Warum der Klimawandel der Schluessel zum Weltfrieden sein muss

Warum der Klimawandel der Schluessel zum Weltfrieden sein muss

In Sciencefiction-Filmen wie Independence Day oder 2012 steht die Menschheit einer großen Bedrohung gegenüber und löst diese Bedrohung, indem sie als gesamte Menschheit zusammenhält. Alle Menschen, gleich welcher Nationalität, welcher Religion, welcher „Rasse“ müssen zusammenhalten, denn wir alle werden von etwas bedroht, das viel mächtiger ist, als doofe CGI-Aliens. Der Klimawandel betrifft uns alle und ist der Feind.

Das Kernproblem beim Klimawandel ist, dass es kein greifbarer Feind ist. Es ist kein Xenomorph aus „Alien“ und es ist auch nicht so, dass irgendwo urplötzlich ein Weltuntergangsszenario ausbricht. Der Prozess ist über die letzten 150 Jahre stetig angewachsen und hat mittlerweile fast exponentielle Züge erreicht. Wir merken das nur nicht, weil wir in unserer Region ja eher endlich mal schönes Wetter haben und es ja fast genießen, „wann wird es wieder richtig Sommer“ als schmissigen Oldie zu hören.

Doch der Klimawandel ist mittlerweile eine ausgewachsene Katastrophe. Der Wasserdruck wird von den Kommunen verringert, damit wir weniger Wasser verbrauchen. Die Hummeln und Bienen kratzen zu Tausenden ab. Wenn du heute mit dem Auto über eine Autobahn fährst, sieht der Wagen nicht mehr aus, wie ein Insektengrab. Es gibt Dürreperioden und Regierungen machen Geld für Landwirte locker, damit diese überhaupt noch Nahrung anbauen können. Brache-Flächen dürfen bewirtschaftet werden, was die ganze Geschichte tatsächlich noch mehr beschleunigt. Das sind schon keine Warnsignale mehr. Wir sind quasi direkt in der Schlacht gegen E.T. und befinden uns im Schützengraben, brackwassersaufend und ohne Chance auf Nachschub.

Kritiker der Klimapolitik, von E-Autos und von Dieselmotoren werfen immer wieder das Argument ein, dass ja nur Deutschland was tut. Unsere Diesel fahren in Afrika weiter. E-Autos produzieren Kinderarbeit. Diese ganzen, üblichen Argumente werden vorgeschoben. Das ist so dämlich wie: „Mein Bruder hat ein Eis gehabt, jetzt will ich auch eines!“ - auch wenn man dafür ja vorher schon Gummibärchen gehabt hat. Wir dürfen nicht auf Länderebene denken. Wir müssen aufhören, so zu tun, als würden unsere Bemühungen nichts bringen. Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass wir alle auf diesem Planeten mitmachen. Äthiopien hat ein Baumpflanzprogramm ins Leben gerufen. Auch Indien macht jetzt was. Doch Deutschland querfinanziert die Abholzung für Braunkohleabbau. Gleichzeitig wird jede Menge Soja in Brasilien angepflanzt, damit wir billiges Fleisch haben. Das man für diesen Sojaanbau nochmal wieder Bäume wegholzt, wird zur Kenntnis genommen. In „Dorfgruppen“ bei Facebook wird ernsthaft darüber diskutiert, dass es ja albern wäre, Blumenwiesen auf Bushaltestellen zu pflanzen, weil „ja keiner dafür verantwortlich sein will, diese Blumenwiesen zu gießen“ und so weiter und so fort.

Unser größter Gegner sind wir selbst. Wir sind nicht in der Lage, das große ganze zu erfassen. Wir führen Kriege um „fruchtbare“ Landstriche. Von diesen Landstrichen gibt es immer weniger und weniger. Wir kippen Mikroplastik ins Meer und zerstören damit nicht nur den Lebensraum von irgendwelchen Fischen, sondern durch die Veränderung der Ströme wird der ganze Kühlprozess der Welt komplett durcheinander gebracht.

Wir sind über sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Sieben Milliarden Lebewesen mit einem Gehirn, einem Überlebenswillen und oft sogar guten Ideen. Wenn nur jeder 10. von uns die Vorurteile gegenüber der Nachbarn ignorieren würde und gemeinsam miteinander forscht, Bäume pflanzt und sich wirklich mal anstrengt, können wir wirklich etwas erreichen.

Du musst sagen: „ich habe ein paar Pflanzensamen in die Natur geschmissen und ich mache das jetzt jede Woche“ und das auch tun. Du musst nicht akzeptieren, dass das nichts bringt: Bevor die die Pflanzensamen in die Natur geschmissen hast, hat es keiner gemacht. Die Erde funktioniert doch so. Du musst nur immer wieder das richtige tun, die Masse wird das schon regeln, aber wir müssen jetzt damit anfangen. Gemeinsam.

Menschen sind Meister darin, alles schlecht zu reden. „Das bringt doch nichts“ wird häufiger gesagt, als „ich liebe dich“ und das ist doch eigentlich ziemlich traurig, oder etwa nicht? Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass irgend jemand etwas für uns tut. Wir müssen selbst handeln. Wir müssen auf Dinge verzichten, die moralisch verwerflich sind: Fleischkonsum ist ja in Ordnung, aber müssen die Viecher so leiden?

Ist es wirklich notwendig, so verdammt viel Fleisch zu produzieren, dass man 20 Millionen Schweine pro Jahr einfach so in die Tonne kloppt? (und das nur in Deutschland) Von 3 gefütterten, aufgezogenen Schweinen, wird eines tatsächlich gefüttert und dann getötet, nur um weder irgendwen zu sättigen, noch sonst irgendwie einen Zweck gehabt zu haben. Wir reden von 59 Millionen Schweinen im Jahr. Deutschland hat 80 Millionen Einwohner. Von denen essen viele nicht mal Schweinefleisch. Ist das logisch zu erklären? Wir sind alle so stolz auf unsere Industrierevolutionen und „just-in-time“-Lieferungen. Warum muss so ein Tier auf Vorrat getötet werden? Da würde man nicht mal seine Komfortzone verlassen. Fleisch würde nicht mal teurer werden, weil ja jeder wirklich nachrechnen kann, dass man die Produktion runterschrauben könnte.

Ich kann keine Lösungen anbieten, ich kann nur sagen, dass wir alle zusammen was erreichen müssen. Die Uhr tickt und ich glaube nicht, dass ich mit 45 (in 4 Jahren) in einer Mad-Max-Wüste herumlaufen möchte.

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Geschrieben: 02.08.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Es könnte alles so einfach sein

Es könnte alles so einfach sein

Die Politiker in Deutschland sind, das wissen wir nicht erst seit Rezo, ziemlich weit weg vom Volk. Ich glaube nicht einmal, dass die Politik diese Vergehen mit Absicht vollbringt oder dass die Politiker irgendwie dumm sind. Sie sind nur halt Politiker und versuchen überall und jederzeit irgendwie einen Konsens zu finden und dabei am Job als Minister festzuhalten. Grundsätzlich finde ich das nicht verwerflich, doch leider ist Politik aufgrund dieser Tatsachen leider total vom "Reallife" weg.

Dabei könnte Politik und die Lösung von Problemen total einfach sein, wenn man einfach mal logisch handeln würde. Ach ja: Es gibt hier keine Kommentarfunktion, weil ich hier einfach nur meine Ideen niederschreibe, die vielleicht sogar Quatsch sind. Aber das ist mir total egal 😉

Klimawandel

Der Klimawandel ist da und geht auch nicht mehr weg. Der Klimawandel hat auch nicht vor, sich mit Geld aus einer CO2-Steuer bezahlen zu lassen und dann zu gehen. Das Geld ist dem Klima total egal, also ist eine CO2-Steuer total sinnlos. Was allerdings funktionieren könnte, wäre eine komplett zweckgebundene Steuer, die dafür verwendet wird, jede Menge Freifläche zu kaufen und dort Bäume zu pflanzen. In den Innenstädten könnte man auf Hausdächern Beete anlegen, Bushaltestellen könnten bepflanzt werden und jeder beschissene Park könnte mit vielen Bepflanzugen aufgewertet werden. Pflanzt Bäume und Blumen auf Schulhöfen und kauft von dem restlichen Geld Parzellen im Amazonasgebiet oder aber verhindert mit dem Geld weitere Rodungen. Dafür kann man Forschungen bezahlen, sodass Papa auch weiterhin seinen SUV fahren kann. Das Geld könnte man auch zur Vernichtung von Plastik verwenden, aber was weiß ich schon?

Europa

Europa hat ein Transparenzproblem. Von der Leyen ist jetzt irgendwas total wichtiges, weil sie eine beknackte Rede gehalten hat, die viele Themen angerissen hat, aber keine Lösungen bot. In einer geheimen Wahl wurden Ursula nun viele Stimmen gegeben und die Leute, die zum Beispiel die PARTEI gewählt haben, fragen sich zurecht, warum die verdammte CDU noch immer so viel zu sagen hat. Was ist da eigentlich los?

Aus dem EU-Parlament hört man immer nur Schrott. Die DSGVO ist an und für sich eine gute Sache, aber an wichtigen Details hakt es immer wieder und irgendwie versteht man "im Vorbeigehen" nicht, was das mit der EU eigentlich alles soll. Klar ist, dass die EU als Friedenssicherer unabdingbar ist. Man greift seine Parlamentsfreunde nicht an, daher darf die EU niemals verschwinden. Ich würde mir wünschen, dass die EU tatsächlich so eine Art "Staat" wird. Die vereinigten Staaten von Europa. Dann aber eben ohne den Rassismus aus Polen, Italien und aktuell ja auch Deutschland.

Wo könnte die EU einfacher sein? Sagt den Leuten doch, was ihr da eigentlich den ganzen Tag macht. Das würde mir und den anderen Wählern helfen. Was so ein Kommissionspräsident, bzw jetzt eine Kommissionspräsidentin so macht, versteht doch kein normaler Mensch.

Auf das Wesentliche konzentrieren

Gewisse Parteien bekommen noch immer viel zu viel Redezeit in TV-Sendungen. Dabei geht es immer wieder z.B. um Flüchtlinge. Das Problem ist nur, dass wir gar nicht immer mehr Flüchtlinge kriegen. Die Zahlen sind seit Jahren rückläufig. Also sollte man lieber über die Themen reden, die wirklich relevant sind. Wieso ist es so schwer, Menschen vor Küsten zu retten? Wenn man verhindert, dass die Boote irgendwo anlegen, ist das ja keine Lösung. Es wäre doch viel einfacher, wenn die Länder, die nicht direkt von der Einwanderung betroffen sind, Direkthilfe anbieten und die typischen Einwanderungsländer mit Personal unterstützen. Tatsächlich denke ich, dass hier sogar jede Menge Jobs zu erschaffen wären.

Statistik: Anzahl der Asylanträge (insgesamt) in Deutschland von 1995 bis 2019 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Einfach mal entspannter sein und dabei Spaß haben

Toleranz ist keine Einbahnstraße. Ich muss nicht alles gut finden, was meine Mitmenschen so machen. So lange es mein persönliches Umfeld allerdings nicht direkt belastet, muss ich keine Energie damit verschwenden, empört zu sein. Wenn ich Dinge sehe, die ich gut finde, kann meine Toleranz in Empathie umschwenken und ich kann meine Hilfe anbieten. Dabei bin ich dann maßgeblich am Erfolg eines Konzeptes beteiligt und habe dabei auch noch Spaß.

Seht doch alles mal ein wenig entspannter.

Geschrieben: 17.07.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Warum es fatal ist auf Klarnamen zu bestehen

Warum es fatal ist auf Klarnamen zu bestehen

Unser aller Lieblingspartei, die CDU, wühlt mal wieder in der Kiste sinnloser Anfragen herum und schlägt vor, dass wir alle doch bitte Klarnamen benutzen mögen. Annegret Kramp-Karrenbauer ist nicht nur mit einem Klarnamen gesegnet, den wir alle abkürzen, weil wir ihn nicht aussprechen wollen. AKK will "wissen, wer hinter diesen Kommentaren steckt". Die Politikerin glaubt, dass eine De-Anonymisierung eine bessere Diskussionskultur fördert und sie glaubt, dass die Menschen ohne Pseudonym ja nicht mehr Hetze und Häme verbreiten würden. Jeder, der Ende der 80er Jahre und Anfang der 90er Jahre im Usenet und auf Mailboxen unterwegs war, weiß das Gegenteil. Wir hatten in unseren Newsgruppen strenge Netiquetten und auch wir haben diese Netiquetten weitestgehend "interpretiert", was hier tatsächlich als "ignoriert" zu verstehen ist. Die Kernfrage ist ja auch, ab wann man beleidigt und ab wann man sich beleidigt fühlt. Oft genug wurde gerade in Linux-Usergruppen nach einer Funktion gefragt und derjenige verbal hingerichtet, weil er vorher nicht die entsprechende manpage gelesen hat. RTFM kommt ja nicht von ungefähr.

Daher ist es wichtig, zu wissen, wofür diese Pseudonyme gut sind. Gerade DJs und Künstler aus der elektronischen Tanzmusik arbeiten mit Künstlernamen. Westbam, Daft Punk, Dune, Deadmau5 und Special D sind nur einige Namen, von denen man die "Realnamen" vielleicht gar nicht unbedingt weiß. Oft werden verschiedene Genres auch mit verschiedenen "Nicknames" ausgetestet. So hat ATB (André Tanneberger) unter dem Handle SQ1 durchaus härtere Sachen produziert.

Künstler nutzen Nicknames allgemein ziemlich häufig: Klebekünstlerin Barbara zum Beispiel könnte ihre politischen Statements gar nicht veröffentlichen, wenn jemand wüsste, wer sie ist. Ähnlich verhält es sich mit Banksy, von dem auch keiner sicher weiss, wer er oder sie ist. Die Anonymität dieser Menschen ist Teil ihrer Kunst und die Anonymität dieser Menschen stellt sicher, dass sie mehr oder weniger frei agieren können.

Die meisten Foren arbeiten mit Nicknames. Die meisten Webforen sind absichtlich relativ anonym gehalten. Wenn Du beispielsweise einen Ausschlag an einer peinlichen Stelle hast und einfach nur mal fragen willst, was das ist, willst du natürlich nicht sofort "entdeckt" werden. Medizinische Fragen mit völlig fremden Menschen zu diskutieren ist einerseits natürlich fatal, weil die Anonymität dieser Menschen dir ja auch nicht garantiert, dass sie dir keinen Murks erzählen. Andererseits hat es mir damals, vor der Vasektomie, geholfen, mich über diesen Eingriff zu erkundigen.

Im Netz kannst und darfst du jemand sein, der du im wirklichen Leben nicht bist. Oder du kannst aufgrund deines Pseudonyms zu jemandem werden, der du immer sein wolltest. Als ich mich mal mit einigen Bloggern, die als #Lifestyleblogger bekannt waren, getroffen habe, war ich erstaunt, wie wenig diese Menschen im echten Leben mit Worten umgehen konnten. Das Blog und das Autor-Dasein gibt diesen Leuten Sicherheit. Sowieso: Running Man mit Arnold Schwarzenegger wurde unter dem Pseudonym Richard Bachman geschrieben. Das Buch stammt nämlich von Stephen King, der wiederum als Science-Fiction-Autor nicht unbedingt einen großen Namen hatte.

Fatal ist es sowieso, wenn du irgendwie "anders" bist. Wenn du nicht der Norm einer AKK entsprichst und eine lesbische Frau in einem 1000-Seelendorf bist, hast Du verkackt. Denn wie und ob überhaupt Du ein Coming Out machst, ist allein deine Sache. Als Homosexuelle oder gar Transsexuelle wächst Du ständig mit dem schlechten Gewissen auf, etwas falsches zu tun. Wenn du wenigstens im Netz deine Anonymität ausleben kannst, ist die Anonymität deine echte Persönlichkeit und das "Reallife" die Maske, hinter der Du dich verstecken musst.

Wie oft demonstrieren wir? Ich habe bisher nur wenige Demos mitgemacht und die meisten Themen waren extrem lokalpolitisch, denn ich halte nicht wirklich viel von Demonstrationen. Ich bin eher der Meinung, dass man durch Wahlen und vor allem Abwahlen bestimmter Menschen mehr erreicht, als durch die Tätigkeit, auf Straßen zu laufen. Aber es wäre für mich ein Albtraum, wenn jeder sofort wüsste, wogegen oder wofür ich demonstriere.

(Bildquelle)

Geschrieben: 12.06.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Die CDU - der verwirrte Haufen

Die CDU - der verwirrte Haufen

Die Wahlen sind nun Vergangenheit und Frau Kramp-Karrenbauer hat sich dank Statements wie diesem hier ordentlich in die Nesseln gesetzt:

Es ist absurd, mir zu unterstellen, Meinungsäußerungen regulieren zu wollen. Meinungsfreiheit ist hohes Gut in der Demokratie. Worüber wir aber sprechen müssen, sind Regeln, die im Wahlkampf gelten. #Rezo #Youtuber

Quelle

Meine Frage ist jetzt, will Frau AKK das nun regulieren oder nicht? Aber gut, die macht ja eh, was sie will und wird von manchen schon als Provinzpolitikerin abgekanzelt. Sie setzt Homosexualität auch mit Inzucht gleich. Sie ist ein unverzeihlicher Hardliner und glänzt aktuell durch absolute Inkompetenz im Umgang mit dem Internet. Das macht sie aber ja nicht alleine. Die ganze CDU, die größte Volkspartei in Deutschland, dreht wegen eines Videos eines Youtubers (Rezo) völlig durch. Und tatsächlich kann ich nur sagen, dass die CDU wirklich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann. Dabei geht es gar nicht mal darum, dass man das Ding zuerst fahrlässig ignoriert hat. Schlimmer wurde es, als die CDU das Video ignoriert hat und dann irgend jemand auf die Idee kam, ausgerechnet mit Phillip Amthor ein "Gegenvideo" zu drehen. Falls ihr den Amthor noch nicht kennt: Der ist schon optisch 100% konservativ. Ich will gar nicht oberflächlich sein, aber Philipp Amthor sieht aus, wie ein 70 Jahre alter Mann, gefangen im Körper eines 26-jährigen.  Die Zielgruppe vom Rezo ist definitiv irgendwo in Richtung links und punkig einzuordnen. Wenn dann so ein Klischeebankkaufmann ein Video machen soll, wird der Typ tatsächlich zerstört werden.

Tatsächlich scheint irgendwer von der CDU sich das auch gedacht zu haben, daher fand das Video so nicht statt. Das ist einerseits gut, weil der Spott und die Häme legendär geworden wären und andererseits eben ziemlich dumm, weil jetzt jeder wusste, dass die CDU was machen will, es aber nicht tut. Lustigerweise ist genau das eingetreten, was Rezo der CDU vorwirft. Sie sitzt alles aus und macht dadurch alles noch schlimmer.

Innerhalb eines Tages passiert dann noch etwas: Die CDU verfasste einen offenen Brief. Als PDF. "Wenigstens kein Word mit Wordart", war übrigens mein erster Gedanke, als ich von der schriftlichen Stellungnahme hörte. Wer das Schreiben dann gelesen hat, stellte fest, dass man hier konsequent Klimaschutz betrieben hat, denn auf Papier wäre dies ein ungeheurer Müllberg gewesen. Klar hat Rezo übertrieben und klar haben die von der CDU auch hier und da gute Sätze verpackt. Das Problem ist nur: Wirklich jeder weiß, dass die CDU den Klimawandel nicht ernst genug nimmt und jeder weiß, dass die CDU die Arbeitslosenzahlen zumindest teilweise frisiert. Selbst die von der CDU wissen das[*]. Jeder weiß auch, dass die Schere zwischen arm und reich wächst. Klar ist, jeder wurde reicher. Die Löhne sind überall gestiegen. Zwischen 1999 und 2016 um glatte 18 %. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Diejenigen, die vorher schon viel Geld verdient haben, verdienen noch mehr. 

Ich will aber gar nicht das Pamphlet der CDU kaputt analysieren, das können andere viel besser als ich. Es ist aber so, dass hier eine eher maue Verteidigung aufgezogen wurde und hier unprofessionell ein Schnellschuss rausgehauen wurde.

Ich weiß nicht, ob die CDU das Internet noch immer als eine Besonderheit abtut. Für mich und Generationen nach mir, ist das Internet ein ganz normaler Teil des Lebens. Ich bezahle online, ich informiere mich per Smartphone bereits vorm Betreten des Kinos/Restaurants, ob ich und der Laden Freunde werden. Ich nutze das Smartphone, um Texte zu übersetzen. Das Internet, insbesondere Suchmaschinen und Wikipedia, sind mein Langzeitspeicher. Wenn ich etwas nicht weiß, brauche ich 2-3 Minuten, um mir die aussagekräftigsten Links zum Thema zu suchen und ich bin mittlerweile wirklich verdammt gut, Problemstellungen in weniger als 4 Suchbegriffen zu umschreiben.

Für mich sieht es immer so aus, als ob für die CDU das Netz noch immer "Neuland" ist. Das ist fatal, sehr fatal sogar, denn das Internet selbst ist 1969 als Arpanet entstanden und das WWW, wie wir es kennen, gibt es auch schon seit 1991. Mit fast 30 Jahren ist das WWW definitiv kein Neuland mehr und es ist fatal, alles im Web als neuen Hype abzutun. Jugendliche und insbesondere Kinder sind es gewohnt, jegliche Information jederzeit abrufen zu können. Lineares TV ist für diese Generation schon lange nicht mehr interessant und Printmedien werden von Kindern und Jugendlichen auch nur noch genutzt, wenn wirklich gar nichts anderes mehr da ist.

DAS, liebe CDU, ist die kommende Wählerschaft. Diese Jugendlichen können sich überall Informationen beschaffen, weil es für sie völlig normal ist, Quellen zusammen zu tragen. Da bringt es auch nichts, sich über die blauen Haare eines "YouTubers" lustig zu machen. Das Video ist bei YouTube erschienen, weil man dort automatisch die größte Reichweite hat. Wenn das Video jetzt bei Instagram erschienen wäre, hätte vermutlich jeder den Rezo als "Instagrammer" bezeichnet. Oder als Twitteruser. 

Das Ding ist, dass einige jetzt auch noch sagen: "ah, der ist an einem linksgrünversifften Werbenetzwerk angebunden". Mal ehrlich: Was soll ein Videoproduzent machen? Natürlich braucht der einen erfahrenen Partner für seine Marketing-Aktionen und Stroer war immer schon offen für verrückte Konzepte.

Ich weiß echt nicht, wie ihr - liebe CDU - in Zukunft weiter machen wollt. Nur als Tipp: So wie jetzt, wird das nix.

Bild von Lukas Bieri auf Pixabay

Geschrieben: 28.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Warum ich es doof finde wenn Kinder programmieren

Warum ich es doof finde wenn Kinder programmieren

„Computerkurse für Kinder. Tablets überall. Kinder sollen lernen, mit dem Computer umzugehen. Soziale Medien und Medienkompetenz sollen vermittelt werden. Kinder sollen wissen, wie das Netz funktioniert. Kinder wachsen mit IT auf, also müssen sie das beherrschen!“

Überall wird man mit solchen Aussagen geflutet. Auf Elternabenden beschweren sich Eltern über die veraltete IT in den Schulen und gerade in Deutschland haben wir alle immer das Problem, dass die Leitungen alle zu langsam sind und wir in Deutschland quasi ein Entwicklungsland darstellen. Dennoch verlangen viele Eltern, dass ihre Kinder den Umgang mit Computern lernen und einfache Programmiersprachen erlernen sollen. Ich bin Programmierer und ich halte das für eine der größten Schwachsinnsideen der letzten 20 Jahre und natürlich sollt ihr alle auch erfahren, warum das Blödsinn ist.

Muss man zukünftig überhaupt noch programmieren?

Screenshot GDevelope
GDevelop

Ich habe in der Ausbildung Pascal und C gelernt. Pascal ist, zumindest in meinem direkten Umfeld, kaum noch ein Thema und reines C muss ich auch eher selten programmieren. Mir hat aber die Syntax von C geholfen, die Welt der Computer heute zu verstehen. Ich weiß, wozu geschwungene Klammern sind und wann man ein Semikolon setzt. Allerdings wusste ich das schon vor meiner Ausbildung, weil mich Computer als Hobby interessiert haben. Im PC-Unterricht haben die meisten meiner Mitschüler gar nicht erst zugehört und diejenigen von uns, die mit dem Computer umgehen konnten, lösten die Aufgabe in 10 Minuten und daddelten dann herum. Ich habe noch Assemblercode in meinem C64 gehackt. Ich habe Listings aus dem C64er Magazin abgetippt und wusste vorher nie, ob das Programm tatsächlich funktioniert oder nicht und selbst wenn es funktionierte, wusste ich nicht, ob es das bis zum Ende tat. BASIC schrieb ich auch einmal, BASIC ist im Grunde jetzt tot.

Wenn man heute eine schlaue IDE verwendet, sagt diese IDE einem schon beim Tippen, dass man unsauberen Code schreibt oder das der Code gar nicht erst funktionieren wird. Das ist der Stand von heute. Du kannst als Programmierer heute für jede Herausforderung entweder eine fertige Library finden oder jemand hat eine entsprechende Frage bei Stackoverflow oder anderen Knowlegde-Bases gestellt. Die Programmierung heute ist nicht vergleichbar mit dem, was in 5 Jahren kommt. Richtig deutlich sieht man das bei der Spieleentwicklung: Wenn du mit Unreal und/oder Unity arbeitest, verwendest du die Engines eher wie eine Videoschnittsoftware und einen Legobaukasten und erstellst dein Spiel, fast ohne Code. Tools, wie Gdevelop werben direkt damit, dass du keine Zeile Code mehr schreiben musst.

Aktuell sind wir noch nicht ganz vom programmieren weg, dafür sind Computer noch immer zu doof, aber die Cloud und die Millionen von fertigen Packages beweisen, dass man heute ganz anders Programme schreibt, als noch vor 10 Jahren. Auch abseits von der Spieleprogrammierung gibt es viele Beispiele. Die meisten Editoren nutzen bereits fertige Syntax-Highlight-Bibliotheken. Viele Programmierwerkzeuge wie VSCode, Brackets oder Atom nutzen identische Grundlagen. Browser wie Chrome, Safari, Opera und auch Edge nutzen zum Rendern von HTML dieselbe Engine. Alles wird irgendwie einfacher.

One-Man-Shows gibt es nicht mehr - das Team ist alles - Kommunikation ist alles

Eine Zeit lang war Programmierung eine One-man-show und alte Anwendungen und Spiele wurden tatsächlich von einer einzigen Person kreiert. Natürlich wuchsen die Anwendungen und hinter Programmen wie Photoshop stecken heute hunderte von Programmierern und Designern. Und darauf will ich hinaus: Die Anwendungen haben sich verlagert. Das Programm selbst hat bestimmte Funktionen, doch um bestimmte Dinge durchzuführen, reicht heute ein Klick. Dies ist der Verdienst von Designern, die lange, komplexe Aufgaben in einfache Abläufe umgestalten (normalisieren) und es so erlauben, dass der Anwender nur noch auf „Zauberstab“ klicken muss, damit ein Objekt freigestellt werden kann. Alle großen Unternehmen verwenden oder erstellen Opensource. Die Schwarmintelligenz vieler Menschen fließt in ein Produkt ein und verbessert so die Nutzbarkeit. Das ist der  Grund, warum Linux mittlerweile einfach zu benutzen ist und das ist der Grund, warum Chrome unter Mac oder Windows genau gleich bedient wird.

Um seine Vision eines Programmes oder einer Anwendung folgen zu können, müssen Gamedesigner oder Produktdesigner in erster Linie ihre Vision begreifbar machen können. Wenn man, so wie ich, alleine im stillen Kämmerchen programmiert hat, kann man super mit dem PC umgehen, aber wenn mir ein Kunde nicht klarmachen kann, was er eigentlich will und wir keinen Konsens finden, wird das Programm einfach nicht gut sein. Schüler müssen also lernen, im Team zu arbeiten. Schüler müssen lernen, ihre Ideen zu visualisieren und sich im Team so zu organisieren, dass die Vision Realität wird. Dazu müssen Kids lernen, dass man nur als Gemeinschaft stark ist.

Jobs haben sich auch verändert

Lies Stellenangebote. Natürlich steht überall drin, dass man mit Computern umgehen können sollte. Aber jetzt mal ganz im Ernst: Das ist doch mittlerweile wirklich Standard. Nennt mir einen einzigen Job, bei dem man überhaupt nichts mehr mit Computern zu tun hat. Heute suchen Arbeitgeber kreative Menschen, die Impulse geben können. Damals suchten Unternehmen Leute, die analytisches Denken konnten und brutal gut programmieren können. Das ist „so“ nicht mehr. Heute sind die vertrackten Einzelkämpfer eher nicht so beliebt. Klar, es muss diese Tunnelphasen auch geben, aber die IT heute ist in erster Linie ein Teamgeschäft geworden.

Geschrieben: 28.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

IT für Kinder ist total überbewertet

IT für Kinder ist total überbewertet

Gemecker

Die Computer in den meisten Schulen sind relativ aktuelle Workstations, mit denen man mehr als nur ein wenig surfen kann. Es läuft in der Regel ein aktuelles Windows auf den Dingern. PC-Unterricht beschränkt sich in Schulen aber darauf, dass die Kids bestimmte Dinge einfach nur googeln sollen. Danach wird Microsoft Word gestartet und die gesammelten Suchergebnisse werden in einen Bericht geschrieben, der dann eventuell sogar ausgedruckt wird. Vielleicht ist meine Erfahrung auch subjektiv, aber Digital-Unterricht an Schulen sieht meiner Meinung nach genau so aus. Man macht die einfachste aller PC-Aufgaben und nennt das dann Digitalisierung.Es könnte jetzt ein wenig in die Richtung „früher war alles besser“ gehen, daher bitte ich um Nachsicht und falls du das eh nicht lesen willst, kannst du auch hier aufhören.

PC-Unterricht war zu meiner Zeit ganz anders. Als ich mit dem Computer in der Schule das erste mal in Berührung kam, lief auf den 286ern noch MS-DOS und die einzige grafische Benutzeroberfläche, die wir zur Verfügung hatten, war entweder der Norton Commander, Dosshell oder die Bedienoberfläche von Borland C. Alles lief noch auf Textbasis und wenn du deinen Computer dazu bringen wolltest, dass er überhaupt etwas tut, musstest du die Befehle cd und dir kennen. Dann musstest du wissen, was eine exe-Datei ist, bzw. du musstest auch wissen, dass man bat und com-Dateien auch ausführen kann.

Wir wissen alle, dass man heute nur noch auf das Icon klickt und der PC dann das entsprechende Programm startet. Warum das so ist, was ein Programm (neuerdings ja APP genannt) von einer Datei unterscheidet und wieso das Programm überhaupt soviel RAM belegt, wird den Kindern leider nicht mehr beigebracht. Ob man das wissen muss, ist auch wieder eine interessante Frage, die ich allerdings mit Ja beantworten würde. Denn nur, wenn man die internen Prozesse, die so ein Programmstart mit sich bringt, im Ansatz versteht, kann man sich selbst bei Fehlern durch das System wühlen, um Fehler zu beseitigen.

Ihr seht, ich hätte gerne einen IT-Unterricht, der mehr macht, als nur Click, Write and Save. Ich hätte gerne einen IT-Unterricht, bei dem den Kids ein zerschrotteter Browser vorgelegt wird und die Kinder eine Lösung finden müssen, wie man den Browser wieder fit bekommt. Ein guter IT-Unterricht wäre, dass man sich selbst aus dem Web eine Office-Lösung zieht und diese installiert. Perfekt wäre der Unterricht, wenn man auch andere Betriebssysteme wie zum Beispiel Linux mal zeigt. Vor 30 Jahren waren Computerbesicher noch die Ausnahme, da warst du schon der IT-Held, wenn du BASIC konntest:


10 print "Hallo"
20 goto 10

Tatsächlich wäre man auch heute noch der Held, wenn man wenigstens ein bisschen programmieren könnte. Ich halte es zwar auch für falsch, jedem Kind programmieren beibringen zu wollen, aber es wäre nicht verkehrt, wenn jeder Schüler eben nicht nur Anwender wäre. Ein Schüler sollte in der Lage sein, den Code da oben aufgrund von Englischkenntnissen zu verstehen.

Ideen für Experimente für richtigen IT-Unterricht

Ich kann nicht nur meckern und keine besseren Vorschläge haben. Doch die besseren Vorschläge habe ich tatsächlich: Der Computer, das Smartphone oder auch das Tablet sind mittlerweile fast idiotensicher zu bedienen. Was jedoch immer wieder auftritt, ist Mobbing aufgrund von Posts in Sozialen Netzwerken. Den Kindern und leider auch vielen Erwachsenen ist nicht klar, was es heißt, Daten bei WhatsApp oder Facebook zu posten. Facebook weist mittlerweile in der App immer mal wieder darauf hin, dass man seine Privatsphäreeinstellungen prüfen soll, tatsächlich finden sich in den Freundeslisten der Kinder aber eben nicht nur die Freunde aus der Klasse, sondern eben auch die Typen, die das eigene Kind aus der Klasse beschissen findet. Denn Likes bedeuten Belohnung. Je größer der Freundeskreis bei Facebook ist, desto größer ist die Chance, ein Like zu bekommen. Doch, wenn man dann einen Post absetzt und zum Beispiel einen wirklich dummen Rechtschreibfehler drin hat, stürzt sich der Mob auf das Opfer.

In diesem Zusammenhang sollte Schülern auch ganz klar vermittelt werden, wie man zum Beispiel Fakeprofile aufdeckt oder wie man Fakenews von echten Nachrichten unterscheiden kann.

Die Idee ist also, dass der Computer-Unterricht den Computer einfach mal Computer sein lässt. Schüler müssen Medienkompetenz lernen. Sie müssen lernen, welche Konsequenzen ein Facebook-Post oder ein Instagram-Foto haben können. Sie müssen lernen, dass Sexting über WhatsApp das Risiko birgt, dass das eigene Nacktbild irgendwie auf einmal öffentlich bei einem Bildhoster landen könnte. Experimente können helfen, wirklich mal auf die Privatsphäre zu achten. Social Engineering sollte Pflicht für alle Dozenten und Pädagogen sein. Ein Lehrer sollte seinen Schüler nach dem Handy fragen und ganz nebenbei nach dem Passwort fragen. Die Handynummer des Schülers bekommt der Lehrer, wenn er so tut, als müsste er die Zeitansage anrufen, aber sich selbst auf dem Handy (was stumm ist) aufruft. Anschließend gibt der Lehrer das Handy zurück und sagt: „Ich habe jetzt dein Passwort, deinen Google-Accountnamen und deine Telefonnummer. Ich könnte nun ein neues Passwort vergeben und dich aus deinem eigenen Smartphone aussperren.“.

Was man auch im Unterricht vermitteln sollte: Lade dein Handy nicht einfach irgendwo auf. Das Experiment könnte in etwa so aussehen: Der Lehrer stellt an die Tür einen USB-Hub mit zig Anschlüssen an den Eingang und erlaubt das Aufladen der Handys. Der Hub selbst ist mit einem Rechner verbunden. Anschließend wird normal Unterricht gemacht. Auf dem Beamer könnte man nun demonstrieren, dass man ein weiteres Handy anschließt, den Dateimanager am PC öffnet und sich durch die Fotos auf diesem Handy durchhangelt. Anschließend erläutert man, dass man in wenigen Sekunden alle Fotos kopieren könnte.

Die Risiken eines offenen WLAN sollten für die Kids auch aufgezeigt werden. Man könnte hier zum Beispiel einen Access-Point aufsetzen und am Bildschirm über Network-Monitor und Wireshark zeigen, was ohne SSL-Verschlüsselung eigentlich so im Web übertragen wird. Da jedes Smartphone über DHCP eine IP-Adresse bekommt, kann man hier die üblichen Dinge durchführen, die in einem privaten Netzwerk möglich sind. Das gleiche gilt für Bluetooth-Verbindungen. Man kann ziemlich simpel Daten von diesen Geräten herunterladen.

Fazit

Im Grunde finde ich es albern, Kids heute noch programmieren beibringen zu wollen. Die Coder, die ich beruflich und privat kenne, sind Autodidakten und konnten auch während der Schulzeit schon einigermaßen gut programmieren. Die Tragweite, die ein unbedachter Post in sozialen Netzwerken hat, ist vielen Kids heute aber gar nicht bewußt. Und da sollten Schulen definitiv eingreifen.

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen

Ist es richtig, eine Spaßpartei zu wählen

Ist es richtig, eine Spaßpartei zu wählen

Es ist kaum ein Geheimnis, dass ich Wähler der PARTEI bin. Es ist auch kein Geheimnis, dass man als Wähler dieser "Spaßpartei" immer wieder gefragt wird, ob man Politik nicht ernst nähme und seine Stimme an diesen Kasperleverein verschenkt.

Ich sehe das komplett anders. Die PARTEI ist natürlich eine Spaßpartei. Doch das sind alle anderen Parteien auch, bloß dass die anderen Parteien ihren Mist tatsächlich glauben. Du musst doch nur die Statements der Politiker nach der Wahl angucken.

Klima

Da sagt ein Laschet von der CDU allen ernstes: "Das Thema Klimawandel ist auf einmal zu einem weltweitem Thema geworden" und als mittelmässig gebildeter Mensch frage ich mich ernsthaft, auf welchem Planeten diese Typen eigentlich wohnen? Das Klima IST ein Thema. Vermutlich ist der Klimawandel das wichtigste Thema seit des zweiten Weltkrieges, denn wenn uns allen das Wasser wortwörtlich zum Halse stehen wird, gibt es ganz sicher Kriege um Rohstoffe und massive Volkswanderungen, weil bestimmte Regionen auf der Welt einfach nicht mehr bewohnbar sind.

Urheberrecht

Die PARTEI hat sich auch ernsthaft mit Artikel 13 befasst. Dieses Copyright-Urheberrechts-Machwerk, das es unmöglich macht, das Internet noch mit Memes, Mashups und Zitaten zu nutzen. Die PARTEI wurde von Mitgliedern der TITANIC gegründet, also einer Zeitung, die natürlich auch auf das eigene Urheberrecht fixiert ist. Dennoch hat Die PARTEI natürlich erkannt, dass solch eine Urheberrechtsnovelle niemandem hilft. Denn mit diesen Schranken ist auch keine Satire mehr möglich. Zum Vergleich: Axel Voss von der CDU glaubt ernsthaft, dass es in Google einen Knopf zum Suchen von Memes gibt. Dank der PARTEI hat die CDU übrigens selbst das Artikel-13-Gesetz hart spüren dürfen: Sie verwendeten ohne Freigabe Clips von der ARD in ihrem eigenen Youtube-Kanal.

Rassismus / Flüchtlinge

Die PARTEI hat ihr Wahlwerbespot-Budget dazu genutzt, Spenden für Seawatch zu sammeln. Der offizielle Wahlwerbespot von die PARTEI zeigte einen ertrinkenden Flüchtling und wies auf die Ungerechtigkeit Europas hin. Man kann also mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass Die PARTEI pro Migration ist. Auch da versteht die PARTEI keinen Spaß.

Familienpolitik

Die PARTEI will alleinerziehende Mütter mithilfe von Milf-Geld unterstützen. Auch das klingt erstmal ziemlich albern, allerdings ist man als junge, alleinerziehende Mutter wirklich fast IMMER am Limit und gilt dann als "sozial schwach"

Fazit

Hinter all diesen Witzen stecken ernsthafte Intentionen. Daher bin ich für die PARTEI.

Geschrieben: 27.05.2019 von Marcel Schindler weiterlesen