Fake-Profil entschlüsseln

Fake-Profil entschlüsseln

Fakes in sozialen Netzwerken sind leider allgegenwärtig. Das musste leider auch Denise Fritsch lernen, denn sie und auch viele andere Blogger wie Sascha Pallenberg oder auch Kai Thrun haben jahrelang die Postings und Tweets eines Fakes für bare Münze genommen. Dabei sind diese Leute absolut nicht neu im Netz und  wissen normalerweise, woran man Fakes erkennen kann. Doch das Fake aus Denise's Geschichte hat sich wirklich eine komplette Lebensgeschichte ausgedacht, inklusive eines gefakten Freundeskreises, gefakten Adressen und vieles mehr. Den Artikel von Denise solltest Du also unbedingt noch lesen.

Link zum Artikel

Wenn man ein wenig Reichweite im Netz hat, kommen automatisch die Fakes. Ich selbst kriege fast täglich „Freundschaftsanfragen“ bei Facebook von Leuten, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Ich lehne die meisten Abfragen ab beziehungsweise ich reagiere oft auch gar nicht drauf. Denn ich habe 3 einfache Tricks, gefakete Freunde zu finden. Das funktioniert bei den billigen Fakern relativ gut, aber so einen dreisten Fall wie Denise hatte ich bisher auch noch nicht. 

Unser Beispielfake nennen wir mal Maxi Mustermann, einen medizinischen Angestellten aus Kassel.

Hat der Freund Freunde?

Oft kann man in der Freundesliste auf „Gemeinsame Fruende“ klicken. Wenn wirklich viele deiner Freunde mit dem Fakeprofil befreundet sind, kannst du deine Freunde fragen, woher die Leute den Typen kennen und daraus eventuell schließen, woher du das Fake kennen könntest. Oft hinterfragen die gemeinsamen Freunde dann auch selbst, woher die das Fake kennen und löschen die Person dann aufgrund deiner Nachfrage aus der Freundesliste. Die Kommunikation in den sozialen Netzwerken hilft hier also schon so einiges.

Gibt es die Person außerhalb des Netzwerkes?

Eine Google-Suche nach Maxi Mustermann ergibt tatsächlich schon viele Treffer. Manchmal ist das Fake damit schon entlarvt, spätestens die Kombination Maxi Mustermann plus Wohnort sollte aber Ergebnisse liefern, weil man dann leider wohl doch von einem Fake ausgehen muss.

Die Bildsuche von Google ist dein Freund

Du kannst das Profilbild öffnen und dann auf „Optionen“ ⯈ „Herunterladen“ klicken. Anschließend kannst du auf https://images.google.com/ gehen und das Bild dort hochladen. Google schreibt bei den Suchergebnissen dann hin, wie das Bild in diversen Stockphoto-Archiven benannt wurde. Beispielsweise steht dann in den Suchergebnissen „Mid aged man in grey suit“ und  die entsprechenden Links werden auch aufgeführt. Meistens reicht das aus. Aber so mancher Faker ist noch besser vorbereitet. 

Das Alter der Beiträge

Wie alt ist der älteste Beitrag bei Facebook und vie aktiv war das Profil, bevor es sich bei dir gemeldet hat. Wenn bei Facebook nur belanglose Fotos gepostet wurden, davor aber gar nichts und man ziemlich schnell zur Jahresübersicht von 2016 kommt, kann man davon ausgehen, dass das Profil neu angelegt wurde. 

Fass dir an die eigene Nase

Jetzt kommt der Punkt, der wirklich unangenehm ist. Wenn dir eine attraktive Frau oder ein attraktiver Mann eine Freundschaftsanfrage stellt, du selbst aber nicht so wirklich attraktiv bist, sollten deine Alarmglocken läuten. Wenn sich ein Topmodel schon früher nicht für dich interessiert hat, warum sollte Facebook etwas daran ändern? Es ist brutal, aber Models suchen keinen übergewichtigen Zwerg mit Brille. Nicht einmal dann, wenn der übergewichtige Zwerg mit Brille 1.000.000 € auf dem Konto hat. Tut mir echt leid.

Krankheitsbilder

Wenn im Lauf der Zeit das Fakeprofil auf einmal krank wird (das passiert immer dann, wenn das Profil denkt, es fliegt auf), du im Krankenhaus aber niemanden erreichst, der die Person kennt, deutet das oft leider auch auf ein Fake hin. Klar, so mancher möchte nicht, dass jemand erfährt, dass er oder sie im Krankenhaus ist, allerdings sind die meisten doch froh, wenn jemand anruft.

Fazit

Auch erfahrene Nutzer sozialer Netzwerke fallen immer wieder auf Fakeprofile herein. Manche Profile sind wirklich extrem gut gemacht und werden über einen langen Zeitraum auch mit einer Lebensgeschichte gefüllt. Teilweise sind die Profile sogar über 10 Jahre alt und haben Trabantenprofile, also gefälschte Freunde, die die Echtheit des Hauptprofils bestätigen. Doch diese Profile sind im Moment noch eher die Ausnahme. Mit den oben genannten Tipps kannst du die meisten Profile relativ einfach enttarnen.

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Was bedeutet Artikel 13 eigentlich für Blogger

Was bedeutet Artikel 13 eigentlich für Blogger

Das EU-Parlament macht ja häufiger nur Quatsch. Meine persönliche Theorie ist ja auch, dass in das EU-Parlament die Leute aus den Länderparteien verfrachtet werden, damit sie keinen Quatsch in Deutschland und Co aushecken. Aber jetzt läuft es ja darauf hinaus, dass die Entscheidungen des EU-Parlamentes wichtiger werden. So ist es mit der albernen DSGVO geschehen und so wird es auch mit Artikel 11 und Artikel 13 bzgl. des Urheberrechtes geschehen.

Leider werden die Debatten zu den beiden Artikeln immer extrem emotional geführt. Einerseits gibt es die Konzerne, wie Facebook oder insbesondere YouTube. Diese Firmen leben davon, dass User irgendwelche Sachen als Memes (lustige Bilder mit lustigen Texten) oder eben auch Videos hochladen. Ein strengeres Urheberrecht soll sicherstellen, dass die User nicht einfach einen Filmausschnitt von ihren DVDs kopieren und dann irgendwo hochladen. Im Grundsatz ist das auch illegal und muss irgendwie unterbunden werden. Jetzt ist es aber so, dass bei Youtube jeden Tag Videos hochgeladen werden. Pro Minute 400 Stunden Video. Ein Mensch, selbst eine große Mengen von Menschen, kann das unmöglich kontrollieren.

In den Artikeln stehen dann sinngemäß solche Absätze

Kommerzielle Webseiten und Apps, wo Nutzer*innen Beiträge veröffentlichen können, müssen „bestmögliche Anstrengungen“ unternehmen, vorab Lizenzen zu erwerben für alles, was ihre Nutzer*innen möglicherweise posten könnten – also: alle Inhalte der Welt, die unter das Urheberrecht fallen.

„Bestmögliche Anstrengungen“ ist nicht einmal genau definiert. Gehen wir mal davon aus, dass Firmen wie Facebook und Google unendlich finanzielle Ressourcen haben. Die könnten also ganze Städte einstellen, damit die 20.000 Einwohner dieser Städte diese Daten sichten. Praktisch wissen wir, wird nie passieren.

Viel spannender für Blogger ist aber, dass wir zukünftig Schwierigkeiten bekommen werden, wenn wir etwas zitieren möchten. Ich zitiere hier das hier:

Die Wiedergabe von mehr als „einzelnen Worten oder sehr kurzen Textausschnitten“ von Nachrichten wird eine Lizenz erfordern. Darunter fallen wahrscheinlich viele jener Anreißer, die heute üblicherweise als Teil eines Links angezeigt werden, um darzustellen, wohin dieser führt. Gerichte werden letztendlich interpretieren müssen, was „sehr kurz“ in der Praxis heißt – bis dahin wird beim Setzen von Links (mit Anreißern) große Unsicherheit herrschen.

Keine Ausnahmen selbst für Dienste, die von Einzelpersonen oder Kleinunternehmen betrieben werden – darunter fallen wahrscheinlich auch Blogs und Webseiten, die auf irgendeine Weise monetarisiert werden (also Werbung enthalten o.Ä.).

Konkret bedeutet das, wenn ich einen Link auf eine externe Webseite setze, Zum Beispiel auf einen Artikel über das Urheberrecht, würde ich ja nicht nur LINK schreiben, sondern vermutlich mindestens den Titel des Links verwenden. Wenn ich also auf die Headline: „Dackelzuchtverein züchtet Riesenpfirsisch“ einer sehr urheberrechtsgeilen Zeitung verlinke, riskiere ich zukünftig einen Urheberrechtsverstoß.

Blogs leben davon, dass man Links setzt. Früher war die Pingback-Technologie von verbreitet. Wenn ich also auf einen Blog von jemand anders verlinkt habe, wurde von dessen Blog ein Link zu mir gesetzt. Das wäre nach dieser Definition mindestens problematisch, wenn nicht sogar illegal.

Als Musiker muss ich vermutlich zukünftig jedesmal beweisen, dass ich der Urheber meiner eigenen Songs bin. Das ist ein ziemlich nerviger Prozess, auf den ich keine Lust habe. Die Remixkultur wird unter den Upload-Filtern massive Probleme kriegen. Selbst wenn der Remix von Song XYZ erlaubt ist, muss eine künstliche Intelligenz das Ding als legalen Remix erkennen können. Oft sind Remixes sogar bekannter, als die originalen Versionen.

Wenn man guckt, WER tatsächlich vom Artikel 13 und vom Artikel 11 profitiert, weiß man auch, woher der Wind weht. Tipp: Hinter den strengen Zitatrechten steckt eine Firma, die dafür bekannt ist, immer wieder zu versuchen, ein „Leistungsschutzrecht“ durchzuboxen. Diese Firma hat damals übrigens auch durch Meinungsmache Streetview in Deutschland vernichtet. Ja: Springer Verlag, ich rede mit DIR.

Das EU-Recht ballert Europa und Europas Bloggerszene auf direkten Weg ins Mittelalter zurück. Ganz bescheuert.

Geht auf die Straße, demonstriert und wählt vor allem Parteien, die sich mit dem Internet auskennen. Das sind in der Regel übrigens NIEMALS konservative Parteien oder auch Koalitionspartner von Konservativen. (die AfD werte ich hier mal als erzkonservativ)

(Zitatblöcke von Julia Reda)

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen