Warum man mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren sollte und warum vielleicht nicht

Warum man mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren sollte und warum vielleicht nicht

Seit April fahre ich jeden Tag 9.6 km Fahrrad zur Arbeit und weitere 9.6 km abends wieder nach Hause. Seitdem ich wieder Fahrrad fahre, hat sich einiges geändert und ich werde dir nun erklären, warum es einfach geiler ist, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Zielgruppe

Jaahaa, wenn du pendeln musst oder wenn du die Strecke in einem bestimmten Zeitfenster mit dem Fahrrad nicht schaffst, ist dieser Beitrag nichts für dich...

Vorteile des Fahrradfahrens

Platzbedarf

Jeder Mensch verbraucht stehend ungefähr 2 m² Fläche. Auf dem Fahrrad ist der Platz, den der Verkehrsteilnehmer einnimmt auch ungefähr so groß. Ein Auto ist normalerweise von einer einzigen Person besetzt und belegt mal eben die fünffache Fläche. Da die meisten noch immer kein Reißverschlussverfahren durchführen oder grundlos irgendwie seltsam fahren, gibt es unfassbar schnell zähflüssigen Verkehr und/oder sogar Stau. Auf dem Fahrrad kannst du an solchen Situationen immer vorbei fahren und gerade im Stadtverkehr ist das Fahrrad super.

Stressabbau

Nebenbei baust du Stress ab, denn je nach Strecke beginnt dein Körper, seltsame Botenstoffe durch dich durch zu jagen. Technisch gesehen wirst du high. Das Gefühl nach der Radtour und die Dauer der Radtour selbst sorgen dafür, dass du in Ruhe nachdenken kannst.

Gesundheit

Fahrradfahren ist extremst gesund. Da du deine Gelenke nicht so extrem belastest, wie es beim Jogging der Fall ist, kann Radfahren sogar gesünder als Laufen sein. Allerdings wiegt ein Fahrrad viel und gerade am Berg oder in schwierigen Gelände solltest du eine gewisse Grundfitness mitbringen. Der Kalorienumsatz ist natürlich kleiner, aber dafür schwitzt man auch weniger. Du baust Muskulatur auf, die Fettverbrennung wird angekurbelt, dein Gleichgewichtssinn wird geschult. Wenn Du eine sitzende Tätigkeit ausübst, habe ich gute Nachrichten für dich: Radfahren ist richtig gut gegen Rückenschmerzen, weil das rhythmische Treten die Bandscheibe in Schwung bringt. Weil du als Radler eh immer draußen bist, wird dein Immunsystem auch gestärkt und du bist seltener krank. Tägliches Radfahren halbiert übrigens auch das Risiko, an Krebs zu erkranken.

Der Kostenfaktor

Klar, ein Fahrrad muss man besitzen und leider kosten gute Fahrräder mindestens 500 Euro, eher sogar mehr. Ein E-Bike bekommst du gar nicht unter 1000 Euro. Es gilt allerdings: Wenn der Hobel erst einmal gekauft wurde, kommen keine Steuern und auch keine weiteren Kosten auf dich zu. Klar - Inspektionen und Verschleißteile müssen manchmal gemacht werden, allerdings ist das auf das Jahr gerechnet noch immer günstiger, als 2-3x vollzutanken. Eventuell kannst Du deinen Arbeitgeber sogar nach einem Dienstfahrrad fragen. Dann zahlst du lediglich die 1%, die man für Dienstfahrzeuge so abrechnet.

Klimawandel

Fahrradfahren ist gelebter Klimaschutz. Die Emissionen sind bei 0,00 %

Was gegen das Fahrrad spricht

Die Welt ist nicht perfekt und auch beim Fahrrad gibt es Dinge, die suboptimal sind. Fahrradfahren ist nun einmal körperlich anstrengend. Bei körperlichen Anstrengungen gerät man vielleicht ins Schwitzen, ganz sicher gerät man am Anfang seiner Pendel-Strecken ins Schwitzen. Bei direktem Kundenkontakt solltest du dir also einen Satz extra Klamotten einpacken. Nach einem oder zwei Monaten intensiven Radfahrens hat sich das mit dem Schwitzen allerdings oft auch schon wieder erledigt.

Natürlich kannst du mit dem Fahrrad auch nur bedingt die Einkäufe erledigen. Gute Fahrradtaschen helfen, dass du zumindest das Abendessen mitnehmen kannst. Der Großeinkauf nach Feierabend fällt aber natürlich flach. Ein großes Problem ist natürlich der Zeitfaktor. Eine 10 km Fahrradstrecke schafft man bei gemütlicher Fahrt in ca. 30 Minuten. Mit dem Auto bist du in 10 Minuten am Ziel. Wenn der Kindergarten anruft, weil dein Kind krank ist, musst du diese Zeiten mit einrechnen. 

Das Wetter ist tatsächlich weniger ein Problem. Da wir in unseren Breitengraden nicht von einen Tag auf den anderen einen Temperatursturz von 40°C haben, gewöhnt sich dein Körper langsam an die Kälte oder Hitze. Regen ist tatsächlich ein Problem. Allerdings kannst du auch hier einfach ein Handtuch und Wechselkleidung einpacken. Im Winter solltest du unbedingt gute Handschuhe anziehen, besser sogar Lenkerstulpen benutzen, Handschuhe kühlen nämlich schnell aus.

 

Geschrieben: 03.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Was bist du bereit für deine Ziele zu opfern

Was bist du bereit für deine Ziele zu opfern

Lifestyleratgeber sind super. Sie geben dir immer wieder Tipps, reich wie Zuckerberg oder cool wie Branson zu werden. Sie stellen dir Todo-Listen vor. Sie sagen dir, wie du über „Getting Things Done“ deinen Arbeitsablauf planst und wie du irgendwann auch so berühmt wirst, wie Avicii oder Jack Nicholson. Doch wenn das wirklich alles funktionieren würde, was diese Leute so schreiben, warum sind diese Leute dann nicht selbst berühmt?

Das ist doch das, was diese ganzen Prominenten, die man eventuell beneidet, den ganzen Tag machen: Sie leben in ihren Villen, sehen saugut aus und sinken geradezu vor Erfolg. Sie hängen mit Models rum, sie fahren auf ihren Yachten, sie werden interviewt, ihr Leben wirkt interessant auf andere Menschen. Viele wollen so sein, wie die Reichen und Schönen.

Es ist nur so: Nur weil man das will, heißt es noch lange nicht, dass es passiert. Der Weg dahin ist schwierig, anstrengend und man macht sich definitiv nicht beliebt. Jeder, der „The Social Network“ oder auch einen der vielen Steve-Jobs-Filme gesehen hat, merkt ziemlich schnell, dass die Anführer von Facebook oder Apple menschlich ziemliche Arschlöcher sind. Steve Jobs hat regelmässig Leute gefeuert, die dann von unteren Abteilungsleitern wieder eingestellt wurden und Zuckerberg hat auf dem Weg nach oben rücksichtslos Datenmissbrauch begangen, seine Freunde beschissen und auch jetzt würde ich diesen Typen nicht als Heiligen betrachten. Wer damals mit MS-DOS aufgewachsen ist, hatte die Pflicht, Bill Gates und seine Heuschreckenplage namens Microsoft Scheisse zu finden. Alles, was gut war, hat Microsoft damals aufgekauft und als beschissene, unfertige Kopie veröffentlicht. Bill Gates ist zu seinen schlimmsten Zeiten IBM auf die Füsse getreten, hat nen Deal rausgehandelt, damit Mac OS und Word zusammen funktionieren und nicht zuletzt weiß heute jeder, dass diese Firmen jedes winzige Steuerloch ausnutzen.

Also, wer wirklich reich werden will, darf kein Humanist sein. Das halten wir mal fest.

Gut, versuchen wir doch mal, bei den Reichen zu gucken, die nicht als Chefs reich geworden sind. Nehmen wir doch mal jemanden wie zum Beispiel Beyonce oder ihren Mann Jay-Z: Bist du bereit, dich vegan zu ernähren, täglich mehrere Stunden im Fitness-Studio hartes Training zu machen, danach ins Studio zu fahren, um Songs aufzunehmen, anschließend im TV Promotion machen und abends ein Konzert zu geben?

Berühmt sein, ist harte - sehr harte Arbeit. Patrick Stewart (Captain Picard, Doktor X) hat mit fast 80 Jahren ein Sixpack. Er macht mindestens 30 Pushups am Tag, geht lange mit dem Hund spazieren und ist auch sonst sportlich. Neben den Dreharbeiten, die durchaus 16 Stunden am Tag dauern können, macht er auch Promotiontermine, jetted um die Welt, ist immer dabei, schlagfertig zu sein, beantwortet brav das tausendste Mal die Frage, ob er wieder den Picard spielt und hat nebenbei noch Zeit, mit Ian McKellen Blödsinn zu machen. Falls du mal Zeit hast, schaue dir die Dokumentation von und über Avicii an. Der Typ hat es definitiv übertrieben, aber so funktioniert dieses „berühmt sein“ nun einmal.

Typen, wie Skateboard-Legende Tony Hawk haben einfach mehr gemacht, als Du im Skatepark. Ein Tony Hawk wurde nicht einfach so entdeckt. Mit 12 hat er ein Skateboard gekriegt. Er galt in seiner Kindheit als hyperaktiv, man kann also davon ausgehen, dass er jede freie Sekunde auf dem Board verbracht hat. Um seinen besten Trick, den 900°-Flip zu machen, hat er ungefähr 10 Jahre lang jeden Tag trainiert. Dabei gab es jede Menge gebrochener Rippen, ausgeschlagener Zähne und vieles mehr. Willst Du das opfern?

Ich denke, dass keiner „einfach so“ berühmt wird oder „reich“ oder auch nur „schön“. Der Weg dahin ist mit vielen Opfern verbunden, die man bringen muss. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich könnte. Könntest du?

 

Bild von fxxu auf Pixabay

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen