DAW gratis – taugt das was?

DAW

Musizieren ist ein extrem teures Hobby. Du brauchst Musikinstrumente und Aufnahmegeräte und so weiter.

Irgendwer im Web

Und dieser erste Satz ist Quatsch.

Ich kenne auch noch die Zeiten, als man für DAWs unfassbar viel Geld ausgeben musste. Cubase kostet in der Pro-Version 579 Euro. Protools kostet im Abo 29 € im Monat oder aber 187 Euro im Jahr. Bitwig liegt bei ungefähr 399 Euro. Live 11 kostet zwischen 399 und 580 Euro.

Günstig ist anders. Klar ist der Gegenwert gigantisch. Ein komplettes Studio kannst du mit jeder dieser DAWs abbilden. Du kannst Samples verarbeiten, (VST)-Plugins benutzen und so jedes beliebige Instrument der Welt simulieren und du kannst sogar Demos anderer Bands verbessern und bist dann quasi dadurch Mixing Engineer, Mastering Technician oder halt einfach „nur“ Musikproduzent.

Aber sind wir mal ehrlich: 600 Euro sind kein Schnäppchen. Ein Abo klingt verlockend, aber zumindest ich persönlich habe immer das Gefühl, dass die Software dann nicht mir gehört. Da muss es doch was in kostenlos geben?

Kostenlose DAWs

Es gibt extrem viele kostenlose Alternativen zu oben genannten Tools. Manche dieser kostenlosen Tools haben nervige „Nag-Screens“, also Popup-Fenster, die dich von Zeit zu Zeit darauf hinweisen, dass du doch bitte das Programm kaufen sollst. Manche sind ein wenig eingeschränkt, aber nicht so sehr, dass man damit nicht arbeiten könnte und manche DAWs haben gar keine Einschränkungen. Es gibt hunderte von Blogs und Magazinen, in denen diese DAWs aufgelistet werden. Ich beschränke mich auf die DAWs, die ich selbst als Demoversion benutzt habe und tatsächlich anschließend gekauft habe.

Renoise

Renoise Pattern Editor
Renoise

Renoise ist eine DAW, die sich an Leute richtet, die vielleicht mal auf dem Amiga 500 anfingen. Es handelt sich hier um einen Rastersequenzer, die Noten werden nicht von links nach rechts eingepflegt, sondern von oben nach unten. Die Notenlänge ergibt sich dadurch, ob in der selben Spalte eine neue Note oder ein „Noten-Ende“-Signal eingetragen ist. Weiter von Cubase oder Logicpro kann man sich optisch nicht entfernen, aber Renoise hat hier einen komplett eigenen Charme, der im übrigen auch Depeche Mode überzeugt hat. Depeche Mode nutzen Renoise.

Grundsätzlich ist Renoise wenig eingeschränkt,wenn man die Vollversion nicht kauft. Aber WAV-Export des fertigen Songs geht komplett nicht. Das ist natürlich nicht so toll, wenn man seinen Track auf Soundcloud hochladen will. Aber man kann Audio auch direkt so aufnehmen. Man kann Renoise allerdings auch kaufen, wenn man tatsächlich die ersten Songs fertig gemacht hat und dann einem Publikum präsentieren möchte.

Reaper

Reaper

Reaper kommt von den ehemaligen Machern von Winamp. Winamp war Anfang der 2000er Jahre der Standardplayer für Musik auf jedem Windows-PC. Es gab einfach keinen besseren Player. Das haben auch diverse Konzerne erkannt und den Machern Winamp dann für viel Geld abgekauft. Jetzt ist das Team um Justin Frankel aber nicht faul, sondern hat sich eine neue Bastion gesucht: Mit Reaper kann man nicht nur Musik hören, man kann auch hervorragend damit Musik machen. Und das tatsächlich komplett ohne Einschränkungen. Lediglich beim Start dieses vorzüglichen Musikprogrammes kommt ein Hinweis, der sagt, dass man Reaper doch bitte kaufen möge. Ansonsten ist Reaper komplett uneingeschränkt nutzbar, weswegen ich das Programm dann auch gekauft habe. Reaper ist, wie Renoise auch, extrem stabil.

Fazit

Wie gesagt: Es gibt hier keine endlosen Listen von DAWs, die kostenlos nutzbar sind. Hier gibt’s nur Qualität. Und dafür sollte man zahlen. Cakewalk möchte ich dennoch erwähnen, weil das tatsächlich die einzige, wirklich kostenlose DAW ist, die richtig gut ist, aber den Downloadmanager mag ich nicht und leider ist mir das Tool mehr als einmal brutal abgestürzt.

Es gibt auch Tools wie Ardour, LMMS oder sogenannte LITE-Versionen bekannter DAWs. Ardour macht meiner Meinung nach aber nur unter Linux wirklich Sinn, weil es ursprünglich dafür erschienen ist.

die 80er hatten die besten Filme

Kinofilm

Ich gehe in diesem Posting auf die besten Filme ein, die man auf jeden Fall auch mit seinen Kindern zusammen gucken sollte. Dabei beschränke ich mich auf die Zeit, als Kinder als Helden im Kino noch echten Gefahren ausgesetzt waren und man als kindlicher und jugendlicher Zuschauer noch richtig mitgefiebert hat. Wenn ihr weitere Musterbeispiele für tolle 80er-Filme für Kinder findet, lasst es mich wissen. Hinweis: Meine Kinder haben das Glück (oder Pech) mit mir als Filmgeek durchaus auch mal heftigeres Zeugs zu gucken.

Der Erfolg von Stranger Things zeigt, dass die späten achtziger Jahre einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen haben. Die Art, wie Geschichten zu dieser Zeit erzählt wurden, war sehr speziell. Ein paar der Superregisseure dieser Zeit haben sich ihren frühen Erzählungsstil bewahrt und auch bis zur Mitte der 90er Jahre Kino der 80er Jahre gedreht. Ein Beispiel dafür ist Jurassic Park, der im Grunde der letzte Spielberg-Film war, bei dem man von einem „Wunderkind“ sprechen konnte.

Hier also die Liste der besten Filme der späten 80er / frühen 90er, die man mit seinen Kindern gucken sollte

Die Goonies (1985)

Zuletzt war Sean Astin als „Bob“ in Stranger Things zu sehen. Als Astin selbst noch ein Kind war, spielte er in die Goonies die Rolle des Mike Walsh. Auf dem Dachboden finden Mike und seine Freunde Data, Chunk, Mouth, Mikes Bruder Brand, Andy und Stef die Piraten-Schatzkarte des einäugigen Willy. Die Mietshäuser, in denen sie wohnen, sollen abgerissen werden und damit müssen alle umziehen, wenn sie das Geld nicht haben, ihre Häuser zu kaufen. Der Schatz könnte also dafür sorgen, dass die Goonies in ihrer Stadt bleiben dürfen. Die Schatzsuche selbst stellt sich als einfach heraus, doch die Höhle, in der der Schatz ist, ist voller Fallen und außerdem werden die Goonies von ein paar verrückten Gangstern gejagt.

Die Goonies ist laut, wild und stellenweise sehr actionreich. Die Regie stammt von Richard Donner, den man normalerweise eher aus dem Actionbereich kennt. Dort hat er die Lethal Weapon Reihe mit Mel Gibson und Danny Glover erdacht. Bei den Goonies gibt es keine richtigen Gewaltszenen, aber es ist sehr deutlich, dass die Fallen gefährlich sind. Direkt am Anfang stolpern die Kids auch über einen verwesten Abenteurer und sehen einen erschossenen FBI-Agenten. Dennoch ist der Film ungeheuer lustig und auch die kleineren haben wirklich was zu lachen.

Stand By Me (1986)

Die Freunde Gordie, Chris, Teddy und Vern haben gehört, dass eventuell neben einer nahegelegenen Bahnstrecke ein Junge verunglückt ist. Sie wollen die Leiche finden und als Helden gefeiert werden. Dabei erzählen sie sich Geschichten und Chris erlebt, wie ihn Erwachsene betrügen. Es gibt Blutegel, es gibt miese Schlägertypen und tatsächlich finden die Jungs natürlich die Leiche.

Stand by me von Rob Reiner basiert auf der Kurzgeschichte „die Leiche“ von Stephen King und ist eine wunderbare Coming-of-Age-Geschichte mit 4 pubertierenden Jungs, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen. Der Film hat ziemlich intensive Momente („ich schwör’s bei Gott, ich bring dich um“) und man kann sich an anderen Stellen fast totlachen (Riesenarsch Hogan). Interessanterweise ist der Film ab 6 Jahren freigegeben.

Der Flug des Navigators (1986)

Auf dem Weg nach Hause im Jahr 1978 verschwindet Joey spurlos. Er taucht 8 Jahre später im Jahr 1986 wieder auf. Für ihn selbst ist die Zeit allerdings gar nicht vergangen, er ist immer noch 12 Jahre alt und keinen Tag gealtert. Er will nach Hause, doch seine Eltern wohnen gar nicht mehr dort. Die Polizei greift ihn auf und natürlich haben seine Eltern gedacht, er wäre tot. Parallel dazu findet die NASA ein UFO und weil der Junge keinen Tag älter wurde und sich sein Auftreten mit dem UFO-Besuch überschneidet, nimmt die NASA den Jungen mit. Natürlich kommen UFO und Joey zusammen. Das UFO wird von einem Roboter namens Max gesteuert.

Der Flug des Navigators ist vom Grease-Regisseur Randall Kleiser. Tatsächlich ist es einer der ersten Filme, die intensiv vom Spezialeffekt „Morphing“ gebraucht gemacht haben. Das Raumschiff ist ziemlich lustig und nimmt zum Beispiel E.T. und Star Wars auf die Schippe. So will Joey unterwegs einmal telefonieren und Max sagt: „Der Junge will nach Hause telefonieren“. In der deutschen Version spricht Arne Elsholtz den Roboter. Elsholtz kennt ihr als die frühere Stammstimme von Tom Hanks und Bill Murray.

Nummer 5 lebt (1986)

Ein Militärroboter wird durch einen Blitz getroffen und entwickelt ein eigenes Bewußtsein. Er möchte nicht mehr töten, er will lesen und Freunde finden. Nummer 5 möchte außerdem nicht wieder in die Fabrik zurück und neu programmiert werden. John Badham hat hier ein wunderschönes Science-Fiction-Märchen geschaffen. Der als Killer geschaffene Roboter ist neugierig, witzig und damit fast menschlicher, als seine Gegner. Der Film macht Spaß und bietet auch einige ziemlich spannende Momente. Nummer 5 lebt hat sicherlich einige Längen und witzigerweise würde die Figur des Inders, der aber ja kein Inder ist, heute eine Diskussion über Political Correctness auslösen. Aber so waren sie, die 80er, da hat man halt das gedreht, worauf man Bock hatte.

Immerhin verdanken wir den 80ern auch so „Perlen“, wie Howard the Duck…

Die unendliche Geschichte (1984)

Bastian Balthasar Bux findet ein Buch und liest die Geschichte über Atréju, einem Jungen, der das Reich Phantasien vor dem Nichts retten soll. Es gibt verrückte Gestalten, wie den Steinbeißer und einen extrem gruseligen Killer-Wolf, der die Mission von Atréju gefährden soll.

Michael Ende fand den Film von Wolfgang Petersen beschissen und wollte gar nicht mehr in den Credits genannt werden. Die meiner Meinung nach schlimmste und traurigste Szene aller Zeiten in einem Kinderfilm wurde hier gedreht, als Atréju sein treues Pferd Artax in den Sümpfen der Traurigkeit zurücklassen muss. Als Kind habe ich stundenlang deswegen fast geweint. Die unendliche Geschichte beschreibt nur einen kleinen Teil des Buches und ist ein ziemlich Special-Effects-lastiger Hollywood-Streifen.

Gremlins (1984)

Randall bekommt von seinem Vater ein süßes kleines Vieh namens Gizmo geschenkt. Gizmo darf nicht nach Mitternacht gefüttert werden und es ist extrem wichtig, ihn niemals Wasser auszusetzen. Natürlich kriegt Gizmo Wasser ab und aus seinem Körper schlüpfen weitere Gizmos, die bei weitem nicht so putzig sind. Nachdem diese Viecher auch noch nach Mitternacht gefüttert werden, bricht die Hölle aus. Denn ab sofort sind das keine Mogwais mehr, sondern fiese, brutale Monster.

Tatsächlich ist Gremlins mein persönlicher Lieblings-Weihnachtsfilm. In Amerika ist der Film lustigerweise nur mit PG bewertet worden, darf also sogar von 6 jährigen in Begleitung ihrer Eltern geguckt werden. In Deutschland ist der Film ab 16 Jahren freigegeben. Beide Bewertungen finde ich albern. Je nach Charakter kann dieser Film von Joe Dante auch durchaus von einem 10 Jahre alten Kind geguckt werden. Fun Fact: Es gibt einen 2. Teil. Der ist weniger gruselig und Joe Dante findet sein Sequel auch besser.

Explorers (1985)

Ein Junge träumt von einem Chipsatz. Zusammen mit seinem wissenschaftlich begabten Kumpel bauen sie diesen Chipsatz und merken, dass sie die Pläne für ein interstellares Raumschiff erträumt haben. Sie machen sich also daran, das Raumschiff zu bauen und reisen dann tatsächlich ins Weltall und treffen dort auf TV-begeisterte Aliens.

Ein weiterer Film von Joe Dante. Explorers ist ein absolutes Chaos verrückter Ideen und leider merkt man zum Ende des Films sehr deutlich, dass den Produzenten die Geduld und das Geld ausgingen. Die Jungs bauen ihr Raumschiff und die Aliens sind so dermaßen behämmert und lustig, dass man sich wünschen würde, der Film ginge noch mindestens 2 weitere Stunden. Lustigerweise war die Rohfassung auch 3 Stunden lang.

Geschenkt ist noch zu teuer (1986)

Ein Junges Paar, gespielt von Tom Hanks und Shelley Long kauft ein vermeintliches Schnäppchenhaus. Leider ist das Haus eine absolute Bruchbude. Einstürzende Treppen sind hier noch das harmloseste. Richard Benjamin hat in den 80ern einen Haufen wunderbarer Komödien gedreht. Jahre vor „Kevin-allein zu Haus“ hat Benjamin hier ein Haus voller tödlicher Fallen verbaut. Super geile Slapstick-Komödie. Geschenkt ist noch zu teuer lebt vom Chaos.

Ghostbusters (1984)

Parapsychologische Wissenschaftler werden aus ihrer Uni gefeuert, gründen eine Firma, die Geister jagt und kreuzen die Ströme zuerst nicht. Nein, wer Ghostbusters nicht kennt, muss auf einem anderen Planeten gewohnt haben. Dieser Film hat unglaublich viele geile Sprüche, insbesondere natürlich von Bill Murray. Es gibt einige ziemlich lustige Jumpscares und tatsächlich war Ghostbusters ursprünglich gar nicht so richtig für Kinder gemacht.

Die Mitwirkung von Bill Murray und auch von Dan Aykroyd sorgte aber seinerzeit dafür, dass der Film irgendwie lustiger wurde. Tatsächlich ist das Logo der Ghostbusters sogar noch bekannter, als das Logo von Apple.

DJ Robin und Schürze – Layla – aus Produzentensicht

Partyvolk

DJ Robin und Schürze haben mit „Layla“ einen Song geschaffen, der sich nun seit mehreren Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts festgebissen hat. Insofern ist es natürlich Zeit für eine musikalische Analyse dieses Songs. Wenn ein Lied mindestens 3 Wochen auf dem ersten Platz liegt, muss es sich doch immerhin um ein Meisterwerk handeln und um nichts weniger.

Hintergrund

Produziert wurde der Song von Ikke Hüftgold, aka Matthias Distel. Der Mann hat seinerzeit eine Wette verloren und dabei gemerkt, dass er ein Talent für Partyschlager hat. Genau genommen ist er einer der erfolgreichsten Musikproduzenten in diesem Genre überhaupt. Er selbst betrachtet sein Werk immer mit einem ironischen Zwinkern und hat zum Beispiel auch mit Felix Lobrecht und Tommy Schmidt schon Partyschlager produziert, die absichtlich komplett auf dem Niveau von Partyhymnen sind. Man kann damit Geld verdienen und die Aktion mit Felix und Tommy ist sogar drauf angelegt, dass die Seenotrettung sämtliche Einnahmen kassiert.

DJ Robin und Schürze hatte ich bisher nicht auf dem Schirm, aber beide sind schon vor Layla auf Mallorca feste Größen im Bereich Partymusik gewesen. DJ Robin hat als Jugendlicher als DJ angefangen und hat sich von Familienfeiern bis hin zur Canstatter Wasen hochgearbeitet. Durch diese Gigs schaffte er es vor der Corona-Pandemie einen Resident-Job als DJ im Bierkönig zu ergattern. Leider hat die Coronapandemie diesen Traum erstmal zerstört, aber DJ Robin hat auf Twitch regelmässig gestreamt und sich so eine andere, große Basis aufgebaut. Schürze ist schon lange als Sänger auf Mallorca unterwegs und hat unter anderem schon bei DJ Ötzi im Vorprogramm gespielt.

Wir haben es hier also mit Leuten zu tun, die ihren Zielen nicht hinterher träumen, sondern diese auch konsequent verfolgen. Das muss man neidlos anerkennen.

Die Akkorde

Gespielt wird in Gm. Es handelt sich um einen 4/4-Takt, der bei 140 BPM pro Minute gespielt wird.

Im Grunde werden 4 Akkorde immer 4 Takte wiederholt, außer vor einem sogenannten Drop. Dort bleibt der erste Akkord über die doppelte Taktlänge erhalten. Es handelt sich um die sich permanent repetierende Reihenfolge:

Gm, Eb-Dur, Bb-Dur und F-Dur

Wer’s sich auf dem Klavier einfacher machen will kann auch 2 Noten transponieren und Am, FDur, CDur und GDur spielen.

Die Produktion selbst

Heute wird auf Lautstärke produziert. Ein Song muss auf einem Handylautsprecher genau so laut ballern, wie in einem 500qm Partyzelt. Grundsätzlich hat sich die Dynamik bei Songs heute komplett verändert. Ich habe hier mal eine Waveform (eine grafische Darstellung eines Songs) von Queen eingehängt und direkt dahinter die Waveform von DJ Robin und Schürze.

Bicycle Race von Queen
Layla Waveform

Man muss kein Produzent sein, um den Unterschied zu erkennen. Die Produktion von Queen zeigt eine Wellenform mit vielen lauten und vielen leiseren Passagen. Die Produktion von Ikke Hüftgold ist hier auf Lautstärke gebaut. Im Grunde kann man den Song gar nicht „leise“ hören, weil hier alles auf Lautstärke abgestimmt ist. Es ist „komprimiert“, wie wir Fachidioten sagen.

Kompression ist, einfach gesagt, dass die leisen Stellen lauter werden und die lauten Stellen laut bleiben. Das ist vergleichbar mit einem Typen, der bei einer Gitarre den Mixer bis zum Anschlag aufdreht, damit man die Gitarre hört und dann gaaaanz schnell wieder runter dreht, wenn alle anderen auch einsteigen. Im Bereich der elektronischen Musik ist das fest etabliert. Im (normalen) Schlager wird durchaus noch mit Dynamik gearbeitet, weil die Hörer dieses Genres tatsächlich ihre Musik noch auf der guten alten Hifi-Anlage hören.

Hier ist aber ganz klar der Fokus auf „Generation Spotify“ gelegt worden. Das Ding muss auch auf den beschissensten und günstigsten Kopfhörern der Welt eben diese Welt ausblenden.

Die Sounds

Ikke, Robin und Schürze bedienen sich aus dem Pool der typischen Dance-Sounds. In der Regel kommen als Plugins für solche Produktionen VSTs wie Nexus oder auch Serum zum Einsatz. Die Drums sind modifizierte 909-er und für die Drops wird eine Hardstyle-Kickdrum verwendet. Heißt: Da ist eine Kickdrum, die allerdings nur als „Klick“ einen hart übersteuerten Bass-Sägezahn triggert. Die Synths sind allgemein beliebte Handsup-Sounds, die Glöckchensounds kennen wir auch alle schon aus Zeiten von Charlie Lownoise und Mental Theo. Es ist jetzt nichts wirklich Originelles dabei, aber das will auch keiner in dem Bereich hören

Der Text

Neulich in der Stadt stand da ein Mann
Er schaute mich sehr glücklich an
„Hey, komm mal her“, sagte er zu mir
„Das ist mein Laden, mein Revier“
„Mein Junge, ich hab‘ ein Geheimnis für dich“
Was er von mir wollte, wusste ich nicht
Ich sah nur das Grinsen in seinem Gesicht
„Was ich dir sage, glaubst du mir nicht“
Ich hab‘ ’nen Puff und meine Puffmama heißt Layla
Sie ist schöner, jünger, geiler
La-la-la-la-la-la-la-Layla
La-la-la-la

Songtext Layla

Am Text scheiden sich die Geister. Thomas von Indiskretion Ehrensache vergleicht Layla mit Saufliedeern über Zwangsarbeiter, mit dem Hintergrund, dass ein Typ nen Puff hat und da seine resolute Puffmutter Layla den Laden schmeisst. Ich stimme Thomas insofern zu, dass das Klischee der Puffmuddi, die das auch irgendwie noch gut findet, komplett hinüber ist. Auch in Puffs merkt man die Inflation und diese pseudoromantische Verklärung der Tatsachen in der Prostitution hilft natürlich niemandem. Und diese Kritik teile ich auch. Puffs sind nicht romantisch und lustig.

Tatsache ist aber auch, dass der Songtext im Grunde nur aus dieser einen Strophe und einer weiteren Strophe besteht, wo der Sänger Layla das erste mal selber sieht. Ansonsten wiederholt sich der Refrain die ganze Zeit. Es wird hier nicht angedeutet, dass der Protagonist mit Layla ins Bett geht und auch sonst ist der Text, abgesehen vom Wort „Puff“ oder „geiler“ sogar harmlos.

Vergleichsweise heftig ist da eher der Song mit dem Titel „Nein heißt ja, wenn man so lächelt wie du“ von G.G. Anderson. Ich würde sagen, dass man den Text hier heute definitiv so nicht mehr bringen könnte:

Nein heißt ja
Wenn man lächelt so wie Du
Warum willst Du Deinem Herz nicht trau’n
Nein heißt ja
Wenn man flüstert so wie Du
Du kannst mir ruhig in die Augen schau’n
Nimm den Mut in die Hand

Pfeif auf Deinen Verstand
Und vertrau darauf was Du fühlst
Oh, nein heißt ja
Wenn man lächelt so wie Du

Songtext Nein heißt Ja.

Die Zielgruppe und das Verbot

In der Presse wird immer von „Verbot“ gesprochen. Der Song ist nicht verboten, sondern es wird lediglich drum gebeten, dieses Ding nicht zu spielen. Weil es tatsächlich sexistisch ist und ein Frauenbild zeigt, dass es so nicht geben sollte. Tatsächlich aber feiern auch viele Frauen diesen Song. Und man kann dem Song eben auch nicht vorwerfen, dass er nicht eingängig ist. Das Teil muss man nur einmal gehört haben und dann begleitet es einen den ganzen Tag im Ohr, ob man will oder nicht.

Die Zielgruppe von Ikke, Robin und Schürze ist ja auch nicht der Oberstudienrat, der seinen Jahresurlaub auf Sylt mit überteuerten Shrimpcocktails und schlechtem Prosecco verbringt, sondern für die Leute, die in den letzten Jahren die Sau nicht rauslassen konnten. Ich selbst bin jetzt auch kein Fan des Songs und erst recht bin ich kein Fan der Ballermann-Saufkultur, aber diese Gruppe von Menschen gab es immer und wird es auch immer geben. Und ich sag auch ganz ehrlich: Lasst diesen Leuten doch ihren Spaß. Das ganze Ballermann-Gerotze ist zwar super cringe und irgendwie auch asig, aber wenn die Leute das für ihren Seelenfrieden brauchen und dafür die anderen 50 Wochen im Jahr ihren Job machen und sich auf ihren nächsten Urlaub freuen, so what?!

Kleiner Edit im Anschluss noch: Wir leben aber eben auch in einer Gesellschaft, die versucht, sich zu verbessern und die Rücksicht auf andere Menschen nehmen sollte. Ich will niemandem seinen Spaß am Extrembesäufnis wegnehmen, ganz bestimmt nicht. Man sollte halt für sich selbst auch immer abwägen, wie sehr man das machen will. Ich glaub kaum, dass jemand nach einer durchzechten Partynacht direkt so weiter machen will, aber das ist auch nicht meine Bubble. 😆😉

Fazit

Ich mag den Song nicht. Ich mag die Produktion nicht. Aber ich muss anerkennen, dass das Ding ins Ohr geht. Der Text ist so unfassbar simpel, dass man es nur ein einziges Mal hören muss, um es mitgröhlen zu können.

Natürlich kann man damit unfassbar viel Geld verdienen. Warum auch nicht? Es gibt pro Jahr zig Songs, die genau dies hier versuchen und keiner schafft es, aus der Malle-Bubble auszubrechen. DJ Ötzi hat’s damals geschafft, Jürgen Drews schafft es immer mal wieder, der Krause auch. Aber tausende andere Produzenten schaffen das nicht. Und der Song ist auf Platz 1. Das heißt, die Jungs haben auf jedenfall erstmal ausgesorgt.

Ich könnte da neidisch sein. Bin ich aber nicht, denn ich möchte Musik produzieren, auf die ich auch in 20 Jahren noch stolz bin. Und ja, auf den kommerziellen Erfolg wäre man auch in 20 Jahren als Künstler noch stolz. Aber ich kann mir das für mich nicht vorstellen. Insofern ist und bleibt mein Fazit hier subjektiv.

Referenzen

Ich bin „nur“ ein Heimstudiomusiker, der zwischendurch mal was auf Spotify raus haut. Ich bin schon lange dabei, aber ich habe bewusst nie den Schritt zum Profimusiker gewagt. Das nur mal so als Information. Aber ich liebe es Songs zu analysieren und manchmal auch, sie zu covern. Ihr könnt mir auch auf Youtube folgen, wenn ihr wollt.

Bild von 453169 auf Pixabay

Es soll ein Hund als Haustier sein?

Ich und mein Hund Björn

Falls der geringste Zweifel besteht, schafft euch keinen Hund an. Dieser Beitrag ist keine romantische Zusammenfassung darüber, wie toll es ist, einen Hund zu haben. Dieser Beitrag will dir die Anschaffung eines Haustieres ausreden. Zumindest soll dieser Beitrag dir Impulse dafür geben, die Anschaffung eines Haustieres infrage zu stellen.

„Hunde sind so tolle Begleiter!“, sagen viele Leute. Das ist im Kern richtig, jeder glückliche Hundebesitzer wird dir bestätigen, wie toll sein Hund als Begleiter und Freund ist. Doch streng genommen handelt es sich hier um eine glatte Lüge: Dein Hund ist kein toller Begleiter für dich, sondern du musst der tolle Begleiter für deinen Hund sein.

Wenn du bewiesen hast, dass du es wert bist, dass der Hund dir folgt, entscheidet sich der Hund für dich als Anführer und würde sich für dich, ohne zu zögern, opfern. Du musst dich bei einem Hund permanent selbst beweisen.

Hunde sind ziemlich eklig. Sie scheissen an den Wegrand, sie pissen überall gegen. Wenn du soviel „Glück“ wie ich hast, hast du auch noch einen Leinenrambo, bei dem es peinlich sein kann, Gassi zu gehen, weil dein Hund es geil findet, andere Hunde grundlos zu verbellen.

Jeder Hund hat seine eigenen Macken. Manche wiegen schwer, manche sind zu vernachlässigen. Es ist aber so, dass die Macke des Hundes die Beziehung zwischen Herrchen und Hund stark belasten kann.

Das ist so ähnlich, wie die sprichwörtliche, offene Zahnpastatube, die zur Trennung von ansonsten tollen Paaren geführt hat. Die Macken deines Hundes musst du akzeptieren, richtig weg kriegst du die Macken niemals. Romantische Klischees kannst du vergessen.

Der Filmhund ist nicht dein Hund

Dein Hund wird sich niemals wie die Hunde aus deinen Kinderfilmen verhalten. Dein Hund ist nicht Lassie oder Benji. Dein Hund ist auch nicht der Labrador aus „Marley und ich“. Bei diesen Filmen haben hochspezialisierte Tierdressur-Meister ihre Hunde über Jahre trainiert. Oft handelt es sich sogar um mehrere Hunde pro Film, weil kein Hund wirklich alles auf einmal kann. Es gibt Hunde, die springen ohne Probleme durch einen brennenden Reifen, aber ein einfaches Sitz kriegt man in den Hund nicht rein. Bei einem Film fällt das nicht auf, da kann Lassie auf einmal wirklich alles. Dort lehnt sich der Hund an den völlig geschafften Cowboy nach Feierabend an und stärkt so den Besitzer. In der echten Welt ist das normalerweise nicht so. Doch – irgendwann, vielleicht.

Welche Rasse passt zu dir?

Habe ich dich noch immer nicht verschreckt? Dann solltest du dir überlegen, was für einen Hund du eigentlich haben möchtest. Nicht jede Rasse passt zu jedem Besitzer. Es gibt Hunde, die sehr erfahrene Hundebesitzer voraussetzen. Bei einem Pitbull oder American Stafford ist das noch relativ offensichtlich: Diese Hunde, die als Kampf- oder Listenhunde gelten, sind unfassbar stark und setzen voraus, dass du genau die Signale deines Vierbeiners verstehen kannst. Wenn so einer zubeisst, dann hast du grundsätzlich mal ein Problem. Eigentlich reicht es schon, wenn so einer nur mal kräftig zieht.

Terrier
Foto von Viktor Smith von Pexels:

Passt der Hund überhaupt zu deiner Lebenssituation? Ich finde es immer gruselig, wenn sich Menschen einen Jack Russel Terrier anschaffen, weil diese Hunde so knuffig und süß wirken. Diese Hunde wissen nicht, wie klein sie sind. Andere Hunde werden verbellt und wenn du keine Erfahrung hast, wird der Hund sich jemanden in deiner Familie suchen, den er beschützen will, während er andere Familienmitglieder eventuell verscheuchen möchte. Du musst dich bei willensstarken Terriern durch konsequente Erziehung durchsetzen können, was definitiv nicht immer einfach ist. Als Jagdhund braucht so ein Terrier viel Beschäftigung und noch viel mehr Auslauf, da er sonst verblödet. Ich verstehe auch nicht, wenn sich „Stubenhocker“ einen Border Collie holen. Das Argument, dass diese Hunde schlau und loyal sind, lasse ich nicht gelten. Natürlich sind Borders total schlau. Doch es handelt sich bei Borders um Hütehunde, die exklusiv dafür gezüchtet wurden, um eine Schafherde zu sprinten und die Herde zusammen zu halten. Das setzt Agilität und Intelligenz voraus. Wenn du deinem Hund nicht bieten kannst, dass er mindestens einmal am Tag richtig die Sau raus lassen kann, wird dein Border Collie komplett verblöden und dich einfach nicht ernst nehmen.

Rede mit Hundeschulen und analysiere die Situation bei dir zuhause. So kann man ausarbeiten, was für ein Hund überhaupt zu dir passt.

Ein Hund ist ein Familienmitglied und sollte auch so behandelt werden. Wenn deine Kinder mal einen schlechten Tag haben, gibst du sie auch nicht ab. Die Idee, die Kinder auszusetzen, nur weil der Malle-Urlaub zu teuer ist, kommt ja auch niemandem. Dennoch werden jedes Jahr tausende von Hunden überall ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Es gibt Menschen, die bestrafen ihre Hunde, weil die Hunde in die Wohnung gepisst haben. Die Hunde werden nachts zur Strafe ausgesperrt. Das geht gar nicht. Du würdest dein Kind auch nicht aussetzen, oder?

Hunde und Kinder

Sowieso ist das Thema Hund und Kind schwierig. Falls deine Kinder einen Hund haben wollen, kommt neben dem Gassigang noch viel mehr dazu. Kleine Kinder können gar nicht Gassi gehen, das Thema bleibt also an dir hängen. Kleine Kinder können aber am Hund zerren und deine Aufgabe ist es, den Kids dieses Verhalten abzugewöhnen. Ein Hund ist und bleibt ein Instinktwesen. Falls der Hund sich bedroht fühlt, wird der Hund knurren. Dieses Knurren ist wichtig, das darfst du dem Hund niemals abgewöhnen. Ein Knurren bedeutet, dass dein Kind (oder du) gewarnt wirst. Dein Verhalten und das Verhalten des Kindes ist UNVERZÜGLICH zu ändern, sonst beißt der Hund im schlimmsten Fall zu.

Hund und Arbeitszeit?

Du bist noch immer nicht abgeschreckt? Dann frage dich selbst noch, wie lange dein Hund zuhause jeden Tag alleine wäre. Du bist berufstätig und dein Hund sollte nicht unbedingt länger als 5 Stunden allein zuhause sein. Sobald du zuhause bist, musst du dich mit deinem Hund beschäftigen. Ein Hund ist – egal wie alt – zu behandeln, wie ein kleines Kind. Selbst ein alter Hund liebt es, wie ein zweijähriges Kind angesprochen und behandelt zu werden. Babysprache und albernes Freuen über jeden Kram ist absolute Pflicht. Hunde lieben das. Hunde lieben es, wenn du mit ihnen spielst. Hunde finden es toll, wenn sie Aufgaben erledigen müssen. Deine Aufgabe als Hundebesitzer ist es, den Hund geistig und körperlich auszulasten. Auslasten ist definitiv mehr als nur der lahme Spaziergang zum Kackengehen. Auslasten ist Training.

Erziehung

Die Grundkommandos müssen immer wieder eingeprägt werden. Sitz, Platz, Bleib. Das muss immer wieder geübt werden. Dein Hund sollte bei Fuß gehen können und dein Hund muss auch ohne Zuruf zu dir kommen, wenn du die entsprechenden Gesten machst. Das ist kein Psychoterror dir gegenüber. Jeder muss sehen, dass du deinen Hund zu jeder Zeit unter Kontrolle hast. Wenn du das nicht leisten kannst oder willst, kannst du dir keinen Hund anschaffen. Ein Hund ist wie eine geladene Waffe. Du hast die Verantwortung für deinen Hund. Fremde Menschen haben Angst vor Hunden und du musst das einfach respektieren. Gerade Kinder handeln unbesonnen, du musst deine Umgebung im Blick haben und deinen Hund vor der Umgebung schützen und auch deine Umgebung vor dem Hund. Tatsächlich ist der Hundeführerschein, den man in Niedersachsen benötigt, eine gute Vorbereitung auf eine Leben mit dem Hund.

Kannst du das alles bieten? Kannst du ein tolles Herrchen/Frauchen sein? Kannst du deine Kinder darauf erziehen, die Freiheit des Hundes zu respektieren und sich nicht wie Beute zu verhalten? Kannst du auf Reisen in bestimmte Länder verzichten, weil man keine Hunde einführen darf? Kannst du damit leben, dich zukünftig mit Analdrüsen und Wolfskrallen zu befassen? Kannst Du damit leben, die Konsistenz der Scheisse deines Hundes im Blick zu haben? Gibst du Geld für Hundeschulen aus?

Wie willst du Zeit mit deinem Hund verbringen? Mit deinem Partner gehst du vielleicht mal ins Kino, in die Oper oder einfach mal ne Pizza essen. Mit den Kindern gehst du vielleicht zum Fussball oder ins Schwimmbad. Wie verbringst du Zeit mit deinem Hund? Langweilige Spaziergänge? Jeden Tag dieselbe Strecke? Dein Hund braucht Abwechslung. Da ein Hund wie so ein Kleinkind funktioniert, ist das allerdings relativ einfach. Der langweilige Gassigang kann aufgelockert werden. Du kannst unterwegs zum Beispiel den Hund auf eine Parkbank hüpfen lassen. Du kannst Leckerlies verstecken und den Hund an abgesicherten Stellen auch mal frei laufen lassen. Du kannst und du musst unterwegs den Hund trainieren. Zwischendurch kannst du den Hund zwischen deinen Beinen entlang laufen lassen.

Hund hinter Gittern
Oft genug landen Hunde im Tierheim. Foto von NEOSiAM 2021

Die Hundeschule ist dein bester Freund

Es führt aber kein Weg an Hundeschulen vorbei. Dort gibt es Projekte und Kurse, die du regelmässig mit deinem Hund durchführen kannst. Es gibt Sozialstunden, bei denen der Hund unter Aufsicht mit anderen Hunden spielen darf. Du kannst mit deinem Hund Agility oder Obedience lernen und hast so die Möglichkeit, zusammen mit deiner Trainerin deinen Hund zu Höchstleistungen anzutreiben. Normalerweise ist die Zugangsvoraussetzung für diese Sportarten, dass du eine Begleithundeprüfung absolviert hast.Wie oben schon erwähnt, lieben Hunde es, sich zu beschäftigen. Beim Agilitäts-Sport geht es darum, dass der Hund möglichst schnell diverse Hindernisse überwindet, während es bei Obedience um die Hohe Schule des absoluten Gehorsams geht. Obedience ist also eher was für die unsportlicheren unter uns. Agility ist einfach geil, weil der Hund wie ein Derwisch über den Parkours hetzt. Deine Hundeschule hilft dir, ein Training zu erstellen und deine Hundeschule hilft dir auch, deinen Hund für diese Dinge zu erziehen. Hundeschulen sind nicht billig.

Wenn Du akzeptieren kannst, dass ein Hund ein Familienmitglied und kein beschissenes Spielzeug ist, kannst du darüber nachdenken, dir so ein Tier wirklich ins Haus zu holen. Wenn du akzeptieren kannst, dass du auch beim beknacktestem Wetter der Welt Gassigehen musst, wenn dir Würmer und Flöhe kein Loch ins Portmonnaie brennen, dann kannst du über die Anschaffung nachdenken.

Tierheimhund? Pflegehund? Welpe?

Wenn du wirklich einen Hund holst, dann kommt die Frage, woher du diesen Hund holen willst. Für Welpen spricht natürlich, dass die wie ein weißes Blatt Papier sind. Allerdings kommt dazu, dass du Stubenreinheit trainieren musst und auch sonst darauf achten solltest, dass dein Hund ein gesundes Sozialverhalten gegenüber anderer Hunde lernt. Schlechte Hundeschulen donnern übrigens Chihuaha-Welpen mit Schäferhundwelpen in ein Gehege. Die kleinen Minihunde werden sehr schnell von den größeren Hunden gemobbed.

Tierheimhunde sind meistens älter und kommen oft aus Familien, bei denen das Herrchen keine Zeit mehr hatte (Tod, Krankheit, Eifersucht des Tieres auf das neue Baby). Tierheimhunde haben eine Vorgeschichte und sind manchmal falsch erzogen worden. Ob man dafür jetzt erfahrener sein sollte, als bei einem Welpen, kann ich nicht beurteilen, mein Hund kommt aus der Tierpflege. Tierpflegehunde haben noch viel mehr eine Vorgeschichte. Oft handelt es sich um Straßenhunde oder sogar um misshandelte Tiere, die das Verhalten und Leben mit Menschen erst wieder lernen müssen. Das setzt wesentlich mehr Geduld voraus, als es bei einem Welpen der Fall wäre. Andererseits hast du bei Tierpflegehunden etwas gutes getan und ein Leben gerettet. Tierheimhunde und Tierpflegehunde sind dankbare Wesen, wenn man die Anfangsschwierigkeiten gemeistert hat.

Kein Fazit

Ich kann kein richtiges Fazit schreiben. Ich sage nur, dass du dir bitte auf keinen Fall einen Hund holen solltest, wenn du dir nicht absolut und zu einhundert Prozent sicher bist, dass du einen Hund haben willst. Ich würde sogar sagen, dass ein Hund eine größere Entscheidung ist, als es eine Ehe je wäre, denn das Leben des Hundes ist von deinem Leben abhängig. Wenn du den Hund nicht mehr willst, kommt er ins Heim und wenn ihn da keiner mehr haben will, wird er getötet. Die Entscheidung, einen Hund zu besitzen bedeutet, dass du mindestens 12 Jahre lang einen Begleiter an deiner Seite haben wirst. Ein Hund bedeutet 12 Jahre lang Hundesteuer. Ein Hund bedeutet Tierarztbesuche. Kackebeutel und angepisste Möbelstücke werden deinen Weg kreuzen. Du wirst mindestes 12 Jahre lang, eher sogar ganze 18 Jahre lang ein und alles für deinen Hund sein. Auch wenn die Kinder bereits ausziehen, wird der Hund vermutlich weiter bei dir wohnen. Liebe deinen Hund und beschäftige dich mit dem Hund.

Score – Eine Dokumentation über Filmmusik

Orchestrasheet

Ich liebe Filmmusik. Tatsächlich ist mein größtes Ziel, so einen Filmsoundtrack tatsächlich mal zu komponieren. In dieser Dokumentation von Gravitas Documentaries kommen Leute wie Trent Reznor, Steven Spielberg, Hans Zimmer, Danny Elfman und Moby kommen zu Wort. Es wird über Orchester gesprochen. Es wird über die legendären Abbey Road Studios gesprochen.

Offensichtlich wurde die Dokumentation entfernt.

Ich liebe diese Dokumentation so sehr.

Photo by Andrey Konstantinov on Unsplash

VST-Plugins unter Linux benutzen

Pinguine

Einer der erfolgreichsten Beiträge hier befasste sich damit, wie man Linux als Betriebssystem im Musikstudio benutzen kann. Und – wir müssen fair sein – ohne Plugins ist auch die geilste DAW der Welt nur ein Programm, mit dem man Noten speichern kann.

Linux ist ein unfassbar stabiles Betriebssystem. Selbst, wenn etwas abstürzt, läuft der Rest normalerweise so weiter. Einen richtigen Crash sieht man unter Linux eigentlich eher selten. Außerdem ist Linux wahnsinnig performant, verbraucht wenig Ressourcen und da man nicht unbedingt einen Virenscanner benötigt, kann man den ganzen verfügbaren RAM und die gesamte CPU-Leistung für wichtige Dinge nutzen. Netflixen, während man Musik macht, zum Beispiel. Oder halt nur Musik machen und nicht alles mögliche Freezen müssen, weil die CPU mit anderen Dingen beschäftigt ist.

Linux ist prädestiniert für das Studio. Das wissen die Apple-Jünger schon seit Ewigkeiten, deshalb laufen die meisten DAWs unter Mac OS auch so gut. BSD ist zwar kein Linux, aber MacOS basiert nun mal auf BSD, was wiederum auch auf Unix basiert, was Linux eben auch tut. Worauf ich hinaus will: VSTs laufen saugut auf nem Mac und sollten das auch unter Linux tun, wenn nativ vorhanden und trotzdem gibt’s die meisten VST für Windows.

VST unter Linux?

Grundsätzlich gibt es ein paar sehr, sehr, sehr gute VST unter Linux. Allen voran natürlich Vital, den verdammt nochmal besten Wavetable-Synthesizer der Welt. Vital klingt fantastisch, hat unendlich viele Möglichkeiten und kostet nur Peanuts. Oder nix, wenn du halt nichts willst. Sowieso gibt’s nen ganzen Berg voller VST-Plugins, die einfach nur gut sind. Decentsampler ist zum Beispiel ein genialer Sampler, der auch nicht viel schlechter als Kontakt von Native Instruments ist. Oder Sitala, eine 808-Drummachine. Alles geile Plugins. Alle fantastisch und alle kostenlos.

Aber natürlich gibt es die meisten Plugins eben nicht für Linux, sondern für Windows. Und um diese Plugins unter Linux zum Laufen zu bekommen, muss man als Linuxer ein wenig arbeiten. Aber das sind wir ja gewohnt.

Ich nutze hauptsächlich Ubuntu. Nicht, weil die die Distribution am besten oder am schnellsten finde, sondern schlicht und einfach, weil sie von allen Linuxdistributionen am meisten so dokumentiert ist, dass jeder versteht, was die Macher sich dabei gedacht haben. Du kannst natürlich Arch, SuSE oder sonst was benutzen, aber die meisten Tutorials richten sich an die Leute aus der Debian/Ubuntu-Fraktion. Als Musiker kann ich von dir also nicht verlangen, selbst Programme zu kompilieren oder dich mit CONF-Dateien zu befassen.

Wine

Wine ist dein Freund. Installiere die Version von Wine, die bei deiner Distribution dabei ist, da gibt’s die wenigsten Probleme. Immerhin emulieren wir ein Windows unter einem Linux, auch wenn Wine natürlich was anderes behauptet.

Carla

Carla von KXStudio ist ein Plugin-Host und gleichzeitig ein Plugin. Du kannst also Carla unter deiner Linux-Anwendung als Plugin starten und in Carla zum Beispiel beliebige Windows-Plugins laden. Tatsächlich ist das extrem komfortabel und funktioniert einfach gut.

Airwave

Airwave „simuliert“ deiner Linux-DAW auch ein Linux-VST vor. Dein VST-Plugin installierst du unter Wine beispielsweise über

wine setup.exe

Anschließend befindet sich dein Programm in

.wine/drive_c/Programme

und du kannst über Airwave die DLL hinzufügen. Wine verpackt die DLL-Datei in einen eigenen Wrapper und du kannst als Zielordner ~./.vst angeben, um dein Plugin deiner DAW zur Verfügung zu stellen. Das läuft ziemlich stabil und auch Plugins wie zum Beispiel Serum von Xfer funktionieren sehr gut in Airwave.

Einen Song in Reaper erstellen

Bild von einem Tonstudio

Eine Stunde Reaper. In dieser einen Stunde zeige ich euch, wie man einen einfachen Song erstellt. Ich habe absichtlich darauf verzichtet, bei dem Video zu labern. Man lernt hier ein wenig, wie der Workflow in Reaper funktioniert. Natürlich ist der Titel irreführend, denn das ist kein kompletter Song, aber vielleicht mögt ihr das Video ja.

Photo by Troy T on Unsplash

Eine Stunde Reaper

Ich möchte mit euch über Depressionen sprechen

Landschaft

Triggerwarnung: In diesem Beitrag geht es um seelische Gesundheit, Trauer, Suizidgedanken und andere Themen, die nicht unbedingt für gute Laune sorgen.

Der Post hier liegt seit mindestens einem Jahr im Entwürfe-Ordner. Denn es gilt noch immer als Schwäche über Depressionen zu schreiben. Daran hat auch das fantastische Buch von Kurt Krömer nichts geändert und auch mein Held Torsten Sträter hat viele, aber leider noch nicht alle Türen öffnen können.

Vor vielen Jahren habe ich auf der Website der deutschen Depressionshilfe einen Selbsttest durchgeführt, weil ich lediglich wissen wollte, ob ich einfach nur wegen bestimmter Umstände traurig sei oder tatsächlich ein Problem mit meinem Gehirn vorliegt. Ich habe gedacht: „Okay, mir geht’s soweit ganz gut, aber irgendwie halt nicht so richtig geil.“

Willst du einen Selbsttest machen? Hier!

Therapie.de

Als das Ergebnis aufpoppte, war ich komplett erschrocken. Laut Selbsttest habe ich eine ausgewachsene Depression und der Test geht sogar so weit, dass ich mir dringend professionelle Hilfe suchen sollte. Ich habe den Test ein weiteres Mal ein paar Wochen später gemacht, als ich mich eigentlich ganz gut fühlte, aber auch dieses Testergebnis war nicht wirklich aufmunternd. Ich versuchte anschließend noch andere Tests, weil ich nicht akzeptieren wollte, eine Depression zu haben. Dabei sprachen natürlich alle Fakten für die Depression.

Rückblende

Anfang der 90er Jahre war ich Schüler in einer Realschulklasse in einer mittelgroßen Stadt. Damals gab es noch vor der 7. Klasse die Orientierungsstufe in Klasse 5 und 6. Diese beiden Schuljahre werte ich als so ziemlich die schönsten Jahre meiner Schulzeit, aber in der 7. Klasse fiel ich in ein tiefes Loch. In meiner Klasse gab es Mobbing und ich hatte jeden Tag Angst, in die Schule zu gehen. Es hat mich fertig gemacht, diese Menschen zu sehen, mit denen mich überhaupt gar nichts verbindet. Ich fand dieses Schuljahr grausam und habe in der Zeit mehr als nur einmal überlegt, mich „einfach vor den Zug zu schmeissen“. Ich habe dies meinen Eltern irgendwann sogar gesagt. Der Schock war natürlich riesig, aber da wir exakt in diesem Jahr umgezogen sind und ich einen Neustart in einer neuen Schule mit neuen Leuten machen konnte, verschwanden diese Gedanken wieder in meiner kleinen Schutzschild-Kiste.

Ich. 2021

Viele Jahre gingen ins Land. Meistens ging es mir gut. Wenn nicht, haben aufmerksame Leser:innen meines Blogs das durchaus gemerkt. Es gab viele „Jammerpostings“ darüber, wie schlimm das Leben als Single ist. Es gab oft Postings darüber, bei denen ich mich darüber ausgelassen habe, dass alles ganz schlimm ist. Ich habe diese Beiträge gelöscht, weil ich mich heute dafür schäme. Es waren Schuldzuweisungen, die ungerechtfertigt waren, weil niemand anderes „schuldig“ daran ist, wie es mir zu der Zeit ging.

Mittlerweile habe ich akzeptiert, eine schwere Depression zu haben. Es gibt Phasen in meinem Leben, in denen ich ohne ersichtlichen Grund Tränen in den Augen habe. Es gibt Phasen, in denen ich mich nicht „mächtig“ fühle, einfache Dinge durchzuführen. Es gibt auch Phasen, in denen ich ungerecht, laut und richtig fies bin. Ich habe akzeptiert, dass dieser Zustand eine Depression ist.

Grundsätzlich steht fest, dass ich eigentlich in eine Therapie müsste, gerade dann, wenn es mich übermannt und alles richtig übel wird. Ich habe aber Glück im Unglück. Meine Familie gibt mir unglaublich viel Kraft. Nicht, weil sie mich in irgendeiner Art besonders unterstützen würden oder so, sondern weil sie einfach da sind. Meine Familie gibt mir das Gefühl, gebraucht zu werden. Meine Familie ist meine Festung und mein Rückzugsort. Meine Kinder sind die tollsten Menschen der Welt, meine Frau ist eine ganz besondere Person und mein Hund zwingt mich, rauszugehen und mich mit mir selbst zu beschäftigen. Außerdem kuschelt der Köter gerne mit mir. Das alles ist natürlich kein Ersatz für einen Therapeuten, aber ich habe mir ein Umfeld aufgebaut, welches mich komplett unterstützt.

Ich habe meinen Rückzugsort hier im Haus. Ich liebe meinen Bürokeller. Ich kann jederzeit schreiben, ich kann mich hier hin setzen und ein gutes Buch lesen. Ich kann bloggen, ich kann zocken. Und wenn es wirklich nicht mehr geht, kann ich mich hinsetzen und meditieren. Ich habe akzeptiert, dass die Depression ein Bestandteil meiner Persönlichkeit ist. Das bedeutet für mich eine Menge Arbeit und ich weiß auch nicht, wie lange ich das hinbekomme, aber seitdem ich offen dazu stehe, geht’s eigentlich.

Neustart vom Blog und dann gleich so was persönliches. Hui. Mal gucken, ob und wie lange ich diesen Artikel online lasse.

Frage zu Depressionen?

Deutschland

Tel.: 0800 / 11 10 111
Tel.: 0800 / 11 10 222
Rund um die Uhr
www.telefonseelsorge.de
telefonseelsorge@diakonie.de

Kinder- und Jugendtelefon
Tel. 0800 / 11 10 333
Mo – Sa 14:00 – 20:00 Uhr
www.nummergegenkummer.de

Österreich

Tel.: 142
Rund um die Uhr
www.telefonseelsorge.at

Schweiz

Tel.: 143
Rund um die Uhr
www.143.ch

Eine kleine Geschichte über das Homeoffice

Schreibtisch

und warum es das richtige für manche ist und für manche eine Qual

Als die Corona-Pandemie im März 2020 ihren gefühlten Höhepunkt erreichte, wurden viele Betriebe plötzlich flexibel und schickten ihre Mitarbeiter ins Homeoffice, sofern das möglich war. Ich sage deshalb „gefühlter Höhepunkt“, denn wir alle wissen, dass die Homeoffice-Zeit in vielen Betrieben vorbei ist, und Corona tatsächlich wesentlich heftiger durch die Wohnzimmer der Welt wütet, als noch vor 2 Jahren. Die Tatsache, dass Omikron wesentlich weniger tödlich ist, als die ersten paar Varianten, hat dafür gesorgt, dass Corona nun lediglich ignoriert wird, obwohl es noch immer eine ernstzunehmende Krankheit ist.

Aber gut, ich möchte nicht abschweifen und ein Referat darüber halten, dass die Angst vor Corona lediglich durch „Wegignorieren“ ersetzt haben. Darauf habe ich jetzt auch keine Lust und du, werte Leser/werte Leserin vermutlich auch nicht. Außerdem soll dieser Blog ein Neustart sein. Also springen wir wieder an den Anfang zurück und reden über das Homeoffice.

Mein früheres Ich

Ich bin mein Leben lang Programmierer gewesen. Immer. Sogar in der Grundschule hat mich das hacken am C16 mehr fasziniert, als Sport oder Freunde treffen. Im Alter von 10 Jahren konnte ich fließend BASIC und meine Assemblerkenntnisse waren mit 12 schon relativ gut. Das alles war mir lieber, als Schule oder Freunde treffen. Ich liebte es, in meinem Zimmer zu sein und zu programmieren oder später auch Musik zu machen. Spiele gab es zwar, aber ich war halt sehr jung und hatte wenig Kontakt zu guten Raubkopierern. Kaufen konnte ich mir die Dinger damals gar nicht. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass ich immer ein Eigenbrötler war und sehr, sehr glücklich damit war, allein vor dem Computer zu sitzen.

In der Schule habe ich mich meistens mit den anderen Nerds sehr gut verstanden und selbst die Sportler oder die „beliebten“ in der Schule mochten mich, weil ich deren Computer besser bedienen konnte, als sie selbst. Dafür war ich halt nie so richtig der Aussenseiter, aber ich war eben auch nie so richtig im „inneren Kreis“ der Beliebten. Geburtstagsfeiern fanden meistens ohne mich statt und für mich war das auch okay.

Das „echte Leben“ lieben gelernt habe ich relativ spät. Während meine Freunde schon mit 14 oder so in den Diskotheken waren, entdeckte ich dieses Hobby für mich erst sehr, sehr spät. Mit über 20 mochte ich Clubnächte und – mal wieder – war mein Hobby, das Programmieren, sehr wichtig für diese Geschichten, denn mit einem Freund namens Dirk zogen er und ich eine der beliebtesten Internetforen zum Thema Hardstyle auf. Da wir Content in Form von Videos und Fotos brauchten, war ich logischerweise immer dabei. Aber auch hier sieht man deutlich: Ich war eher der passive Teil. Ich mochte das Programmieren an der Website und das Erweitern um neue Features. Außerdem kam mir Hardstyle.tv seinerzeit entgegen, weil ich zuhause Musik produzieren konnte.

Dennoch wurde ich DJ und fand das auch über 5 oder 6 Jahre wunderschön.

Das Leben im Job

Es war völlig normal, dass man als Programmierer vor Ort sein musste. Mein erster Job war eine Webentwicklerstelle bei Mega Systems OHG in Delmenhorst. Ich habe diese Firma geliebt, auch wenn wir alle völlig verpeilt waren und ich meistens mein Gehalt gar nicht erst pünktlich erhalten habe. Das war die Zeit, bei der ich regelmässig im Büro gepennt habe, weil ich gar nicht so viel programmieren konnte, wie ich vorher behauptet habe und weil die Deadlines kriminell waren. Letztendlich waren die Deadlines auch einer der Gründe, warum es mit uns nicht geklappt hat. Deadlines waren für alle Beteiligten zu stressig und faktisch hat es so mancher auch leider nicht überlebt.

Aber: Ich pendelte seinerzeit jeden Tag von meinem bescheidenen Gehalt zwischen Rastede und Delmenhorst hin und her. War völlig okay für mich, auch wenn mein erstes Auto ne absolute Mühle war.

Dann kam natürlich die Bundeswehr und diverse andere Jobs, die allesamt vor Ort statt fanden. Das ging sogar so weit, dass ich irgendwann nach Delmenhorst gezogen bin. Weil ich in Groß Ippener gearbeitet habe…

Mein erster Homeoffice-Job

Abschweifen kann ich offensichtlich: 2020 gab es dann also diese kleine Pandemie namens Corona. Und jeder, bei dem es ging, wurde nach Hause geschickt. Mit PC. Mit VPN-Zugang und tatsächlich lief die ganze Aktion dank eines supertollen Teams in der IT fast reibungslos über die Bühne.

Mittlerweile programmierte ich in Laravel eine Anwendung zur automatischen Erfassung von Warenversendungen. Da ich nicht mehr vor Ort sein musste, ergab es sich, dass ich einen Zustand erreichte, den ich „Zen-Focus“ nenne, auch wenn diese Bezeichnung völlig falsch ist. Aber dieser Zustand erlaubte mir, das zu tun, was ich am meisten liebe. Programmieren. Ohne Ablenkungen.

Worauf ich mit diesem ganzen Sermon an Gefasel hinaus möchte, ist folgendes: Ich persönlich liebe Homeoffice. Wirklich. Ich liebe es, meine Ruhe zu haben und einfach nur zu programmieren. Ich liebe es, 9 Stunden am Tag auf diesen komischen Bildschirm zu starren, über Dinge nachzudenken und bei Problemen mein Leben zu hassen. Das ist es, was mich erfüllt. Das und meine verdammte Ruhe.

Das ich damals zurück ins Büro sollte, hat mich tief getroffen. Ich wollte das nicht. Einerseits aus Angst vor Corona, andererseits auch, weil ich meine Ruhe nicht mehr haben sollte. Dies war der Zeitpunkt, an dem ich dann gekündigt hatte und nun einen Arbeitgeber habe, bei dem ich Remote arbeiten kann. Immer.

Und ich liebe es.

Neustart

Ich und mein Hund Björn

Ich habe jahrelang hier eigene, selbst programmierte Blogprogramme gehostet. Immer wieder habe ich meine eigenen Blogprogramme überarbeitet, teilweise sogar neu geschrieben. Will ich nicht mehr. Ich will mich nur noch auf die Inhalte konzentrieren. Die Inhalte sind wichtiger, als die verwendete Software. Also habe ich mich, nach all den Jahren, doch für einen Blog auf WordPress-Basis entschieden.

Weil ich nur noch Content machen will und mich nicht mehr damit befassen will, wie ich den Content hier drauf kriege.

Trancefish.de war immer meine kleine Datenmüllhalde. Eine Zeit lang hatte ich hier viel über Linux, davor hatte ich viele persönliche Blogeinträge. Zwischendurch habe ich teilweise 5-6 Monate gar nichts mehr geschrieben. Und jetzt?

Jetzt werde ich wieder schreiben. Anders. Persönlicher? Vielleicht. Mal schauen.

Gelegentlich benötigen wir alle einen Neustart. Wir müssen uns von alten Fesseln lösen, um neue Ufer zu erkunden und einen anderen Blick auf Dinge zu erhalten.