch geladen und die Seite wird dann entsprechend hübscher. Laravel kann auch Sass und Co, für diese Einführung reicht das aber erst einmal.

Datenbankmodelle

Aktuell zeigt unser View 2 Termine an. Reichlich unspektakulär und leider auch nicht wirklich flexibel. Wir wollen ja schließlich, dass unsere Termine dynamisch gespeichert werden können. Wir wollen Termine verändern können. Wozu haben wir denn den tollen Controller geschrieben?!

Überlegungen

Unser Terminkalender soll ein Datum speichern können und dazu einen Informationstext, was an diesem Datum eigentlich ist. Wir könnten jetzt in phpmyadmin einfach eine Tabelle erstellen und diese aus 2 Feldern zusammen bauen:

  • Datum des Termins
  • Beschreibung des Termins

Machen wir aber nicht.

Ein Modell und eine Migration erstellen

php artisan make:model Termine -m

Laravel erstellt mit diesem Einzeiler 2 Dateien. Im Ordner /app findest du nun eine Datei namens Termine.php und im Ordner /database/migrations findest Du eine Datei, die in etwa so heißt: 2019_xx_xx_094728_create_termines_table.php

In dem Ordner sind noch andere Skripte, die ignorieren wir gerade aber mal. Folgendes schreiben wir nun in die up()-Methode

public function up()
{
    Schema::create('termines', function (Blueprint $table) {
        $table->bigIncrements('id');
        $table->text('terminbeschreibung'); // Was machen wir am Termin?
        $table->dateTime('termindatum');    // Wann findet der Termin statt?
        $table->timestamps();
    });
}

Diese Migration legt fest, dass wir eine Spalte namens “terminbeschreibung” haben wollen. Ausserdem wollen wir ein Termindatum. Die Tabelle bekommt noch eine ID-Spalte und es werden Zeitstempel-Spalten hinterlegt.

Führen wir nun dies hier aus

php artisan migrate:fresh

Im Idealfall läuft dein Skript durch und in deiner Datenbank befindet sich nun die Tabelle termines und weitere Tabellen, die uns aber im Moment auch noch nicht interessieren.

phpMyAdmin

Allerdings kann es vorkommen, dass es nicht klappt. Einen Fix für dieses Problem gibt es hier: https://stackoverflow.com/questions/53115172/how-to-install-laravel-with-older-versions-of-mariadb-and-mysql-exception-when

Benutze immer die Laravel-Migrationen, um Tabellen zu erstellen und/oder zu verändern. Falls Du in einem Team von Leuten arbeitest, kann jeder mit identischen Tabellenstrukturen arbeiten. Außerdem kann jeder mit seiner Lieblingsdatenbank arbeiten. Da Laravel eine Vielzahl von Datenbanken unterstützt, kann man hier völlig unabhängig von der Datenbank mit denselben Codes arbeiten.

Daten im View darstellen

Controller zieht Daten

(Laravel bietet Methoden, um “Testdaten” anzulegen. Um diesen Crashkurs so einfach wie möglich zu halten, machen wir das jetzt aber nicht.)

In termines fügen wir jetzt mal 2 Zeilen über phpmyadmin ein.

phpMyAdmin

Nun überarbeiten wir zuerst einmal unseren Controller. Laravel soll die Variable termine mit allen Daten aus der Tabelle aus SQL füllen.

class CalendarController extends Controller
{
    /**
    * Display a listing of the resource.
    *
    * @return \Illuminate\Http\Response
    */
    public function index()
    {
        $termine = \App\Termine::all();
        return view('calendar', array('ausgabe'=>$termine));
    }

Wenn wir jetzt http://localhost:8000/termine aufrufen, kommt unsere Seite von vorhin wieder. Leider sind die Termine noch immer nicht aus unserer Datenbank, sondern sehen genau so aus, wie vorher.

View anpassen

<!DOCTYPE html>
<html>
<head>
    <meta charset="UTF-8">
    <meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
    <meta http-equiv="X-UA-Compatible" content="ie=edge">
    <title>Calendar</title>
</head>
<body>
    <h1>Kalenderübersicht</h1>
    <div>
        <h2>Anstehende Termine für Heute</h2>
        <ul>
            @foreach ($ausgabe as $termin)
                <li>{{$termin->termindatum}} 
                - {{$termin->terminbeschreibung}}
                </li>
            @endforeach
        </ul>
    </div>
</body>
</html>

Neu ist jetzt, dass wir eine Template-Variable nutzen. Diese Variable heißt ausgabe und wird in einer foreach-Schleife in einzelne Zeilen ausgegeben. Im CalendarController haben wir festgelegt, dass an den view calendar.blade.php die Variable termine an die Template-Variable ausgabe übergeben werden sollte.

Und jetzt kommen unsere Termine tatsächlich aus einer Datenbank.

Datenbankwerte im View

Was kommt im nächsten Teil?

Wir schreiben Templates mit Formularen, um neue Datensätze zu erstellen. Dabei werden wir feststellen, dass es ganz praktisch wäre, wenn man Teilbereiche des Templates wiederverwenden könnte. Außerdem stellen wir fest, dass es ziemlich dämlich ist, wenn jeder einfach so Termine eintragen kann.

Geschrieben: 05.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

404 an jeder Stelle

404 an jeder Stelle

Argh! WARUM!? Ich denke, dies ist so ziemlich die Reaktion, die Du hast, wenn du meine Seite aufrufst. Wenn du von Google kommst, wunderst Du dich, warum hier absolut alles kaputt ist und überall nur Fehler sind. Überall 404-Seiten.

Tatsache ist: Ich wollte es so. Natürlich wäre es mir ein leichtes gewesen, die alte URL-Struktur (http://trancefish.de/blog/show/category/title) auf das neue Konzept umzumappen. Ich habe es nur nicht getan, weil ich diese Seite als wirklichen Neuanfang sehe und nur noch älteren Content wieder sichtbar schalte, wenn ich selbst ein berechtigtes Interesse daran habe. Ich habe so oft so viele blödsinnige Posts verpasst und so oft den Fokus dieser Seiten verloren, dass ich selbst nicht mehr verstehe, was ich hier eigentlich wollte.

Das neue "Tag"-System erleichtert mir die Arbeit. So kann ich über jede Menge Mist schreiben und das entsprechend in Kategorien und Tags verpacken. Wenn ich also über PHP und Coding schreibe, dann ist das in der Coding-Kategorie oder im Coding-Tag. Wie auch immer. Der Sinn ist, dass ich das hier alles jederzeit überdenke und immer mal wieder überschreibe. Mir geht's auch viel mehr um das Programm, als um das Blog. Das Blog habe ich, weil ich gerne schreibe. Dabei geht es primär um das Schreiben an sich, nicht um die Inhalte.

Also - finde dich mit den 404 ab. Die bleiben erstmal so.

Photo by Markus Spiske on Unsplash

Geschrieben: 03.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Warum man mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren sollte und warum vielleicht nicht

Warum man mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren sollte und warum vielleicht nicht

Seit April fahre ich jeden Tag 9.6 km Fahrrad zur Arbeit und weitere 9.6 km abends wieder nach Hause. Seitdem ich wieder Fahrrad fahre, hat sich einiges geändert und ich werde dir nun erklären, warum es einfach geiler ist, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Zielgruppe

Jaahaa, wenn du pendeln musst oder wenn du die Strecke in einem bestimmten Zeitfenster mit dem Fahrrad nicht schaffst, ist dieser Beitrag nichts für dich...

Vorteile des Fahrradfahrens

Platzbedarf

Jeder Mensch verbraucht stehend ungefähr 2 m² Fläche. Auf dem Fahrrad ist der Platz, den der Verkehrsteilnehmer einnimmt auch ungefähr so groß. Ein Auto ist normalerweise von einer einzigen Person besetzt und belegt mal eben die fünffache Fläche. Da die meisten noch immer kein Reißverschlussverfahren durchführen oder grundlos irgendwie seltsam fahren, gibt es unfassbar schnell zähflüssigen Verkehr und/oder sogar Stau. Auf dem Fahrrad kannst du an solchen Situationen immer vorbei fahren und gerade im Stadtverkehr ist das Fahrrad super.

Stressabbau

Nebenbei baust du Stress ab, denn je nach Strecke beginnt dein Körper, seltsame Botenstoffe durch dich durch zu jagen. Technisch gesehen wirst du high. Das Gefühl nach der Radtour und die Dauer der Radtour selbst sorgen dafür, dass du in Ruhe nachdenken kannst.

Gesundheit

Fahrradfahren ist extremst gesund. Da du deine Gelenke nicht so extrem belastest, wie es beim Jogging der Fall ist, kann Radfahren sogar gesünder als Laufen sein. Allerdings wiegt ein Fahrrad viel und gerade am Berg oder in schwierigen Gelände solltest du eine gewisse Grundfitness mitbringen. Der Kalorienumsatz ist natürlich kleiner, aber dafür schwitzt man auch weniger. Du baust Muskulatur auf, die Fettverbrennung wird angekurbelt, dein Gleichgewichtssinn wird geschult. Wenn Du eine sitzende Tätigkeit ausübst, habe ich gute Nachrichten für dich: Radfahren ist richtig gut gegen Rückenschmerzen, weil das rhythmische Treten die Bandscheibe in Schwung bringt. Weil du als Radler eh immer draußen bist, wird dein Immunsystem auch gestärkt und du bist seltener krank. Tägliches Radfahren halbiert übrigens auch das Risiko, an Krebs zu erkranken.

Der Kostenfaktor

Klar, ein Fahrrad muss man besitzen und leider kosten gute Fahrräder mindestens 500 Euro, eher sogar mehr. Ein E-Bike bekommst du gar nicht unter 1000 Euro. Es gilt allerdings: Wenn der Hobel erst einmal gekauft wurde, kommen keine Steuern und auch keine weiteren Kosten auf dich zu. Klar - Inspektionen und Verschleißteile müssen manchmal gemacht werden, allerdings ist das auf das Jahr gerechnet noch immer günstiger, als 2-3x vollzutanken. Eventuell kannst Du deinen Arbeitgeber sogar nach einem Dienstfahrrad fragen. Dann zahlst du lediglich die 1%, die man für Dienstfahrzeuge so abrechnet.

Klimawandel

Fahrradfahren ist gelebter Klimaschutz. Die Emissionen sind bei 0,00 %

Was gegen das Fahrrad spricht

Die Welt ist nicht perfekt und auch beim Fahrrad gibt es Dinge, die suboptimal sind. Fahrradfahren ist nun einmal körperlich anstrengend. Bei körperlichen Anstrengungen gerät man vielleicht ins Schwitzen, ganz sicher gerät man am Anfang seiner Pendel-Strecken ins Schwitzen. Bei direktem Kundenkontakt solltest du dir also einen Satz extra Klamotten einpacken. Nach einem oder zwei Monaten intensiven Radfahrens hat sich das mit dem Schwitzen allerdings oft auch schon wieder erledigt.

Natürlich kannst du mit dem Fahrrad auch nur bedingt die Einkäufe erledigen. Gute Fahrradtaschen helfen, dass du zumindest das Abendessen mitnehmen kannst. Der Großeinkauf nach Feierabend fällt aber natürlich flach. Ein großes Problem ist natürlich der Zeitfaktor. Eine 10 km Fahrradstrecke schafft man bei gemütlicher Fahrt in ca. 30 Minuten. Mit dem Auto bist du in 10 Minuten am Ziel. Wenn der Kindergarten anruft, weil dein Kind krank ist, musst du diese Zeiten mit einrechnen. 

Das Wetter ist tatsächlich weniger ein Problem. Da wir in unseren Breitengraden nicht von einen Tag auf den anderen einen Temperatursturz von 40°C haben, gewöhnt sich dein Körper langsam an die Kälte oder Hitze. Regen ist tatsächlich ein Problem. Allerdings kannst du auch hier einfach ein Handtuch und Wechselkleidung einpacken. Im Winter solltest du unbedingt gute Handschuhe anziehen, besser sogar Lenkerstulpen benutzen, Handschuhe kühlen nämlich schnell aus.

 

Geschrieben: 03.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Erfolgreich bloggen - nervt mich nicht

Erfolgreich bloggen - nervt mich nicht

Wenn man die üblichen Google-Suchläufe durchführt und nach „bloggen“ oder sogar „erfolgreich bloggen“ sucht, landet man immer wieder auf Blogs von irgendwelchen Motivations-Trainern, die einem irgendwelche Successfull-Blogging-Roadmap-Pläne oder SEO-Strategien um die Ohren hauen wollen. Die esoterischen Blogger schwafeln dir etwas von „die Leser beglücken“ vor und wieder andere Blog erzählen dir, dass man sich selbst komplett aufgeben sollte und nur noch über, beispielsweise, Beautyprodukte schreiben soll.

Ich hasse solche Blogs. Wenn man heute nach „erfolgreich bloggen“ sucht, sollte man Blogs aufgezeigt kriegen, die wirklich erfolgreich sind und ihr Ding durchziehen. Man sollte Blogs aufgelistet bekommen, die eben nicht darüber schreiben, wie man erfolgreich wird, sondern Blogs, bei denen in den Comments auch wirklich die Hölle losgeht. Ist euch mal aufgefallen, dass die ganzen „in-5-Stufen-zum-Superblog“-Blogger nicht einen einzigen Blogkommentar haben? Ich blogge seit fast 20 Jahren und die Anzahl der Comments, die Trancefish.de hat liegt im knapp zweistelligen Bereich. Ich weiß, mein Content ist nicht so scheisse, es wissen im Moment halt nicht so viele Leute oder mein Artikel ist tatsächlich so gut, dass dem Geschriebenen nichts mehr hinzuzufügen ist. Auch so etwas gibt es.

Content is King but you do not have to have your own Content

Jeder will dir erzählen, dass die Inhalte massiv wichtig für den Erfolg eines Blogs sind. Das ist so nicht ganz richtig. Du kannst auch wenig Inhalte haben und trotzdem wahnsinnig erfolgreich sein. Du musst nicht einmal deinen eigenen Content kreieren, sondern du bedienst dich einfach bei allen möglichen Newsquellen und nennst dieses Ding dann „Viralblog“. Es gibt tausende dieser Klickbait-Fallen. 99% aller geteilten Inhalte stammen von Seiten, die nichts eigenes machen, sondern irgendwelche Blogs „plündern“ und darüber eine tolle Headline basteln. Die „abgefahrendsten Tweets zur Marslandung“ aufgeführt in einer Liste wird bei Facebook garantiert häufiger geteilt, als die Tweets selbst. Das heißt jetzt nicht, dass du so eine Klickbait-Falle bauen sollst, um erfolgreich zu werden. Es heißt lediglich, dass dieses Konzept durchaus funktionieren kann. Deinen eigenen Stil kannst du bei so etwas natürlich vergessen.

Es heißt bei „Content is King“ aber eben auch, dass gute, originelle Inhalte auch geteilt werden. Wenn sie richtig gut sind, landen sie bei einer dieser Viralverwurster. Da diese in sozialen Medien gut vernetzt sind, steigt auch automatisch die Relevanz deines Artikels in den gängigen Suchmaschinen. Ob das erstrebenswert ist? Für mich selbst ist das die Hölle. Es gibt in meinem Feedreader (auch so'n Oldschool-Ding) maximal einen einzigen Blog zu diesem Thema.

Content is King

Ich habe mal eine gemeckerte Kritik online gehabt. Einen Rant. Dort beschwerte ich mich darüber, das die wirklich guten Inhalte gar nicht mehr gefunden werden. Suchergebnisse von Google, Bing und anderen kommerziellen Suchmaschinen sind manipuliert. Jemand, der noch nie Google benutzt hat und „Chips“ sucht, bekommt ganz andere Suchergebnisse, als jemand, der vorher mal „CPUs“ oder „RAM“ als Suchbegriffe verwendete. Das heißt eben auch, dass deine Keywords längst nicht soviel wert sind, wie du es gerne hättest. Trotzdem musst du so schreiben, dass jeder weiß, dass du von Kartoffelchips redest und nicht von RAM-Bauteilen. Es ist alles nicht so einfach

Soziale Medien

Unseriöse Anbieter sagen, dass du deine gesamte Vermarktung auf Facebook konzentrieren sollst. Aktuell ist es eher so, dass das gar nichts bringt. Die Reichweite von Facebook-Seiten tendiert ohne finanzielle Mittel immer mehr gen Null. Wichtiger ist es, die Beiträge so zu streuen, dass richtig Mehrwehrt entsteht. Blogs bei Facebook funktionieren nur, wenn du als Blogger 'ne Type bist. Du teilst deine Beiträge als der Mensch hinter dem Blog

Geschrieben: 31.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Tlog5 aka Larablog

Tlog5 aka Larablog

Das hier ist mit Abstand der größte Relaunch, den trancefish.de jemals hatte. Ich habe mich endgültig von meinem alten Quellcode namens tlog verabschiedet und sogar beim github-repo darauf hingewiesen, dass der ganze Schmonz eingestampft wird. Es ist schade, weil halt viel Arbeit in dem System steckte, aber wir müssen uns nichts vormachen: Ich alleine kann einfach kein Framework reissen, daher ist es wichtig, sich jemanden zu suchen, der das kann.

Welcome Larablog tlog5. Ich habe mit einer Software namens Laravel diese Seiten komplett neu aufgezogen und den Quellcode dieser Blogsoftware von Anfang an auf github veröffentlicht, sodass jeder nachvollziehen konnte, was und wie ich das hier eigentlich programmiert habe. Anhand dieser Blogsoftware habe ich folgendes über Laravel gelernt:

  1. Ein Laravel-Projekt aufsetzen
  2. Datenbankmodelle mit Eloquent nutzen
  3. Abfeiern, wie einfach Paginations mit Laravel sind
  4. Blade-Templates erstellen
  5. Abfeiern, wie geil Chunks in forelse-Schleifen sind
  6. Besser lesbaren Quellcode schreiben
  7. Bootstrap mag ich noch immer nicht, SkeletonCSS liebe ich
  8. RSS-Feeds mit Laravel zu schreiben ist total einfach
  9. Wie konnte ich bisher ohne SASS leben?
  10. Composer bei All-inkl installieren

Tatsächlich finde ich Laravel mittlerweile richtig gut. Auf der Pipeline für dieses Programm hier steht jetzt der übliche Kram, den auch ein Wordpress kann: Templates und Themes soll man sich hier selbst installieren können. Außerdem natürlich ein Kommentarsystem, Pingbacks und eventuell sogar eine Plugin-API. Theoretisch kann man hier aber ja eh jede Packagist-Anwendung mit eindübeln, und das Programm funktioniert dann trotzdem.

Mal gucken. Was natürlich klar ist: Alte Links gehen so nicht mehr. Nervt mich auch, aber das ist halt jetzt so.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Geschrieben: 31.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Es ist total wichtig mit dem Hund wie mit einem Baby zu reden

Es ist total wichtig mit dem Hund wie mit einem Baby zu reden

Es ist nun wissenschaftlich belegt, dass man mit Hunden reden muss, als wäre man irgendwie bescheuert oder als wäre der Hund ziemlich dämlich. Was wir Hundebesitzer schon längst vermutet haben, ist nun tatsächlich untersucht worden. Wenn wir „werisseingudderjunge?! DUUUbissseinguterJunge“ sagen und dabei unsere Stimme fast schon lächerlich hochpitchen, findet unser Hund das total gut. Das ergab eine Untersuchung der Universität von York, die hier nachzulesen ist.

Tatsächlich ist die „Hunde-Sprache“ am besten vergleichbar mit der „Baby-Sprache“, die man völlig automatisch bei kleinen Kindern macht. Es ist so, dass der Hund automatisch viel besser auf das Herrchen achtet, wenn dieser redet, als wäre er irgendwie bescheuert. Das gleiche gilt natürlich auch für das Frauchen. Es wurden Menschen und Hunde in einen Raum geschickt. Der Mensch sprach mit Baby Talk den Hund an und fragte, ob man vielleicht zusammen Gassi gehen will. Anschließend wurde dieser Satz völlig normal, wie bei einem Gespräch zwischen zwei Erwachsenen geführt. Es wurden auch ganz normale Sätze gesprochen.

Die Hunde haben ausnahmslos auf die Ammensprache reagiert und fanden die Baby-Sprach-Person grundsätzlich viel interessanter und spannender. Die Forschungsergebnisse wurden im Animal Cognition veröffentlicht.

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Hund ist Hund - und Hund ist nicht Mensch

Hund ist Hund - und Hund ist nicht Mensch

Zuerst mal muss man überlegen, was dein Hund eigentlich von dir will. Ein Hund liebt gutes Essen. Für ein Leckerli setzt der Hund sich vor dich hin, obwohl er da keinen Sinn drin sieht. Für ein Leckerli läuft der Hund hinter dir her.

Irgendwann lernt der Hund, dass es irgendwann ein Leckerli gibt. Also läuft er dir auch mal gerne einen längeren Zeitraum über hinterher, weil die Chance, dass du ihm was zu fressen gibst, größer ist, als bei irgendwem anders.

Der Hund lernt schnell, dass du es total gut findest, wenn er sich bei bestimmten Geräuschen auf den Boden legt oder sich auf den Rücken rollt. Und wenn du was gut findest, gibt es was zu essen. Oder es wird gestreichelt, was ja auch mal ganz angenehm ist.

Aus Sicht des Hundes bist du die Garantie für eine gewisse Lebensqualität.

Nachdem ich jetzt das Verhältnis zwischen Mensch und Hund komplett entromantisiert habe, kann ich aber sagen, warum Menschen ihren Hund total toll finden und sogar lieb haben.

Hunde sind in der Lage, menschliche Emotionen zu verstehen. Ein Hund ist das einzige Lebewesen, dass Empathie zeigen kann. Ein Hund merkt tatsächlich, wenn du angespannt bist und der Hund will, dass du zufrieden (mit ihm) bist. Das bedeutet, der Hund legt dir zum Beispiel den Kopf auf dein Bein, wenn du traurig über Rechnungen brütest. Das macht der Hund aber nicht aus Mitleid, sondern weil er weiß, dass du ihn dann beachtest. Aber als Mensch wertest du dieses ankuscheln als Zuneigung aus.

Das sei dir auch gegönnt. Immerhin ist die Mensch-Hund-Beziehung dadurch gefestigt: Der Hund kriegt seine Beachtung und du kriegst das, was du als Liebe oder Respekt interpretierst.

Menschen neigen dazu, in den Hund so viel reinzudenken: Hunde sind aber nun mal Tiere, mit ungefähr dem geistigen Niveau eines 1 Jahr alten Kindes.

Daher fällt es Hundebesitzern auch nicht schwer, sich zwischen Mensch und Hund entscheiden zu müssen. Die Bedürfnisse des Hundes lassen sich relativ einfach befriedigen und dafür kriegst du einen Begleiter, der dich ablenkt.

Geschrieben: 31.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

VST-Plugins unter Linux nutzen

VST-Plugins unter Linux nutzen

Im Studio nutzen die meisten Musiker Windows oder OSX. In der Regel liegt das daran, dass die bekanntesten Digital Audio Workstations unter diesen beiden Betriebssystemen nativ laufen. Doch auch Linuxer können mittlerweile Bitwig Studio, Renoise, Ardour oder LMMS benutzen. Diese Programme stehen den bekannten Lösungen nichts nach: LMMS richtet sich an Leute, die von FLStudio kommen, Bitwig hat viele Ähnlichkeiten zu Ableton und Ardour erinnert ein wenig an Cubase. Die Musikprogramme sind also vorhanden. Dennoch machen viele Musikproduzenten einen Bogen um Linux, obwohl das Betriebssystem nachweislich sehr stabil läuft und gerade im Echtzeit-Recording seine Stärken ausspielt.

VST-Plugins laufen nicht unter Linux. Das ist der Grund, der immer wieder angeführt wird. Das ist so allerdings nicht richtig. Es gibt ein paar sehr gute VST-Plugins für Linux. Doch die meisten Plugins sind nun einmal für Windows entwickelt worden. Daher muss man sein Linux mit WINE ausrüsten, damit Windows-Plugins überhaupt unter Linux laufen.

Wichtiger Hinweis: 99% der hier genannten Schritte setzen voraus, dass Du Software von Drittanbietern installierst. Gerade, wenn du eine sehr aktuelle Ubuntu/Debian-Version benutzt, musst du damit rechnen, dass die Installation von Fremdpaketen sogenannte „unmögliche Situationen“ hervorrufen kann. Es kann sogar sein, dass nach der Installation von Wine-Versionen, deine bisherigen Wine-Applikationen nicht mehr vernünftig laufen.

Dieser Schritt ist optional:
Versuche, die aktuellste Wine-Version zu nutzen. Meistens sind die neueren Versionen kompatibler. Unter Ubuntu wird die neuste WINE-Version so installiert:
Öffne das Terminal:
wget https://dl.winehq.org/wine-builds/Release.key
sudo apt-key add Release.key
sudo apt-add-repository 'https://dl.winehq.org/wine-builds/ubuntu/'

KXStudio

KXStudio ist eine Softwaresammlung bzw. sogar eine Linuxdistribution basierend auf Debian. Kann man installieren, muss man nicht. Du kannst allerdings das gesammelte Wissen der KXStudio-Leute benutzen, um perfekt konfigurierte Wrapper-Programme zu erhalten. Dazu kannst du das KXStudio-Repository in deinem Ubuntu installieren. Das geht über den Browser, indem du einfach auf die KXStudio-Seite gehst und das .deb-Package installierst oder du installierst die Abhängigkeiten über das Terminal. Beides ist auf der Seite von KXStudio ausführlich beschrieben. Bei Ubuntu (16.04 und aufwärts) machst du folgendes im Terminal. Bitte beachte, dass sich die Versionsnummer ändern können, daher sind die rot angemalt.

# Fehlende Abhängigkeiten installieren
sudo apt-get install apt-transport-https software-properties-common wget

# DEB-Paket herunterladen
wget https://launchpad.net/~kxstudio-debian/+archive/kxstudio/+files/kxstudio-repos_9.5.1~kxstudio3_all.deb

# Installieren
sudo dpkg -i kxstudio-repos_9.5.1~kxstudio3_all.deb

#Pakete aktualiseren und installieren
sudo apt update && sudo apt upgrade

Das Repository steht dir nun zur Verfügung. Bitte - und das ist wichtig - prüfe, ob es neuere Versionen von KX-Studio gibt, auf deren Homepage.

DSSI-VST

Renoise Splash Screen

DSSI ist einer von 3 großen Soundpluginstandards unter Linux. Die anderen sind Ladspa und LV2. DSSI ist eigentlich veraltet, allerdings lässt es sich am allereinfachsten benutzen. Eine Installation von DSSI-VST funktioniert nach der Installation der KXStudio-Repositories wie oben bereits beschrieben über sudo apt install dssi-vst. Sogar wenn Wine noch nicht installiert ist, wird dies automatisch nachinstalliert.(Allein dafür liebe ich übrigens Linux). Über die Schwächen von DSSI schreibe ich weiter unten. Du kannst nun deine Windows-VST-Plugins im Ordner ~/vst entpacken und deine DAW wird, dank DSSI-VST die Plugins als „native“ Plugins anzeigen.

Basic65 32 Bit unter Linux und Renoise

Je nachdem, wie gut und wie sauber sich die Plugins an den Steinberg-Standard halten, laufen die Plugins auch genau so stabil, wie man das auch unter Windows erwarten würde. Gegen den Einsatz von DSSI-VST spricht allerdings folgendes: Tempowechsel aus der DAW werden nicht an dein Plugin weitergereicht. Delays/Echos oder Arpeggio-Effekte müsstest du dann entsprechend händisch ausrechnen und im Plugin eintragen. Da habe ich persönlich keine Lust zu, daher geht's direkt weiter mit dem nächsten Wrapper.

Carla

Carla Rack

Carla ist ein Pluginhost. Das Programm kann als Stand-Alone verwendet werden, allerdings kann man Carla auch als VST-Plugin benutzen. Innerhalb Carla als Plugin kann man dann Windows-VST-Plugins laden. Um Carla zu installieren, verwendest du einfach den Befehl:

sudo apt install carla-vst
sudo apt install carla-bridge-win32
# (vorausgesetzt, du hast nen 64bit-Rechner)
sudo apt install carla-bridge-win64

Wichtig, wichtig! Auch das geht nur mit den KXStudio-Repositories. In den normalen Ubuntu-Repositories ist das so nicht drin. Anschließend wird das Carla-Rack angezeigt. Im Screenshot oben siehst du, dass ich noch den Pfad für meine Windows-VSTs nachgetragen habe. (~/vst/). Die üblichen Pfade sind auch noch hinterlegt. (Programme/Steinberg/VST)

Airwave und LinVST

wieder einen anderen Ansatz verfolgt Airwave. Airwave versucht, deiner DAW vorzutäuschen, dass du ein natives Plugin benutzt. Dabei lädt Airwave die VST-DLL und verpackt diese in einen Wine-Container. Das Plugin selbst wird dann als Linux-Shared-Object in deinen Wunschpfad abgelegt. Früher musste man Airwave selbst kompilieren. Ubuntu/Debian-User haben das Glück, dass sie ein Deb-Package herunterladen können. Die Installation ist einfach. Du lädst dir hier das DEB-File herunter https://github.com/phantom-code/airwave/releases

Anschließend kannst du sudo apt install ./install airwave_*.deb ausführen, damit Airwave installiert wird. Die Benutzung von Airwave wird hier gut beschrieben. https://github.com/phantom-code/airwave

LinVST habe ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getestet, das Posting hier wird diesbezüglich aber noch erweitert. https://github.com/osxmidi/LinVst

Fazit

Windows-VSTs unter Linux zu benutzen ist heutzutage gar nicht mehr so schwer. Vorausgesetzt, man installiert die richtigen Repositories, kann man über die normalen Software-Tools die entsprechenden Pluginwrapper installieren und direkt loslegen. Man muss sich allerdings ständig selbst daran erinnern, dass Linux kein Windows ist. Egal, wie gut Wine oder die darauf aufbauenden Wrapper sind, sie sind nicht Windows selbst und damit nicht unbedingt so stabil, wie man das von einem Windows-Plugin erwarten würde. Bezüglich der Performance kann ich aber Entwarnung geben: Diese Performance ist kaum messbar schlechter, als die desselben Plugins unter Windows.

Andere Distributionen

Alle oben genannten Tipps funktionieren unter Ubuntu und Debian. Unter Arch-basierten Systemen kannst du diese Wrapper allesamt aus dem AUR installieren. Auch SuSE-Pakete und Fedora-RPMs werden aufwändig gepflegt.

Geschrieben: 29.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Typisch Norddeutsch

Typisch Norddeutsch

Der Norden. Unendliche Weiten.Wir schreiben das Jahr 2019. Und dies ist nicht die Enterprise. Ich habe vor ein paar Tagen einen Tweet über das typische Norddeutschland zum Besten gegeben:

Hab ja jetzt gelesen, dass der Norddeutsche an sich am glücklichsten ist. Ja komm, wir ham das Meer, nie Regen („das is feuchte Luft!“) und vor allem sagen wir nur Moin oder Jo.

Uns aus dem Norden wird immer wieder vorgeworfen, dass wir stur sind: Wir kriegen den Mund nicht auf, außer wir sagen gerade mal „Moin“ oder „Jo“. Angeblich können wir nicht richtig feiern und sowieso essen wir immer nur Krabben oder Fisch.

Esskultur

Was soll ich sagen? All das stimmt natürlich grob. Natürlich essen wir auch was anderes außer Krabben und Fisch, doch wenn wir Pfannkuchen essen, kommen die Berliner mit Berlinern an. Hier gibt's auch keine Buletten, bei uns heißt die mit Zwiebeln angesetzte, zerschredderte Kuh einfach nur Frikadelle und wenn wir hier einen Charlie wollen, dann kippen wir uns Weinbrand in die Cola.

Ein Alster ist Bier mit Sprite und nicht mit Fanta. Radler sind bei uns die Typen, die Fahrrad fahren und Diesel trinken wir, wenn wir uns Cola ins Bier hämmern. Bei uns gibt's am Sonntag Grünkohl mit ordentlich Fett drin und mit fetter Kochwurst, Pinkel (Grützwurst) und Speck dabei. Kartoffeln gehören auch dazu und am besten ist der Grünkohl, wenn er 2-3 Mal aufgewärmt wurde. Sonntags gibt's für die richtig coolen Norddeutschen nen amtlichen Snirtjebraten (4-5 cm dicke Schweinefleischstücke, in Piment, Zwiebeln und Schmalz gebraten, dann 90 Minuten in Brühe gekocht), serviert mit Salzkartoffeln, Rote Beete und sauren Gurken.

Unser Essen zeichnet sich dadurch aus, dass der Kram tatsächlich von jedem gekocht werden kann, nährstoffreich ist und oft erst nach dem Aufwärmen so richtig geil ist. Fisch halt jetzt nicht so, daher gibt's die guten alten Matjes aufm Brötchen mit Zwiebeln immer mal zwischendurch. Backfisch ist lecker, haben wir aber eigentlich nur für die Touristen erfunden, damit die halt sagen können, wie geil Fisch schmeckt.

Feierkultur

Auf uns vom Norden wirkt eine Gardesitzung seltsam. Karneval bzw. auch Fasching kennen wir auch, es gibt auch vereinzelt Karnevalsvereine. Doch normalerweise sieht so eine Karnevalssitzung für uns unglaublich langweilig und ernst aus. Da hilft auch nicht, dass ein Büttenredner irgendwelche Politsatire bringt, dank des Dialekts (dazu unten mehr) verstehen wir das sowieso nicht. Auch ist traditionelle Kleidung wie zum Beispiel ein Dirndl oder eine Krachlederne für uns total oldschool. Wir feiern normalerweise in den Klamotten, die wir gerade anhaben. Das sind Jeans, Pulli oder T-Shirt. Bei den Frauen sind's halt die Sachen, die Frauen so anziehen. Sowieso: Frauen im Karneval - was ist das mit den Bützen, den Funkemariechen und diesem Krawattengeschnippel?

Wir haben Metalfestivals oder eben irgendwie so Festivals. Wacken kennt hier jeder, dann gibt es noch das Watt-En-Schlick hier in der Nähe in Dangast. Da schmeißt man sich ins Watt und lauscht der Mucke von Indiebands. In Wacken schmeißt man sich in den Matsch und lauscht der Mucke von Nicht-so-Ganz-Indie-Bands. In jedem Fall ist Feiern im Norden mit Einsauen oder halt sehr unkomplizierter Feierkultur verbunden. Wenn wir hier eine Technoparade wie die Berliner aufziehen wollen, nehmen wir nen Trecker, stellen ein paar Generatoren auf die Ladefläche vom Anhänger und tüddeln da dann eine fette Anlage dran. Das hat damals funktioniert, das geht auch heute noch.

Dialekte

Tatsächlich Deutsch wird eigentlich nur bei uns im Norden gesprochen. Das alles klingt vielleicht ein wenig nasaler als das perfekte Deutsch von Nachrichtensprechern oder Radiomoderatoren, doch wir sprechen hier in Niedersachsen und auch in Schleswig-Holstein einfach mal das, was man Deutsch nennt. Einer von uns ist im Ländle verloren. Wenn uns einer ne Fettbemme andrehen möchte, wissen wir nicht, was der will. Wir kennen keine Vesper (Väschper) oder eine zünftige Brotzeit. Wir würden auch zu nem Brötchen niemals Schrippe sagen oder ein halbes Hähnchen einen Broiler nennen. Einen Mob nennen wir einfach Feudel und wenn wir den Boden wischen, dann feudeln wir einfach.

Wenn wir „schnacken“, meinen wir reden. Bei den Bayern gibt es schnackseln, das bedeutet aber etwas komplett anderes.

Wetter

Einem Nordlicht wie mir ist grundsätzlich immer viel zu warm, wenn er die Grenze zu Süddeutschland (irgendwo höhe Harz) überschritten hat.

Wie macht ihr das, so ohne Wind überall?

Wie kann es sein, dass ihr das geil findet, wenn kein Lüftchen weht? Als ich mal durch Karlsruhe gefahren bin, war es für mich wie das Fahren gegen eine Wand, als es im Tal 30 Grad war und die Luft stand.

Wir im Norden lieben Wind. Als Regen bezeichnen wir schlechtes Wetter erst dann, wenn man nicht mehr unterscheiden kann, ob die Nordsee nun überläuft oder ob das Wasser noch von oben kommt. Deswegen haben wir den Friesennerz erfunden. Die einfachste aller Regenjacken. Einfach nur Plastik zum Anziehen. Ist überhaupt nicht atmungsaktiv, aber wenn man den Lappen an hat, bleibt man von Außen zumindest trocken. Als Sturm bezeichnen wir das Wetter erst dann, wenn unsere Schafe wegfliegen. Hier ist ja auch nichts, wo der Wind gebrochen wird. Der Wind jagt über den Acker und verliert sich dann irgendwo.

Liebe

Norddeutsche Flirttechnik:
- Moin
- Moin
- Alles gut bei dir?
- Jo
- Hast'n Freund?
- Ne.
- Willste ein?
- Jo.
- geil.
- Jo.

Kein Scheiss, so wird bei uns geflirtet. Meistens auf nem Schützenfest oder auf nem generellen Dorffest. Da gibt's sowieso nur eine Regel: Wenn du am Anfang noch nüchtern bist, schmeißt du eine Runde Bier+Schnaps für deine Freunde. Danach gibt dir jeder von denen und von deren Freunden einen aus und du kommst tatsächlich mit 10 € / Abend hin, bist am Ende aber ziemlich breit. Der abgefuckte Pommesbuden-Burger wird meistens auch von jemand anders bezahlt und alle halten dich für superspendabel.

Der oder die Norddeutschen sind beim Flirten wirklich unkompliziert. Also zumindest auf dem Land ist das so. Als Mann bist du froh, wenn die Frau nicht in einen Tuschkasten gefallen ist und als Frau bist du froh, wenn der Mann nicht in Gummistiefeln auf dem Dorfplatz herum rennt. Wenn er nicht total besoffen ist, ist er Beute für die Frau. Dann darf er noch 1-2 Wodka/Razz ausgeben und ist eigentlich der Held des Abends.

Freizeit

Es ist gelogen, wenn man behauptet, jeder Norddeutsche fährt Boot. Boote sind teuer, genau wie Surfbretter auch. Viele Norddeutsche schwimmen nicht mal gern. Das Wasser ist zum gucken da, ansonsten ersäuft man. Daher besteht die Freizeit eines Norddeutschen aus Spaziergängen mit dem Hund (den man ins Wasser lockt, mit Stöckchenwurf usw.) und Bosseln. Wobei beim Bosseln auch die Meinungen auseinander gehen. Für viele Nordlichter ist das ein echter Sport, vergleichbar mit Formel 1 oder Marathon und für viele andere Nordlichter ist Bosseln nur ein Grund, spazieren zu gehen und wortwörtlich eine ruhige Kugel zu schieben. Natürlich wird beim Bosseln (nicht im Verein, aber sonst eigentlich immer) gesoffen. Man säuft, wenn die Kugel im Graben landet, man säuft, wenn sie es nicht tut. Aber eben nicht im Verein. Da ist Bosseln was total ernsthaftes.

Im Norden wird auch weniger geangelt, als man meinen würde. Ich kenne nur 2 Leute, die regelmässig angeln gehen. Die gehen aber nicht an die Nordsee, sondern an irgendwelche Gräben oder Seen. Ansonsten sind wir auch nicht anders, als die Südländer, die Ossis oder die Halbfranzosen: Wir machen den gleichen Scheiß, wie ihr aber eben ohne VIP-Bereiche oder Oktoberfest.

Fazit

Ich liebe den Norden, das Meer und den Wind. Ich bin verrückt nach Regenwetter und die Tatsache, dass man bis zum Deich gucken kann, macht mich glücklich. Ich habe Stuttgart ausprobiert, es hat mir nicht gefallen. Saarland fand ich als Tourist ganz nett, aber wohnen möchte ich da nicht.

Hachja. Weitere Informationen über Norddeutschland findest Du auch hier bei „Meine Nordsee - dem Urlaubsmagazin für die Küste

Jen We

Geschrieben: 28.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Die CDU - der verwirrte Haufen

Die CDU - der verwirrte Haufen

Die Wahlen sind nun Vergangenheit und Frau Kramp-Karrenbauer hat sich dank Statements wie diesem hier ordentlich in die Nesseln gesetzt:

Es ist absurd, mir zu unterstellen, Meinungsäußerungen regulieren zu wollen. Meinungsfreiheit ist hohes Gut in der Demokratie. Worüber wir aber sprechen müssen, sind Regeln, die im Wahlkampf gelten. #Rezo #Youtuber

Quelle

Meine Frage ist jetzt, will Frau AKK das nun regulieren oder nicht? Aber gut, die macht ja eh, was sie will und wird von manchen schon als Provinzpolitikerin abgekanzelt. Sie setzt Homosexualität auch mit Inzucht gleich. Sie ist ein unverzeihlicher Hardliner und glänzt aktuell durch absolute Inkompetenz im Umgang mit dem Internet. Das macht sie aber ja nicht alleine. Die ganze CDU, die größte Volkspartei in Deutschland, dreht wegen eines Videos eines Youtubers (Rezo) völlig durch. Und tatsächlich kann ich nur sagen, dass die CDU wirklich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann. Dabei geht es gar nicht mal darum, dass man das Ding zuerst fahrlässig ignoriert hat. Schlimmer wurde es, als die CDU das Video ignoriert hat und dann irgend jemand auf die Idee kam, ausgerechnet mit Phillip Amthor ein "Gegenvideo" zu drehen. Falls ihr den Amthor noch nicht kennt: Der ist schon optisch 100% konservativ. Ich will gar nicht oberflächlich sein, aber Philipp Amthor sieht aus, wie ein 70 Jahre alter Mann, gefangen im Körper eines 26-jährigen.  Die Zielgruppe vom Rezo ist definitiv irgendwo in Richtung links und punkig einzuordnen. Wenn dann so ein Klischeebankkaufmann ein Video machen soll, wird der Typ tatsächlich zerstört werden.

Tatsächlich scheint irgendwer von der CDU sich das auch gedacht zu haben, daher fand das Video so nicht statt. Das ist einerseits gut, weil der Spott und die Häme legendär geworden wären und andererseits eben ziemlich dumm, weil jetzt jeder wusste, dass die CDU was machen will, es aber nicht tut. Lustigerweise ist genau das eingetreten, was Rezo der CDU vorwirft. Sie sitzt alles aus und macht dadurch alles noch schlimmer.

Innerhalb eines Tages passiert dann noch etwas: Die CDU verfasste einen offenen Brief. Als PDF. "Wenigstens kein Word mit Wordart", war übrigens mein erster Gedanke, als ich von der schriftlichen Stellungnahme hörte. Wer das Schreiben dann gelesen hat, stellte fest, dass man hier konsequent Klimaschutz betrieben hat, denn auf Papier wäre dies ein ungeheurer Müllberg gewesen. Klar hat Rezo übertrieben und klar haben die von der CDU auch hier und da gute Sätze verpackt. Das Problem ist nur: Wirklich jeder weiß, dass die CDU den Klimawandel nicht ernst genug nimmt und jeder weiß, dass die CDU die Arbeitslosenzahlen zumindest teilweise frisiert. Selbst die von der CDU wissen das[*]. Jeder weiß auch, dass die Schere zwischen arm und reich wächst. Klar ist, jeder wurde reicher. Die Löhne sind überall gestiegen. Zwischen 1999 und 2016 um glatte 18 %. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Diejenigen, die vorher schon viel Geld verdient haben, verdienen noch mehr. 

Ich will aber gar nicht das Pamphlet der CDU kaputt analysieren, das können andere viel besser als ich. Es ist aber so, dass hier eine eher maue Verteidigung aufgezogen wurde und hier unprofessionell ein Schnellschuss rausgehauen wurde.

Ich weiß nicht, ob die CDU das Internet noch immer als eine Besonderheit abtut. Für mich und Generationen nach mir, ist das Internet ein ganz normaler Teil des Lebens. Ich bezahle online, ich informiere mich per Smartphone bereits vorm Betreten des Kinos/Restaurants, ob ich und der Laden Freunde werden. Ich nutze das Smartphone, um Texte zu übersetzen. Das Internet, insbesondere Suchmaschinen und Wikipedia, sind mein Langzeitspeicher. Wenn ich etwas nicht weiß, brauche ich 2-3 Minuten, um mir die aussagekräftigsten Links zum Thema zu suchen und ich bin mittlerweile wirklich verdammt gut, Problemstellungen in weniger als 4 Suchbegriffen zu umschreiben.

Für mich sieht es immer so aus, als ob für die CDU das Netz noch immer "Neuland" ist. Das ist fatal, sehr fatal sogar, denn das Internet selbst ist 1969 als Arpanet entstanden und das WWW, wie wir es kennen, gibt es auch schon seit 1991. Mit fast 30 Jahren ist das WWW definitiv kein Neuland mehr und es ist fatal, alles im Web als neuen Hype abzutun. Jugendliche und insbesondere Kinder sind es gewohnt, jegliche Information jederzeit abrufen zu können. Lineares TV ist für diese Generation schon lange nicht mehr interessant und Printmedien werden von Kindern und Jugendlichen auch nur noch genutzt, wenn wirklich gar nichts anderes mehr da ist.

DAS, liebe CDU, ist die kommende Wählerschaft. Diese Jugendlichen können sich überall Informationen beschaffen, weil es für sie völlig normal ist, Quellen zusammen zu tragen. Da bringt es auch nichts, sich über die blauen Haare eines "YouTubers" lustig zu machen. Das Video ist bei YouTube erschienen, weil man dort automatisch die größte Reichweite hat. Wenn das Video jetzt bei Instagram erschienen wäre, hätte vermutlich jeder den Rezo als "Instagrammer" bezeichnet. Oder als Twitteruser. 

Das Ding ist, dass einige jetzt auch noch sagen: "ah, der ist an einem linksgrünversifften Werbenetzwerk angebunden". Mal ehrlich: Was soll ein Videoproduzent machen? Natürlich braucht der einen erfahrenen Partner für seine Marketing-Aktionen und Stroer war immer schon offen für verrückte Konzepte.

Ich weiß echt nicht, wie ihr - liebe CDU - in Zukunft weiter machen wollt. Nur als Tipp: So wie jetzt, wird das nix.

Bild von Lukas Bieri auf Pixabay

Geschrieben: 28.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Warum ich es doof finde wenn Kinder programmieren

Warum ich es doof finde wenn Kinder programmieren

„Computerkurse für Kinder. Tablets überall. Kinder sollen lernen, mit dem Computer umzugehen. Soziale Medien und Medienkompetenz sollen vermittelt werden. Kinder sollen wissen, wie das Netz funktioniert. Kinder wachsen mit IT auf, also müssen sie das beherrschen!“

Überall wird man mit solchen Aussagen geflutet. Auf Elternabenden beschweren sich Eltern über die veraltete IT in den Schulen und gerade in Deutschland haben wir alle immer das Problem, dass die Leitungen alle zu langsam sind und wir in Deutschland quasi ein Entwicklungsland darstellen. Dennoch verlangen viele Eltern, dass ihre Kinder den Umgang mit Computern lernen und einfache Programmiersprachen erlernen sollen. Ich bin Programmierer und ich halte das für eine der größten Schwachsinnsideen der letzten 20 Jahre und natürlich sollt ihr alle auch erfahren, warum das Blödsinn ist.

Muss man zukünftig überhaupt noch programmieren?

Screenshot GDevelope
GDevelop

Ich habe in der Ausbildung Pascal und C gelernt. Pascal ist, zumindest in meinem direkten Umfeld, kaum noch ein Thema und reines C muss ich auch eher selten programmieren. Mir hat aber die Syntax von C geholfen, die Welt der Computer heute zu verstehen. Ich weiß, wozu geschwungene Klammern sind und wann man ein Semikolon setzt. Allerdings wusste ich das schon vor meiner Ausbildung, weil mich Computer als Hobby interessiert haben. Im PC-Unterricht haben die meisten meiner Mitschüler gar nicht erst zugehört und diejenigen von uns, die mit dem Computer umgehen konnten, lösten die Aufgabe in 10 Minuten und daddelten dann herum. Ich habe noch Assemblercode in meinem C64 gehackt. Ich habe Listings aus dem C64er Magazin abgetippt und wusste vorher nie, ob das Programm tatsächlich funktioniert oder nicht und selbst wenn es funktionierte, wusste ich nicht, ob es das bis zum Ende tat. BASIC schrieb ich auch einmal, BASIC ist im Grunde jetzt tot.

Wenn man heute eine schlaue IDE verwendet, sagt diese IDE einem schon beim Tippen, dass man unsauberen Code schreibt oder das der Code gar nicht erst funktionieren wird. Das ist der Stand von heute. Du kannst als Programmierer heute für jede Herausforderung entweder eine fertige Library finden oder jemand hat eine entsprechende Frage bei Stackoverflow oder anderen Knowlegde-Bases gestellt. Die Programmierung heute ist nicht vergleichbar mit dem, was in 5 Jahren kommt. Richtig deutlich sieht man das bei der Spieleentwicklung: Wenn du mit Unreal und/oder Unity arbeitest, verwendest du die Engines eher wie eine Videoschnittsoftware und einen Legobaukasten und erstellst dein Spiel, fast ohne Code. Tools, wie Gdevelop werben direkt damit, dass du keine Zeile Code mehr schreiben musst.

Aktuell sind wir noch nicht ganz vom programmieren weg, dafür sind Computer noch immer zu doof, aber die Cloud und die Millionen von fertigen Packages beweisen, dass man heute ganz anders Programme schreibt, als noch vor 10 Jahren. Auch abseits von der Spieleprogrammierung gibt es viele Beispiele. Die meisten Editoren nutzen bereits fertige Syntax-Highlight-Bibliotheken. Viele Programmierwerkzeuge wie VSCode, Brackets oder Atom nutzen identische Grundlagen. Browser wie Chrome, Safari, Opera und auch Edge nutzen zum Rendern von HTML dieselbe Engine. Alles wird irgendwie einfacher.

One-Man-Shows gibt es nicht mehr - das Team ist alles - Kommunikation ist alles

Eine Zeit lang war Programmierung eine One-man-show und alte Anwendungen und Spiele wurden tatsächlich von einer einzigen Person kreiert. Natürlich wuchsen die Anwendungen und hinter Programmen wie Photoshop stecken heute hunderte von Programmierern und Designern. Und darauf will ich hinaus: Die Anwendungen haben sich verlagert. Das Programm selbst hat bestimmte Funktionen, doch um bestimmte Dinge durchzuführen, reicht heute ein Klick. Dies ist der Verdienst von Designern, die lange, komplexe Aufgaben in einfache Abläufe umgestalten (normalisieren) und es so erlauben, dass der Anwender nur noch auf „Zauberstab“ klicken muss, damit ein Objekt freigestellt werden kann. Alle großen Unternehmen verwenden oder erstellen Opensource. Die Schwarmintelligenz vieler Menschen fließt in ein Produkt ein und verbessert so die Nutzbarkeit. Das ist der  Grund, warum Linux mittlerweile einfach zu benutzen ist und das ist der Grund, warum Chrome unter Mac oder Windows genau gleich bedient wird.

Um seine Vision eines Programmes oder einer Anwendung folgen zu können, müssen Gamedesigner oder Produktdesigner in erster Linie ihre Vision begreifbar machen können. Wenn man, so wie ich, alleine im stillen Kämmerchen programmiert hat, kann man super mit dem PC umgehen, aber wenn mir ein Kunde nicht klarmachen kann, was er eigentlich will und wir keinen Konsens finden, wird das Programm einfach nicht gut sein. Schüler müssen also lernen, im Team zu arbeiten. Schüler müssen lernen, ihre Ideen zu visualisieren und sich im Team so zu organisieren, dass die Vision Realität wird. Dazu müssen Kids lernen, dass man nur als Gemeinschaft stark ist.

Jobs haben sich auch verändert

Lies Stellenangebote. Natürlich steht überall drin, dass man mit Computern umgehen können sollte. Aber jetzt mal ganz im Ernst: Das ist doch mittlerweile wirklich Standard. Nennt mir einen einzigen Job, bei dem man überhaupt nichts mehr mit Computern zu tun hat. Heute suchen Arbeitgeber kreative Menschen, die Impulse geben können. Damals suchten Unternehmen Leute, die analytisches Denken konnten und brutal gut programmieren können. Das ist „so“ nicht mehr. Heute sind die vertrackten Einzelkämpfer eher nicht so beliebt. Klar, es muss diese Tunnelphasen auch geben, aber die IT heute ist in erster Linie ein Teamgeschäft geworden.

Geschrieben: 28.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

IT für Kinder ist total überbewertet

IT für Kinder ist total überbewertet

Gemecker

Die Computer in den meisten Schulen sind relativ aktuelle Workstations, mit denen man mehr als nur ein wenig surfen kann. Es läuft in der Regel ein aktuelles Windows auf den Dingern. PC-Unterricht beschränkt sich in Schulen aber darauf, dass die Kids bestimmte Dinge einfach nur googeln sollen. Danach wird Microsoft Word gestartet und die gesammelten Suchergebnisse werden in einen Bericht geschrieben, der dann eventuell sogar ausgedruckt wird. Vielleicht ist meine Erfahrung auch subjektiv, aber Digital-Unterricht an Schulen sieht meiner Meinung nach genau so aus. Man macht die einfachste aller PC-Aufgaben und nennt das dann Digitalisierung.Es könnte jetzt ein wenig in die Richtung „früher war alles besser“ gehen, daher bitte ich um Nachsicht und falls du das eh nicht lesen willst, kannst du auch hier aufhören.

PC-Unterricht war zu meiner Zeit ganz anders. Als ich mit dem Computer in der Schule das erste mal in Berührung kam, lief auf den 286ern noch MS-DOS und die einzige grafische Benutzeroberfläche, die wir zur Verfügung hatten, war entweder der Norton Commander, Dosshell oder die Bedienoberfläche von Borland C. Alles lief noch auf Textbasis und wenn du deinen Computer dazu bringen wolltest, dass er überhaupt etwas tut, musstest du die Befehle cd und dir kennen. Dann musstest du wissen, was eine exe-Datei ist, bzw. du musstest auch wissen, dass man bat und com-Dateien auch ausführen kann.

Wir wissen alle, dass man heute nur noch auf das Icon klickt und der PC dann das entsprechende Programm startet. Warum das so ist, was ein Programm (neuerdings ja APP genannt) von einer Datei unterscheidet und wieso das Programm überhaupt soviel RAM belegt, wird den Kindern leider nicht mehr beigebracht. Ob man das wissen muss, ist auch wieder eine interessante Frage, die ich allerdings mit Ja beantworten würde. Denn nur, wenn man die internen Prozesse, die so ein Programmstart mit sich bringt, im Ansatz versteht, kann man sich selbst bei Fehlern durch das System wühlen, um Fehler zu beseitigen.

Ihr seht, ich hätte gerne einen IT-Unterricht, der mehr macht, als nur Click, Write and Save. Ich hätte gerne einen IT-Unterricht, bei dem den Kids ein zerschrotteter Browser vorgelegt wird und die Kinder eine Lösung finden müssen, wie man den Browser wieder fit bekommt. Ein guter IT-Unterricht wäre, dass man sich selbst aus dem Web eine Office-Lösung zieht und diese installiert. Perfekt wäre der Unterricht, wenn man auch andere Betriebssysteme wie zum Beispiel Linux mal zeigt. Vor 30 Jahren waren Computerbesicher noch die Ausnahme, da warst du schon der IT-Held, wenn du BASIC konntest:


10 print "Hallo"
20 goto 10

Tatsächlich wäre man auch heute noch der Held, wenn man wenigstens ein bisschen programmieren könnte. Ich halte es zwar auch für falsch, jedem Kind programmieren beibringen zu wollen, aber es wäre nicht verkehrt, wenn jeder Schüler eben nicht nur Anwender wäre. Ein Schüler sollte in der Lage sein, den Code da oben aufgrund von Englischkenntnissen zu verstehen.

Ideen für Experimente für richtigen IT-Unterricht

Ich kann nicht nur meckern und keine besseren Vorschläge haben. Doch die besseren Vorschläge habe ich tatsächlich: Der Computer, das Smartphone oder auch das Tablet sind mittlerweile fast idiotensicher zu bedienen. Was jedoch immer wieder auftritt, ist Mobbing aufgrund von Posts in Sozialen Netzwerken. Den Kindern und leider auch vielen Erwachsenen ist nicht klar, was es heißt, Daten bei WhatsApp oder Facebook zu posten. Facebook weist mittlerweile in der App immer mal wieder darauf hin, dass man seine Privatsphäreeinstellungen prüfen soll, tatsächlich finden sich in den Freundeslisten der Kinder aber eben nicht nur die Freunde aus der Klasse, sondern eben auch die Typen, die das eigene Kind aus der Klasse beschissen findet. Denn Likes bedeuten Belohnung. Je größer der Freundeskreis bei Facebook ist, desto größer ist die Chance, ein Like zu bekommen. Doch, wenn man dann einen Post absetzt und zum Beispiel einen wirklich dummen Rechtschreibfehler drin hat, stürzt sich der Mob auf das Opfer.

In diesem Zusammenhang sollte Schülern auch ganz klar vermittelt werden, wie man zum Beispiel Fakeprofile aufdeckt oder wie man Fakenews von echten Nachrichten unterscheiden kann.

Die Idee ist also, dass der Computer-Unterricht den Computer einfach mal Computer sein lässt. Schüler müssen Medienkompetenz lernen. Sie müssen lernen, welche Konsequenzen ein Facebook-Post oder ein Instagram-Foto haben können. Sie müssen lernen, dass Sexting über WhatsApp das Risiko birgt, dass das eigene Nacktbild irgendwie auf einmal öffentlich bei einem Bildhoster landen könnte. Experimente können helfen, wirklich mal auf die Privatsphäre zu achten. Social Engineering sollte Pflicht für alle Dozenten und Pädagogen sein. Ein Lehrer sollte seinen Schüler nach dem Handy fragen und ganz nebenbei nach dem Passwort fragen. Die Handynummer des Schülers bekommt der Lehrer, wenn er so tut, als müsste er die Zeitansage anrufen, aber sich selbst auf dem Handy (was stumm ist) aufruft. Anschließend gibt der Lehrer das Handy zurück und sagt: „Ich habe jetzt dein Passwort, deinen Google-Accountnamen und deine Telefonnummer. Ich könnte nun ein neues Passwort vergeben und dich aus deinem eigenen Smartphone aussperren.“.

Was man auch im Unterricht vermitteln sollte: Lade dein Handy nicht einfach irgendwo auf. Das Experiment könnte in etwa so aussehen: Der Lehrer stellt an die Tür einen USB-Hub mit zig Anschlüssen an den Eingang und erlaubt das Aufladen der Handys. Der Hub selbst ist mit einem Rechner verbunden. Anschließend wird normal Unterricht gemacht. Auf dem Beamer könnte man nun demonstrieren, dass man ein weiteres Handy anschließt, den Dateimanager am PC öffnet und sich durch die Fotos auf diesem Handy durchhangelt. Anschließend erläutert man, dass man in wenigen Sekunden alle Fotos kopieren könnte.

Die Risiken eines offenen WLAN sollten für die Kids auch aufgezeigt werden. Man könnte hier zum Beispiel einen Access-Point aufsetzen und am Bildschirm über Network-Monitor und Wireshark zeigen, was ohne SSL-Verschlüsselung eigentlich so im Web übertragen wird. Da jedes Smartphone über DHCP eine IP-Adresse bekommt, kann man hier die üblichen Dinge durchführen, die in einem privaten Netzwerk möglich sind. Das gleiche gilt für Bluetooth-Verbindungen. Man kann ziemlich simpel Daten von diesen Geräten herunterladen.

Fazit

Im Grunde finde ich es albern, Kids heute noch programmieren beibringen zu wollen. Die Coder, die ich beruflich und privat kenne, sind Autodidakten und konnten auch während der Schulzeit schon einigermaßen gut programmieren. Die Tragweite, die ein unbedachter Post in sozialen Netzwerken hat, ist vielen Kids heute aber gar nicht bewußt. Und da sollten Schulen definitiv eingreifen.

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Was bedeutet Artikel 13 eigentlich für Blogger

Was bedeutet Artikel 13 eigentlich für Blogger

Das EU-Parlament macht ja häufiger nur Quatsch. Meine persönliche Theorie ist ja auch, dass in das EU-Parlament die Leute aus den Länderparteien verfrachtet werden, damit sie keinen Quatsch in Deutschland und Co aushecken. Aber jetzt läuft es ja darauf hinaus, dass die Entscheidungen des EU-Parlamentes wichtiger werden. So ist es mit der albernen DSGVO geschehen und so wird es auch mit Artikel 11 und Artikel 13 bzgl. des Urheberrechtes geschehen.

Leider werden die Debatten zu den beiden Artikeln immer extrem emotional geführt. Einerseits gibt es die Konzerne, wie Facebook oder insbesondere YouTube. Diese Firmen leben davon, dass User irgendwelche Sachen als Memes (lustige Bilder mit lustigen Texten) oder eben auch Videos hochladen. Ein strengeres Urheberrecht soll sicherstellen, dass die User nicht einfach einen Filmausschnitt von ihren DVDs kopieren und dann irgendwo hochladen. Im Grundsatz ist das auch illegal und muss irgendwie unterbunden werden. Jetzt ist es aber so, dass bei Youtube jeden Tag Videos hochgeladen werden. Pro Minute 400 Stunden Video. Ein Mensch, selbst eine große Mengen von Menschen, kann das unmöglich kontrollieren.

In den Artikeln stehen dann sinngemäß solche Absätze

Kommerzielle Webseiten und Apps, wo Nutzer*innen Beiträge veröffentlichen können, müssen „bestmögliche Anstrengungen“ unternehmen, vorab Lizenzen zu erwerben für alles, was ihre Nutzer*innen möglicherweise posten könnten – also: alle Inhalte der Welt, die unter das Urheberrecht fallen.

„Bestmögliche Anstrengungen“ ist nicht einmal genau definiert. Gehen wir mal davon aus, dass Firmen wie Facebook und Google unendlich finanzielle Ressourcen haben. Die könnten also ganze Städte einstellen, damit die 20.000 Einwohner dieser Städte diese Daten sichten. Praktisch wissen wir, wird nie passieren.

Viel spannender für Blogger ist aber, dass wir zukünftig Schwierigkeiten bekommen werden, wenn wir etwas zitieren möchten. Ich zitiere hier das hier:

Die Wiedergabe von mehr als „einzelnen Worten oder sehr kurzen Textausschnitten“ von Nachrichten wird eine Lizenz erfordern. Darunter fallen wahrscheinlich viele jener Anreißer, die heute üblicherweise als Teil eines Links angezeigt werden, um darzustellen, wohin dieser führt. Gerichte werden letztendlich interpretieren müssen, was „sehr kurz“ in der Praxis heißt – bis dahin wird beim Setzen von Links (mit Anreißern) große Unsicherheit herrschen.

Keine Ausnahmen selbst für Dienste, die von Einzelpersonen oder Kleinunternehmen betrieben werden – darunter fallen wahrscheinlich auch Blogs und Webseiten, die auf irgendeine Weise monetarisiert werden (also Werbung enthalten o.Ä.).

Konkret bedeutet das, wenn ich einen Link auf eine externe Webseite setze, Zum Beispiel auf einen Artikel über das Urheberrecht, würde ich ja nicht nur LINK schreiben, sondern vermutlich mindestens den Titel des Links verwenden. Wenn ich also auf die Headline: „Dackelzuchtverein züchtet Riesenpfirsisch“ einer sehr urheberrechtsgeilen Zeitung verlinke, riskiere ich zukünftig einen Urheberrechtsverstoß.

Blogs leben davon, dass man Links setzt. Früher war die Pingback-Technologie von verbreitet. Wenn ich also auf einen Blog von jemand anders verlinkt habe, wurde von dessen Blog ein Link zu mir gesetzt. Das wäre nach dieser Definition mindestens problematisch, wenn nicht sogar illegal.

Als Musiker muss ich vermutlich zukünftig jedesmal beweisen, dass ich der Urheber meiner eigenen Songs bin. Das ist ein ziemlich nerviger Prozess, auf den ich keine Lust habe. Die Remixkultur wird unter den Upload-Filtern massive Probleme kriegen. Selbst wenn der Remix von Song XYZ erlaubt ist, muss eine künstliche Intelligenz das Ding als legalen Remix erkennen können. Oft sind Remixes sogar bekannter, als die originalen Versionen.

Wenn man guckt, WER tatsächlich vom Artikel 13 und vom Artikel 11 profitiert, weiß man auch, woher der Wind weht. Tipp: Hinter den strengen Zitatrechten steckt eine Firma, die dafür bekannt ist, immer wieder zu versuchen, ein „Leistungsschutzrecht“ durchzuboxen. Diese Firma hat damals übrigens auch durch Meinungsmache Streetview in Deutschland vernichtet. Ja: Springer Verlag, ich rede mit DIR.

Das EU-Recht ballert Europa und Europas Bloggerszene auf direkten Weg ins Mittelalter zurück. Ganz bescheuert.

Geht auf die Straße, demonstriert und wählt vor allem Parteien, die sich mit dem Internet auskennen. Das sind in der Regel übrigens NIEMALS konservative Parteien oder auch Koalitionspartner von Konservativen. (die AfD werte ich hier mal als erzkonservativ)

(Zitatblöcke von Julia Reda)

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Fake-Profil entschlüsseln

Fake-Profil entschlüsseln

Fakes in sozialen Netzwerken sind leider allgegenwärtig. Das musste leider auch Denise Fritsch lernen, denn sie und auch viele andere Blogger wie Sascha Pallenberg oder auch Kai Thrun haben jahrelang die Postings und Tweets eines Fakes für bare Münze genommen. Dabei sind diese Leute absolut nicht neu im Netz und  wissen normalerweise, woran man Fakes erkennen kann. Doch das Fake aus Denise's Geschichte hat sich wirklich eine komplette Lebensgeschichte ausgedacht, inklusive eines gefakten Freundeskreises, gefakten Adressen und vieles mehr. Den Artikel von Denise solltest Du also unbedingt noch lesen.

Link zum Artikel

Wenn man ein wenig Reichweite im Netz hat, kommen automatisch die Fakes. Ich selbst kriege fast täglich „Freundschaftsanfragen“ bei Facebook von Leuten, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Ich lehne die meisten Abfragen ab beziehungsweise ich reagiere oft auch gar nicht drauf. Denn ich habe 3 einfache Tricks, gefakete Freunde zu finden. Das funktioniert bei den billigen Fakern relativ gut, aber so einen dreisten Fall wie Denise hatte ich bisher auch noch nicht. 

Unser Beispielfake nennen wir mal Maxi Mustermann, einen medizinischen Angestellten aus Kassel.

Hat der Freund Freunde?

Oft kann man in der Freundesliste auf „Gemeinsame Fruende“ klicken. Wenn wirklich viele deiner Freunde mit dem Fakeprofil befreundet sind, kannst du deine Freunde fragen, woher die Leute den Typen kennen und daraus eventuell schließen, woher du das Fake kennen könntest. Oft hinterfragen die gemeinsamen Freunde dann auch selbst, woher die das Fake kennen und löschen die Person dann aufgrund deiner Nachfrage aus der Freundesliste. Die Kommunikation in den sozialen Netzwerken hilft hier also schon so einiges.

Gibt es die Person außerhalb des Netzwerkes?

Eine Google-Suche nach Maxi Mustermann ergibt tatsächlich schon viele Treffer. Manchmal ist das Fake damit schon entlarvt, spätestens die Kombination Maxi Mustermann plus Wohnort sollte aber Ergebnisse liefern, weil man dann leider wohl doch von einem Fake ausgehen muss.

Die Bildsuche von Google ist dein Freund

Du kannst das Profilbild öffnen und dann auf „Optionen“ ⯈ „Herunterladen“ klicken. Anschließend kannst du auf https://images.google.com/ gehen und das Bild dort hochladen. Google schreibt bei den Suchergebnissen dann hin, wie das Bild in diversen Stockphoto-Archiven benannt wurde. Beispielsweise steht dann in den Suchergebnissen „Mid aged man in grey suit“ und  die entsprechenden Links werden auch aufgeführt. Meistens reicht das aus. Aber so mancher Faker ist noch besser vorbereitet. 

Das Alter der Beiträge

Wie alt ist der älteste Beitrag bei Facebook und vie aktiv war das Profil, bevor es sich bei dir gemeldet hat. Wenn bei Facebook nur belanglose Fotos gepostet wurden, davor aber gar nichts und man ziemlich schnell zur Jahresübersicht von 2016 kommt, kann man davon ausgehen, dass das Profil neu angelegt wurde. 

Fass dir an die eigene Nase

Jetzt kommt der Punkt, der wirklich unangenehm ist. Wenn dir eine attraktive Frau oder ein attraktiver Mann eine Freundschaftsanfrage stellt, du selbst aber nicht so wirklich attraktiv bist, sollten deine Alarmglocken läuten. Wenn sich ein Topmodel schon früher nicht für dich interessiert hat, warum sollte Facebook etwas daran ändern? Es ist brutal, aber Models suchen keinen übergewichtigen Zwerg mit Brille. Nicht einmal dann, wenn der übergewichtige Zwerg mit Brille 1.000.000 € auf dem Konto hat. Tut mir echt leid.

Krankheitsbilder

Wenn im Lauf der Zeit das Fakeprofil auf einmal krank wird (das passiert immer dann, wenn das Profil denkt, es fliegt auf), du im Krankenhaus aber niemanden erreichst, der die Person kennt, deutet das oft leider auch auf ein Fake hin. Klar, so mancher möchte nicht, dass jemand erfährt, dass er oder sie im Krankenhaus ist, allerdings sind die meisten doch froh, wenn jemand anruft.

Fazit

Auch erfahrene Nutzer sozialer Netzwerke fallen immer wieder auf Fakeprofile herein. Manche Profile sind wirklich extrem gut gemacht und werden über einen langen Zeitraum auch mit einer Lebensgeschichte gefüllt. Teilweise sind die Profile sogar über 10 Jahre alt und haben Trabantenprofile, also gefälschte Freunde, die die Echtheit des Hauptprofils bestätigen. Doch diese Profile sind im Moment noch eher die Ausnahme. Mit den oben genannten Tipps kannst du die meisten Profile relativ einfach enttarnen.

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Ist es richtig, eine Spaßpartei zu wählen

Ist es richtig, eine Spaßpartei zu wählen

Es ist kaum ein Geheimnis, dass ich Wähler der PARTEI bin. Es ist auch kein Geheimnis, dass man als Wähler dieser "Spaßpartei" immer wieder gefragt wird, ob man Politik nicht ernst nähme und seine Stimme an diesen Kasperleverein verschenkt.

Ich sehe das komplett anders. Die PARTEI ist natürlich eine Spaßpartei. Doch das sind alle anderen Parteien auch, bloß dass die anderen Parteien ihren Mist tatsächlich glauben. Du musst doch nur die Statements der Politiker nach der Wahl angucken.

Klima

Da sagt ein Laschet von der CDU allen ernstes: "Das Thema Klimawandel ist auf einmal zu einem weltweitem Thema geworden" und als mittelmässig gebildeter Mensch frage ich mich ernsthaft, auf welchem Planeten diese Typen eigentlich wohnen? Das Klima IST ein Thema. Vermutlich ist der Klimawandel das wichtigste Thema seit des zweiten Weltkrieges, denn wenn uns allen das Wasser wortwörtlich zum Halse stehen wird, gibt es ganz sicher Kriege um Rohstoffe und massive Volkswanderungen, weil bestimmte Regionen auf der Welt einfach nicht mehr bewohnbar sind.

Urheberrecht

Die PARTEI hat sich auch ernsthaft mit Artikel 13 befasst. Dieses Copyright-Urheberrechts-Machwerk, das es unmöglich macht, das Internet noch mit Memes, Mashups und Zitaten zu nutzen. Die PARTEI wurde von Mitgliedern der TITANIC gegründet, also einer Zeitung, die natürlich auch auf das eigene Urheberrecht fixiert ist. Dennoch hat Die PARTEI natürlich erkannt, dass solch eine Urheberrechtsnovelle niemandem hilft. Denn mit diesen Schranken ist auch keine Satire mehr möglich. Zum Vergleich: Axel Voss von der CDU glaubt ernsthaft, dass es in Google einen Knopf zum Suchen von Memes gibt. Dank der PARTEI hat die CDU übrigens selbst das Artikel-13-Gesetz hart spüren dürfen: Sie verwendeten ohne Freigabe Clips von der ARD in ihrem eigenen Youtube-Kanal.

Rassismus / Flüchtlinge

Die PARTEI hat ihr Wahlwerbespot-Budget dazu genutzt, Spenden für Seawatch zu sammeln. Der offizielle Wahlwerbespot von die PARTEI zeigte einen ertrinkenden Flüchtling und wies auf die Ungerechtigkeit Europas hin. Man kann also mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass Die PARTEI pro Migration ist. Auch da versteht die PARTEI keinen Spaß.

Familienpolitik

Die PARTEI will alleinerziehende Mütter mithilfe von Milf-Geld unterstützen. Auch das klingt erstmal ziemlich albern, allerdings ist man als junge, alleinerziehende Mutter wirklich fast IMMER am Limit und gilt dann als "sozial schwach"

Fazit

Hinter all diesen Witzen stecken ernsthafte Intentionen. Daher bin ich für die PARTEI.

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen