Cubase für Linux
Veröffentlicht am 2026-03-03 10:30:00
Windows hat seit der Version 11 jede Menge Vertrauen bei den Usern eingebüsst. Sei es durch immer wieder fehlerhafte Updates oder auch durch die KI, die keiner will und jeder überflüssig findet. Microsoft hat's nicht leicht: Sie verbrennen zusammen mit OpenAI Milliardenbeträge, Windows 11 ist so instabil wie ein Kristallglas in einem Footballstadion, und ja — viele Menschen wollen von Windows weg, hin zu Linux.
Aber Cubase gibt es nicht unter Linux
Stopp, lies bitte weiter. Auch wenn Google dich hierher geführt hat, weil du wissen willst, ob es Cubase unter Linux gibt — tatsächlich nein. Ebenso wenig wie den Kontakt-Player, Halion, den Sine-Player oder Musio von Cinemasamples.
Man kann aber tatsächlich tricksen. Zumindest mit guten Tutorials lassen sich Windows VST-Plugins problemlos in Linux nutzen. Die meisten jedenfalls.
Geht Cubase jetzt unter Linux oder nicht?
Tja. Theoretisch würde Cubase sogar super unter Linux funktionieren, wenn es nicht den Kopierschutz gäbe. Der alte eLicenser nutzte einen USB-Dongle mit proprietären Treibern, die unter Wine schlicht nicht funktionieren. Steinberg hat inzwischen einen eigenen Licenser, der tatsächlich so halbwegs in Wine läuft. Der Kopierschutz ist Hürde Nummer 1. Überwindbar, aber sauschwer.
Die zweite Hürde nennt sich ASIO. Linux hat kein ASIO, sondern das leistungsfähigere Pipewire. Pipewire steht Wine-Programmen aber nicht direkt zur Verfügung — auch wenn Pipewire inzwischen eine JACK-kompatible Schnittstelle mitbringt, bleibt der Weg über wineasio der praktikabelste. Also ein Wrapper für einen Wrapper. Dass die Performance da Grenzen hat, sollte jedem klar sein. Sagen wir es so: Wenn du kein Liverecording machen willst und die Lizenzhürden genommen hast, läuft Cubase unter Linux. Es macht nur keinen Spaß.
Alternativen?
Es hängt immer davon ab, wie tief du im Cubase-Kosmos verankert bist. Es gibt Leute, die auf Adobe Photoshop schwören und allein deshalb jede andere Softwarelösung ablehnen — wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass nicht alle davon tatsächlich legale Lizenzen haben.
Bitwig, Ardour und Reaper kommen Cubase vermutlich noch am nächsten, wobei Bitwig eher etwas für Ableton-Umsteiger ist. Ardour ist komplett Open Source. Hinter der etwas spröden Oberfläche versteckt sich eine der mächtigsten DAWs, die du nutzen kannst.
Ebenso ist auch Reaper von Cockos Incorporated ein echter Sleeper — hinter dem Unternehmen steckt unter anderem Justin Frankel, der ursprüngliche Entwickler von Winamp. Reaper ist vermutlich die am meisten konfigurierbare DAW der Welt. Das ist gut, weil konfigurierbar — und zwar so weit, dass man sie fast wie Cubase nutzen könnte, wenn man denn wollte. Das ist aber eben auch schlecht, weil sich kaum noch allgemeingültige Tutorials machen lassen, außer man nutzt das Standard-Setup, was die meisten Producer aber eben nicht mehr tun.
Ich will aber unbedingt Cubase nutzen
Okay. Dann besorg dir einen Mac.