Der Zweck der Existenz

Der Zweck der Existenz

Über den Zweck der Existenz habe ich dank meines Freundes Shadowelf ja bereits einmal geschrieben. Damals war ich in einer depressiven Phase. Ich weiß nicht, ob diese Phase noch immer anhält. Aber ich habe noch einmal lange über meinen ZDE nachgedacht. Der Zweck der Existenz basiert auf den Büchern von John Strelecky. In diesen „Lebenshilfe-Beratern“ wird darüber gesprochen, wie man sich die Fragen nach dem „Warum bin ich hier“ beantwortet.

Der Zweck der Existenz ist die fundamentale Idee, einen Sinn in seinem Leben zu haben. Der Sinn des Lebens ist für Künstler, Gemälde zu schaffen. Das machen die nicht, weil sie es müssen. Sie machen es, weil ihr ganzes Dasein darauf abzielt, dieses Ziel zu erreichen. Ihre Motivation ist ansteckend und jeder versucht, ihnen zu helfen. Doch der Zweck der Existenz ist eben nicht nur ein einziges Ziel. Der Zweck der Existenz besteht aus den sogenannten „Big Five For Life“.

Damals habe ich, wie gesagt, irgendwie eine Krise gehabt. Mein Zweck der Existenz und meine Big Five haben sich damals irgendwie dann doch verschoben und leider nicht zum Besseren. Während dieser Krise empfand ich meine Existenz an sich schon als Belastung.

Ich war tatsächlich so richtig depressiv. Ich sah keinen Sinn mehr. Trotz toller Frau, tollen Kindern fühlte ich mich leer.

Mittlerweile hat sich das geändert. Ich habe noch immer meine depressiven Phasen, allerdings kann ich mit Sicherheit sagen, dass diese Phasen nur kurz andauern und ihren Ursprung im verpeilten Hormonhaushalt haben. Vor einem Jahr allerdings habe ich manchmal wirklich das Gefühl gehabt, ein unendlich trauriger Mensch zu sein. Das ist nun aber vorbei.

Diese 5 Dinge will ich im Leben noch tun.

M - Musik machen

Musik war bis vor 10 Jahren das allerwichtigste in meinem Leben. Ich machte jeden Tag einen Song, oder ich sinnierte darüber, wie man aus Plugins wie Vanguard oder Synth1 die besten Sounds herausholen konnte. Ich hatte gerade meine Hardstyle-Phase hinter mir gelassen und wollte wieder mehr Trance machen und irgendwie schwebte mir auch immer vor, mal was klassisches zu versuchen. Die Musik sollte in Richtung Alexandre Desplat gehen, wobei ich natürlich weder das Equipment, noch das Talent eines Desplat habe. Aber ich habe wirklich Spaß an der Musik und durch viele Übungen kann man ja erfahrungsgemäß immer besser werden.

Doch irgendwie ist die Musik an mir so langsam aber sicher vorbei gegangen. Ich liebe es, im Auto Musik zu hören. Die Mitgliedschaft bei Spotify ist pures Gold für mich und ich habe einige Playlists zusammengestellt, die meine jeweilige Tagesstimmung perfekt reflektieren.

A - Mein Buchabenteuer

Ich schreibe an einem Horror-Roman über einen Serienmörder, der an Oldenburger Sehenswürdigkeiten seine Opfer „malerisch“ drapiert. Jedes Opfer steht für einen Schriftsteller und daher imitiert meine Figur die brutalsten Tötungsarten aus Büchern von King, Sigler und anderen Autoren. Ich habe da im Moment eine Blockade, weil mein „Guter“ in dem Film mir - ehrlich gesagt - auf den Sack geht ?

G - Ganz neue Sprache lernen

Ich spreche fließend englisch. Meine Französischkenntnisse sind leider eingerostet, aber ich kann tatsächlich einen Film auf französisch gucken und verstehe zumindest ansatzweise, um was es geht. Ich werde eine Sprache lernen, die ich bisher noch nicht kann. Chinesisch.

I - International verreisen

Mal vom Geld abgesehen, gibt es nicht so wirklich viel, was einen davon abhält, zu verreisen. Ein Flug nach London kostet irgendwas um 100 € und sogar die Jugendherberge ist für ein Wochenende nicht so richtig teuer. Ich habe da eigentlich nie wirklich drüber nachgedacht, aber aktuell ist verreisen wirklich sehr, sehr günstig.

Die Herausforderung bei mir ist eher, dass ich auch mit 2 Unterhosen, nem T-Shirt und ner Zahnbürste verreisen kann, während meine Frau und meine Kinder halt wirklich viele Klamotten brauchen. Ist irgendwie nicht meine Welt. Ich brauch nichts für unterwegs

E - Ein Boot fahren, ein Flugzeug fliegen

Ich liebe das Meer. Ich betrachte Dangast als mein zweites Wohnzimmer. Ich versuche jede freie Minute in diesem romantischen Kaff zu verbringen. Doch ein Sonnenuntergang von der Mitte des Meers aus ist doch eigentlich viel cooler. Dafür muss ich Bootfahren lernen. Oder halt der Sonne entgegen fliegen. Ich möchte auf jedenfall eine Hochseelizenz oder einen Pilotenschein haben. Ich möchte mich in ein Flugzeug setzen können und dieses selbst fliegen können.

Hier ist die allergrößte Herausforderung, dass sowohl ein Bootsführerschein, als auch ein Pilotenschein alles andere als billig ist. Aber diesen Traum werde ich mir erfüllen. Ganz klar. Ganz sicher und ich werde alles dafür tun, bald eine Grand Caravan zu fliegen.

Und du?

Was sind deine Big Five For Life? Lass es mich wissen.

Geschrieben: 20.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Ein Hund veraendert dein Leben

Ein Hund veraendert dein Leben

Irgendwann letztes Jahr zeigte mir meine Frau ein Video auf Facebook. Zu sehen war ein völlig überdrehtes, beklopptes, haariges Wesen. Ein Hund. Ein stinkendes, bellendes Monster. Ein schwarzer, gruselig aussehender Hund. Ich hatte zu der Zeit Angst vor Hunden. Ich hatte wirklich viel Angst vor Hunden. Meine Frau saß da und schaute verliebt dieses derwischartige Wuselviech an und sagte zu mir: „Den will ich haben!“ Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber meine stumpfe Antwort war nur: „Okay, hol den doch!“ Wir waren ab diesem Moment auf einer Reise. Wir sollten Hundebesitzer werden. Ich war als Kind zwar irgendwie ein Hundebesitzer, ich habe den Hund meiner Eltern aber wirklich nur toleriert und jedesmal gehasst, wenn er gebellt hat oder wenn er mich nur angeschaut hat. Streicheleinheiten für den Hund meiner Eltern, César, gab es selten von mir. Meine Frau ist mit ihrem Jesse groß geworden und sie hat Jesse geliebt.

Es stand fest, dass wir also bald einen eigenen Hund haben würden. Dani hatte bei der Pflegestelle angerufen und gefragt, ob Byorn - so der Name - noch da wäre. Schwarze Haustiere sind wohl nicht so gut vermittelbar, jedenfalls war Byorn noch da. Ich merkte so langsam, dass es wohl doch ernst werden würde. Ich bin doch so ängstlich. Ich war mir echt noch immer nicht sicher, ob das eine gute Idee war.

Eine seriöse Pflegestelle will wissen, wo der Hund später landet. Nachdem also irgendwie klar war, dass wir Byorn wirklich haben wollten (meine Frau mehr, als ich), wurde ein Termin mit einer Mitarbeiterin vom Tierheim gemacht, damit die sich angucken kann, ob ein Hund bei uns überhaupt leben kann. Dabei wird ein Gespräch mit den zukünftigen Frauchen und Herrchen geführt. Es wird geprüft, ob ein Garten vorhanden ist oder ob die Wohnung schon ausreicht. Es wird geschaut, wie alt eventuelle Kinder sind und es wird natürlich auch darauf geachtet, dass die Leute vernünftige Argumente bringen, warum sie denn einen Hund haben wollte. Meine Antwort war übrigens: „Mich nervt es, nachts aufzustehen, weil meine Frau denkt, wir hätten Einbrecher!“

Wir erfuhren ziemlich schnell, dass die Bedingungen für den Hund mehr als nur ausreichend sind. Nachdem das also auch mit der Pflegestelle geklärt war, ging es nun darum, einen Termin zu finden, um Byorn zu holen.

Byorn kommt aus Kroatien. Er ist 2016 als Straßenhund geboren worden und lebte ca. ein Jahr ohne Familie. Er hat sich selbst versorgt und hat in dieser Zeit gelernt, dass er Menschen eigentlich nicht braucht. Er wurde irgendwann gefangen genommen und lebte in einer Pflegestelle in Kroatien. Diese Pflegestelle arbeitet mit dem Verein Hund sucht Hütte zusammen. Der Verein ist in Salzburg ansässig und hochmotivierte Menschen kümmern sich liebevoll um die Vermittlung von diesen Hunden.

Wir haben nochmal ungefähr 2-3 Monate gebraucht, um einen Termin für die Übergabe von Byorn hinzukriegen. Als wir den Termin hatten, ging es ums Kennenlernen. Dazu musste ich mit dem Auto ungefähr 10 Stunden ins allertiefste Bayern fahren, um Byorn entgegen zu nehmen. Als ich den Hund das erste mal Live sah, war ich ein wenig enttäuscht. Byorn war so klein. Ich hatte gedacht, ein kroatischer Schäferhund ist größer. Aber gut, jetzt einen Rückzieher zu machen, wäre vielleicht ziemlich ungeil, also versuchte ich von Anfang an, irgendwie eine Bindung zu diesem Hund aufzubauen. Allein schon, weil ich ja noch immer Angst vor Hunden hatte. Meine Frau klärte den Papierkram und ich ging mit Byorn das erste mal Gassi. Das war irgendwie seltsam. Er wusste überhaupt nicht, was ich mit ihm vorhabe und er hatte ja schon die Tour aus Kroatien nach Österreich hinter sich. Irgendwas ist in diesem Moment mit mir passiert. Ich mochte den Hund. Der war lustig.

Es gab auf dem Rückweg einige Herausforderungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Die erste Herausforderung war, Byorn überhaupt ins Auto zu kriegen. Er hatte die Tour aus Kroatien nach Österreich ja schon hinter sich und musste ja auch noch von Österreich nach Bayern. Logisch, dass er da nicht so richtig Bock drauf hatte. Schon wieder Auto fahren. Also musste Daniela den Hund ins Auto heben, weil ich Hunde ja nicht anfassen wollte. Wegen Angst und so. Das hat beim ersten Mal noch super geklappt. Auf dem Rückweg musste Byorn auch noch Gassi gehen. Trinken ist auch nicht verkehrt. Seine Lust, wieder ins Auto zu steigen, sank bei jedem Stopp immer mehr gegen Null. Das letzte Stück saß Byorn hinten im Auto, Dani streichelte und beruhigte den Hund so gut es ging. Als Byorn später bei uns zuhause ankam, stand bereits fest, dass Dani nur eine Woche Urlaub kriegen würde und ich aktuell gar keinen Anspruch auf Urlaub hatte. Wir mussten also zusehen, dass sich Byorn möglichst schnell eingewöhnt und unsere Bude nicht auseinander nimmt. Wir hatten also Leberwurstbälle, sogenannte Kongs, Spielzeug und Fressen besorgt, dass Byorn später während unserer Abwesenheit keinen Blödsinn machen würde.

Unsere Sorgen waren unbegründet. Byorn hat die meiste Zeit geschlafen. Da Dani eh nur in Teilzeit arbeitet, war Byorn auch gar nicht lange alleine. Das hat total unkompliziert geklappt.

Wir hatten ja Bedenken, ob das mit den Kindern funktioniert. Beim Ältesten hatten wir kaum Sorgen, der ist mit dem Hund von Oma aufgewachsen. Allerdings war ein 6- und ein 4-jähriger dabei und wir mussten echt überlegen, wie wir das anstellen würden. Wir haben vorher lang und breit mit den Kindern Verhaltensweisen durchgesprochen. „Lege dich nicht vor den Hund hin“, war eines der Statements. Ebenso die üblichen Themen, wie Ruhe gönnen und beim Fressen den Hund komplett in Frieden lassen. Am Anfang gab es noch Probleme, gerade der Jüngste hatte am Anfang das Knurren des Hundes zu ertragen. Hier übrigens ein Tipp von mir, der Gold wert ist: Wenn dein Hund knurrt, dann verbiete es dem Hund NICHT. Ein Hund, der nicht knurrt, beisst ohne Vorwarnung zu. So lernte der Jüngste, dass das, was er gerade tat, den Hund verunsichert.

In Niedersachsen brauchten wir den Hundeführerschein. Meine Frau hat Prüfungsangst, also musste ich den Hundeführerschein machen. Der Hundeführerschein gilt dazu, dass du besser lernst, deinen Hund zu verstehen. Eine gute Hundeschule erzieht nicht deinen Hund, sondern Du lernst bei der Hundeschule, die Signale des Hundes besser zu lesen. Ich habe also lernen müssen, Byorn zu verstehen. Mudis wie Byorn (Mudi = kroatischer Schäferhund) suchen sich eine konkrete Bezugsperson aus. Da ich Byorn am Anfang aus Respekt und Unsicherheit ignoriert habe, habe ich indirekt ausgelöst, dass er mir gefallen wollte und immer versucht hatte, meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Falls Du Angst vor Hunden hast, kennst du das vielleicht auch: Irgendwie kommen Hunde IMMER zu dir, obwohl du Angst hast.  Hunde riechen deine Angst übrigens nicht, Hunde wollen von Menschen beachtet werden und je mehr Angst du hast und je mehr du deshalb den Hund ignorieren willst, desto mehr wird der Hund versuchen, dir zu sagen: „Hey! Ich bin hier!“ Da ich die Hundeschule besuchte und lernte, wie man den Hund ins Sitz, Platz, Bleib, Fuß und Hierher bringt, rannte ich nun mit vielen Hunden und deren Besitzern auf dem Hundeplatz rum. Man besiegt Ängste nur, wenn man sich den Ängsten stellt. Ich habe keine Angst mehr vor Hunden. Das kann ich nun mit Sicherheit sagen.

Byorn wohnt im November nun länger bei uns, als in der Pflegestelle und er wohnt ab dann auch länger bei uns, als in „Freiheit“ auf der Straße. Wirklich geändert hat sich übrigens nur, dass man bei Wind und Wetter nach draußen geht. Weite Autotouren sind möglich, allerdings brauchen wir natürlich auch viel mehr Pausen. Überall liegen Hundehaare rum, weil der Hund entweder sein Sommerfell oder sein Winterfell kriegt. Manchmal sitzt du vorm Fernseher und kriegst eine Herzattacke, weil der Hund „grundlos“ drauflos bellt. Hunde sind Instinktwesen, ob die Liebe empfinden können, weiß ich nicht. Allerdings kommt Byorn immer wieder bei mir an und will kuscheln. Oder kämpfen. Oder kämpfen und kuscheln. Das Kämpfen ist bei uns relativ heftig. Er und ich machen Tauziehen und als Rudelführer verliere ich natürlich nie. Byorn gibt aber auch nicht auf. Ich betrachte Hundebesitzer jetzt mit ganz anderen Augen. Diese Menschen, die „Tutnixe“ besitzen, sind auf meiner Hass-Skala ganz oben. Den  eigenen Hund nicht anzuleinen, obwohl er bei Zuruf nicht zurück kommt, halte ich für unverantwortlich. Es gibt auch immer wieder Fälle, bei denen diese Tutnixe die angeleinten Hunde anfallen. Es ist auch Quatsch, einen Hund zu bestrafen. Hunde haben kein Gewissen. Hunde wissen nicht, was richtig und falsch ist. Sie wollen dem Rudel immer nur gefallen. Angenommen, dein Hund haut wirklich ab und kommt dann glücklich wieder: Schrei ihn an und er wird das nächste Mal nicht so schnell wieder kommen. Wenn dein Hund gewünschtes Verhalten an den Tag legt, lobe ihn wie bescheuert dafür. Wenn der Hund Mist baut, lob ihn nicht, ignoriere ihn.

Ich werde euch natürlich weiter auf Stand halten ?

Geschrieben: 07.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen